Hyemeyohsts Storm

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen

Alle Bücher von Hyemeyohsts Storm

Sieben Pfeile

Sieben Pfeile

 (2)
Erschienen am 01.10.2008
Lightningbolt

Lightningbolt

 (1)
Erschienen am 01.04.1997
Gesang des Heyoehkah

Gesang des Heyoehkah

 (0)
Erschienen am 01.03.1988

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Rezension zu "Sieben Pfeile" von Hyemeyohsts Storm

Außergewöhnlicher Roman und doch so viel mehr als das
Maggivor 5 Jahren

"Sieben Pfeile" löste in den 70er Jahren in Amerika bei seinem Erscheinen Kontroversen aus. Dem Autoren Hyemeyohsts Storm wurde von den Angehörigen der Cheyenne Stämme vorgeworfen, er würde die Religion und Kultur der Cheyenne parodieren. Man wollte das Buch sogar verbieten lassen. Jemand ohne den entsprechenden kulturellen, spirituellen und historischen Hintergrund kann sich darüber natürlich kein wirkliches Urteil erlauben.

So möchte ich denn auch nur eine Rezension schreiben und mir kein Urteil anmaßen, ob es sich beim Autor nun um einen sogenannten „Plastikschamanen“ handelt, oder aus welchen Beweggründen er schreiben mag.

Aber nach der Lektüre kann ich dennoch verstehen, dass hier sehr genaue Einblicke gewährt werden, was vielleicht nicht jedem Native gefällt.

Betont werden sollte nichtsdestotrotz, dass das Buch ein
Roman ist und keine wissenschaftliche Abhandlung über die Religion der Cheyenne
oder ein Sachbuch.

Mir persönlich ist bei einem Roman in erster Linie wichtig,  wie die Geschichte erzählt wird, ob sie glaubwürdig ist, mich begeistern und/oder herausfordern kann. Und dass schafft „Sieben Pfeile“.

 

Schon das große Format gibt einem das Gefühl, nicht irgendeinen x-beliebigen Roman in den Händen zu halten und dieser Eindruck wird durch die schwarz-weiß Fotographien (viele davon vom berühmten Indianerfotographen Edward S. Curtis) unterstützen diesen Eindruck. Sie begleiten und ergänzen die Story und wirken sehr stimmungsvoll.

Erzählt wird die Geschichte von verschiedenen Cheyenne-Männern, sogenannten Storytellern und genau hier liegt auch der Schwerpunkt des Buches: auf den Geschichten!

Viele Mythen und Legenden werden vor dem Leser ausgebreitet, eingeflochten in die Rahmenhandlung, in der einer die Legende einem anderen weiter erzählt. Dadurch bekommt man den unmittelbaren Eindruck, mit am Lagerfeuer zu sitzen und die Geschichten mit den Figuren im Buch gleichzeitig erzählt und erklärt zu bekommen. Dialoge bilden ein weiteres starkes und überzeugendes Element in diesem Buch. Das Buch schafft so eine einmalige, ganz besondere Stimmung,  man hat wirklich das Gefühl, eine andere Welt, andere Denkgebäude, einen anderen Lebenssinn kennen zu lernen.

 

Der Schreibstil ist ungewöhnlich, anfangs gar gewöhnungsbedürftig, trägt jedoch zu der einmaligen, ungekünstelten, authentisch wirkenden Geschichte sehr bei. So bekommt man einen guten Einblick in das (vermeintliche) Leben der Cheyenne im 19. Jahrhundert, zu der Zeit, als immer mehr und mehr Weiße in den Westen vordringen und dadurch die althergebrachte Lebensweise der Indianer für immer verändern. Auch wenn in diesem Roman nicht alles historisch korrekt wieder gegeben wird kommt doch das Gefühl auf, so könne es gewesen sein.

Die Protagnisten des Buches  betrachten sich als Bewahrer der alten Überlieferungen und sind bemüht, die Legenden und Mythen an die nächste Generation weiter zu geben.

 

Ein Kernaspekt ist die Bruderschaft der Schilde, die stämmeübergreifend Frieden bringen wollen, stets den Dialog suchen und obwohl sie alle gute Krieger sind – wenn es darauf ankommt – eine weitere, tiefere Sicht auf die Welt pflegen.

Die genaue Erzählspanne bleibt unklar, da immer neue Storyteller nachrücken und so zu einer neuen Hauptfigur werden.

Man versinkt immer tiefer in der Atmosphäre der Geschichte/n und hat durch die Andersartigkeit und Komplexität und ich hatte mehr als einmal das Gefühl, nicht einmal ansatzweise alle Aspekte erfassen zu können oder alle Metaphern zu verstehen.

Dieses Buch könnte man mit Sicherheit auch gewinnbringend zweimal direkt hintereinander lesen, so viel ist enthalten.

 

Es ist ein sehr spezielles Buch, man muss es mögen, um bis zum Ende durchzuhalten. Aber wenn es den Nerv trifft, dann ist es einfach einmalig und das Spezielle erweist sich als Schatz! Lediglich das recht karg ausgearbeitete Identifikationspotential mit den Figuren sorgt nach reiflicher Überlegung für einen Stern Abzug.

 

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