Huldar Breiðfjörð

 3.1 Sterne bei 24 Bewertungen

Alle Bücher von Huldar Breiðfjörð

Liebe Isländer

Liebe Isländer

 (21)
Erschienen am 25.02.2011
Schafe im Schnee

Schafe im Schnee

 (3)
Erschienen am 16.11.2015

Neue Rezensionen zu Huldar Breiðfjörð

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Rezension zu "Liebe Isländer" von Huldar Breiðfjörð

Eine Reise gegen die Langeweile
Barbara62vor 3 Jahren

Was macht ein gelangweilter junger Isländer, der die Nase voll hat von seinem Leben, von Partys, alkoholvernebelten Wochenenden und Plänen, die nie Realität werden? Der vom grauen Himmel genauso angeödet ist wie von sich selber?

Junge Leute aus anderen Ländern würden vielleicht eine Weltreise antreten, der isländische Literaturwissenschaftlicher Breiđfjörđ begab sich vor zehn Jahren in dieser Situtation auf eine Reise um seine Insel und machte viele Abstecher in abgelegene Siedlungen und Fjorde. Er wählte dafür die Monate Januar und Februar, die für eine solche Unternehmung sicherlich ungeeignetste Zeit, und brach mit einem uralten Volvo Lappländer auf, in dem er - obwohl eher von zimperlicher Natur - manchmal sogar übernachtete.

Sein Reisebericht ist kein Islandführer geworden. Vielmehr erzählt er von seinen alltäglichen Problemen auf eisigen Straßen, katastrophalen Wetterbedingungen, Kämpfen mit dem Wagen und in Werkstätten, seinen Bemühungen zur Selbstfindung und vor allem über seine Begegnungen mit den eigenen Landsleuten. Diese spielten sich meist in den überall vorhandenen Tankstellenkiosken ab und blieben zu seinem Bedauern äußerst wortkarg, aber "Du weißt, du bist im Grunde genauso".

Ein Buch für alle, die auf liebevoll-ironische Art mehr über Island und vor allem über seine Bewohner erfahren möchten.

Leider bin ich mit dem Buch nicht so recht warm geworden, vielleicht weil es mir zu viel Selbstdarstellung war.

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Rezension zu "Liebe Isländer" von Huldar Breiðfjörð

Liebe Isländer
solveigvor 5 Jahren

In Island ist das Wetter immer ein (lebens-) wichtiges Thema  -  und das ganz besonders im Winter!

Denn ausgerechnet im Januar beginnt Huldar, ein junger Reykjaviker, seine Entdeckungsreise durch seine isländische Heimat in einem gebrauchten „Lappländer“. Es soll eine Fahrt zu den kleinen und größeren Orten werden, bei der er sich Zugang zu den Bewohnern auch abgelegener Dörfer erhofft  -  letztlich eine Reise, während der er „sich selbst finden“ will, wie er es bezeichnet.

 

Es wird ein Unternehmen, bei dem er mehr als einmal tödlichen Gefahren ausgesetzt ist und den Unwägbarkeiten des Wetters trotzen muss, die er anfänglich unterschätzt.

Sehr vergnüglich, aber auch mit einer gewissen Nachdenklichkeit beschreibt Breidfjörd, wie er seine hauptstädtischen Vergnügungen durch abenteuerliche Fahrten entlang der Fjorde, oftmals hart am Abgrund, ersetzt. Die offene, ehrliche Art, seine Ängste und Hoffnungen zu schildern, macht den jungen Mann sympathisch.  Auf humorvolle und warmherzige Weise vermittelt er zwischen seinen Landsleuten, ihren Gewohnheiten und Ansichten und dem Leser, bringt ihm seine Heimat näher.

 

Huldar hat an Erfahrung gewonnen, Gefahren gemeistert, viel Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft seiner „lieben Isländer“ sind ihm zuteil geworden.

Dennoch hat ihn die Reise nicht zu einem anderen, neuen Menschen gemacht, wie er selbstkritisch erkennt.

Und je näher er auf der Ringstraße seinem Ziel, der Hauptstadt Reykjavik kommt, „ desto mehr verblassen die Sterne am Himmel“ und ihm ist klar: „… die Reise geht weiter.“

 

Dieses Buch ist mehr als ein traditionelles Reisehandbuch, nämlich ein warmherziger Führer zu Land und Leuten.

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Rezension zu "Liebe Isländer" von Huldar Breiðfjörð

Liebe Isländer. Isländer sind lieb.
Mizuirovor 5 Jahren

Liebe Isländer. Isländer sind lieb. Das ist, was uns das Buch mit dem Titel vermitteln will. Wird wohl auch stimmen. Vielleicht bin ich einfach voreingenommen, weil ich mich viel, viel, viel mit isländischer Literatur auseinandersetzen musste, aber da ich nicht aus meiner Haut kann, und meine Rezensionen ja mein persönliches Leseerlebnis wiederspiegeln sollen kann ich nur sagen:

Liebe Isländer hat alles, was so gut wie jeder andere isländische Roman auch zu bieten hat: Kritik am eigenen Land, vor allem am Wetter. Beschreibungen der Natur und Klagelieder über das Wetter. Bezüge zu den vereinigten Staaten, die das Land im zweiten Weltkrieg "besetzt" haben; will sagen eine Militärbasis auf der Insel unterhielten. Erwähnungen von Elfen, Björk, Laxness, Gusgus und allen anderen. Du meine Güte, kann nicht einmal ein isländischer Roman ohne diese Dinge auskommen? Langsam kennen auch wir Festlandeuropäer das, vielen Dank.

Was die Handlung angeht... Ein großes Lob an die realistische Darstellung. Der Protagonist fährt aus ihm selbst und allen anderen nicht ganz eindeutigen Motiven - wahrscheinlich will er sich selbst finden - im Winter eine Runde um die Insel und hält sich dabei in den größeren Orten auf. Wer schon mal in Island war, weiß, dass diese Orte zwar alle ihren Charme haben, aber dann doch eher mehr so nichts passiert, dort am Lande. Und genau das passiert dann auch im Roman. Nämlich nichts. Die spannenden Passagen, die Gefahr und Nervenkitzel für den Leser bieten, beschränken sich auf vielleicht fünf Seiten. Sonst nichts. Gletscher, Schafe, alte Leute. Und nichts.

Aber genau das ist es wohl auch, was den Charme dieses Buches ausmacht, denn Island wurde damit sehr treffend beschrieben. Nicht falsch verstehen, ich mag Island! Ich mag die Leute, die Landschaft und die Schafe! Aber wenn ich mich dort aufhalte, bleibe ich in Reykjavík oder meinetwegen in Akureyri und fahre zum Entspannen aufs Land, damit einfach einmal nichts passiert. Aber ich schreibe keine Bücher darüber. Da würde mir einfach, hört, hört! zu wenig passieren.

Für Islandliebhaber wie mich mag das Buch geeignet sein... Gerade, wer schon einmal dort war (oder die Ringrunde vielleicht selbst gerade fährt!), verbindet mit den kleinen Örtchen ja eigene mehr oder weniger spannende Geschichten und freut sich darauf die kleinen Kirchchen und Häuschen in der Erzählung wiederzufinden. Spannungsfanatische Krimileser sollten aber die Finger davon lassen. Naja, ist ja auch kein Krimi, also halb so schlimm.

Gelungen ist das Buch auf jeden Fall, denn ich denke, der Autor hat genau das erreich was er wollte, nämlich, eine literarische Beschreibung des Landes. Eigentlich auch klar, dass er dabei die typisch isländischen Motive verwenden muss... Die Erwartungshaltung! DAMDAMDAM. Und sprachlich, glaube ich, ist der Roman auch sehr gelungen. Die anfangs ungewohnten Wechsel in die zweite Person gewinnt man zum Schluss richtig lieb. Erinnert haben sie mich an Butor, den ich ja auch lieb habe. Also ein sehr liebes Buch, wenn es in die richtigen Hände gerät.

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