Hunter S. Thompson Rum Diary

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Inhaltsangabe zu „Rum Diary“ von Hunter S. Thompson

Vom Autor von "Fear and Loathing in Las Vegas" New York, 1959. Paul Kemp, dreißig, fliegt in einer Winternacht nach San Juan und tritt dort eine Stelle als Reporter an. In jener Zeit vor Castro und Kennedy, vor Vietnam und Flower Power ist Puerto Rico ein tropisches Paradies, das gerade von amerikanischen Investoren entdeckt wird. Bald wird Kemps neues Leben in der Karibik zu einer wilden Reise an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten, zwischen Sonne, Rum, nackten Mädchen und der Ahnung vom drohenden Untergang. Der lange verloren geglaubte erste Roman von Hunter S. Thompson wurde in den USA ein Bestseller. Jetzt liegt die höchst aktuelle Geschichte vom Ende der Unschuld Amerikas, die auch vom Ende einer Jugend erzählt, zum ersten Mal auf deutsch vor. "Berauschend! Eines der Bücher, die man nicht wieder aus der Hand legt." Rheinischer Merkur "Mit jeder Zeile verströmt dieses erstaunlich reife Frühwerk Sonne, Sex und Salsa." News "Ein fabelhafter Roman." Der Spiegel

Mein erster Thompson und ich war begeistert.

— Strohballen
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Man muss Thompson mögen - und ich liebe ihn.

— LifeWithoutFear
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  • Rezension zu "Rum Diary" von Hunter S. Thompson

    Rum Diary
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. August 2011 um 14:02

    Wir fuhren auf einer gepflasterten Straße einen Berg hinunter ans Wasser. Nichts deutete auf eine Zeitungsredaktion hin, und ich hatte den Verdacht, dass er mich nur hierher brachte, um mich loszuwerden. Wir bogen um eine Ecke, und plötzlich stieg er auf die Bremsen. Direkt vor uns war so etwas wie ein Bandenkrieg im Gang. Ein kreischender Mob versuchte in ein altes, grünliches Gebäude einzudringen, das wie ein Lagerhaus aussah. Der Roman »Rum Diary« wurde erst 1998, knapp vierzig Jahre nach seiner Entstehung, in den USA veröffentlicht – und als späte Entdeckung gefeiert. Hunter S. Thompson, hierzulande vor allem bekannt durch die Verfilmung seines Buches »Fear and Loathing in Las Vegas« (Regie: Terry Gilliam), erzählt darin ein ereignisreiches Kapitel aus dem Leben des Reporters Paul Kemp, der mit seinen 30 Jahren schon weit herumgekommen ist. Im Januar 1959 fliegt Kemp von New York nach Puerto Rico, um in der boomenden Hauptstadt San Juan einen neuen Job als Lokalreporter bei den »Daily News« anzunehmen. Es ist nicht der Wunsch nach einer seriösen beruflichen Karriere, die ihn antreibt, sondern das schnelle Geld, Abenteuerlust und Sinnsuche. Tatsächlich erwarten Paul Kemp in San Juan interessante Nebenjobs und jede Menge aufregende Erlebnisse, was vor allem auf die chaotischen Zustände bei den »Daily News« zurückzuführen ist. Chef des maroden Unternehmens ist Ed Lotterman, ein ehemaliger Kommunist und hoffnungslos überforderter Choleriker. Die anderen Mitarbeiter bezeichnet Thompson in einem Vorwort als vagabundierende Journalisten. Manche von ihnen waren eher Journalisten als Vagabunden, andere eher Vagabunden als Journalisten. Von wenigen Ausnahmen abgesehen arbeiteten sie nebenbei als freie Möchtegern-Auslandskorrespondenten und wollten mit dem journalistischen Establishment möglichst wenig zu tun haben. Zu den Kollegen von Paul Kemp gehören unter anderem Bob Sala, ein notorisch misstrauischer Fotoreporter, der jeden Tag aufs Neue ankündigt, Puerto Rico den Rücken zu kehren; Yeamon, ein unberechenbarer, streitsüchtiger Freak, der mit der Harpune auf Hühner schießt; und Moberg, ein völlig durchgeknallter Schwede, der sich gern bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt und nachts in der Redaktion – zum Entsetzen von Lotterman – auf das teure Telexgerät pinkelt. Doch nicht nur Moberg, auch die anderen saufen, was das Zeug hält. Rund um die Uhr kippen die Protagonisten Rum in sich hinein, um sowohl der Tropenfäule als auch der Ungewissheit des nächsten Tages Herr zu werden. Es herrscht ein rauher Umgangston. Schließlich gibt es noch Chenault, die amerikanische Freundin von Yeamon, die Paul Kemp schon auf dem Flug nach San Juan unter eher ungünstigen Bedingungen kennenlernt, zu der er später aber eine besondere, nicht unproblematische Beziehung entwickelt. Das Verhalten von Kemp und seinen Kollegen ist meist zynisch, arrogant und rücksichtslos, was eines Nachts beinahe dazu führt, dass er, Yeamon und Sala von einer Horde aufgebrachter Puertoricaner gelyncht werden. Gefahr droht Kemp,Yeamon und Chenault später auch bei einem Ausflug zum Karneval nach St. Thomas, wobei die Hauptfiguren aus Thompsons Roman die misslichen Lagen, in die sie geraten, selbst herbeiführen – durch unbedachtes Draufgängertum, amerikanische Großkotzigkeit und maßlos übertriebenen Alkoholkonsum. Es sind keine sympathischen Menschen, die Thompson in »Rum Diary« zeichnet. Dennoch leidet und fiebert man mit ihnen, vielleicht, weil man ihren Kampf ums Überleben in einer fremden Welt und äußerst spannungsgeladenen Gesellschaft irgendwie verstehen kann, ganz sicher aber, weil »Rum Diary« eine hervorragend erzählte Geschichte ist, der es mit ihren exotischen Schauplätzen, einem Haufen wilder Kerle und etwas Sex an keinen Zutaten für ein großes Leseabenteuer mangelt. Zu empfehlen ist die hier besprochene Ausgabe des Blumenbar Verlages. Sie ist nicht nur wunderschön gestaltet, sondern enthält im Anhang auch einige Briefe von Hunter S. Thompson sowie ein Nachwort von Johnny Depp, ein einfühlsamer Nachruf auf den kultigen Schriftsteller, der sich 2005, noch keine 70 Jahre alt, in seinem Haus in Woody Creek bei Aspen das Leben nahm.

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