IAN MCDONALD König der Dämmerung, Königin des Lichts : Fantasy-Roman. = King of Morning, Queen of Day, Bastei 20190 ; 3404201906

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Inhaltsangabe zu „König der Dämmerung, Königin des Lichts : Fantasy-Roman. = King of Morning, Queen of Day, Bastei 20190 ; 3404201906“ von IAN MCDONALD

Dt. Erstveröff., dt. Lizenzausg., 1. Aufl. Ins Dt. übertr. von Michael Kubiak,, 503 S. ; 18 cm Taschenbuch Papier nachgedunkelt, mittlere Gebrauchsspuren, akzeptabel
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    König der Dämmerung, Königin des Lichts : Fantasy-Roman. = King of Morning, Queen of Day, Bastei 20190 ; 3404201906
    rallus

    rallus

    König der Dämmerung, Königin des Lichts bekam 1991 den Philip K.Dick Award, 2009 den Grand Prix l'imaginaire (Vermutlich haben die Franzosen erst dann den Roman übersetzt) Die Erzählung spannt den Bogen über 3 Generationen von Emily 1913 bis zur Jetztzeit, bzw im Erscheinungsjahr 1991 in das Jahr 2000. 3 Frauen spielen die Heldinnen, alle 3 haben einen besondern Bezug zur Magie. Alle drei Bereiche haben auch ihren eigenen Stil, der Stil der zur Zeit passt. Ist am Anfang die Zeit noch viktorianisch und von blumenreichen Ausschmückungen gefüllt, so haben wir in der Zukunft einen Cyberpunk ähnlichen Schreibstil. Doch zurück zu 1913. Emily ist die 15-jährige Tochter eines Astronomen, der sein ganzes Geld darauf setzt, dass der Halleysche Kommet ein Raumschiff von Ausserirdischen ist. Er verpfändet Land und Gut um Lichter auf dem Meer zu bauen, die dem Raumschiff ein Signal senden. Damit stürzt er die Familie nicht nur in die Armut, sondern bekommt auch nicht mit, wie sie darunter leidet. Zeitgleich hat Emily Kontakt zu der Anderswelt. Die dort lebenden mythischen Gestalten erlauben ihr, sie zu fotografieren. Die Bilder diskreditieren den Ruf ihres Vater als Mathematiker und Astronom, der Tochter geschehen aber noch schrecklichere Dinge bei ihrem Kontakt. Im zweiten - schwächeren Teil - gerät Jessica, die Tochter von Emily, in die Hände eines IRA Terroristen. Ian Mcdonald hat ja viel über den irischen Konflikt geschrieben, hier gerät die Figur des Terroristen aber ad absurdum und nicht passend. Im letzten Teil, kämpft Enye gegen ihre eigenen magischen Fähigkeiten und die Herren des Tors, die aus der Vegangenheit oder der Zukunft eintreten. McDonald hat teilweise magische Fähigkeiten mit der Sprache zu spielen, was er in seinen anderen Romanen auch trefflich beweist. In einem Satz stecken so viel treffende Beschreibungen, aber läßt dem Leser sehr viel Raum um seine eigenen Kopfbilder entstehen zu lassen. "Eine Pause, eine Zeit für Mozart, damit er seine Meinung äußert." (In dieser Szene wird ein Stück von Mozart gespielt!) Dabei ist die viktorianische Welt noch am eingängigsten und lieblichsten, hier ist der zarte Anfang der Magie spürbar, auch umweht die Geschichte eine leichte Prise Ironie. Weiter später, wird es immer direkter und härter, dabei verliert McDonald aber auch die eigentliche Geschichte aus dem Auge und wütet wild in allen bekannten mythischen und magischen Elementen. Seine Akteure werden nicht geschohnt und der Leser muss schon genau aufpassen um dem Verlauf zu folgen. Dabei hat das magisch-chaotische durchaus seinen Reiz. McDonald dekonstruiert die typischen Teile und setzt sie im Cyberpunk ähnlichen Teil wieder zusammen. Das Konträre des magisch-weiblichen und der penetrierende-männliche Aspekt ist durchgehend vorhanden, nur der Versuch die Politik einzubinden scheitert. Ein interessanter wütender Fantasy Roman, der einem alles abverlangt mit vielen guten Ideen um sich wirft und definitiv spaltend auf die Leserschaft wirkt. Nur- wer liest sowas heute noch? Leider kaum jemand, aber McDonald ist es sicherlich wert, mehr gelesen zu werden. Ich mag es definitiv, und deswegen - trotz der chaotischen Geschichte - 4 Sterne!

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