Schwarze Magnolie

von Hyeonseo Lee und David John
4,7 Sterne bei40 Bewertungen
Schwarze Magnolie
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Neue Kurzmeinungen

JanineTs avatar

Nord Korea der bizzarste Ort der Welt. Mir fremder als die Oberfläche des Mondes.

Anna_Barbaras avatar

Spannende Lebensgeschichte, erschütternde Einblicke in ein abgeschottetes Land

Alle 40 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Schwarze Magnolie"

Ein langer Weg in die Freiheit
Hyeonseo Lee wurde in Nordkorea geboren, jenem Land, aus dem so gut wie keine Nachrichten nach außen dringen. Als sie sieben Jahre alt ist, erlebt sie erstmals eine öffentliche Hinrichtung. Oft sieht sie im Grenzfluss zu China Leichen treiben, Menschen, deren Flucht in ein besseres Leben misslang. Als Teenager schleicht sich Hyeonseo heimlich über die Grenze nach China, um wenigstens einmal den Fesseln des Kim-Regimes zu entkommen – doch dann ist ihr der Heimweg versperrt. Eine gefährliche Flucht beginnt…

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453604339
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:10.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    himbeerbels avatar
    himbeerbelvor 8 Monaten
    Spannende und berührende Flucht aus Nordkorea

    Ihre Kindheit in Nordkorea ist ‚ganz normal‘ – und doch für unsere Begriffe unvorstellbar: Das Leben der 1980 geborenen Hyeonseo Lee und das ihrer Familie gehören dem Staat. Es gelten strenge Regeln, und wer sie nicht befolgt, muss mit dem Schlimmsten rechnen: Hyeonseo ist sieben Jahre alt, als sie zum ersten mal eine öffentliche Hinrichtung miterlebt. Um wenigstens einmal den Fesseln des Kim-Regimes zu entkommen und kurz die Freiheit zu spüren, schleicht sich Hyeonseo als siebzehnjährige Teenagerin heimlich über die Grenze nach China – aber dann ist ihr der Heimweg versperrt. Zehn Jahre lang schlägt sie sich in China als Illegale durch, muss sich verstecken, nimmt falsche Identitäten an und lebt in ständiger Angst vor Entdeckung und Auslieferung, bevor sie schließlich nach Südkorea gelangt. Doch als sie sich endlich in Sicherheit glaubt und ein neues Leben beginnen möchte, erhält sie einen Notruf ihrer Familie und beschließt, ihre Mutter und ihren Bruder aus Nordkorea herauszuholen.
    Bereits beim aufklappen des Buches findet man eine Karte, auf der neben anderen Flüchtlingsrouten auch die der Autorin und ihrer Familie aufgezeichnet sind. Hier werden einem zwar die Entfernungen und Umwege bewusst, die in Kauf genommen werden müssen um als nordkoreanischer Flüchtling über die Botschaften der verschiedenen Länder nach Südkorea zu gelangen, aber wie beschwerlich und lebensgefährlich dies sein kann, erfährt man erst durch die ausführlichen Schilderungen der Autorin, die hier hautnah und sehr spannend geschrieben von ihren Erlebnissen berichtet.
    Sie beginnt ihren Rückblick bei ihrer Kindheit, die für nordkoreanische Verhältnisse ganz normal verläuft und bei der man als Leser einen Einblick davon bekommt, wie das Leben dort funktioniert und was dabei augenscheinlich falsch läuft. Obwohl das Dasein von Widersprüchlichkeit, Denunziation, Angst, Korruption und Hungern geprägt zu sein scheint, hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck, dass die Autorin lediglich Missstände anprangert, sondern sie schafft es vielmehr, Verständnis für die ausweglose Lage der Bevölkerung zu wecken. Auch macht das Geschriebene auf mich einen sehr authentischen und mitreißenden Eindruck, so dass ich mitfieberte und mich inmitten eines fesselnden Romans fühlte. Doch die Gewissheit, dass es sich hierbei um tatsächlich geschehene Ereignisse handelt und die in der Mitte des Buches wie zum Beweis abgedruckten Fotografien, holten mich aus dem Unterhaltungsmodus heraus und führten mir die Bedrohung und das Menschenverachtende in Hyeonseo Lee’s Leben und das des größten Teils nordkoreanischen Bevölkerung vor Augen. Ein ums andere Mal fragte ich mich betroffen und zugegebenermaßen naiv, wie das in unserer heutigen Zeit möglich sein kann und war schockiert von den zahlreichen Schmiergeldern, die geleistet werden mussten, um den Flüchtlingen ein Fortkommen oder gar ein Überleben mit falschen Pässen zu ermöglichen. Dem  starken Willen, dem Durchhaltevermögen, dem Einfallsreichtum und nicht zuletzt einer großen Portion Glück ist es zu verdanken, dass Hyeonseo Lee und später auch ihrer Familie die Flucht geglückt ist. Doch auch das Umdenken und die Neuorientierung in Südkorea ist für die Nordkoreaner nicht einfach. Hierzu gewährt die Autorin dem Leser ebenfalls interessante Einblicke und liefert insgesamt viel Stoff zum Nachdenken. Auch nach Beendigung des Buches lässt mich das Thema nicht los und ich finde online noch einiges Lesens- und Sehenswertes.
    Einzig der deutsche Titel dieses Buches will mir nicht gefallen und scheint willkürlich gewählt. Der Originaltitel „The Girl with seven names“ fühlt sich für mich stimmiger an und lässt erahnen, wie verschlungen und zwielichtig der Fluchtweg der Autorin war. Ansonsten kann ich aber diese spannende, berührende und gefühlvolle Geschichte einer außergewöhnlichen Frau und ihrem langen beschwerlichen Weg in die Freiheit uneingeschränkt empfehlen. „Schwarze Magnolie“ ist ein Buch, das mich tief beeindruckt hat und für mich ein echtes Lesehighlight ist.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein mehr als beeindruckender Erfahrungsbericht. Was diese Frau erlebt hat, hätte für zehn Leben gereicht!
    Der Untertitel ist hier Programm!

    Auf diese Geschichte war ich sehr neugierig, zumal Nordkorea ja ständig negativ besetzt durch die Medien geistert. Ich wollte für mich persönlich herausfinden wollte, wie es sein kann, dass die Bevölkerung es heutzutage zulässt, dass in dieser Art und Weise reagiert und von der Umwelt abgeschnitten werden.

    Ich habe das Buch gestern Abend beendet und muss sagen, dass ich noch immer schwer von den Dingen erschüttert bin, die die Autorin in diesem Buch schildert. Aber von Anfang an.

    Weit ab von den großen Städten, in der nordkoreanisch-chinesischen Grenzstadt Hyesan wächst Hyeonseo Lee in Nordkorea als Kind einer relativ komfortabel lebenden Familie auf, da sie in einen hohen "songbun" hineingeboren wurde, was eine Art Bewertungssystem ist, wobei Loyalität gegenüber dem Regime das höchste aller Gefühle ist. Und da der Vater für die Armee arbeitet und die Mutter zu diesem Zeitpunkt noch eine glühende Kommunistin ist, steht die Familie sehr gut da. Noch.

    Durch dieses Buch habe ich verstanden, wieso sich niemand in Nordkorea gegen das Regime, den Geheimdienst und die dort herrschende Korruption auflehnt. Die kleinen Kinder lernen schon von ihren Eltern und später auch in der Schule, dass der Führer des Regimes über allem steht. Die Menschen müssen Gemälde vom Führer des Regimes an einer bestimmten Stelle hängen haben und regelmäßig kontrollieren Soldaten, ob die Gemälde gut gepflegt werden. Und wehe, da ist ein Staubkörnchen drauf, dann wird schon mal eine ganze Wohnung zerstört und die Familie kann von vorne anfangen. Außerdem stehen sie ab sofort unter strenger Beobachtung. Das ist nicht der Familie passiert, aber Bekannten, die Mutter erzählt in der Geschichte davon.

    Den Kindern wird von klein auf so dermaßen der Kopf gewaschen, und der ganze Westen schlecht gemacht. Es wird behauptet alles schlechte in Nordkorea haben vor allem die USA und China zu verantworten, aber auch Südkorea wird schlecht gemacht, damit ja keiner abhaut und was ausplaudern kann. Die Schüler werden in der Schule gezwungen, Freunde und Nachbarn auszuspionieren, wenn sie das nicht tun, werden sie bestraft, im Prinzip kann man niemandem trauen außer seiner Familie, und im Härtefall noch nicht mal denen.

    Wer sich dem Regime in irgendeiner Art und Weise widersetzt, wird hingerichtet. Vor den Augen der Familie, der Freunde und den Nachbarn, damit sie ja sehen, wer die Hosen anhat. So werden schon kleine Kinder traumatisiert und wagen es sich gar nicht erst, aufzumucken. Für mich ist Nordkorea nach dieser Lektüre ein riesiges Horror-Gefängnis und ich kann gar keine Worte dafür finden, wie sehr mir die Bevölkerung leid tut, denn sie wissen es nicht besser.

    Und das sind nur wenige Beispiele aus dem nordkoreanischen Alltag, die alle ziemlich zu Anfang geschildert werden, es sind also keine Spoiler.

    Auf ihrem Horrorweg nach Südkorea durchlebt die Autorin derart schreckliche Dinge, die mich oft dazu bewegt haben, das Buch beiseite zu legen, weil meine Vorstellungskraft für viele Erlebnisse einfach nicht ausgereicht hat. Zwar habe ich mit schlimmen Dingen gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß und in der Häufigkeit. Menschenrechte, wie wir sie kennen zählen in Nordkorea einfach mal nicht, sie sind dem Regime völlig schnuppe.

    Die Autorin beweist auf ihrem Weg dermaßen viel Mut, Ideenreichtum und Einsatzbereitschaft, dass ich oft nur noch staunen konnte und gedacht habe, dass mir das niemals eingefallen wäre. Ich habe mich oft gefragt, wie Hyeonseo Lee es schafft, nicht verrückt zu werden und durchzudrehen. Ich hatte den Eindruck, dass ihr in dieser Hinsicht geholfen hat, dass es außerhalb des eigenen Hauses nicht erwünscht ist, Gefühle zu zeigen. Meistens noch nicht einmal in der eigenen Familie.

    Der Schreibstil ist großartig, aber auch sehr heftig, weil er sehr detailliert und bildhaft ist. Das ist natürlich auf der einen Seite großartig, weil man durch die Sicht der Autorin vieles versteht und sofort verinnerlicht. Mir fällt da gerade ein Beispiel ein: Die Autorin schildert, wie sie als Kind bei einer Hinrichtung zusehen muss, und sie das Blut der Erschossenen als roten Sprühnebel wahrnimmt, der um die Köpfe zieht. Heftig, oder? Es wird nichts beschönigt, ganz im Gegenteil, die Texte sind heftig und nichts für schwache Nerven!

    Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, weil es mir geholfen hat, viele Dinge nachvollziehen zu können. Ich gebe daher von Herzen 5 Sterne.

    Geeignet ist dieses Buch für Leser, die sich für die Nordkorea-Thematik interessieren und vor schlimmen Details nicht zurück schrecken.

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    BettinaR87s avatar
    BettinaR87vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr interessante Geschichte einer Flucht, die auf Sensationsgier verzichtet.
    Die Geschichte einer ungewöhnlichen Flucht

    Ihr Name ist Hyeonseo Lee, doch das ist weder ihr Geburtsname, noch der zweite oder dritte, den sie sich selbst gegeben hat. Geboren in Nordkorea durchläuft sie die typischen Stationen eines nordkoreanischen Mädchens – immer mit dabei die Dynastie von Kim Jong-il (Vater) und Kim Jong-un. Sei es auf den Porträtfotos im Wohnzimmer, auf Plakaten in der Stadt, als Stimme im Radio oder in der verräterisc geprägten Politik des Landes: Eine Diktatur, die darauf basiert, die Bevölkerung zu täuschen und regelmäßig zu opfern. Und da die Diktatur bereit ist, für ihre Macht auf Knopfdruck viele Einwohner des eigenen Landes zu töten, bleibt sie an der Macht und beeinflusst alles, womit die junge Hyeonseo Lee in Kontakt kommt. Eines Tages, kurz vor ihrem 18. Geburtstag, wagt sie es und überquert die Grenze nach China – ein kleines Abenteuer, bevor sie volljährig wird und quasi vollständig dem System angehörig werden muss. Doch ihr Ausflug wird bemerkt und es wird zu gefährlich, um zu ihrer Familie zurückzukehren. Sie bleibt einstweilen bei Verwandten, die sie jedoch auch nicht unbegrenzt aufnehmen können. Stattdessen wollen sie sie verheiraten – mit einem Jungen, für den sie nichts übrig hat. Erneut flieht sie – und ist nun völlig auf sich allein gestellt. Es wird nicht ihre letzte brenzlige Situation oder ihre Flucht bleiben, bis sie letztendlich zu Ruhe kommen und sich ein „normales“ Leben aufbauen kann. Das sie jetzt dafür nutzt, um unter anderem für Menschenrechte zu kämpfen.

    Zusammen mit David John erzählt Hyeonseo absolut fesselnd von ihrer persönlichen Geschichte, die sie mit dem Land und der Diktatur gekonnt verwebt, So kann man als Leser überhaupt erst einschätzen, warum sich welche Person wie verhält – wirklich wertvolle Informationen über das Land selbst sind auch dabei. Über das gesamte Buch hinweg wechselt sie die Perspektive zwischen einem persönlichem Bericht und erzählter Geschichte mit wörtlicher Rede. Die persönliche Bindung, die man umgehend zu Hyeonseo aufbaut, sorgt dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dabei berichtet sie nicht etwa mit Sensationsgier, noch will sie sich als das weinerliche Opfer darstellen. Sie ist sich dessen bewusst, dass ihre Flucht keine typische war. das spricht sie auch an, indem sie von anderen Flüchtlingen berichtet, die noch viel schlimmeres haben durchstehen müssen. Stattdessen legt sie ganz einfach ihre Sicht der Dinge dar und erklärt, statt zu rechtfertigen – schonungslos sich selbst gegenüber, offen für Kritik und selbstbewusst, indem sie sich nach wie vor zu ihrem Heimatland bekennt. Sie hat gelernt, die Regierung und Politik von dem Land und den Menschen, die dort leben, zu trennen. Ein wichtiger Punkt, den man als Leser durchaus mal im Hinterkopf behalten sollte, wenn man es ihr nicht nachtun kann.

    Fazit: Ein zwischenmenschlich exzellent verfasstes und wichtiges Buch für alle, die wieder einmal über ihren Tellerrand hinausschauen möchten.

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    Sirenes avatar
    Sirenevor einem Jahr
    Beeindruckender und bewegender Bericht!

    Der Moment, wenn man nicht weiß, wie man es in Worte fassen kann. So ging es mir in den ersten Minuten, als ich anfing die Rezension zu schreiben und das Buch noch einmal durch ging. Hyeonseo Lee, 1980 geboren, lebt an der Grenze zwischen China und Nordkorea. Als sie 17 Jahre alt ist beschließt sie kurz rüber nach China zu gehen, nur wusste sie nicht, dass Zurückkehren keine Option mehr war und sie ihre Familie für eine sehr lange Zeit nicht mehr wieder sehen wird. 
    Am Anfang der Erzählung spürt man noch ihre Naivität und lockere Art, wie sie an die Dinge rangegangen ist und mit der Zeit merkt man stark, wie sie an den vielen schlimmen Situationen gewachsen ist. Ihre Reise wird zu einer Odysee, die sie eindringlich und mit vielen Informationen, als auch Emotionen schildert. Wobei ihre Emotionen nicht in große Worte gepackt sind und manche findet man zwischen den Zeilen, wodurch das Buch seine eigene besondere Stimmung entwickelt und sehr eindringlich auf mich gewirkt hat. 
    Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und nicht zu einfach, dazu kommt noch die Spannung, die durch neue Ereignisse immer wieder aufgebaut wird und man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Der Roman regt zum Nachdenken an, über das was wir zu wissen glauben über Nordkorea und was in Wirklichkeit dort passiert. Es ist viel schlimmer, als man denkt oder sich vorstellen kann. "Schwarze Magnolie" war mein zweites Buch zu diesem Thema, das Erste war "Meine Flucht aus Nordkorea", dass nicht so viele kleine Details besaß wie dieses hier und es zeigt wieder mal, was ein Menschen bewirken und ertragen kann. 
    Der Erlebnisbericht bewegt einen zutiefst und ich empfehle es auf jeden Fall weiter. Es ist eine sehr informative, interessante und beeindruckende Odysee, die Hyeonseo Lee schildert, dabei berichtet sie von anderen Ländern, die wir nur als Touristenorte kennen, von einer ganz anderen eindringlichen Seite. 

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    Lilyfieldsvor einem Jahr
    Spannend und bewegend

    Ich interessiere mich persönlich sehr für Korea und der Inhaltstext hat mich gereizt dieses Buch zu lesen.

    Es war für mich ein sehr bewegendes, aber auch spannendes Buch. Man kann sich kaum vorstellen, was Hyeonseo Lee erleben musste und wie anstrengend diese Flucht, die über Jahre ging, war. 

    Durch dieses Buch erhält man einen sehr guten Einblick in den Alltags von Nordkorea. Die Autorin beschreibt ihr Leben von Kindheit an, bis sie mit gerade mal 18 Jahren fast spontan den Schritt wagt, nach China zu flüchten, wo die Flucht aber nicht zu Ende war, der Weg bis nach Südkorea war lang und dazu nicht ungefährlich und dann sind da noch ihr jüngerer Bruder und ihre Mutter in Nordkorea, die ebenfalls flüchten müssen.

    Im Buch sind dazu einige Bilder enthalten und auch eine Karte, die alles veranschaulicht.

    Ich habe das Buch kaum aus den Händen nehmen können und habe es ist nicht mal zwei Tagen durchgelesen. Ich kann das Buch empfehlen!

    Ich geben dem Buch 5 von 5 Sternen

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    buecherkompassvor einem Jahr
    SCHWARZE MAGNOLIE. HYEONSEO LEE.


    INHALT

    Hyeonseo ist 17 Jahre alt, als sie beschließt die Grenze zu China zu überqueren. Als sie zu ihrer Familie zurückkehren möchte, ist aus der einen Neugierde blutiger Ernst geworden. Eine Rückreise in ihr Heimatland kommt für sie nicht in Frage. 10 Jahre später findet sie in Südkorea Asyl, doch ein Anruf von ihrer Familie zwingt sie nach Hause zurückzukehren. Und so beschließt die junge Frau dem Land, dem sie einst so verbunden war, einen letzten Besuch abzustatten, bevor sie ihm für immer den Rücken kehrt.

    MEINUNG

    Nachdem ich im letzten Jahr bereits Meine Flucht aus Nordkorea von Yeonmi Park gelesen hatte war ich überzeugt davon, nichts könne mich mehr schockieren. Doch damit habe ich weit gefehlt. Ein Jeder macht so seine Erfahrungen und fördern die Schilderungen Hyeonseos eine Menge neuer Grausamkeiten zu Tage.

    In Nordkorea geboren und aufgewachsen, vermag es Hyeonseo Außenstehenden einen ungefähren Eindruck davon zu vermitteln, mit welch ermüdender Lebensrealität die Einwohner Nordkoreas tagtäglich konfrontiert werden. So ist Hyeonseo sieben Jahre alt, als sie ihre erste Hinrichtung erlebt. Und dennoch glaubt sie im besten Land der Welt zu leben, unter der Herrschaft zweier allmächtiger Führer.

    Freiheiten kennt Nordkorea nicht und so beschließt Hyeonseo kurz vor ihrer Volljährigkeit das Land für einige Tage zu verlassen, in der Hoffnung als Minderjährige mit ihrem Grenzübertritt ungeschoren davon zu kommen. Eine Volkszählung durchkreuzt ihre Pläne. Über Jahre hinweg schlägt sich die junge Frau alleine durch, ohne Hoffnung darauf ihre Familie jemals lebend wiederzusehen. Als Illegale führt Hyseonseo ein Leben in Armut, doch aufgeben ist keine Option.

    Ein Bericht der aufwühlt und zugleich begeistert. Mit ihrer Willensstärke hat Hyeonseo sich aus den Fängen eines eisernen Regimes befreit, klagen kam für die junge Frau nie in Frage. Und obwohl einige glückliche Gegebenheiten wohl einen Beitrag zur Wendung ihres Schicksals geleistet haben inspiriert die Biographie der gebürtigen Nordkoreanerin.

    Der Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei, dass die 400 Seiten des Buches im Handumdrehen verflogen sind. Die Bilder in der Buchmitte vermögen kaum an die Bildhaftigkeit der Erzählung heranzukommen und dennoch runden sie das Buch ab.

    Eine Biographie, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

    Tipp! 'Schwarze Magnolie' gibt es seit dem 10. Juli 2017 im Heyne Verlag auch als Taschenbuch.

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    GrauerVogels avatar
    GrauerVogelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessanter Einblick in Nordkorea und wohl eine vergleichsweise untypische Flucht-Geschichte aus diesem Land.
    Das Mädchen mit den sieben Namen



    Die vollständige Rezension wurde auf meinem Blog veröffentlicht:
    http://pieni-lepakko.blogspot.de/2016/07/rezension-schwarze-magnolie.html

    Kurz vor ihrem 18. Geburtstag beschließt die junge Nordkoreanerin, die damals noch Min-young Park hieß, über den gefrorenen Fluss nach China zu schleichen. Ein letztes verbotenes Abenteuer, bevor sie erwachsen wird. Doch dann kommt es ganz anders, der Rückweg ist ihr versperrt und sie muss notgedrungen in China bleiben - in ständiger Gefahr entdeckt und ausgeliefert zu werden.



     Nachdem Mut zur Freiheit von Yeonmi Park gelesen hatte, wollte ich noch eine zweite Nordkorea-Biografie lesen, um vergleichen zu können. Und ich bin sehr froh darüber, denn Hyeonseo Lee gibt einem noch einmal völlig andere Einblicke in dieses Land. Beide Frauen stammen aus der Grenzstadt Hyesan und haben jahrelang illegal in China gelebt, bevor sie schließlich nach Südkorea flohen. Das ist jedoch auch schon alles, was die beiden gemeinsam haben.

    Im Gegensatz zu Yeonmi Park ist Hyeonseo Lee in Nordkoreas Oberschicht aufgewachsen und führte daher ein eher angenehmes Leben dort. Selbst die große Hungersnot musste sie nie am eigenen Leib erfahren. Allerdings war es sehr spannend, unter was für schlechten Umständen selbst die hochrangigen Familien zum Teil leben müssen. So beschreibt sie zum Beispiel eine Wohnung, in der die Familie gelebt hat, mit schwarzem Schimmel an der ganzen Außenwand und ohne Heizung oder warmes Wasser.

    Zudem hat Hyeonseo Lee viel länger die Schule besucht und auch die Jungpioniere, die entfernt vergleichbar mit der Hitlerjugend sein dürften. 

    In China war ihr Weg ein sehr untypischer. Sie gelangte nicht durch Schleuser hinüber, sondern ging alleine und kam zunächst bei Leuten unter, die sie kannte. Bald schon jedoch musste sie sich allein durchschlagen und sie gehört wohl zu den ganz wenigen, die nie gezwungen waren im Rotlichmileu zu arbeiten. Auch ihre Flucht in den Süden könnte untypischer nicht sein. Man sagte ihr damals, sie gehöre zu den seltenen 1 %, die auf diesem Wege ins Land kommen. Umso schwieriger gestaltete es sich, ihre Familie nach zu holen. Ich habe wirklich mit ihr gelitten!

    Ich bin sehr froh, noch ein anderes Buch zu diesem Thema gelesen zu haben und war doch überrascht, wie wenig Gemeinsamkeiten die beiden Geschichten der jungen Frauen aufweisen. Aber es zeigt uns deutlich, dass es unzählige dieser Geschichten dort draußen gibt und auf lange Sicht möchte ich gerne noch mehr davon hören bzw. lesen.

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    LimitLessvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Aufwühlend. Erschreckend. Mutig.
    Flucht aus Nordkorea

    Nordkorea, ein Land über das man generell sehr, sehr wenig erfährt. Umso interessanter ist ein detailreicher Bericht einer ehemaligen Einwohnerin des Landes. Für mich war vieles unbegreiflich, die Unterdrückung, die Menschenrechtsverletzungen, das gegenseitige Ausspionieren. Durch Hyeonseo Lees Beschreibungen des Alltags, der Menschen, der Lebensumstände lernt man jedoch zu verstehen, warum die Nordkoreaner so sind wie sie sind, so handeln und so leben wollen und warum bis heute eine Diktatur wie diese fortbestehen kann.

    Die Biografie ist durchwegs spannend erzählt, Lee und ihr Co-Autor haben eine schöne Sprache für diese mutige und wichtige Geschichte gefunden, die mich unglaublich gefesselt hat. Lee erzählt aus ihrem Leben und dem Leben ihrer Familie. Es ist ein sehr ehrliches Buch, dass auch einen sehr guten Einblick in die Flüchtlingsthematik gibt. Zwar anderer Kontinent, andere Länder, andere Beweggründe. Ängste, Sorgen und Probleme sind jedoch die gleichen, wie es wahrscheinlich die Flüchtlinge heutzutage durchmachen. Auch Hyeonseo Lee lebte lange Zeit als "Illegale". Als könnte man als Mensch irgendwie illegal sein. Es wird Zeit, dass die Menschheit diese Beschreibung für Menschen endgültig aus dem Wortschatz streicht! Es ist nämlich nicht nur ein Bericht aus Nordkorea, sondern auch ein Bericht über ihre Flucht aus diesem Land.

    Lee hatte auch ziemlich viel Glück in ihrem Leben, dass sie jetzt da ist wo sie ist. Umso bedeutender ist es, dass sie sich für die Menschen in Nordkorea einsetzt, die es weniger leicht haben und ihre Geschichte ein Bewusstsein für die Lage in Nordkorea schafft. Ich habe Lee sehr gerne auf ihrer Reise begleitet, ihr kritischer Blick auf Vieles konnte mich überzeugen.

    Fazit

    Aufwühlend, erschreckend, mutig. Der Bericht aus der Hölle lässt niemanden kalt zurück. Es ist ein spannend erzählter autobiografischer Roman, den ich wirklich jedem empfehle. Es wird nicht nur sehr detailliert über das Leben in Nordkorea erzählt, sondern enthält auch eine wichtige Beschreibung einer Frau, die flüchtet und während ihrer Flucht durch China als illegal betrachtet wird.

     

     http://anjasbuecher.blogspot.com/2016/03/rezension-schwarze-magnolie-wie-ich-aus.html

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    Mizuiros avatar
    Mizuirovor 3 Jahren
    Autobiographisch UND Spannend!

    Nun, das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit, nämlich auf dem Leben der Autorin.

     Wenn sich bei einem Roman das Gefühl einschleicht, dass das doch ein bisschen überspitzt oder unrealistisch oder übertrieben wäre und man jedes Mal ein bisschen genervter wird, wird man bei diesem Buch noch mehr geplättet und von dem Verlauf der Geschichte noch mehr gefesselt.
    Denn - und das ist ein großes Lob an eine solche autobiographische Geschichte - Schwarze Magnolie ist unglaublich spannend! Sicher, es mag daran liegen, dass ich mich bisher sehr wenig mit Nordkorea und damit, wie das Leben dort aussehen könnte, auseinander gesetzt habe, aber das Buch konnte mich von Anfang bis zum Ende begeistern.

    In der Mitte des Buches finden sich Fotos aus dem Leben der Autorin, die noch einmal verdeutlichen, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt, die hier erzählt wird.

    Wer aber jetzt glaubt, es würde 415 Seiten nur über eine schlimme Zeit im bösen Nordkorea gehen, irrt sich übrigens (und hat offensichtlich auch den Klappentext nicht gelesen, hähä): Schwarze Magnolie erzählt auch das Leben der Autorin NACH ihrer Zeit in Nordkorea und die ist im Übrigen auch nicht weniger verstörend und spannend! Das Buch regt zum diskutieren an, über politische Zusammenhänge und gesellschaftliche Systeme, und wenn sogar ICH das sage, die ich Politik im Normalfall für ein grauenvolles Gesprächsthema halte, dann heißt das was, meine Lieben!

    Leider habe ich es nur in der deutschen Übersetzung gelesen, aber dafür hat mich auch der Schreibstil sehr angesprochen. Es wirkt authentisch, wenn man das so sagen kann... Naja, der Stil passt einfach.

    Alles in Allem finde ich das Buch einfach gelungen und vergebe fünf Sternchen.

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    Hexchen123s avatar
    Hexchen123vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Die gefährliche Flucht einer mutigen Frau mit tiefen Einblicken in ein Land, welches wir meist nur von der Landkarte kennen
    Ein aufschlussreiches Buch über ein erschreckendes Land

    Ein spannender Lebensbericht, welcher mich sehr berührt hat. Aus den Schlagzeilen kennen wir Nordkorea schon lange, doch was innerhalb der Grenzen vor sich geht, darüber gibt es nur wenige Aussagen.

    Eigentlich hatte Hyeonseo ein glückliche Kindheit. Geliebt von Ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, aufgewachsen mit ihrem Bruder. Es war normal, dass man seit frühester Kindheit mit dem Kim-Regime aufgewachsen und dementsprechend erzogen wurde. Der Schulunterricht bestand hauptsächlich aus Auswendig lernen und Übungen für die Feiern zu Ehren des Führers. Das Denunzieren und Bespitzeln wurde schon in der Schule geübt, so dass man als Erwachsener perfekt darin war. Es gehört zum normalen Alltag in Nordkorea. Erst als junge Erwachsene verstand Hyeonseo, dass man keiner Menschenseele trauen konnte. Wird man verraten, so kommt man schnell in das gefürchtete Arbeitslager oder wird öffentlich hingerrichtet. Selbst ihr Stiefvater starb unter mysteriösen Umständen in einem Krankenhaus, nachdem er zuvor unter Beobachtung stand und später gefoltert wurde.
    Kurz vor ihrem 18. Geburtstag beschließt Hyeonseo, den grenznahen Fluss nach China zu überqueren, um ihre Verwandten dort zu besuchen. Ihr Ausflug sollte eigentlich nur ein paar Tage dauern, doch dann erhält sie die Nachricht, dass sie nicht nach Nordkorea zurückkehren kann. Ihre Flucht sollte 10 Jahre dauern, bis sie endlich sicheren Boden in Südkorea unter den Füßen hatte. Doch selbst dann war der Alptraum nicht zu Ende. Erneut begibt sich Hyeonseo in Gefahr, um ihre Mutter und ihren Bruder ebenfalls aus Nordkorea zu befreien und in den Süden zu holen.

    Wenn man dieses Buch liest denkt man eigentlich, man hat es mit einem Scientfiction-Roman zu tun. Leider ist es aber die harte Realität und ich stellte mir öfters die Frage, wie es sein kann, dass so eine Welt, so ein Land mit solch einer Diktatur tatsächlich noch existiert. Die Zustände dort sind so schlimm, dass man eigentlich gar nicht darüber nachdenken will. Unterdrückung, Hungersnot, Folter und Tod sind an der Tagesordnung und der „geliebte“ Führer lacht sein syphisantes Lächeln von allen Ecken und Wänden.

    Hyeonseo und all die anderen Menschen welche sich wagen dieses Land zu verlassen, koste es was es wolle und selbst den Tod in Kauf nehmen, sind zu bewundern. Nicht umsonst heißt der Titel dieses Buches „Ein Bericht aus der Hölle“, er hat sich bestätigt von der ersten bis zur letzten Seite.

    Das Buch „Schwarze Magnolie“ ist sehr einfach, interessant und spannend geschrieben. Dennoch kommt man nicht so lässig durch die Seiten, da man das gelesene auch erst einmal verarbeiten muss. Es gewährt uns tiefe Einblicke in dieses fremde Land und lässt so manche Gefühle in einem aufwallen.

    Abgerundet wird das ganze noch durch mehrere Farbfotos und zwei Landkarten welche die Flüchtlingsrouten und die Umzüge der Familie innerhalb Nordkoreas zeigen.

    Mein Fazit

    Wer Biographien mag und sich auch noch für das Land Nordkorea interessiert ist hier gut aufgehoben. Man erfährt sehr viel über das Leben in diesem Kim-Regime – zurück bleibt Dankbarkeit, dass es sich in unserem eigenen Land so viel besser leben lässt.

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