Hyeonseo Lee

 4.7 Sterne bei 41 Bewertungen

Lebenslauf von Hyeonseo Lee

Hyeonseo Lee wurde 1983 in Nordkorea geboren, lebt aber in Seoul (Südkorea) und ist eine international gefragte Rednerin und Aktivistin gegen Nordkorea. In ihren Vorträgen spricht sie über die Menschenrechtslage in Nordkorea und setzt sich für die Belange nordkoreanischer Flüchtlinge ein.

Alle Bücher von Hyeonseo Lee

Hyeonseo LeeSchwarze Magnolie
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Schwarze Magnolie
Schwarze Magnolie
 (40)
Erschienen am 10.07.2017
Hyeonseo LeeSchwarze Magnolie: Wie ich aus Nordkorea entkam. Ein Bericht aus der Hölle
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Schwarze Magnolie: Wie ich aus Nordkorea entkam. Ein Bericht aus der Hölle
Hyeonseo LeeThe Girl with Seven Names: A North Korean Defector's Story
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The Girl with Seven Names: A North Korean Defector's Story
Hyeonseo LeeGirl in the Red Shoes
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Girl in the Red Shoes
Girl in the Red Shoes
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Erschienen am 10.09.2015
Hyeonseo LeeHet meisje met de rode schoenen / druk 1
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Het meisje met de rode schoenen / druk 1
Het meisje met de rode schoenen / druk 1
 (0)
Erschienen am 16.06.2015

Neue Rezensionen zu Hyeonseo Lee

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Rezension zu "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

Spannende und berührende Flucht aus Nordkorea
himbeerbelvor 8 Monaten

Ihre Kindheit in Nordkorea ist ‚ganz normal‘ – und doch für unsere Begriffe unvorstellbar: Das Leben der 1980 geborenen Hyeonseo Lee und das ihrer Familie gehören dem Staat. Es gelten strenge Regeln, und wer sie nicht befolgt, muss mit dem Schlimmsten rechnen: Hyeonseo ist sieben Jahre alt, als sie zum ersten mal eine öffentliche Hinrichtung miterlebt. Um wenigstens einmal den Fesseln des Kim-Regimes zu entkommen und kurz die Freiheit zu spüren, schleicht sich Hyeonseo als siebzehnjährige Teenagerin heimlich über die Grenze nach China – aber dann ist ihr der Heimweg versperrt. Zehn Jahre lang schlägt sie sich in China als Illegale durch, muss sich verstecken, nimmt falsche Identitäten an und lebt in ständiger Angst vor Entdeckung und Auslieferung, bevor sie schließlich nach Südkorea gelangt. Doch als sie sich endlich in Sicherheit glaubt und ein neues Leben beginnen möchte, erhält sie einen Notruf ihrer Familie und beschließt, ihre Mutter und ihren Bruder aus Nordkorea herauszuholen.
Bereits beim aufklappen des Buches findet man eine Karte, auf der neben anderen Flüchtlingsrouten auch die der Autorin und ihrer Familie aufgezeichnet sind. Hier werden einem zwar die Entfernungen und Umwege bewusst, die in Kauf genommen werden müssen um als nordkoreanischer Flüchtling über die Botschaften der verschiedenen Länder nach Südkorea zu gelangen, aber wie beschwerlich und lebensgefährlich dies sein kann, erfährt man erst durch die ausführlichen Schilderungen der Autorin, die hier hautnah und sehr spannend geschrieben von ihren Erlebnissen berichtet.
Sie beginnt ihren Rückblick bei ihrer Kindheit, die für nordkoreanische Verhältnisse ganz normal verläuft und bei der man als Leser einen Einblick davon bekommt, wie das Leben dort funktioniert und was dabei augenscheinlich falsch läuft. Obwohl das Dasein von Widersprüchlichkeit, Denunziation, Angst, Korruption und Hungern geprägt zu sein scheint, hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck, dass die Autorin lediglich Missstände anprangert, sondern sie schafft es vielmehr, Verständnis für die ausweglose Lage der Bevölkerung zu wecken. Auch macht das Geschriebene auf mich einen sehr authentischen und mitreißenden Eindruck, so dass ich mitfieberte und mich inmitten eines fesselnden Romans fühlte. Doch die Gewissheit, dass es sich hierbei um tatsächlich geschehene Ereignisse handelt und die in der Mitte des Buches wie zum Beweis abgedruckten Fotografien, holten mich aus dem Unterhaltungsmodus heraus und führten mir die Bedrohung und das Menschenverachtende in Hyeonseo Lee’s Leben und das des größten Teils nordkoreanischen Bevölkerung vor Augen. Ein ums andere Mal fragte ich mich betroffen und zugegebenermaßen naiv, wie das in unserer heutigen Zeit möglich sein kann und war schockiert von den zahlreichen Schmiergeldern, die geleistet werden mussten, um den Flüchtlingen ein Fortkommen oder gar ein Überleben mit falschen Pässen zu ermöglichen. Dem  starken Willen, dem Durchhaltevermögen, dem Einfallsreichtum und nicht zuletzt einer großen Portion Glück ist es zu verdanken, dass Hyeonseo Lee und später auch ihrer Familie die Flucht geglückt ist. Doch auch das Umdenken und die Neuorientierung in Südkorea ist für die Nordkoreaner nicht einfach. Hierzu gewährt die Autorin dem Leser ebenfalls interessante Einblicke und liefert insgesamt viel Stoff zum Nachdenken. Auch nach Beendigung des Buches lässt mich das Thema nicht los und ich finde online noch einiges Lesens- und Sehenswertes.
Einzig der deutsche Titel dieses Buches will mir nicht gefallen und scheint willkürlich gewählt. Der Originaltitel „The Girl with seven names“ fühlt sich für mich stimmiger an und lässt erahnen, wie verschlungen und zwielichtig der Fluchtweg der Autorin war. Ansonsten kann ich aber diese spannende, berührende und gefühlvolle Geschichte einer außergewöhnlichen Frau und ihrem langen beschwerlichen Weg in die Freiheit uneingeschränkt empfehlen. „Schwarze Magnolie“ ist ein Buch, das mich tief beeindruckt hat und für mich ein echtes Lesehighlight ist.

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Rezension zu "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

Der Untertitel ist hier Programm!
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Auf diese Geschichte war ich sehr neugierig, zumal Nordkorea ja ständig negativ besetzt durch die Medien geistert. Ich wollte für mich persönlich herausfinden wollte, wie es sein kann, dass die Bevölkerung es heutzutage zulässt, dass in dieser Art und Weise reagiert und von der Umwelt abgeschnitten werden.

Ich habe das Buch gestern Abend beendet und muss sagen, dass ich noch immer schwer von den Dingen erschüttert bin, die die Autorin in diesem Buch schildert. Aber von Anfang an.

Weit ab von den großen Städten, in der nordkoreanisch-chinesischen Grenzstadt Hyesan wächst Hyeonseo Lee in Nordkorea als Kind einer relativ komfortabel lebenden Familie auf, da sie in einen hohen "songbun" hineingeboren wurde, was eine Art Bewertungssystem ist, wobei Loyalität gegenüber dem Regime das höchste aller Gefühle ist. Und da der Vater für die Armee arbeitet und die Mutter zu diesem Zeitpunkt noch eine glühende Kommunistin ist, steht die Familie sehr gut da. Noch.

Durch dieses Buch habe ich verstanden, wieso sich niemand in Nordkorea gegen das Regime, den Geheimdienst und die dort herrschende Korruption auflehnt. Die kleinen Kinder lernen schon von ihren Eltern und später auch in der Schule, dass der Führer des Regimes über allem steht. Die Menschen müssen Gemälde vom Führer des Regimes an einer bestimmten Stelle hängen haben und regelmäßig kontrollieren Soldaten, ob die Gemälde gut gepflegt werden. Und wehe, da ist ein Staubkörnchen drauf, dann wird schon mal eine ganze Wohnung zerstört und die Familie kann von vorne anfangen. Außerdem stehen sie ab sofort unter strenger Beobachtung. Das ist nicht der Familie passiert, aber Bekannten, die Mutter erzählt in der Geschichte davon.

Den Kindern wird von klein auf so dermaßen der Kopf gewaschen, und der ganze Westen schlecht gemacht. Es wird behauptet alles schlechte in Nordkorea haben vor allem die USA und China zu verantworten, aber auch Südkorea wird schlecht gemacht, damit ja keiner abhaut und was ausplaudern kann. Die Schüler werden in der Schule gezwungen, Freunde und Nachbarn auszuspionieren, wenn sie das nicht tun, werden sie bestraft, im Prinzip kann man niemandem trauen außer seiner Familie, und im Härtefall noch nicht mal denen.

Wer sich dem Regime in irgendeiner Art und Weise widersetzt, wird hingerichtet. Vor den Augen der Familie, der Freunde und den Nachbarn, damit sie ja sehen, wer die Hosen anhat. So werden schon kleine Kinder traumatisiert und wagen es sich gar nicht erst, aufzumucken. Für mich ist Nordkorea nach dieser Lektüre ein riesiges Horror-Gefängnis und ich kann gar keine Worte dafür finden, wie sehr mir die Bevölkerung leid tut, denn sie wissen es nicht besser.

Und das sind nur wenige Beispiele aus dem nordkoreanischen Alltag, die alle ziemlich zu Anfang geschildert werden, es sind also keine Spoiler.

Auf ihrem Horrorweg nach Südkorea durchlebt die Autorin derart schreckliche Dinge, die mich oft dazu bewegt haben, das Buch beiseite zu legen, weil meine Vorstellungskraft für viele Erlebnisse einfach nicht ausgereicht hat. Zwar habe ich mit schlimmen Dingen gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß und in der Häufigkeit. Menschenrechte, wie wir sie kennen zählen in Nordkorea einfach mal nicht, sie sind dem Regime völlig schnuppe.

Die Autorin beweist auf ihrem Weg dermaßen viel Mut, Ideenreichtum und Einsatzbereitschaft, dass ich oft nur noch staunen konnte und gedacht habe, dass mir das niemals eingefallen wäre. Ich habe mich oft gefragt, wie Hyeonseo Lee es schafft, nicht verrückt zu werden und durchzudrehen. Ich hatte den Eindruck, dass ihr in dieser Hinsicht geholfen hat, dass es außerhalb des eigenen Hauses nicht erwünscht ist, Gefühle zu zeigen. Meistens noch nicht einmal in der eigenen Familie.

Der Schreibstil ist großartig, aber auch sehr heftig, weil er sehr detailliert und bildhaft ist. Das ist natürlich auf der einen Seite großartig, weil man durch die Sicht der Autorin vieles versteht und sofort verinnerlicht. Mir fällt da gerade ein Beispiel ein: Die Autorin schildert, wie sie als Kind bei einer Hinrichtung zusehen muss, und sie das Blut der Erschossenen als roten Sprühnebel wahrnimmt, der um die Köpfe zieht. Heftig, oder? Es wird nichts beschönigt, ganz im Gegenteil, die Texte sind heftig und nichts für schwache Nerven!

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, weil es mir geholfen hat, viele Dinge nachvollziehen zu können. Ich gebe daher von Herzen 5 Sterne.

Geeignet ist dieses Buch für Leser, die sich für die Nordkorea-Thematik interessieren und vor schlimmen Details nicht zurück schrecken.

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BettinaR87s avatar

Rezension zu "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Flucht
BettinaR87vor einem Jahr

Ihr Name ist Hyeonseo Lee, doch das ist weder ihr Geburtsname, noch der zweite oder dritte, den sie sich selbst gegeben hat. Geboren in Nordkorea durchläuft sie die typischen Stationen eines nordkoreanischen Mädchens – immer mit dabei die Dynastie von Kim Jong-il (Vater) und Kim Jong-un. Sei es auf den Porträtfotos im Wohnzimmer, auf Plakaten in der Stadt, als Stimme im Radio oder in der verräterisc geprägten Politik des Landes: Eine Diktatur, die darauf basiert, die Bevölkerung zu täuschen und regelmäßig zu opfern. Und da die Diktatur bereit ist, für ihre Macht auf Knopfdruck viele Einwohner des eigenen Landes zu töten, bleibt sie an der Macht und beeinflusst alles, womit die junge Hyeonseo Lee in Kontakt kommt. Eines Tages, kurz vor ihrem 18. Geburtstag, wagt sie es und überquert die Grenze nach China – ein kleines Abenteuer, bevor sie volljährig wird und quasi vollständig dem System angehörig werden muss. Doch ihr Ausflug wird bemerkt und es wird zu gefährlich, um zu ihrer Familie zurückzukehren. Sie bleibt einstweilen bei Verwandten, die sie jedoch auch nicht unbegrenzt aufnehmen können. Stattdessen wollen sie sie verheiraten – mit einem Jungen, für den sie nichts übrig hat. Erneut flieht sie – und ist nun völlig auf sich allein gestellt. Es wird nicht ihre letzte brenzlige Situation oder ihre Flucht bleiben, bis sie letztendlich zu Ruhe kommen und sich ein „normales“ Leben aufbauen kann. Das sie jetzt dafür nutzt, um unter anderem für Menschenrechte zu kämpfen.

Zusammen mit David John erzählt Hyeonseo absolut fesselnd von ihrer persönlichen Geschichte, die sie mit dem Land und der Diktatur gekonnt verwebt, So kann man als Leser überhaupt erst einschätzen, warum sich welche Person wie verhält – wirklich wertvolle Informationen über das Land selbst sind auch dabei. Über das gesamte Buch hinweg wechselt sie die Perspektive zwischen einem persönlichem Bericht und erzählter Geschichte mit wörtlicher Rede. Die persönliche Bindung, die man umgehend zu Hyeonseo aufbaut, sorgt dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dabei berichtet sie nicht etwa mit Sensationsgier, noch will sie sich als das weinerliche Opfer darstellen. Sie ist sich dessen bewusst, dass ihre Flucht keine typische war. das spricht sie auch an, indem sie von anderen Flüchtlingen berichtet, die noch viel schlimmeres haben durchstehen müssen. Stattdessen legt sie ganz einfach ihre Sicht der Dinge dar und erklärt, statt zu rechtfertigen – schonungslos sich selbst gegenüber, offen für Kritik und selbstbewusst, indem sie sich nach wie vor zu ihrem Heimatland bekennt. Sie hat gelernt, die Regierung und Politik von dem Land und den Menschen, die dort leben, zu trennen. Ein wichtiger Punkt, den man als Leser durchaus mal im Hinterkopf behalten sollte, wenn man es ihr nicht nachtun kann.

Fazit: Ein zwischenmenschlich exzellent verfasstes und wichtiges Buch für alle, die wieder einmal über ihren Tellerrand hinausschauen möchten.

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