I. Woodward Symmetry

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  • Rezension zu "Symmetry" von I. Woodward

    Symmetry
    Ferrante

    Ferrante

    17. September 2012 um 18:30

    Rifle McCormack ist ein junges Indianerhalbblut, das in Boston studiert hat, als seine Mutter, eine Cherokee, stirbt und durch halblegale Tricks ihr gesamtes Land den Cherokees weggenommen wird. Sie sollen im Winter bis über den Mississippi in ein neues Reserverat ziehen. Dies ist der berüchtigte "trail of tears". Rifle und seine Familie machen sich auf den Weg, der voller Mühsahl und Entbehrungen ist. Doch da ist ein junger Leutnant, Edward, der sich in Rifle unsterblich verliebt hat. Die beiden werden ein Paar und bauen ein Haus im neuen Reservat. Doch der aufkeimende Bürgerkrieg hält neue Schrecken bereit ... Dieses Buch ist eine Wucht. Das Genre der gay historical romances produziert immer wieder Meisterwerke von vollkommen unbekannten Autoren, veröffentlich bei anonymen Verlagen. Finger weg, wenn man nur eine nette feel-good-romance oder sogar etwas Erotisches sucht - beides findet man hier nicht. Stattdessen wird die epische Geschichte einer Großfamilie aufgerollt, die in ihrem Zentrum ein schwules Paar hat, und sich einigen dunklen Kapiteln der amerikanischen Geschichte stellen muss, die hier - was besonders reizvoll ist - aus der Sicht der Ureinwohner gezeichnet werden. Familie in all ihren Spielarten, eine schwule Familie (Edward und Rifle adoptieren inoffiziell einen Waisenjungen), eine Großfamilie, eine Heterofamilie, eine Familie durch geteiltes Leid, all das wird hier zelebriert. Der Stil ist ernst und evokativ, herzerwärmend und tief. Den gedanklichen Aufbau liefert die Idee der Symmetry, wie sie George Herbert, ein Dichter, den Rifle schätzt, in einem Gedicht entwickelt. Wer wie ich die großangelegten, eposhaften, und weit vom Kitsch entfernten Familiengeschichten Edna Ferbers wie Showboat, So Big oder Giant schätzt, kommt hier vollkommen auf seine Kosten. Das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen wird zelebriert - und die Liebe, die bis zum Tod allem einen Sinn gibt. Der Roman endet nämlich nicht mit einem "Happily Ever After" oder einem Ritt in den Sonnenuntergang - aber trotzdem mit einem sehr schönen, wenn auch melancholischen Bild. Der Schluss ist aber wirklich, wirklich traurig, wenn auch voller Größe - Taschentücher bereithalten! Ich konnte noch ewig über die vielen tollen Stellen im Roman schreiben, die faszinierenden Figuren ... Wer ernste schwule Romanzen lesen will, sollte hier zugreifen! Sehr gut könnte ich mir auch eine Verfilmung im Stile von "Legends of the Fall"/"Legenden der Leidenschaft" vorstellen, da der Roman viel mit imposanten Naturbildern arbeit, die ihm zusätzlich lyrische Tiefe geben.

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