Iain Banks Welten

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Inhaltsangabe zu „Welten“ von Iain Banks

Gibt es eine Welt jenseits der Welt?

Adrian Cubbish hat offenbar gerade eine Glückssträhne: Er steigt vom gerissenen Drogendealer zu einem der mächtigsten Finanzmanager der Welt auf. Doch als sich ihm seine Mittelsmänner offenbaren, kann er es kaum glauben. Denn es gibt neben unserer Realität noch eine Vielzahl weiterer Welten, die von einem mächtigen Konsortium überwacht werden. Ehe sich Adrian versieht, ist er in ein weitreichendes Komplott zwischen diesen Welten verstrickt – und nicht nur sein Leben, sondern unsere gesamte Realität steht auf dem Spiel.

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    Welten

    Sieben

    12. April 2013 um 15:50

    Ich hatte unheimlich Lust auf ein Buch, das parallele Dimensionen thematisiert, als ich mir "Welten" von Iain Banks zulegte. Bisher hatte ich lediglich "Die Mauern des Universums" von Paul Malko gelesen, das dieses Thema aufgriff, und allzu viele Bücher scheint es in diesem Stil auch nicht zu geben. Also ignorierte ich bewusst die hier schon vorliegenden überwiegend negativen Rezensionen und wollte mir ein eigenes Bild machen. Vielleicht gefällt es mir ja doch, dachte ich. Nunja - Falsch gedacht. Das Buch beginnt furios mit einem genialen Prolog. Schon der erste Satz - "Nach einer falschen Geschichte" - hatte das Potential, "Welten" zu etwas besonderem zu machen. Ich liebe solche kleinen Details. Im folgenden schildert der Erzähler sprachlich gewandt und wohl mit schelmischem Grinsen im Gesicht, dass er eigentlich gar kein guter Erzähler ist, reißt einige der zu erwartenden Geschichten an und verrät auch gleich mal ein potentielles Ende (weil man es ja doch sowieso am liebsten sofort wissen möchte). Alles ziemlich genial und vielversprechend. Doch dieses Versprechen wird ab dem ersten Kapitel mit jeder Seite mehr gebrochen. Dabei finde ich es gar nicht mal so dramatisch, dass der Klappentext einen gewissen Adrian als Hauptfigur ankündigt, der letztlich dann aber nur einer von vielen Charaktern in vielen Geschichten ist. Auch dass diese anfangs scheinbar ohne Zusammenhang sind ist nicht weiter dramatisch, solang sie irgendwann mal verknüpft werden. Und interessant sind. Sie werden auch verknüpft, teilweise zumindest. Scheinbar. Vielleicht. Irgendwie. Das ist aber leider alles so wirr und unverständlich, dass ich irgendwann den Faden verloren habe. Interessant sind die Geschichten auch nur manchmal. Hin und wieder kommt soetwas wie Spannung auf, aber eher selten. Zumeist befassen sich die Figuren mit endlos langen Monologen oder Dialogen über philosophische Grundsätze. Oder haben Sex miteinander. Scheinbar jeder mit jedem irgendwie. Hin und wieder werden neue Figuren in die Geschichte geschossen, die danach nicht wieder auftauchen. Oder doch? Vielleicht tauchten sie wieder auf, ohne dass ich es bemerkt hatte, weil bereits 230 Seiten und fünfzehn andere Figuren dazwischen lagen oder weil ich mich durch die letzten 200 Seiten nur noch gequält und stellenweise nur überflogen habe. Viele Charaktere reden über andere Charaktere ständig in Abkürzungen, so gab es Mrs. M oder Mr. N, was ebenso nervig wie verwirrend war. Durch die ständig wechselnde Perspektive fiel es mir schwer, mich mit irgendeiner Figur zu identifizieren oder gar jemanden besonders sympathisch zu finden. Auch die Motive der handelnden Personen blieben mir oft schleierhaft und manche Erklärungen wirkten doch sehr konstruiert. Doch die enttäuschendste Tatsache war die, dass die ganze Geschichte zwar in einem Multiversum spielt, man davon aber so gut wie gar nichts mitbekommt. Meistens weiß man gar nicht, in welcher Welt man sich gerade befindet, und sie unterscheiden sich auch nicht. Gut, da gibt es mal eine in einem zerstörten Moskau, und es ist auch mal die Rede von Unterschieden in der Entwicklung mancher Städte, man spricht von "christlichen Terroristen" und sowas. Aber das alles ist nicht greifbar. Der Autor verliert sich in allzu detaillierten Orts- und Situationsbeschreibungen, die, ließe man sie einfach weg, da sie zumeist unnötig sind, das Buch sicher wohltuend um ein Viertel kürzen würden, und vergisst dabei, die Welten mal etwas abwechslungsreicher zu gestalten. So hat man das Gefühl, das ganze Buch spielt lediglich vor einer Pappkulisse. Das Potential, das eine in einem Multiversum angesiedelte Geschichte birgt, wurde hier geradezu sträflich liegengelassen, und das obwohl Banks 560 Seiten gefüllt hat. Genauso bruchstückhaft, wie sich das Buch zusammensetzt, denke ich nun an mein zweiwöchiges "Lesevergnügen" zurück, denn so lange habe ich gebraucht, um mich durch "Welten" zu kämpfen. Weder die Handlung noch irgendeine Figur hinterlässt einen klaren Abdruck in meiner Erinnerung. Der Titel meiner Rezension ist übrigens ein Zitat aus einem Kapitel, in dem ein Mann in einer psychiatrischen Anstalt Wörter erfindet, in der Hoffnung sich durch das daraus entstehende Unverständnis einen aufdringlichen Mitpatienten vom Leib zu halten. Ich finde dieses Zitat sehr passend, beschreibt es doch in etwa das gleiche Unverständnis, das ich beim Lesen dieses Buches empfand.

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  • Rezension zu "Welten" von Iain M. Banks

    Welten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. July 2010 um 10:09

    Eine Vielzahl von alternativen Realitäten, überwacht von einem korrupten und fehlgeleiteten Konzern... Mittendrin: Der Weltenwechsler Temudschin Oh - hin- und hergerissen zwischen seinem ehemaligen Auftraggeber und einer geliebten Rebellin, die das Chaos und die Machtgier des Konzerns neu ordnen will, bevor das Schicksal des Universums für immer von der Dunkelheit entschieden wird... Keine Panik. So dramatisch wird es nicht in Iain Banks´ "Welten", selbst wenn es der Klappentext ähnlich bombastisch ankündigt und somit dem Leser ein völlig falsches Bild von diesem "Werk" einpflanzt. Die grundsätzliche Handlung ist nämlich dermaßen spannungsarm und zäh erzählt, dafür reich an Unspektakulärem, Bedeutungslosem und Unispiriertem, das sie locker in einer einzelnen Zeile wiedergegeben werden könnte. Eine Auflösung existiert nicht, da es in der Geschichte auch überhaupt kein Mysterium gibt und etwaige Motivationen des "bösen Konzerns" dermaßen beliebig sind, dass die schale Frage zurückbleibt was das ganze eigentlich soll. Zumal der Leser bis kurz vor Schluss noch hofft, das Ganze habe eben einen tiefergehenden Sinn. Hat es nicht! Und Banks muss sogar auf den letzten dreißig Seiten noch eine neue Person einführen um überhaupt etwas Epik und Unterhaltung aufkommen zu lassen. Emotionen oder ein Einfühlen in die Personen ist unmöglich! Seine manuskriptartige Geschichte versucht er mit ettlichen komplett unwichtigen und schablonenartigen Figuren, wirren Zeitsprüngen, kurzen und bedeutungslosen Kapiteln irgendwie zu verschleiern und mit pseudo-philosophischen Ansätzen anzureichern, was weder Spannung aufbaut (im Gegenteil!) noch zum Nachdenken anregt. Eingewickelt wird das ganze Brimborium in platte Kapitalismuskritik mit dem angepriesenen "Hauptprotagonisten" Adrian - einem knallharten Broker - der eigentlich nur dafür da ist dem wahren Hauptprotagonisten auf den letzten Seiten eine unbedeutende Lieferung zu überbringen und eben ein bisschen kommunistischen Wind dem Leser um die Nase wehen zu lassen. Dies alles geschieht dermaßen Platt, das Banks eben jenen Broker am Ende von seinen eigenen Besitztümern erschlagen oder einen von klischeehafter Gewalt inspirierten Folterer selbst zum Opfer werden lässt. Die christlichen Selbstmordattentäter, als Analogie zur gegenwärtigen Weltpolitik mal ganz außer Acht gelassen. Banks´ Werk erinnert in weiten Strecken an den neuen Gibson, der mit "Quellcode" ein ebenso aufgeblasenes, wenn auch ideenreicheres Nichts, mit dezenter Gegenwartskritik erschaffen hat. Unterm Strich bleiben die Möglichkeiten der alternativen Realitäten nicht mehr als eine unispirierte Andeutung dessen, was ein spannendes Thema sein könnte. Banks erklärt seinen Mangel an Ideen bei der Ausgestaltung der alternativen Realitäten und viele andere schwache Momente im Buch jedoch selbst: So erschafft die größte Kraft von allen - der menschliche Geist! - immerhin nur die Dinge, die er sich auch selbst vorstellen kann... In Banks´ Fall scheint das im gehobenen Alter jedenfalls nicht mehr viel zu sein.

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