Hugo Loetscher

 3.9 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor von Der Waschküchenschlüssel, Der Immune und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hugo Loetscher

Hugo Loetscher wurde am 22. Dezember 1929 in Zürich geboren und starb am 18. August 2009. Nach der Matura studierte Loetscher an den Universitäten Zürich und Paris Philosophie, Soziologie und Literaturwissenschaft. 1956 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Anschließend war er Literaturkritiker bei der NZZ und der Weltwoche. Später gehörte er der Redaktion der Duan und der Weltwoche an und arbeitete anschließend bis zu seinem Tod als freuer Schriftsteller. Er bereiste die Welt, vor allem Südamerika und Südostasien, und war Gastprofessor an internationalen Universitäten. Loetscher wurde unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt Zürck, dem Cruzeiro do Sul für seine Verdienste um die brasilianische Kultur und dem Wolfgang-Amadeus-Mozart-Preis der Goethe-Stiftung ausgezeichnet.

Alle Bücher von Hugo Loetscher

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Der Waschküchenschlüssel

Der Waschküchenschlüssel

 (8)
Erschienen am 17.03.2011
Der Immune

Der Immune

 (5)
Erschienen am 26.11.2004
Saison

Saison

 (5)
Erschienen am 01.03.1998
War meine Zeit meine Zeit

War meine Zeit meine Zeit

 (3)
Erschienen am 25.08.2009
Herbst in der Großen Orange

Herbst in der Großen Orange

 (3)
Erschienen am 28.09.2001
Die Fliege und die Suppe

Die Fliege und die Suppe

 (4)
Erschienen am 17.08.1993
Der Buckel

Der Buckel

 (2)
Erschienen am 26.11.2004
Abwässer

Abwässer

 (2)
Erschienen am 12.04.1994

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Neue Rezensionen zu Hugo Loetscher

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CamCams avatar

Rezension zu "Saison" von Hugo Loetscher

Rezension zu "Saison" von Hugo Loetscher
CamCamvor 8 Jahren

Er war berühmt, nur wusste dies niemand. Aber er hatte noch ein ganzes Leben vor sich. Philipp, zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung stehend, von der Grossen Bühne träumend, jobbt einen Sommer lang als Bademeister.
Er erlebt seine erste Saison, für die das reale Leben die Vorlage bietet. Aus einer Seebadeanstalt macht Philipp mit unbekümmerter Phantasie ein buntes spannend-überraschendes Badetheater, einen Schauplatz, wo die Figuren unserer heutigen Gesellschaft programmreiche Blösse zeigen.

Philip, Fantast und Schnorrer, arbeitet und lebt einen Sommer - eine Saison - lang in einer Badeanstalt in Zürich. An seiner Seite: Lotty, seine Freundin, die immer mal wieder zu ihm zurück kehrt, auch in dieser Geschichte, nur für einen Sommer lang.
Aus dem Seebad macht er mit seiner Fantasie und seiner Wortgewandtheit ein Theater, ein Schauspiel, Spielzeit: Eine Saison.

Ein knapp geschriebenes, unglaublich fantasievolles Buch, das die Charaktere unserer heutigen Gesellschaft völlig überspitzt und ironisch zeichnet. Unterhaltsam; ein Ferienbuch, bestens geeignet für lange Nachmittage in einem Seebad am Zürichsee. Wunderbar, wie Loetscher all die verschiedenen Probleme und Eigenheiten der Menschen beschreibt, den Zeigefinger hebt und doch nicht moralpredigt, sondern die Personen leise lächelnd verspottet. Auch die Liebe, die sanfte, leise Liebe zwischen Lotty und Philipp, wirkt wie ein Nachmittag am See: kurz, heiss, leicht und verspielt.

Fazit: Ein leichtes, ironisches Buch über die Eigenheiten der heutigen Gesellschaft. Ein Sommerbuch.

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Rezension zu "Saison" von Hugo Loetscher

Rezension zu "Saison" von Hugo Loetscher
Bibliophilvor 8 Jahren

Er war berühmt, nur wusste das niemand. Aber er hatte noch ein ganzes Leben vor sich. Im Augenblick quälte ihn die Sorge, wie es mit der Miete läuft.
Geld besitzt er keines, dafür hat er umso mehr Phantasie. Immer wieder inszeniert er in Gedanken Theaterstücke; Ideen für Geschichten hat er genug: Ein interessanter Gegenstand, der sein Interesse weckt, ein Mensch der seine Wege kreuzt – schon läuft auf seiner Bühne eine Inszenierung und er ist der Regisseur.
Philipp, bald zwanzig Jahre alt, zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung stehend, entdeckt zufällig das Schild bei einer Badeanstalt am Züricher See: Bademeister gesucht. Er bewirbt sich und erhält die Stelle. Zusammen mit Lotty, die überraschend früher von ihrem Berlin-Aufenthalt heimkehrt, führt er für eine Saison die Badeanstalt.
Bühne frei für die Badegäste:
Da ist die „Warze“, psychisch angeschlagen, die jeden Morgen die Badeanstalt besucht, sie darf dann ihr Heim verlassen, hat Ausgang, jedenfalls bis sie erwischt wird … Der Altbackene, Philipps alter Gymnasiumlehrer, den er anfangs gar nicht mochte, ihn dann aber, als er eine Zeit lang wegbleibt, vermisst. Coco, die schöne Friseurin, die soeben ihren eigenen Salon aufgemacht hat, ein Krankenpfleger, der sich nach der Nachtschicht im Krankenhaus im Bad entspannt. Ein katholischer Pfarrer und ein reformierter Pfarrer, die sich zufällig im Bad begegnen und sich dann immer wieder am Pfarrersonntag, also montags, treffen, um am „interkonfessionellen“ Tischchen über Gott und die Welt zu philosophieren. Diese und viele andere Menschen haben ihren Auftritt in Philipps Seebad.
Hugo Lötschers muss die Menschen sehr gemocht und gut beobachtet haben, das spürt man beim Lesen dieses Romans. Die Figuren, die in der Badeanstalt auftauchen sind liebenswert, trotz (oder vielleicht gerade deshalb)Schwächen und Schrullen. Und immer wieder gibt es in diesem Buch ironische Anspielungen in Bezug auf gesellschaftliche Umgangsformen oder soziale Probleme. Ich hatte mich beim Lesen der Geschichte sehr gut unterhalten und mich blenden amüsiert. Es wird bestimmt nicht mein letztes Buch von Hugo Lötscher sein.

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Claris avatar

Rezension zu "War meine Zeit meine Zeit" von Hugo Loetscher

Rezension zu "War meine Zeit meine Zeit" von Hugo Loetscher
Clarivor 8 Jahren

Weltbrüger oder Schweizer Bürger, das ist hier die Frage.
Schon mit dem Titel begründet Hugo Loetscher seinen Stil, der ihn mit immer neuen Fragen bewegt hat, die er z.T. nicht beantworten kann und will.
Zürich ist die Stadt der Herkunft und des Aufbruchs von Hugo Loetscher, des Schweizer Schriftstellers, Journalisten und Reiseberichterstatters.
Zwischen Melancholie, Zweifel und Skepsis bewegen sich seine Reflexionen, die einer Reise durch das letzte Jahrhundert gleichen.
Er ist nicht gefragt worden, ob er geboren werden will,--wie vielen mag es mit dieser Frage ähnlich ergehen wie diesem nachdenklichen und weitgereisten Dichter?
Sein sinnierender und eindrucksvoller Lebensbericht beschreibt die Anfänge seines Lebens als eines Bewohners des Diesseits und des Jenseits, womit er seinen Wohnort diesseits und jenseits des Flüsschens Sihl meint. Von der Sihl bis zum Nil und zum Amazonas reichen seine Reiseeindrücke, mit denen sich immer auch Lebenserfahrungen verbinden. Aufmerksam und klar in der Beobachtung erlebt er sprachliche Ausdrücke, und sieht hinter der Sprache Inhalte wie in diesem Satz eines Arabers: "Du hast uns einsam gemacht",--im Schweizerdeutsch gleichbedeutend nach langem Wiedersehen mit "da chunnt ein Frömde"; " da kommt ein Fremder".

Er ist und bleibt von Kindheit an ein Fragender und ein Ratloser. Das "Woher" oder "Wohin" beschäftigt ihn über die Jahre wie viele andere seiner Schriftstellerzeitgenossen. Mit einigen verband ihn Freundschaft wie Friedrich Dürrenmatt oder Max Frisch, mit denen er in einem Namen genannt wird.

Seine Stadteindrücke von Venedig über Rom und Neapel bilden den Grundstock, von dem aus man seine weiteren Reisen betrachtet. Örtlichkeiten, Mentalitätsgeschichten und atmosphärische Impressionen lassen den Leser unmittelbar teilhaben an seiner Geschichte, die ihn mit den Trümmern des zweiten Weltkriegs in Berlin und Frankfurt ebenso konfrontiert hat wie mit Fragen nach dem Minarettstreit in der Schweiz. Geschichtswissen und politische Historie begleiten ihn in Griechenland zu den Wirkungsorten bekannter Philosophen der Antike. In Istanbul befindet er sich zugleich in Byzanz und Konstantinopel und weiß über die Geschichte dieser Stadt profund zu berichten. Er hat die Welt nicht erobert, sondern beobachtend sie sich zu eigen gemacht.
"Das NIE GANZ DAZUGEHÖREN schärfte wohl den Blick für das, was sonstwo und sonstwie nicht dazugehörte". Mit diesen Worten gibt er recht genau wieder, wie er sich in der Welt gefühlt hat.

2009 wurde mit Hugo Loetscher ein Weltbürger zu Grabe getragen, dessen Wirken und Schreiben für viele unvergessen bleibt.

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Hugo Loetscher wurde am 22. Dezember 1929 in Zürich (Schweiz) geboren.

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