Husch Josten

 3.9 Sterne bei 33 Bewertungen
Autorin von Hier sind Drachen, Land sehen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Husch Josten

Ernsthaftes und Kurioses mit spannender Leichtigkeit erzählt: Die 1969 in Köln geborene Schriftstellerin Husch Josten ist ein literarischer Tausendsassa. Ausgestattet mit Studienabschlüssen in Geschichte und Staatsrecht volontierte sie als Journalistin in Paris. Die Arbeitswelt führte sie zurück nach Köln, Paris und weiter nach London. In dieser Zeit schrieb Husch Josten für Magazine und Tageszeitschriften. Als sie 42 Jahre alt war, erschien ihr erster Roman. „In Sachen Joseph“ ist eine Geschichte von enger Freundschaft, die durch witzige Sprache und ironisch verpackte Beobachtungen überzeugt. Die gefühlvoll erzählte Prosa war für den aspekte-Literaturpreis des ZDF nominiert. Es folgte 2012 der Roman „Das Glück von Frau Pfeiffer“. Ein Jahr später veröffentlichte der Verlag bup den Kurzgeschichtenband „Fragen Sie nach Fritz“. Im Roman „Der tadellose Herr Taft“ (2014) erzählt Husch Josten die kuriose Geschichte eines verzweifelten Mannes, der seine scheinbar ausweglose Situation in eine kometenhafte Karriere verwandelt. Der 2017 erschienene Roman „Hier sind Drachen“ spiegelt das ambitionierte Leben der emanzipierten Caren wider, die zwischen Jetset und selbstbestimmtem Dasein ihre eigenen Abgründe verkennt. In „Land sehen“ (2018) widmet sie sich, wie gewohnt leichtfüßig und tiefgründig zugleich, dem Ringen um ewige Fragen. Die Autorin reist gern, wohnt und arbeitet in ihrer Heimatstadt Köln.

Alle Bücher von Husch Josten

Hier sind Drachen

Hier sind Drachen

 (18)
Erschienen am 01.03.2017
Land sehen

Land sehen

 (5)
Erschienen am 01.08.2018
In Sachen Joseph

In Sachen Joseph

 (5)
Erschienen am 17.12.2010
Fragen Sie nach Fritz

Fragen Sie nach Fritz

 (3)
Erschienen am 20.03.2013
Der tadellose Herr Taft

Der tadellose Herr Taft

 (1)
Erschienen am 01.03.2019
Das Glück von Frau Pfeiffer

Das Glück von Frau Pfeiffer

 (1)
Erschienen am 01.08.2018
In Sachen Joseph

In Sachen Joseph

 (0)
Erschienen am 02.05.2019

Neue Rezensionen zu Husch Josten

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Rallfoss avatar

Rezension zu "Land sehen" von Husch Josten

Josten, Husch Land sehen
Rallfosvor 24 Tagen

Angelockt durch eine Radiosendung, in der das Buch von Husch Josten vorgestellt und mit der Autorin besprochen wurde, wollte ich es unbedingt lesen, weil mir die Fragestellung um einen Klostereintritt sehr vertraut ist.
Vielleicht war ich, wegen des persönlichen Interesses, mit zu vielen Erwartungen unterwegs, die (natürlich) nicht alle erfüllt wurden. Aber es gab durchaus interessante Aspekte im Bezug auf das Mönschsein im 21. Jahrhundert, in der Erklärung einer (zentralen) Bibelstelle, im Umgang mit einer handfesten Beziehungslüge und in einer anrührenden Familiengeschichte ausgehend von der Zeit der NS-Diktatur bis hin zur Zeitebene des Romanes.
Husch Josten beschreibt manche Szenen nur mit Schlagworten, manche kurz und in Zeitraffer, manche aber auch bildlich ausführlich. Damit verändert sie geschickt das Tempo des Buches, das zwischen Ruhe und Hektik hin und her pulsiert.
Besonders hervorzuheben finde ich es immer, wenn ein Schriftstellerin sich für ein männlich-erzählendes Ich entscheidet (oder natürlich auch umgekehrt). Dieser literarische Kunstgriff erschloss sich mir nicht.
Auch wenn nicht alle Fragen für mich zufriedenstellend beantwortet, nicht alle Handlungsfäden zu Ende geführt wurden, emfinde ich es als Gewinn, dieses Buch gelesen zu haben.

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Gwennileins avatar

Rezension zu "Land sehen" von Husch Josten

Faszinierende Denkansätze in gehobener Literatur
Gwennileinvor 2 Monaten

Ein wirklich wundervolles, besonderes Buch – ich lese ja immer und überall, somit bin ich gut darin, störende Nebengeräusche auszublenden. Das war hier etwas anders, somit merkte man direkt, dass man anspruchsvollere Literatur in den Händen hielt, die mich an Umberto Eco´s "Im Namen der Rose" erinnerte. Ich bin ein gläubiger Mensch, weshalb mich das Buch noch einmal mehr angesprochen hat, wobei es auch für Atheisten interessant ist, wie man den Glauben "rechtfertigen" kann. Ich kam jedenfalls aus dem Markieren nicht mehr heraus (was ich erstmalig bei meinem Kindle nutzte). 
Zwei parallele Geschichten stehen im Vordergrund dieser Geschichte. Zum einen wird die Familiengeschichte des Protagonisten beleuchtet, der Dinge erfährt, von denen er gar nichts ahnte und zum anderen dreht sich alles um seine Beziehung zu seinem Onkel, der einem Orden beigetreten ist. So stehen sich Atheist und Gläubiger direkt gegenüber und kommen so immer wieder in Dialog über den Glauben und die Fragen, die damit verbunden sind. "Du kannst nicht vielleicht an Gott glauben. Du tust es. Oder eben nicht. Wahrscheinlich weiß jeder Mensch im Monment, da er zum ersten Mal darüber nachdenkt, ob er es tut oder nicht." Eine der vielen Notizen, die ich mir gemacht habe. Auch Ansätze für einen modernen Umgang mit Religion werden erstellt, wie wunderbar wäre denn folgender Gedanke: "Müsste man das jahrtausendealte Wissen verschiedener Religionen dazu nicht leicht und bekömmlich und ohne Vorurteile gemeinsam vermitteln? (...) es würde niemanden dümmer machen und auch die Frömmigkeit streng Gläubiger nicht verletzten. Es würde nur dazu führen, dass die Menschen sich öffnen und grundsätzlich darüber nachdenken, ob und was sie glauben können und wollen." Denn das Buch fasst es äußerst passend zusammen: "Für einen evolutionären Wandel ist es längst zu spät. Ein revolutionärer müsste her." Ich könnte durchaus noch weitere tolle Zitate ausführen, doch man sollte bereits merken, dass das Buch nicht einfach zum Lesen gedacht ist. Man kann sich dem gar nicht entziehen, weiter nachzudenken und Denkansätze weiterzuführen. Nein, das Buch ist keine leichte Kost, doch ein anspruchsvolles Lesevergnügen, welches im Gedächtnis bleibt. Und ist es nicht genau das, was sich der Leser (und natürlich auch der Autor) erhofft? 
Einen minimalen Punkt Abzug gibt es nur für das Ende des Buches, welches sich nicht wie ein solches anfühlt. 

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M

Rezension zu "Land sehen" von Husch Josten

Kontrolle oder Vertrauen?
michael_lehmann-papevor 2 Monaten

Kontrolle oder Vertrauen?

Horand Roth, Vorname dem alten Nibelungenlied entlehnt, ist Professor für Literatur. Im mittleren Alter. Gerne für sich und hat es gerne übersichtlich. Nicht nur, was das penibel und sparsam eingerichtete Appartement angeht, dass er nach seiner Ehe bezogen hat (was war das schwer zu ertragen, die zugestellte und mit Zierart überlastete Dreizimmerwohnung vorher). Aber auch, was seine Beziehungen angeht, hat Horand gerne die Kontrolle. Begegnung gerne, aber danach ist es ein Fest, morgens alleine aufzuwachen oder zumindest die gerade aktuelle Liaison kurz zu verabschieden, um wieder alles im Maß und mit Übersicht zu halten.

Sein Onkel Georg, wohl schwarzes Schaf der Familie, wenn man sich überlegt, wie abrupt und endgültig der Bruch zwischen Horands Eltern und seinem Onkel damals stattfand (er selbst hat keine Ahnung, worum es ging, nur dass er seinen Lieblingsonkelt seit 30 Jahren nicht gesehen hat). Einer, der mit Horand den Flausen nachjagte, der mit dem Jungen von damals elegische Schlachten mit vier Händen am Klavier austrug und der, ganz grundsätzlich, nicht überlegt und kontrolliert lebte, sondern hedonistisch und frei auch nach dem Bruch mit der Familie durch die Welt zog.

Unter anderem eine gewisse Phase beschäftigt mit Urheberrechten einer Firma mit einem Angebot ganz besonderen „Spielzeugs“. Was in der Gegenwart des Romans besonderer Bedeutung zukommen wird und damit das unorthodoxe dieses Georgs unterstreicht.

Denn nach 30 Jahren hat sich Georg einfach so bei Horand gemeldet. Von einem Rockfestival in Argentinien aus. Um drei Wochen später vor der Tür des Professors zu stehen. Onkel Georg wird and er gleichen Universität, an der Horand lehrt, seine Promotion vorantreiben. IN Theologie. Schau an. Kaum zu glauben. Dass aber Georg scheinbar nicht nur fromm geworden ist, sondern gar radikal fromm, das vermag Horand überhaupt nicht zu verstehen.

Mönch. Teil der Piusbruderschaft. Und dennoch, immer noch, durchaus in der Lage, einer Sekretärin an der Universität eindeutige und eigentlich, gerade für einen Mönch und Priester, nicht salonfähige Tipps zu geben. Was nur eine der erstaunlichen Charaktereigenschaften des „besonderen Mönches“ ist.

Aber wie Horand es auch versucht, wenn es um die Erlebnisse Georgs geht, dann ist dieser recht vage, verschwiegen. Oder, anders gesagt, antwortet in einer Art und Weise, die für Horand wenig Sinn ergibt.

Noch, sollte man zu Beginn des Romans sagen. Denn das gesamte Werk ist eine abenteuerliche und den Geist herausfordernde Reise ins Innere und in die Essenz des Lebens.

In die Frage, ob der Glaube (im Sinne eines unbedingten Vertrauens, nicht eines reinen „Für-wahr-haltens“) auch heutzutage noch Kraft genug hätte, Menschen innerlich zu bewegen. Radikal zu verändern. Dem Leben Impulse zu geben, die nicht zu mehr Bequemlichkeit oder einer besseren Karriere führen, wohl aber zu einer inneren Ganzheit, zum „Heil“.

„Wie hast Du es mit dem Glauben“?
Jene Frage Gretchens aus Goethes Faust, die Georg nach 30 Jahren umgehend am Telefon stellt. Georg, der dennoch nicht missioniert, der Horand nicht Wahrheiten entgegenruft, sondern ein Miteinander installiert, in dem der Professor selbst mehr und mehr jene Fragen nach Sinn und Sein aus dem Inneren emporsteigen fühlt.

„Wie und warum bist du in diesem Orden gelandet“?
„Ich habe ihn mir ausgesucht….: Ich habe mich nach ziemlich viel Leben für die Ewigkeit entschieden“.
„Eine extreme Ewigkeit“.
„Das stimmt. Aber alles andere ergab für mich keinen Sinn“.

Und es wird emotional dicht und ernst, wenn im Lauf der Lektüre ganz langsam die wahren Bewegründe des Mannes zu Tage treten werden.

Und um diese Frage nach dem Glauben und diese zunächst nebulöse Antwort Georgs entfaltet Josten einen fulminanten Roman, sprachlich meisterhaft verfasst, der den äußeren Erlebnissen der Protagonisten neue Deutungen öffnet, der ganz ernst im Kern und leger in der Sprache den Leser beständig miteinbezieht in eine Reflexion der eigenen Haltung, ob nicht an sich Glaube das Leben mehr bestimmt als die nackten Fakten und ob dabei nicht ein wirklicher „extremer“ Schritt wichtig wäre, um das eigene Leben irgendwann runden zu können.

Denn, auch das sei gesagt, jeder Ort im Buch, alles Verbindungen familiärer Orte, die Landschaft und die vielen Gedanken, die Seite für Seite den Weg durch das Buch begleiten, bilden am Ende einen Zusammenhang und ergeben ein Gesamtbild, dass den Leser berührt zurücklässt. Und lange weiterwirken wird. Und dabei den Glauben als eine wirksame Erlebniswelt ganz natürlich setzt, ohne mit abstrakten Doktrin zu überfordern.

Hervorragend.

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