Hyemeyohsts Storm Sieben Pfeile

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Inhaltsangabe zu „Sieben Pfeile“ von Hyemeyohsts Storm

Sieben Pfeile zeigt nicht eine andere Welt – das Buch selbst ist eine andere Welt, in die wir – lesend – eintreten. Bilder und Text bieten nicht nur hinreißende Schönheiten zur Betrachtung und Kontemplation, sondern erschließen – zumal für uns Europäer – einen neuen Raum der Erfahrung. Und dieser Raum enthält nicht mehr und nicht weniger als dies: Möglichkeiten einer besseren Erfahrung von uns selbst. Heute ist viel von »alternativem Leben« die Rede. In Sieben Pfeile ist ein Angebot darauf konkretisiert. Nicht das »Weltbild« eines bestimmten Indianerstamms übt diese Faszination aus; das wäre, für sich genommen, schwer übertragbar; sondern ein anderes Verhältnis zur Natur, zur Natur in uns, wird eröffnet: Mitmenschlichkeit in der Brüderlichkeit der Naturgeschöpfe. Der Begriff der Mitmenschlichkeit wird präzisiert (und erweitert) als Angebot auf Mit-Tierlichkeit. Man probiere einmal die Rolle des tapferen, opferbereiten und zugleich in der Selbstsuche nicht nachlassenden »Springenden Maus« als eine Form der Identitätsfindung! Dieses Buch fasziniert nicht nur, es belebt. So kann es mit seiner Fremdheit uns Europäer lehren, die Verfremdung, die wir an uns selbst als Wesen einer Welt der Nur-Zivilisation erleben, umzuwandeln in eine neue Vertrautheit mit uns selbst. Als »weißer Mann« sind wir schon einmal in die Welt gegangen, die das Buch wiederaufleben lässt: als Eroberer damals und Zerstörer. Auf Einladung des »roten Mannes«, »des Menschen«, wie er sich nennt, könnten wir noch einmal darin eintreten: als Lernende, als Brüder, als Mitnatur.

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  • Außergewöhnlicher Roman und doch so viel mehr als das

    Sieben Pfeile

    Maggi

    07. December 2013 um 06:50

    "Sieben Pfeile" löste in den 70er Jahren in Amerika bei seinem Erscheinen Kontroversen aus. Dem Autoren Hyemeyohsts Storm wurde von den Angehörigen der Cheyenne Stämme vorgeworfen, er würde die Religion und Kultur der Cheyenne parodieren. Man wollte das Buch sogar verbieten lassen. Jemand ohne den entsprechenden kulturellen, spirituellen und historischen Hintergrund kann sich darüber natürlich kein wirkliches Urteil erlauben. So möchte ich denn auch nur eine Rezension schreiben und mir kein Urteil anmaßen, ob es sich beim Autor nun um einen sogenannten „Plastikschamanen“ handelt, oder aus welchen Beweggründen er schreiben mag. Aber nach der Lektüre kann ich dennoch verstehen, dass hier sehr genaue Einblicke gewährt werden, was vielleicht nicht jedem Native gefällt. Betont werden sollte nichtsdestotrotz, dass das Buch ein Roman ist und keine wissenschaftliche Abhandlung über die Religion der Cheyenne oder ein Sachbuch. Mir persönlich ist bei einem Roman in erster Linie wichtig, wie die Geschichte erzählt wird, ob sie glaubwürdig ist, mich begeistern und/oder herausfordern kann. Und dass schafft „Sieben Pfeile“. Schon das große Format gibt einem das Gefühl, nicht irgendeinen x-beliebigen Roman in den Händen zu halten und dieser Eindruck wird durch die schwarz-weiß Fotographien (viele davon vom berühmten Indianerfotographen Edward S. Curtis) unterstützen diesen Eindruck. Sie begleiten und ergänzen die Story und wirken sehr stimmungsvoll. Erzählt wird die Geschichte von verschiedenen Cheyenne-Männern, sogenannten Storytellern und genau hier liegt auch der Schwerpunkt des Buches: auf den Geschichten! Viele Mythen und Legenden werden vor dem Leser ausgebreitet, eingeflochten in die Rahmenhandlung, in der einer die Legende einem anderen weiter erzählt. Dadurch bekommt man den unmittelbaren Eindruck, mit am Lagerfeuer zu sitzen und die Geschichten mit den Figuren im Buch gleichzeitig erzählt und erklärt zu bekommen. Dialoge bilden ein weiteres starkes und überzeugendes Element in diesem Buch. Das Buch schafft so eine einmalige, ganz besondere Stimmung, man hat wirklich das Gefühl, eine andere Welt, andere Denkgebäude, einen anderen Lebenssinn kennen zu lernen. Der Schreibstil ist ungewöhnlich, anfangs gar gewöhnungsbedürftig, trägt jedoch zu der einmaligen, ungekünstelten, authentisch wirkenden Geschichte sehr bei. So bekommt man einen guten Einblick in das (vermeintliche) Leben der Cheyenne im 19. Jahrhundert, zu der Zeit, als immer mehr und mehr Weiße in den Westen vordringen und dadurch die althergebrachte Lebensweise der Indianer für immer verändern. Auch wenn in diesem Roman nicht alles historisch korrekt wieder gegeben wird kommt doch das Gefühl auf, so könne es gewesen sein. Die Protagnisten des Buches betrachten sich als Bewahrer der alten Überlieferungen und sind bemüht, die Legenden und Mythen an die nächste Generation weiter zu geben. Ein Kernaspekt ist die Bruderschaft der Schilde, die stämmeübergreifend Frieden bringen wollen, stets den Dialog suchen und obwohl sie alle gute Krieger sind – wenn es darauf ankommt – eine weitere, tiefere Sicht auf die Welt pflegen. Die genaue Erzählspanne bleibt unklar, da immer neue Storyteller nachrücken und so zu einer neuen Hauptfigur werden. Man versinkt immer tiefer in der Atmosphäre der Geschichte/n und hat durch die Andersartigkeit und Komplexität und ich hatte mehr als einmal das Gefühl, nicht einmal ansatzweise alle Aspekte erfassen zu können oder alle Metaphern zu verstehen. Dieses Buch könnte man mit Sicherheit auch gewinnbringend zweimal direkt hintereinander lesen, so viel ist enthalten. Es ist ein sehr spezielles Buch, man muss es mögen, um bis zum Ende durchzuhalten. Aber wenn es den Nerv trifft, dann ist es einfach einmalig und das Spezielle erweist sich als Schatz! Lediglich das recht karg ausgearbeitete Identifikationspotential mit den Figuren sorgt nach reiflicher Überlegung für einen Stern Abzug.

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