Hywel Williams Große Herrscher

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Inhaltsangabe zu „Große Herrscher“ von Hywel Williams

Für Tausende von Jahren formten einflussreiche Herrscher und Könige das Geschick und das Gesicht der Welt. Ihr Titel oder ihre Stellung gab ihnen die Autorität, Kriege zu führen, Gesetze zu erlassen und ihre Gunst zu verteilen. Von Salomon und Nebukadnezar II. über Papst Urban VIII., Heinrich VIII. und Elisabeth I. bis zu Napoleon gelten sie als personifizierte Macht. Dieser Band stellt die 50 bedeutendsten Herrscher der Geschichte vor. 150 Abbildungen demonstrieren, wie sie sich in prächtigen Bauwerken, etwa der Schlossanlage in Versailles oder der Chinesischen Mauer, verewigt haben.

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  • Rezension zu "Große Herrscher" von Hywel Williams

    Große Herrscher
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    18. February 2011 um 13:38

    Ein Blick durch die Geschichte der Herrschenden Man vergisst immer leicht, dass die demokratische Staatsordnungen der westlichen Welt eine Errungenschaft der Moderne sind und das im überwiegenden Ablauf der Geschichte, wie übrigens auch heute noch in vielen Ländern der Welt, überwiegend männliche Aristokraten die Länder regiert und die Geschicke der Völker in ihren Händen hielten. In ganz eigener Form, weniger als Lehr- oder wissenschaftliches Buch konzipiert, porträtiert Hywell Williams 40 dieser Monarchen und Alleinherrscher in Textbeiträgen, die mehr beinhalten als die wenigen Zeilen in Lexika, allerdings natürlich allein schon aus Platzgründen, eher in die Breite als in die Tiefe gehen und hervorragend ausgewähltem Bildmaterial. Auf den gut 250 Seiten des hochwertigen Buches entstehen so präzise, knappe Eindrücke der Persönlichkeiten, der Handlungen und der jeweiligen politischen Einordnungen in die konkrete Zeitgeschichte. Kriege, Eroberungen, Intrigen, Machtpolitik, Gesetzgebung, Bauwerke, die Ausübung absoluter, souveräner Macht und das Leben in festgefügten Gesellschaftsformen, deren Spitze und Mittelpunkt der Monarch war kennzeichnen die Lebensweise der Monarchen über Jahrhunderte hinweg. Die von Hywell ausgewählten und vorgestellten Herrscher haben je zu ihrer Zeit in ihrem Stil und der Umsetzung ihrer Ambitionen eine enge Identifikation zu den von ihnen regierten Staaten hergestellt. Herausragende Beispiele wie Napoleon der I. erfahren bis in die Gegenwart hinein eine Form der Identifikation und fast Verehrung, die viel mehr mit ihrem persönlichen Charisma zusammenhängen, als mit den Leiden und dem Chaos, dass am Ende ihrer Herrschaft oft im Raume stand. Gerade das Herausarbeiten dieser Wirkung, des Charismas, der Identifikation mit der Herrscherfigur, gelingt Hywell Williams in eindrucksvoller Weise. So gelingt es ihm, einen Eindruck jener legendenschaffenden Kräfte zu vermitteln, die Beispielsweise den Sonnenkönig über so viele Jahrzehnte seiner Regentschaft zum ausgesprochenen Mittelpunkt der zivilisierten Welt haben werden lassen. Trotz der tatsächlich eher inhumanen „inneren Herrschaft“ durch Intrige, Dekadenz, Bestechung und unverhohlener Grausamkeit, mit denen Ludwig XIV. vor allem seine Macht zu sichern verstanden hat Williams setzt ein zu Beginn der sich selbst universal erhöhenden Form der Monarchie im alten Ägypten mit Ramses II. und führt, chronologisch geordnet, von der Antike (Solomo, Nebukadnezar II., Krösus, Dareius, Alexander III. u.a.) hinein in die Blütezeit Roms (Augustus) und das frühe Mittelalter (Otto I. und Karl der Große) bis hin in die frühe Neuzeit (Napoleon I., Peter der Große, Friedrich der Große, Ludwig der II. u.a.) und die Moderne der letzten Monarchen, deren weltliche Macht allerdings in Spanien, England, Belgien, Schweden und an anderen Orten nicht mehr vorhanden ist, oder, wie in Äthiopien oder dem Iran durch Revolutionen ihr Ende gefunden hat. Neben fast „heiligen“ Integrationsfiguren wie Karl dem Großen, der von Frankreich und Deutschland vereinnahmt wird (eine Seltenheit gerade im Blick auf die herausgearbeitete Identifikation mit einem eher engen Wirkungskreis der Monarchen) befasst sich der Autor auch mit eher wenig bekannten, fast als Mythen nur im Bewusstsein befindlichen Herrschern. Kublai Khan, Kammu, Hayam Wuruk, Moctezuma II., der letzte der Aztekenherrscher werden durch das Buch in ihrer geschichtlichen Bedeutung für je ihr Volk bewürdigt, die Riten und Grundlagen der Herrschaft dargestellt. Ein bunter, gut ausgewählter Reigen, der einerseits die Persönlichkeiten selber in Bild und Wort durchaus auch unterhaltsam nahe zu bringen versteht, der andererseits aber auch jenes Charisma und jene Visionen mit in den Raum stellt, die, zumindest im Bewusstsein ihrer Völker, oft aber auch weltweit, die monarchischen Persönlichkeiten fest im geschichtlichen Bewusstsein verankert haben. Ein wissenschaftliches Fachbuch ist hier weniger vorliegend, aber eine unterhaltsame und in Teilen durchaus erhellende Darstellung der Persönlichkeiten bietet Hywell Williams findet sich durchaus in bester Weise.

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