Iain Banks

 4,1 Sterne bei 826 Bewertungen
Autor von Lolita, Lolita und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Iain Menzies Banks wurde 1954 in Dunfermline, Schottland geboren. Er studierte Englische Literatur, Philosophie und Psychologie an der Stirling Universität und lebte anschließend einige Zeit in London. 1988 zog er zurück nach Schottland und lebte zunächst in Edinburgh, später in Fife. 1984 veröffentlichte er seinen ersten Roman, „Die Wespenfabrik“. Sein erster Science-Fiction Roman, „Bedenke Phlebas“, erschien 1987 unter dem Namen Iain M. Banks. 2006 erklärte er, warum er unter zwei verschiedenen Namen veröffentlichte. Der Mittelname Menzies sei der Wunsch seiner Eltern gewesen, der allerdings bei der offiziellen Registrierung durch einen Fehler weggefallen sei. Das Manuskript von „Die Wespenfabrik“ reichte der Autor als Iain M. Banks ein, jedoch wurde dieser Name erst bei seinen SciFi-Romanen gewählt, um diese von seinen anderen Werken abzugrenzen. Im April 2013 gab Banks bekannt, dass er an Krebs in einem späten Stadium litt. Am 09. Juni 2013 starb Iain Banks in Kirkcaldy. Er war bekannt als einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren der Gegenwart, „The Guardian“ schrieb, er sei die Messlatte, an der sich alle anderen SciFi-Romane orientieren müssen.

Neue Bücher

Cover des Buches Das letzte Spiel (ISBN: 9783453324275)

Das letzte Spiel

Neu erschienen am 16.04.2026 als Taschenbuch bei Heyne.

Alle Bücher von Iain Banks

Cover des Buches Lolita (ISBN: 9783499225437)

Lolita

(519)
Erschienen am 01.04.1999
Cover des Buches Bedenke Phlebas (ISBN: 9783453320215)

Bedenke Phlebas

(41)
Erschienen am 12.08.2019
Cover des Buches Die Wespenfabrik (ISBN: 9783902950635)

Die Wespenfabrik

(31)
Erschienen am 07.10.2015
Cover des Buches Der Algebraist (ISBN: 9783641086848)

Der Algebraist

(21)
Erschienen am 31.05.2012
Cover des Buches Das Kultur-Spiel (ISBN: 9783641086831)

Das Kultur-Spiel

(13)
Erschienen am 31.07.2012
Cover des Buches Die Sphären (ISBN: 9783453533776)

Die Sphären

(15)
Erschienen am 09.06.2011
Cover des Buches Exzession (ISBN: 9783453196797)

Exzession

(11)
Erschienen am 01.03.2002
Cover des Buches Das Spiel Azad (ISBN: 9783453042759)

Das Spiel Azad

(8)
Erschienen am 01.05.1993

Neue Rezensionen zu Iain Banks

Cover des Buches Lolita (ISBN: 9783499225437)
Airdems avatar

Rezension zu "Lolita" von Iain Banks

Airdem
Anatomie einer Manipulation

Vladimir Nabokovs Lolita ist kein Buch für schwache Nerven. Es ist ein Werk, das man übersteht, während man von der schieren Qualität der Prosa geblendet wird. Wer hier eine bloße Provokation vermutet, unterschätzt das gefährliche Spiel, das Nabokov mit seinen Lesern treibt.

Das Werk ist ein rhetorischer Kraftakt. Nabokov nutzt die Sprache nicht nur, um eine Geschichte zu erzählen, sondern um den Leser aktiv zu korrumpieren. Während Humbert Humbert seine Verbrechen begeht, kleidet er sie in eine derart lyrische und intellektuelle Sprache, dass man sich dabei ertappt, seinen Ausführungen fast fasziniert zu folgen. Im nächsten Moment ist man von der eigenen Akzeptanz angewidert.

Das Genie des Romans liegt in der Parallelität. Humbert manipuliert Lolita durch emotionale und physische Abhängigkeit. Parallel dazu manipuliert Nabokov den Leser durch unzuverlässiges Erzählen und sprachliche Brillanz.

Wir erhalten einen so präzisen Einblick in die psychologische Planung und die Rechtfertigungsmechanismen eines Täters, dass es schmerzt. Nabokov lässt uns nicht nur den Verbrecher sehen. Er zwingt uns, durch seine Augen zu schauen. Das ist politisch und moralisch unbequem, aber als literarisches Experiment von einer Präzision, die ihresgleichen sucht.

Lolita bleibt ein zutiefst verstörendes Werk über Machtmissbrauch und die Zerstörung einer Kindheit. Dass Nabokov es schafft, den Leser zum Komplizen seiner Ästhetik zu machen, macht das Buch zu einem der wichtigsten Klassiker der Moderne. Wer verstehen will, wie Manipulation auf höchstem sprachlichem Niveau funktioniert, kommt an diesem Albtraum nicht vorbei. 5 Sterne für die literarische Wucht.

Cover des Buches Lolita (ISBN: 9783644056312)
AQuas avatar

Rezension zu "Lolita" von Iain Banks

AQua
Herausfordernd

Bei diesem Leseprozess hatte ich immerzu den Stift in der Hand, um mir besonders perfide Stellen zu markieren: Humberts Methoden der Täter-Opferumkehr, des sich aus der Verantwortung nehmen durch Verdrehung vom Kind-Erwachsenenverhältnis, der mythischen Aufladung eines Kindes zum Dämon als Rechtfertigung für seine 'Verzauberung' und der daraus entstehenden Begierde, Effekthascherei, Gehirnwäsche, der Perspektivwechsel, wenn er auf einmal in der dritten Person von sich spricht, des Selbstmitleids, der literarischen Anspielungen zu anderen Autoren und bekannten Figuren, des unverstellten Blickes auf männliche Arschlöcher und ein misogynes Frauenbild, des Spiels mit der Form. Kurzum, es gab viel zu markieren, und mit dieser gleichsam etwas wissenschaftlichen Herangehensweise konnte ich die Lektüre einigermaßen ertragen. 

Zwischenzeitlich verstand ich Humbert als Vorläufer und Ermöglicher für echte Monster wie Pelicot und Epstein. Nach der Lektüre denke ich aber, dass weniger der Text selbst als die Rezeption und vor allem die Verfilmung daran schuld waren, dass Lolita Kult wurde, ein Pop-Phänomen und damit Rechtfertigung für missbräuchliche Machtstrukturen. 

Mich versöhnte das Ende etwas mit dem Text, wenn Humbert endlich aus seiner ekligen Rechtfertigungshaltung herausfindet und seine Schuld anerkennt. Humbert ist eine diabolische Figur, die mit dem Leser spielt und ihn und sein moralisches Wertesystem herausfordert. Das Raffinierte an dem Text ist, dass wir immer nur seine Sicht, seine Erzählung erfahren. Ein Kopf, in den man vielleicht gar nicht hineingucken möchte. Gerade Müttern von Töchtern würde ich diese Lektüre nicht empfehlen.


Gedanklicher Exkurs: 

Fallen euch noch andere Romane ein, die nach dem Opfer benannt worden sind?

Geschichten, bei denen wir in den Kopf des Monsters gucken können wie bei „Lolita“ in den Kopf von Humbert Humbert, tragen doch eigentlich auch dessen Namen oder eine Bezeichnung für ihn im Titel. Mir fallen „American Psycho“ von Bret Easton Ellis ein oder „Richard III“ von Shakespeare. Ich glaube, dass Nabokovs Entscheidung, seinen Roman mit dem objektifizierten Mädchen zu betiteln, dazu beigetragen hat, dass Lolita zu einem Synonym für etwas werden konnte, was den Blick vom männlichen Übergriff ablenkt und stattdessen das Objekt der Begierde zum vermeintlichen Subjekt macht, als wären die Mädchen tatsächlich aktive Verführerinnen von hilflosen Männern. Die Rezeptionsgeschichte mit Kubricks Verfilmung von 1961 beruht ebenso auf dieser Sichtweise und hilft, den Missbrauch zu relativieren. Vermutlich genau das Gegenteil von dem, was Nabokov mit seinem Buch erreichen wollte. Lolita ist zum Begriff für ein frühreifes Mädchen geworden und reiht sich damit ein zu den verführerischen und dämonischen femmes fatales, die Männer aus der eigenen Verantwortung für ihr 6uelles Begehren nehmen. Die Misogynität eines Humbert Humbert hat sich in Dolores‘ Kosenamen verselbständigt. Jetzt wird nicht mehr nur Lolita vergewaltigt, sondern alle frühreifen Mädchen sind potenzielle Lolitas.

Cover des Buches Die Wespenfabrik (ISBN: 9783453124387)
S

Rezension zu "Die Wespenfabrik" von Iain Banks

Sebastian1
Genial

Was ist das nur für ein Buch? 

Das denkt man sich, wenn man damit angefangen hat. Ist es eine Geschichte über einen sadistisch veranlagten Jungen und seine Familie? Ist es ein sinnloses Wirrwarr hinter dem keine tiefere Botschaft steckt? Oder handelt es sich gar um das Leben eines Psychopathen? 

Erst gegen Ende des Buches versteht man es und alles ergibt einen Sinn. Und es entlohnt für die vielen kranken Taten, die der junge Francis in seinem Leben begangen hat und die teils ziemlich ausführlich beschrieben sind. 

Am Ende tut der Junge (?!) einem einfach nur leid und man fühlt mit ihm. 

Geniale Story und ein gewaltiges Ende. 

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Zusätzliche Informationen

Iain Banks wurde am 16. Februar 1954 in Dunfermline (Großbritannien) geboren.

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