Hunter Beaumont Auf die Seele schauen

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Inhaltsangabe zu „Auf die Seele schauen“ von Hunter Beaumont

Konzentration auf das Wesentliche

Wie lassen sich psychologisches und spirituelles Wissen in die Alltagspraxis umsetzen? Diese Frage beschäftigt Hunter Beaumont seit vielen Jahren. In seinem Buch stellt er das 'Schauen auf die Seele' in den Mittelpunkt. Am Beispiel unterschiedlicher Themen lädt er ein, mit der Seele in Kontakt zu kommen und sie zu erforschen. Denn wenn die Seele Raum hat, ihre eigene Wahrheit auszudrücken, finden wir Antworten auf Fragen, die uns alle bewegen.

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  • Rezension zu "Auf die Seele schauen: Spirituelle Psychotherapie" von Hunter Beaumont

    Auf die Seele schauen

    michael_lehmann-pape

    14. February 2013 um 13:52

    Zur Verbindung von Psychotherapie und Spiritualität Gerade in gläubigen Kreisen ist es seit langer Zeit bereits ein Dilemma, einerseits die Wichtigkeit von therapeutischen Verfahren und deren Möglichkeiten zur „Heilung“ durch Methodik und Interventionen u.U. auch für nützlich zu erachten, auf der anderen Seite aber dem „selbstmächtigen“ Menschenbild der verschiedenen therapeutischen Richtungen (bis hin zur klaren atheistischen Positionierung der Grundhaltung mancher psychotherapeutischer Richtungen) eher ablehnend gegenüber zu stehen. Der klinische Psychologe Hunter Beaumont hat sich seit Jahren den Schwerpunkt gesetzt, „auf der Grenze“ zwischen Psychologie und Spiritualität „auf die Seele zu schauen“ und einen Weg eben für die Seele zu bereiten, „ihre eigene Antwort auszudrücken“. Eine Haltung, die sowohl an nicht-direktive Lehren der Psychologie sich anlehnt, wie, im besten Sinne, an eine begleitende Form der Seelsorge. Hilfreich ist es in Bezug auf dieses Buch, sich zunächst in das Kapitel „Selbstheilung. Hoffnung oder Illusion“ zu vertiefen, in dem Beaumont seine grundsätzliche Haltung erkennen lässt und ebenso Grundlagen legt, auf denen dann seine anderen Einlassungen je reflektiert werden können. Ein lesendes Vorgehen, dass durchaus sich anbietet, denn das Buch enthält in sich geschlossene Vorträge, die Beaumont im Zuge der Jahre gehalten hat und die daher auch jeder für sich lesbar sind. Ein Kapitel, in dem auch seine eigene Herangehensweise (nicht verurteilend, aber klar abgrenzend) deutlich zu Tage tritt. Dass es eine Grenze von und zu Krankheiten gibt, die einen ganzheitlichen Ansatz benötigen, die nicht durch Medikamentation oder „sachliche“ Eingriffe alleine geheilt werden (wobei durchaus für viele Krankheitsbilder dieses „Selbstmächtigkeit“ durch einen Arzt oder andere heilsame Faktoren zugestanden wird). Das „einfache Krankheit-Heilung Modell kann nicht auf komplexere Krankheiten übertragen werden“. Wo dies geschieht, schadet es viel eher, als dass es nutzt. Das Ziel gerade bei der Behandlung komplexer Krankheiten sollte daher viel eher sein, mit der “Seele“ in Kontakt zu kommen zu dem, „was ist“ und die „heilenden Kräfte“ (da draußen?) mit wirken zu lassen. Ganzheitlich zu behandeln. Was genau diese „heilenden Kräfte“ dann sind, das allerdings stellt sich an vielen Stellen im Buch eher verschwommen dar, wobei durchaus nachvollziehbar dargestellt wird, dass sich das Leben keinen Fall im Materiellen erschöpft und eine Offenheit der Welt und dem „Mehr als die Welt“ gegenüber dem Menschen hilfreich ist, ein sinnvolles zu leben. Und ebenso richtig bemerkt Beaumont (und stellt dies in bester Weise dar), dass eine spirituell-therapeutische Begleitung immer ein ergebnisoffener Prozess ist, der Therapeut nicht für den Klienten ein „richtig oder falsch“ entscheiden kann. So spürt der Leser trotz mancher „spiritueller Abstrakte“ im Buch, dass Beaumont tatsächlich in sehr achtsamer Weise beide Welten in seine konkrete Arbeit einfließen lässt, Seelsorger und Therapeut gleichermaßen ist und sich ins seinem Denken Spiritualität, Glaube und therapeutische Haltung und Methodik ergänzen und nicht ausschließen. Im Rahmen von Vorträgen zu vielen Themen (Paarbeziehung als religiöser Vollzug, Wie Kinder und Eltern einander erzeugen, die Unterstützung der spirituellen Wege durch die Psychotherapie, was nimmt die Seele wahr u.a.) wird so an mannigfaltigen Beispielen immer wieder die Grundhaltung Beaumonts deutlich: Wenn es komplex wird, bedarf es eines ganzheitlichen Zusammenspiels aller konstruktiven Kräfte des Lebens. Wobei Beaumont selber (und darin mag ihm vielleicht nicht jeder folgen), die religiöse Dimension der Seele und der Spiritualität ganz oben ansiedelt. Ein gut zu lesendes und nachvollziehbar argumentiertes Buch, dass zumindest deutlich vor Augen führt, dass Religion und Psychologie, Therapie und Spiritualität nicht notwendig von ihren verschiedenen „Startpunkten“ aus einander gegensätzlich bleiben müssen. In deren Verhältnis hier aber eine klare Priorität erkennbar bleibt. In diesem Buch ist es die religiös-spirituelle Seite des Lebens (und Heilens).

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