Hubertus Halbfas Das Christentum

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Inhaltsangabe zu „Das Christentum“ von Hubertus Halbfas

Der außergewöhnliche Band entfaltet ein facettenreiches Bild des Christentums. Er verbindet lebendige Zeugnisse mit klaren Linien thematischer Konzentration. Lesern, die Wirkungsgeschichte und aktuelle Perspektiven der prägenden Kraft unserer Kultur verstehen wollen, bietet das Werk ein faszinierendes Panorama.§Hubertus Halbfas stellt das Christentum im Spiegel geschichtlicher Zeugnisse in völlig neuartiger Weise vor. Statt einlinig durch die Zeiten zu führen, setzt er unter wechselnden Fragestellungen immer wieder erneut an, um möglichst vielschichtig wahrzunehmen. Thematisch differenzierte Längsschnitte wie Kirche und Staat, Krieg und Frieden, Ketzer, Frauen, Nächstenliebe ermöglichen den Blick auf Tendenzen, latente Prägungen, Richtungen und Probleme. Er greift Schlüsselbereiche auf, die es erlauben, sich "dem" Christlichen zu nähern, seinen Grundlagen, Leistungen und Lehren, seinen Versäumnissen und Irrwegen. Dies geschieht nicht durch Darstellung aus einer Feder. Vielmehr kommt das, was Geschichte machte, in Originaltexten selbst zu Wort. Die Kommentierung erlaubt die Einordnung in die jeweilige Zeit. Begleitende Stimmen verbinden die Vergangenheit mit der Gegenwart. Zahlreiche Abbildungen helfen zu vertieftem Verständnis und stellen neue und aktuell bedeutsame Sichtweisen vor.

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  • Rezension zu "Das Christentum" von Hubertus Halbfas

    Das Christentum

    michael_lehmann-pape

    06. June 2011 um 13:51

    Subjektiver geschichtlicher und inhaltlicher Rundumblick Hubertus Halbfas, katholischer Theologe, erhebt in seinem (aus katholischer Sicht übrigens durchaus als höchst kritisch zu beurteilendem) Werk den Anspruch, „authentische Stimmen christlicher Geschichte aus allen Zeiten und unterschiedlichen Richtungen“ zu versammeln und somit einen überkonfessionellen, vor allem aber „authentischen“ Blick auf „Das Christentum“ zu bieten. Ein Anspruch, dies vorweg gesagt, der aufgrund der 2000jährigen Geschichte, der vielfachen Verzweigungen und der mannigfaltigen, auch einander widersprechenden Quellen und Auslegungen letztlich nicht erfüllbar ist. Dennoch, das zeigt das Buch auf, fundiert recherchiert geht Halbfas sein Thema durchaus an, lässt vor allem die „dunklen Seiten“ kirchlicher Geschichte nicht aus, geht Widersprüchen nicht aus dem Weg und arbeitet sich chronologisch und thematisch von Jesus von Nazareth an über die Anfänge des Christentums und dessen Interpretation und „Verankerung in der Welt“ durch Paulus, über die Themen von Kirche und Staat, die Judenfrage in Kirche und Christentum, über Mission, Klöster und Kriege bis, in Teilen, hin zum aktuellen Stand (2004) der interkonfessionellen und katholisch innerkirchlichen Diskussion vor. In seinem Selbstverständnis als Exeget setzt Habfas dabei (wie in seiner gesamten, wissenschaftlich-religionspädagogischen Arbeit) die wissenschaftliche Betrachtung der Quellen (historisch-kritische Exegese) als primäres Betrachtungsmittel in den Raum. Schon dies bringt und brachte ihn in Konflikt zur katholisch gängigen Lehrmeinung, die eben auch die katholisch kirchlichen Traditionen und Auslegungen als gleichberechtigte, wenn nicht gar einer Exegese übergeordneten, Instanz setzt. Augenscheinlich und zentral wird dies in der Betrachtung der Person Jesu überdeutlich. Ganz abgewendet vom christlich-kirchlichen Dogma und Glaubensbekenntnis, wohl aber auf dem Boden möglicher exegetischer Ergebnisse, steht Jesus in seinem Selbstverständnis für Halbfas nicht als „Christus“ im Raum, sondern eher als jüdischer Prophet oder Wegbereiter Gottes, den es wieder zu entdecken gilt (quasi „vor“ der kirchlichen „Interpretation“ Jesu). An dieser zentralen These (wie auch an andern Stellen der Einlassungen), wird einerseits der stringent wissenschaftliche Anspruch des Buches deutlich, andererseits aber auch die thematisch (verständliche) Einengung. Weder kann Halbfas die gesamte exegetische Diskussion auf dem beschränkten Raum des Buches wiedergeben, noch den anderen Ergebnissen anderer Exegeten differenziert eine Darstellung zukommen lassen. In der Fülle der Themen (die ebenfalls nicht umfassend, wohl aber gewichtig durch Halbfas gewählt wurden, die zentralen Themen des Christentums nimmt er durchaus auf) legt Halbfas somit ein Ergebnis seiner umfassenden wissenschaftlichen Arbeit vor, ohne im Blick auf den Platz im Buch auf alle Herleitungen und Differenzierungen eingehen zu können. Dies im Hinterkopf behaltend eröffnet das Buch nun allerdings einen verständlichen, fundierten und argumentativ nachvollziehbaren Blick auf „Das Christentum“ in seinen wesentlichen Themen (äußere Themen wie Krieg, Mission, Kirche und Staat, innere zentrale Glaubensthemen wie Nächstenliebe, Gott und Jesus und Systeminterne Themen wie Zölibat, Sukzession, Reformation etc.). Als „Mann des Konzils“, wie man Halbfas durchaus zu verstehen hat, nimmt die Kritik an der „verfassten Kirche“, vor allem der katholischen, einen breiten Raum im Buch ein und gibt den Ausführungen damit eine stark subjektive Ausrichtung. Bei aller Offenkundigkeit der Reibung an vielfachen katholischen Dogmen und Lehrmeinungen ist dies allerdings eher ein Manko des Buches und lässt vermuten, dass aus der Fülle von Forschungsergebnissen und divergierenden Schlüssen der Exegese eben vornehmlich jene Eingang in das Buch fanden, welche die Überzeugung des Autoren stützen. Didaktisch hervorragend aufbereitet, mit vielfachem Bildmaterial versehen und durch ständige Randergänzungen erweitert, erlaubt die Form des Buches eine gute und umfassende Orientierung. Im Gesamten ein „Rundumschlag“, der seinen Anspruch aus der Fülle des historischen Materials nicht gerecht werden kann, dennoch aber eine Vielzahl an Informationen, geschichtlichen Entwicklungen und Hintergründen enthält, die dem Ansinnen der kritischen Bewertung „kirchlicher“ Dogmen und Aussagen fundiert entgegen kommen. Mit notwendigem, kritischen Abstand ein durchaus lesenswertes Buch, dass Zusammenhänge christlicher und kirchlicher Entwicklungen (auch Entfremdungen) hervorragend aufbereitet vor Augen stellt. In den Argumentationen gegen das tradierte Selbstverständnis der katholischen Kirche wartet Halbfas nicht mit neuen Inhalten auf, diese Einlassungen sind daher zu vernachlässigen.

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