Hugo Claus

 4 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Der Kummer von Belgien, Der Kummer von Flandern und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hugo Claus

Hugo Claus (1929–2008) gilt als der bedeutendste belgische Nachkriegsautor niederländischer Sprache. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in einem katholischen Internat; danach lebte er mehrere Jahre u.a. in Rom, Amsterdam und in den USA. In Paris schloss er sich der Künstlergruppe »Cobra« an, bevor er 1947 mit seinem Gedichtband debütierte. Claus trat auch als Drehbuchautor, Übersetzer (etwa von Georg Büchner und Dylan Thomas), Dramatiker, Maler, Film- und Fernsehregisseur in Erscheinung. Sein Werk umfasst über 150 Buchveröffentlichungen, wurde vielfach ausgezeichnet (u.a. mit dem Preis der Niederländischen Literatur und dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung) und in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hugo Claus

Cover des Buches Der Kummer von Belgien (ISBN: 9783608960372)

Der Kummer von Belgien

 (3)
Erschienen am 22.08.2016
Cover des Buches Das Stillschweigen (ISBN: 9783423128421)

Das Stillschweigen

 (1)
Erschienen am 01.01.2000
Cover des Buches Belladonna (ISBN: 9783608933734)

Belladonna

 (0)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Das Sakrament (ISBN: 9783608956337)

Das Sakrament

 (0)
Erschienen am 10.08.1989
Cover des Buches Der Schlafwandler (ISBN: 9783608932478)

Der Schlafwandler

 (0)
Erschienen am 26.08.2002
Cover des Buches Unvollendete Vergangenheit (ISBN: 9783608934953)

Unvollendete Vergangenheit

 (0)
Erschienen am 07.02.2001
Cover des Buches Die Verwunderung (ISBN: 9783809021513)

Die Verwunderung

 (1)
Erschienen am 01.02.1982

Neue Rezensionen zu Hugo Claus

Cover des Buches Der Kummer von Belgien (ISBN: 9783608960372)J

Rezension zu "Der Kummer von Belgien" von Hugo Claus

Unbedingt lesen
jannis1967vor 5 Jahren

Der Kummer von Belgien ist

ein sehr  interessantes, starkes und faszinierendes Buch,

das  völlig zu Recht zum Kanon der Weltliteratur  gezählt wird.

 

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Cover des Buches Die Verwunderung (ISBN: B001CMJDJO)Madame Swanns avatar

Rezension zu "Die Verwunderung" von Hugo Claus

Rezension zu "Die Verwunderung" von Hugo Claus
Madame Swannvor 12 Jahren

Erzähler der Geschichte ist der Lehrer De Rijckel, der sich in einer Heilanstalt für Geisteskranke befindet und zu beschreiben versucht, wie und warum er dorthin gekommen ist. Dies geschieht auf mehreren Ebenen. Zum Einen spricht er von sich in der dritten Person ("der Lehrer") und erzählt wie er - statt die Rede des Schuldirektors auf einer Versammlung anzukündigen - einen Maskenball besucht und dort einer Frau begegnet. Am nächsten Tag folgt De Rijckel gemeinsam mit dem Jungen Verzele den Spuren dieser Frau, die ihn zu dem Schloss Almout führen. Dort und in dem angrenzenden Dorf erlebt De Rijckel verschiedene absurde, zum Teil surreale Begegnungen, auch Alessandra (die Frau vom Maskenball) trifft er wieder. Die Ereignisse sind alle eng mit der Geschichte Flanderns während des Zweiten Weltkriegs verwoben und kreisen immer wieder um eine Person: den flämischen SS-Offizier Crabbe, von dem alle Einwohner des Dorfes erzählen und über dessen Tod ganz unterschiedliche Geschichten kursieren.
Eingeschoben in diesen Teil der Handlung sind immer wieder in der Ich-Form geführte Tagebuchaufzeichnungen De Rijckels, die sein Leben in der Anstalt beschreiben und ebenfalls seine Vorgeschichte thematisieren. Diese Aufzeichnungen lassen sich wiederum unterteilen in Berichte, die De Rijckel an den ihn betreuenden Arzt Dr. Korneel schreibt, und in geheime Notizen, die er in seiner Zelle versteckt. Im Laufe des Romans vermischen sich die Ebenen und Perspektiven immer stärker miteinander. De Rijckel scheint zunehmend konfuser und verwirrter zu werden. Widersprüche häufen sich. Er verfällt immer mehr dem Wahnsinn.
Das Buch ist nicht leicht zu lesen. Zwar sind Sprache und Stil eher einfach gehalten, doch es ist oft schwierig, den häufig zusammenhanglosen Schilderungen der absurden und zum Teil surrealen Ereignisse zu folgen. Man ist beim Lesen nicht unbedingt gespannt darauf, wie es weitergeht, da ohnehin nicht viel - und meist nur Merkwürdiges, dessen Sinn oft unverständlich bleibt - passiert.
Spaß gemacht hat mir jedoch beim Lesen darüber zu rätseln, wer Crabbe ist (der Lehrer selbst, eine multiple Persönlichkeit von ihm oder doch nur eine fiktive historische Figur?) und die Anzeichen zu suchen und zu finden, die den Erzähler als unglaubwüridg entlarven. Auch die Konstruktion des Buches mit seinen verschiedenen Ebenen und deren zunehmendes Ineinanderfließen hat mir gut gefallen. Trotzdem gibt es von mir nur zwei Sterne, da ein Buch für mich - und sei es auch noch so anspruchsvoll - in erster Linie ein Kriterium erfüllen muss: es muss mich unterhalten können, mich neugierig darauf machen, weiterzulesen. Das hat dieses Buch definitiv nicht. Deshalb kann ich es auch nur eingeschränkt empfehlen. Nämlich nur jemandem, der sich besonders für flämische, belgische und niederländische Geschichte und Literatur oder für das literaturwissenschaftliche Phänomen des unglaubwürdigen Erzählers interessiert. Denn für letzteres ist "Die Verwunderung" ein Paradebeispiel und erinnert in dieser Hinsicht an Gogols "Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen", Dostojewskis "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" oder McGraths "Spider".

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