Hugo Müller-Vogg Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!

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Inhaltsangabe zu „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!“ von Hugo Müller-Vogg

Ein Jahr nach der Bundestagswahl, es herrscht Stillstand im Land. Vor allem in der Großen Koalition, dort ist von einem grundsätzlichen politischen Programm nichts zu erkennen. Bereits der Koalitionsvertrag und Merkels erste Regierungserklärung ließen es erahnen: Nebensächlichkeiten, rhetorischer Budenzauber und Allgemeinplätze. Hugo Müller-Vogg, ein ausgewiesener Kenner der Berliner Republik, gibt der Großen Koalition deshalb ein Jahr danach auf vielen Politikfeldern eine schlechte Note.
Müller-Voggs Fazit über die Große Koalition ist kurz und bündig: Ohne Ziel, ohne Plan, ohne Ehrgeiz! Die Palette reicht von der Mogelpackung Mindestlohn bis zur Planwirtschaft der Energiewende. Warum eigentlich begnügen sich Merkel, Gabriel & Co. damit, die Gegenwart zu verwalten, statt die Zukunft zu gestalten? Müller-Vogg benennt Ross und Reiter. Welche Zukunftsfragen drängen und angepackt werden müssen.
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    Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!

    R_Manthey

    14. August 2015 um 09:35

    Glaubt man Meinungsumfragen, dann hat Deutschland tatsächlich die Regierung, die die Mehrheit möchte. Dahinter steckt ein offenbar im Land tief verwurzelter Drang nach Harmonie und lautloser Verwaltung. Die Regierung möge ihre Arbeit machen und dabei jedes Parteiengezänk unterlassen. Doch die enormen Probleme, vor denen Deutschland steht, verschwinden nicht dadurch, dass man sie verschweigt oder gar verdrängt, auch wenn sie dadurch nicht im medialen Brennpunkt stehen. Hugo Müller-Vogg gehört zu den wenigen Journalisten, die es noch wagen, der lahmenden Regierung aus den ehemaligen sogenannten Volksparteien den Spiegel vorzuhalten. Die Große Koalition besitzt eine so umfassende Mehrheit, dass sie Weichen für die Zukunft stellen könnte. Aber das geschieht leider nicht. Wenn man dem Untertitel dieses Buches traut, dann sucht Müller-Vogg nach Gründen dafür. Allerdings findet der Leser kaum klare Antworten auf die von ihm gestellten Fragen. Die Stärke dieses Textes liegt vielmehr in der Benennung der vor dem Land stehen Überlebensprobleme und der Beschreibung der armseligen Lösungsversuche. Wenn man die einzelnen Kapitel liest, dann offenbart sich ein durchgängiges Verhaltensmuster. Dieses Regierung ignoriert schlicht die Wirklichkeit und arbeitet offenkundig auf der Grundlage falscher Vorstellungen über das Funktionieren von Wirtschaft und menschlichem Verhalten. Überdeutlich wird das bei der ausgerufenen Energiewende. Allein wegen dieses Kapitels, in dem der ganze Irrsinn aufgelistet ist, der bereits unter Kanzler Schröder begann, lohnt das Lesen dieses Buches. Lässt man einmal die Frage beiseite, ob diese Energiewende tatsächlich die richtige Antwort auf die Probleme in diesem Bereich ist und schaut sich nur das erzeugte Chaos an, dann kann man eigentlich nur wütend werden. Zunächst einmal wurden finanzielle Anreize für Investoren in die neuen Energieträger geschaffen, die zur größten je in Deutschland gesehenen Umverteilung von unten nach oben geführt haben. Der Energiemarkt wurde in diesem Zusammenhang komplett ausgehebelt, was zu enorm steigenden Preisen führt, was allein der staatlichen Gesetzgebung zu verdanken ist. Die einen müssen zahlen und die anderen kassieren ohne jedes Risiko. Und ganz nebenbei werden Unsummen des von den Bürgern bezahlten Strompreises einfach verschenkt. Von der überall propagierten sozialen Gerechtigkeit spürt man hier merkwürdigerweise überhaupt nichts. Wer sich über diesen ökonomischen Murks ein Bild machen möchte, wird das mit diesem Text sehr schnell können. Auf anderen Gebieten sieht es nach Müller-Vogg nicht anders aus. Ein gerne verschwiegenes Problem besteht in der mangelnden Investitionstätigkeit von Wirtschaft und Staat. Die schleichende Deindustrialisierung sieht der normale Bürger nicht. Erst wenn die Folgen dauerhaft zurückgehender Investitionen der Wirtschaft sichtbar werden, kommt wahrscheinlich der große Schreck. Wenigstens die fehlende Investitionstätigkeit des Staates kommt über die Medien so langsam ins Bewusstsein der Bürger. Marode Schleusen im Nord-Ostseekanal, vor sich hin rostende Brücken, die viel zu langsame Digitalisierung Deutschlands, der Zustand der Ausrüstung in der Bundeswehr und vieles andere mehr sind nur Ausdruck katastrophaler Versäumnisse der letzten Jahre. Müller-Vogg geht darauf nur zum Teil ein. Er befasst sich darüber hinaus mit den in er Regel nebensächlichen Lieblingsthemen dieser Bundesregierung und zeigt, welche Maßnahmen zu welchen Folgen führen werden, wenn man normales menschliches Verhalten oder einfach nur die absehbaren Konsequenzen falschen Handelns zugrunde legt. Dieser Text wird garantiert nicht zu guter Laune führen.

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