Hyeonseo Lee

 4,7 Sterne bei 64 Bewertungen

Lebenslauf von Hyeonseo Lee

Hyeonseo Lee wurde 1983 in Nordkorea geboren, lebt aber in Seoul (Südkorea) und ist eine international gefragte Rednerin und Aktivistin gegen Nordkorea. In ihren Vorträgen spricht sie über die Menschenrechtslage in Nordkorea und setzt sich für die Belange nordkoreanischer Flüchtlinge ein.

Alle Bücher von Hyeonseo Lee

Cover des Buches Schwarze Magnolie (ISBN: 9783453604339)

Schwarze Magnolie

 (62)
Erschienen am 10.07.2017

Neue Rezensionen zu Hyeonseo Lee

Cover des Buches Schwarze Magnolie (ISBN: 9783453604339)D

Rezension zu "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

Bewegende Lebensjahre
dunkelbuchvor 2 Monaten

Ihre Kindheit in Nordkorea ist ‚ganz normal‘ – und doch für unsere Begriffe unvorstellbar: Das Leben der 1980 geborenen Hyeonseo Lee und das ihrer Familie gehören dem Staat. Es gelten strenge Regeln, und wer sie nicht befolgt, muss mit dem Schlimmsten rechnen: Hyeonseo ist sieben Jahre alt, als sie zum ersten mal eine öffentliche Hinrichtung miterlebt. Um wenigstens einmal den Fesseln des Kim-Regimes zu entkommen und kurz die Freiheit zu spüren, schleicht sich Hyeonseo als siebzehnjährige Teenagerin heimlich über die Grenze nach China – aber dann ist ihr der Heimweg versperrt. Zehn Jahre lang schlägt sie sich in China als Illegale durch, muss sich verstecken, nimmt falsche Identitäten an und lebt in ständiger Angst vor Entdeckung und Auslieferung, bevor sie schließlich nach Südkorea gelangt. Doch als sie sich endlich in Sicherheit glaubt und ein neues Leben beginnen möchte, erhält sie einen Notruf ihrer Familie und beschließt, ihre Mutter und ihren Bruder aus Nordkorea herauszuholen. Bereits beim aufklappen des Buches findet man eine Karte, auf der neben anderen Flüchtlingsrouten auch die der Autorin und ihrer Familie aufgezeichnet sind. Hier werden einem zwar die Entfernungen und Umwege bewusst, die in Kauf genommen werden müssen um als nordkoreanischer Flüchtling über die Botschaften der verschiedenen Länder nach Südkorea zu gelangen, aber wie beschwerlich und lebensgefährlich dies sein kann, erfährt man erst durch die ausführlichen Schilderungen der Autorin, die hier hautnah und sehr spannend geschrieben von ihren Erlebnissen berichtet. Sie beginnt ihren Rückblick bei ihrer Kindheit, die für nordkoreanische Verhältnisse ganz normal verläuft und bei der man als Leser einen Einblick davon bekommt, wie das Leben dort funktioniert und was dabei augenscheinlich falsch läuft. Obwohl das Dasein von Widersprüchlichkeit, Denunziation, Angst, Korruption und Hungern geprägt zu sein scheint, hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck, dass die Autorin lediglich Missstände anprangert, sondern sie schafft es vielmehr, Verständnis für die ausweglose Lage der Bevölkerung zu wecken. Auch macht das Geschriebene auf mich einen sehr authentischen und mitreißenden Eindruck, so dass ich mitfieberte und mich inmitten eines fesselnden Romans fühlte. Doch die Gewissheit, dass es sich hierbei um tatsächlich geschehene Ereignisse handelt und die in der Mitte des Buches wie zum Beweis abgedruckten Fotografien, holten mich aus dem Unterhaltungsmodus heraus und führten mir die Bedrohung und das Menschenverachtende in Hyeonseo Lee’s Leben und das des größten Teils nordkoreanischen Bevölkerung vor Augen. Ein ums andere Mal fragte ich mich betroffen und zugegebenermaßen naiv, wie das in unserer heutigen Zeit möglich sein kann und war schockiert von den zahlreichen Schmiergeldern, die geleistet werden mussten, um den Flüchtlingen ein Fortkommen oder gar ein Überleben mit falschen Pässen zu ermöglichen. Dem  starken Willen, dem Durchhaltevermögen, dem Einfallsreichtum und nicht zuletzt einer großen Portion Glück ist es zu verdanken, dass Hyeonseo Lee und später auch ihrer Familie die Flucht geglückt ist. Doch auch das Umdenken und die Neuorientierung in Südkorea ist für die Nordkoreaner nicht einfach. Hierzu gewährt die Autorin dem Leser ebenfalls interessante Einblicke und liefert insgesamt viel Stoff zum Nachdenken. Auch nach Beendigung des Buches lässt mich das Thema nicht los und ich finde online noch einiges Lesens- und Sehenswertes. Einzig der deutsche Titel dieses Buches will mir nicht gefallen und scheint willkürlich gewählt. Der Originaltitel „The Girl with seven names“ fühlt sich für mich stimmiger an und lässt erahnen, wie verschlungen und zwielichtig der Fluchtweg der Autorin war. Ansonsten kann ich aber diese spannende, berührende und gefühlvolle Geschichte einer außergewöhnlichen Frau und ihrem langen beschwerlichen Weg in die Freiheit uneingeschränkt empfehlen. „Schwarze Magnolie“ ist ein Buch, das mich tief beeindruckt hat und für mich ein echtes Lesehighlight ist.

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Cover des Buches Schwarze Magnolie (ISBN: 9783453604339)-

Rezension zu "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

Ein Bericht, der es in sich hat
-NB-vor 3 Monaten

Der Buchtitel schwirrte mir tatsächlich schon seit Jahren im Kopf. Dann habe ich es endlich gekauft und bereue, es nicht schon früher gelesen zu haben. Das hoch interessante an dem Buch ist, dass es sich dabei um einen spannenden Bericht aus der Realität handelt.

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Cover des Buches Schwarze Magnolie (ISBN: 9783453604339)R

Rezension zu "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

Beeindruckender Schreibstil
Runenmädchenvor einem Jahr

Hyeonseo Lee schafft es, ihr außergewöhnliches Leben sachlich und ohne künstliche Dramatik zu erzählen.

Das finde ich sehr beeindruckend, insbesondere auch, weil es viele Aktivisten (sei es Menschenrechtsaktivisten oder Andere) gibt, die auf Dramatik setzen, um ihre Botschaft zu vermitteln und ihre Wichtigkeit derartig darzustellen, als gäbe es keinen Morgen. In diesem Buch überwiegt eine angenehme, fast zurückhaltende Sachlichkeit. Denn eins erkennt man trotzdem sofort: Ihre Lebensgeschichte ist dramatisch!


Die Autorin ist eine starke Frau und vermittelt mit Leichtigkeit und Ehrlichkeit, soweit es ihr möglich ist, Wissen sowie Vor- und Nacheile über das Leben innerhalb und außerhalb Nordkoreas. Sie vermittelt vielschichtig, was es bedeutet, Nordkoreaner zu sein. Wir erfahren, wie es war, in Nordkorea aufzuwachsen, wie es ist, eine Identitätskrise zu haben, aber auch, wie es sich anfühlt, die Welt kennenzulernen und sich in neuen Gesellschaften und Kulturen einzuleben. Ihre Familie hat sie ebenfalls aus Nordkorea geschleust. 

Ihr seht, wie umfangreich dieses Buch ist.

Allerdings finde ich den englischen Titel “THE GIRL WITH SEVEN NAMES“ viel passender und besser. 

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