Hubertus Gaßner Alice im Wunderland der Kunst

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Inhaltsangabe zu „Alice im Wunderland der Kunst“ von Hubertus Gaßner

Das weiße Kaninchen mit der Taschenuhr, die Grinsekatze, der verrückte Hutmacher und natürlich Alice selbst - das Figurenpersonal und der absurd-hintersinnige Sprachwitz von Lewis Carroll haben Alice im Wunderland längst zum Lieblingsbuch aller Altersgruppen gemacht. Auch Künstler und Künstlerinnen haben sich von der ebenso phantastisch-phantasievollen wie grausamen Erzählung inspirieren lassen und seit der Erstveröffentlichung 1865 in zahllosen Werken verarbeitet. Die vielseitigsten stellt dieses Buch einander gegenüber: Beginnend mit den originalen Buchillustrationen von John Tenniel, über Arbeiten von Max Ernst, René Magritte, Salvador Dalí und anderen Surrealisten, die Kunst der 1960er-Jahre bis hin zu zeitgenössischen Werken von Anna Gaskell, Kiki Smith oder großformatigen Installationen von Stephan Huber und Pipilotti Rist. Der bibliophile Band belegt und beleuchtet die ungebrochene Aktualität dieser literarischen Schöpfung. Ausstellung: Hamburger Kunsthalle 22.6.-30.9.2012

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  • Rezension zu "Alice im Wunderland der Kunst" von Hubertus Gaßner

    Alice im Wunderland der Kunst
    HeikeG

    HeikeG

    01. July 2012 um 10:58

    Wer bist du? . "Hinab, hinab, hinab. Wollte das denn nie ein Ende nehmen? 'Wie viele Meilen ich wohl schon gefallen bin?', sagte sie laut. 'Weit kann es nicht mehr sein bis zum Erdmittelpunkt. Das wären dann, ja: sechstausend Kilometer wären das, ungefähr wenigstens -.' " (aus "Alice im Wunderland"). Wohl jeder kennt das berühmte Kinderbuch von Lewis Carroll, hat es vielleicht gar gelesen. Die Titelheldin wird während eines langweiligen Picknicks mit ihrer Schwester auf ein weißes Kaninchen aufmerksam, dem sie schließlich in dessen Bau folgt und nach einem beinahe endlos scheinenden Sturz in einer traumartigen Unterwelt landet, die vor Paradoxa und Absurditäten nur so strotzt. . Charles Lutwige Dodgson - so der korrekte Name des Autors, der gleichzeitig ein schrulliger Mathematikprofessor in Oxford und ein Vorreiter der Fotografie war (mit 3000 Aufnahmen hinterließ er ein Œuvre, das zu den umfangreichsten fotografischen Dokumenten des viktorianischen England gehören dürfte) - wurde damit weltberühmt. In Großbritannien ist er ein nationaler Mythos. Mit seinen Werken befreite er die Kinderliteratur von ihren moralisierenden Tendenzen. Heute zählt er neben Shakespeare und Charles Dickens zu den bekanntesten englischen Schriftstellern. Obwohl dieser komplizierte, eigenartige Mann die Gesellschaft von Kindern und jungen Frauen suchte (darunter die der berühmten Alice Liddell, die ihn zu seiner Heldin anregte), heiratete er nicht und hatte keine Kinder. . Am 4. Juli 1862 erzählt er damals 30-jährige Autor zum ersten Mal den drei Schwestern Alice, Edith und Lorina bei einer Bootsfahrt in Oxford die Geschichte. Drei Jahre später wird sie unter dem Titel "Alice's Adventures in Wonderland" erstmals veröffentlicht und startet damit und mit der nachfolgenden Erzählung "Alice hinter den Spiegeln" einen unvergleichbaren Siegeszug. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläum widmet die Hamburger Kunsthalle diesem "Kinderbuch für Erwachsene", dieser komplexen Text-Bild-Kombination, eine große Ausstellung. In dieser wird gezeigt, "wie sehr die beiden Erzählungen schon seit ihrer Veröffentlichung die Fantasie beflügelten, wie stark Alice' irritierende Abenteuer sowohl die Hochkunst als auch das Kunstgewerbe inspirierten, die Unterhaltungskunst und den Devotionalienhandel beförderten.", erklärt Hubertus Gaßner, der Direktor der Hamburger Kunsthalle. . Der vorliegende Ausstellungskatalog beginnt mit Carrolls eigenen Inszenierungen der träumenden Mädchen vor seiner Kamera. Er zeigt aber auch die Faszination, die die Alice-Bücher auf die Surrealisten, darunter Max Ernst, Salvador Dalí, Rene Magritte und Leonor Fini ausübten. Diesen ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Ebenso den Künstlern der Pop-Art und der psychedelischen Kunst sowie den konzeptionellen, häufig mit Texten operierenden Werken, die sich in den 1960er- und 1970er-Jahren mit Carroll Erzählungen auseinandergesetzt haben. Der rote Faden, der sich allerdings unbeirrt durch alle Ausstellungsstücke seinen Weg bahnt, knüpft an die Frage an, die die rauchende Raupe an Alice richtet: "Wer bist du?" Diese Frage zielt jedoch nicht allein auf die Identität des heranwachsenden Mädchens und damit des Lesers und Betrachters, sondern diese Identitätssuche "bildet den entscheidenden Motor für alle künstlerischen Tätigkeitsfelder von Carroll", der sich als Schriftsteller und Dichter, Fotograf, Zeichner und begeisterter Anhänger des Theaters entpuppte. "Das Spiel mit der eigenen Identität nimmt also nicht nur in seinen Werken, sondern auch in seinem Leben eine wichtige Rolle ein.", erklärt Gaßner. . "Adieu, liebe Alice, adieu!", ruft der Autor am Ende des Buches beinahe wehmütig seinem entschwindenden Traumbild hinterher. Lewis Carroll hat kleine Mädchen innig geliebt, denn vor den erwachsenen musste er sich, wegen der damaligen rigiden Moral und eines "absurd verzopften Reglements", fürchten. Ist große Kunst vielleicht nur zu solchem Preis zu haben? Geblieben ist auf jeden Fall ein Klassiker, der in Hamburg auf eine ganz besondere Art die Herzen von Jung und Alt erfreuen wird, "am schönsten und gewinnbringendsten sicherlich in der gemeinsamen Betrachtung und im gemeinsamen Gespräch.", so Hubertus Gaßner. Dieser Katalog ist auf jeden Fall eine großartige Ergänzung zum natürlich einzigartigen Erlebnis der realen Betrachtung.

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