Iain Levison Hoffnung ist Gift

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Inhaltsangabe zu „Hoffnung ist Gift“ von Iain Levison

Jeff Sutton, Taxifahrer in Dallas, USA, fährt eine Frau vom Flughafen in eine noble Villengegend. Da sie nicht genug Geld dabeihat, bittet ihn die Dame noch mit ins Haus. Als kurz darauf ihre zwölfjährige Tochter verschwindet, steht für die Polizei fest, dass hier nur einer als Täter in Frage kommt. Der unbescholtene Taxifahrer wird in Untersuchungshaft genommen und im Trakt der Todeskandidaten untergebracht. Dort ist sein einziger Gefährte Robert, ein gefühlskalter Mörder. Ausgerechnet er glaubt an Jeffs Unschuld - aber glaubt Jeff selbst noch an Gerechtigkeit? Am Tag der Urteilsverkündung nimmt sein Fall eine überraschende Wendung. Ein Krimi, der auf einer wahren Geschichte beruht.

Lakonisch-trocken erzählter Krimi nach einer wahren Begebenheit, der den Leser fassungslos zurücklässt.

— Barbara62
Barbara62

Ein spannender Roman über Hoffnung und Hoffnungslosigkeit! Von Anfang bis zum Happy?End kommt keine Langeweile auf! Ich freue mich auf MEHR!

— BuchLeseZauber
BuchLeseZauber

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  • Ein kafkaesker Krimi

    Hoffnung ist Gift
    Barbara62

    Barbara62

    05. June 2015 um 14:32

    Angelehnt an den Fall eines in US-Haft umgekommenen Justizopfers erzählt Levison die kafkaeske Geschichte des Taxifahrers Jeff Sutton, der der Kindesentführung bezichtigt seine Untersuchungshaft im Todestrakt verbringt. Die unter Erfolgsdruck stehende Polizei, ein desinteressierter Pflichtverteidiger, bestochene Zeugen, zerstörte Spuren und ein machtlos der Justizmaschinerie und fremden Interessen ausgelieferter Ich-Erzähler sind die Zutaten in diesem lakonisch-trocken erzählten Krimi, der den Leser fassungslos zurücklässt.

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  • Hoffnung ist Gift, aber sie stirbt eben auch zuletzt

    Hoffnung ist Gift
    Saari

    Saari

    17. November 2014 um 17:46

    Dieses Buch ist eine Wucht - in jeder Hinsicht. Ein toller Plot (traurig nur, dass er auf einem wahren Fall beruht), eindrucksvolle Sprache (sowie subtiler Humor, der mich trotz der tragischen Umstände bisweilen laut auflachen ließ) und spannende Wendungen (ganz zu schweigen vom unerwarteten Ende) machen "Hoffnung ist Gift" zu einem der Highlights in meinem Lesejahr 2014. Eine uneingeschränkte Empfehlung an all die Leseratten da draußen und jene, die manchmal angestupst werden müssen. Kauft und lest dieses Buch, am besten in einer stürmischen Novembernacht in einem Rutsch. Es lohnt ungemein!

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  • Levison ist Kult!

    Hoffnung ist Gift
    BuchLeseZauber

    BuchLeseZauber

    13. February 2014 um 14:00

    "Hoffnung ist Gift" ist das letzte und Aktuellste seiner Werke. Vier tolle Romane hat er bereits geschrieben. ALLE sind des Lebens wert. Langeweile kam - zumindest was mich betrifft - bei KEINEM seiner Romane auf! Seine Themen sind Außenseiter. Es sind die Menschen, die ganz unten sind in der Hierarchie des Lebens oder Menschen in besonderen Lebenslagen. Hier etwa beschreibt Levison wie quasi ein Jeder von uns in einen Strudel von Verdächtigungen kommen kann. Die Hilflosigkeit und die Sinnlosigkeit von Hoffnung! - Für mich vielleicht das Beste der vier Bücher?! Nein, eigentlich mag ich sie ALLE! - Wie gesagt: Levison ist und bleibt Kult! Ich bin gespannt auf seinen nächsten Roman! *den ich natürlich auch schnellstens kaufen und lesen werde - er hat dieses Suchpotenzial* - Danke Iain ! :-)

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  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    Callso

    Callso

    03. February 2013 um 11:10

    Respekt! Tolle Story, tolle Umsetzung, höchste Unterhaltung! Das Buch trifft einfach die richtigen Töne. Ein angenehme Mischung aus Spannung und Gefühl, gepaart mit einer hohen Intensität. Ein klein wenig süffisant und angenehm distanziert. Der Autor Iain Levison hat mir prima gefallen. Aus der starken Geschichte ist ein fesselndes Buch geworden. Die Worte sind so wohldosiert, klug, sparsam und intelligent gewählt – ganz stark! Keine plumpe Effekthascherei, zwischendurch sind sogar wohlige, ruhigere Töne zu vernehmen … Die Story: Jeff Sutton ist Taxifahrer in Dallas. Plötzlich wird der Single aus seinem normalen Leben gerissen. Urplötzlich findet er sich in Einzelhaft und der Todeszelle wieder. Mordanklage, weil seine Fingerabdrücke auf einem Fenster vorgefunden wurden. Aus der Überraschung wird entsetzen, keiner glaubt an seine Unschuld, nicht einmal der eigene Anwalt. In der Folge wird das unbarmherzige Leben im Gefängnis mit Schwerverbrechen intensiv geschildert. Beispiel: „Ich frage mich, ob ich im Begriff bin, verrückt zu werden. Würde ich es überhaupt merken. Ich bin der normalste Typ, den ich kenne, doch der einzige Mensch, mit dem ich näheren Kontakt habe, ist ein ausgewachsener Psychopath.“ Es beginnt der Prozess, der recht ausweglos startet… Man leidet mit Taxifahrer Jeff mit, auch wenn der Roman immer eine ganz angenehme Distanziertheit behält. Auf den letzten Seiten ebbt die besondere Stimmung ein wenig ab, nichtsdestoweniger ein sehr, sehr schönes Buch, das absolut lesenswert ist!

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  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    melli.die.zahnfee

    melli.die.zahnfee

    24. December 2012 um 15:03

    Jeff Sutton, Taxifahrer in Dallas, USA, fährt eine Frau vom Flughafen in eine noble Villengegend. Da sie nicht genug Geld dabeihat, bittet ihn die Dame noch mit ins Haus. Als kurz darauf ihre zwölfjährige Tochter verschwindet, steht für die Polizei fest, dass hier nur einer als Täter in Frage kommt. Der unbescholtene Taxifahrer wird in Untersuchungshaft genommen und im Trakt der Todeskandidaten untergebracht. Dort ist sein einziger Gefährte Robert, ein gefühlskalter Mörder. Ausgerechnet er glaubt an Jeffs Unschuld - aber glaubt Jeff selbst noch an Gerechtigkeit? Am Tag der Urteilsverkündung nimmt sein Fall eine überraschende Wendung ... Ein Krimi, der auf einer wahren Geschichte beruht. Ein sehr ungewöhnliches Buch.In der Ich- Perspektive geschrieben handelt es von einem Taxifahrer der durch eine Verkettung sehr unglücklicher Zufälle im Gefängnis landet. Niemand glaubt ihm seine Unschuld, und durch die Ich-Perspektive wird man als Leser direkt hineingeworfen in die Gefühlswelt von Jeff Sutton. Die Ausweglosigkeit der Situation und das niemand einem glaubt. Auch wenn sich alles zum Guten wenden sollte...Jeff wird nie wieder der gleiche Mensch sein wie früher, nie wieder die gleichen Perspektiven haben oder Chancen auf ein normales Leben. Das macht dieses Buch so reizvoll.

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  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    Weeklywonderworld

    Weeklywonderworld

    06. December 2012 um 17:50

    "Ein leichter Ton, eine sichere Hand für das Absurde, eine einfache Geschichte, die jedem Passieren könnte"- ROLLING STONE FAZIT: "Hoffnung ist Gift" war mein erster Roman von dem Autor Iain Levison und auch ganz sicher nicht mein letzter. Der Roman hat mich vom Cover und vor allem vom Inhalt her sofort angesprochen. Ich liebe Storys, die auf wahren Begebenheiten basieren! Das Buch war Informativ, amüsant und in einem wirklich leichten Ton erzählt, gleichzeitig konnte man sich sehr gut in die Hauptperson hineinversetzen. Ich konnte einfacht nicht aufhören zu lesen und ich wurde auch nicht enttäuscht, auch wenn das Ende am Anfang einem ein großes Fragezeichen auf die Stirn klebt....ist es doch sehr Philosophisch. Die Story war bis zum Schluss spannend. Dieses Buch kann ich jedem, der einen Gesellschaftsroman zu würdigen weiß, wärmstens empfehlen!!!!

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  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    17. September 2012 um 11:20

    Ein wahrer Fall hat den in den USA lebenden schottischen Schriftsteller Iain Levinson zu einem Buch inspiriert, das nicht nur spannend geschrieben ist, sondern seinen Leser packt von der ersten Seite bis zum Ende. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass er seinen Protagonisten selbst erzählen lässt. Das gibt dem Buch eine Authentizität und Dichte, die fesselt und stellenweise regelrecht unter die Haut geht. Denn das, was da dem Taxifahrer Jeff Sutton geschieht, könnte auf die eine oder andere Weise jedem von uns passieren. Ohne irgendetwas getan zu haben, gerät er in die Mühle der Justiz und landet im Gefängnis. Als Jeff Sutton, der seit Ewigkeiten Taxi fährt, eines Tages am Flughafen eine Frau als Fahrgast aufnimmt, um sie nach Hause zu fahren, wittert er einen guten Auftrag, und ahnt nicht, dass diese Fahrt sein Leben zerstören wird. Als er die Frau vor einer Villa in einem vornehmen Viertel absetzt, bittet diese ihn noch kurz mit hinein, da sie Geld holen muss. Während er wartet, sieht er im offenstehenden Kinderzimmer der Tochter des Hauses ein Fenster, das sein ehemaliger Arbeitgeber eingebaut hat. Neugierig geht er hin, öffnet das Fenster und hinterlässt seine Fingerabdrücke. Dabei wollte er nur nachschauen, ob auch die Initialien des Fensterbauers zu sehen sind. Auf der Rückfahrt erbarmt er sich trotz Feierabend und nimmt zwei betrunkene Mädchen mit, die ihm nichts zahlen, dafür aber sein Auto vollkotzen. Nachdem er es mit dem Volldruckreiniger gesäubert hat, geht er nach Hause. Am nächsten Tag steht die Polizei vor seiner Tür. Jeff wird verhaftet. Die Tochter des weiblichen Fahrgastes von gestern ist spurlos verschwunden, man hat Jeffs Fingerabdrücke am Fenster des Kinderzimmers gefunden. Auch die Reinigung des Autos macht ihn verdächtig. Jeff wandert sofort in die Todeszelle. Für die Polizei ist alles klar: Jeff hat das Mädchen entführt und getötet. Nur der mehrfache Mörder Robert, ein harter Bursche, den Jeff im Knast kennenlernt, ist von Jeffs Unschuld überzeugt. Es sind letztlich die Gespräche mit ihm, die ihn über Wasser halten. Denn auch sein Pflichtverteidiger agiert lustlos. Entsprechend einseitig wird auch die Gerichtsverhandlung geführt, wichtigen Hinweisen wird nicht nachgegangen. Gebannt blättert der von dem Buch in einen regelrechten Sog genommene Leser eine Seite nach der anderen um, um möglichst bald herauszufinden, ob es für Jeff Sutton noch eine Chance gibt, ob sich das Blatt wenden kann und die Wahrheit ans Licht kommt. Die wird natürlich hier nicht verraten. Nur dass Jeffs Geschichte spannend und bedrückend bleibt bis zum Ende. „Die Wahrheit ist, dass du in dem Augenblick, wo dir bewusst wird, dass andere Menschen dich in einen Käfig stecken können, zur Erkenntnis kommst, dass deine Freiheiten und alles, was du im Leben bis dahin als so selbstverständlich erachtet hast, den Launen von anderen, mächtigeren Menschen unterworfen sind. Und wenn du mal gelernt hast, wie gefährdet dein Platz in der Gesellschaft ist, kannst du diese Erkenntnis nicht einfach wieder vergessen. Das Wissen darum bleibt dir. Du hast hinter den Vorhang geblickt und bleibst auf immer gezeichnet.“ Dieser Schrecken hallt auch im Leser noch lange nach, nachdem er das Buch aus der Hand gelegt hat in dem Bewusstsein, schon lange nicht mehr so ein Buch gelesen zu haben - spannend und aufwühlend zugleich.

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  • War er es oder war er es nicht?

    Hoffnung ist Gift
    Stefan83

    Stefan83

    11. September 2012 um 14:53

    Iain Levisons „Hoffnung ist Gift“ ist für mich jetzt schon eine der Entdeckungen des Lesejahres 2012. Nicht weil die hier benutzte Thematik „Unschuldig im Gefängnis“ so besonders innovativ wäre oder es sprachlich eine qualitative Ausnahmeerscheinung ist. Nein, es liegt vielmehr daran, dass hier in einer Art und Weise zum Denken angeregt, das Unwohlsein gefördert wird, die einem plötzlich wieder bewusst macht, wie viel Macht das doch heute so augenscheinlich unmoderne Medium Buch noch inne hat, wenn der richtige Autor im richtigen Ton die Feder führt. Levisons in der Ich-Perspektive erzählte Geschichte über den Taxifahrer Jeff Sutton aus Dallas, der, einfach zu falschen Zeit am falschen Ort, aufgrund kruder Beweisführungen in den Knast einfahren muss, ist ein erschreckender Trip durch die Widersprüchlichkeiten des amerikanischen Justizsystems. Ein Fingerabdruck hat genügt, um aus einem unbescholtenen Bürger einen Kindesentführer zu machen. Der Verdacht allein reichte der Polizei als Vorwand Sutton in die Mangel zu nehmen, dessen Unschuldsbeteuerungen niemand, nicht mal sein Anwalt, glauben schenken will. Von jetzt auf gleich liegt das Leben des Mannes in Trümmern, werden ihm neben der Freiheit noch Freunde, Taxilizenz und Wohnung genommen. Und wir als Leser sind direkt dabei, in Suttons Kopf und können und wollen wie er nicht glauben, was da um uns herum geschieht. Denn dieses „uns“, und das ist die große Stärke des Buches, fühlt man von Beginn an. Sutton, der das mit ihm Geschehene in einem tiefschwarzen, lakonischen Tonfall kommentiert, ist dem Leser weit näher als der übliche Protagonist in einem Kriminalroman. Er ist vielmehr ein mögliches „Ich“, ein Jedermann, dessen Schicksal man, nicht nur als US-Amerikaner, durchaus teilen könnte. Und die Freiheit, dieses selbstverständliche Gut – sie ist es offensichtlich wohl nicht. Levison, der sich bei „Hoffnung ist Gift“ von einem realen Fall inspirieren ließ, legt die menschenverachtenden Methoden von Einrichtungen bloß, die eigentlich installiert wurden, um Recht zu sprechen und die Wahrheit zu suchen. In der Wirklichkeit sieht dies anders aus: Die Wahrheit ist lediglich das, was reicht, um eine Jury zu überzeugen. Und Recht ist gesprochen, wenn die Mehrheit mit dem Urteil leben kann. Dafür, für einen schnellen, reibungslosen Ablauf, werden dann auch schon mal Zeugen bestochen, Beweise fingiert oder unterschlagen. Aufwand und Ertrag dienen als Gradmesser für den Pflichtverteidiger. Das Wohl des Klienten steht an letzter Stelle. In einem Zustand der dauerhaften Empörung und des fassungslosen Kopfschüttelns verfolgt man Suttons rasanten Abstieg, stets hoffend, irgendjemand würde ihm doch endlich Gehör schenken, den Fall neu aufrollen, endlich erkennen, dass hier der Falsche bestraft wird. Und trotzdem traut sich der Leser, wie auch der Erzähler selbst, nicht zu hoffen. Denn Hoffnung ist tatsächlich Gift. Und ein Eingeständnis einer Niederlage, die man auch als Leser kommen ahnt, jedem Wunschdenken zum Trotz. So sitzt man zusammen mit Sutton auf einer Tribünentreppe im Todestrakt, lauscht den Ausführungen eines mit inhaftierten Serienmörders, welche logischer, ehrlicher und nachvollziehbarer klingen, als alles was die Staatsanwälte, Polizisten und Psychologen im gesamten Buch von sich gegeben haben. Hat Levison hier übertrieben? Ist das vielleicht alles viel zu überspitzt dargestellt? Oder ist das amerikanische Rechtssystem tatsächlich in vielen Dingen zu einer derartigen Farce verkommen? Es sind diese Fragen, die bleiben. Noch mehr nach dem letzten Satz des Buches, welcher den letzten dreißig Seiten eine ganze andere Perspektive verleiht und den (Teufels-)Kreis sinnvoll schließt. Iain Levison hat mit „Hoffnung ist Gift“ eine einfache, aber dennoch besondere und tiefschürfende Geschichte geschrieben, die wieder mal viel zu wenige Leute lesen werden und deren wahren Wert man vielleicht auch erst mit ein paar Tagen Abstand erkennt. Ein provokatives literarisches Kleinod – und mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von diesem Autor.

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  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    Karr

    Karr

    10. September 2012 um 20:08

    Jemand musste ihn verleumdet haben ... Kafka lässt grüßen, wenn es Taxifahrer Jeff Sutton aus Dallas erwischt. Erste Erkenntnis, nachdem er eine Lady vom Flughafen ins Schicki-Viertel gefahren und im Haus aufs Geld gewartet hat: Fass keinen fremden Fenster an. Zweite Erkenntnis, nachdem er dann in der Nacht seine Kutsche dampfgestrahlt hat, um die Hinterlassenschaft von zwei besoffenen Teenies wegzumachen: Geh nicht mit dem Dampfreiniger durch den Wagen, nachdem du fremde Fenster angefasst hat. Denn schon zwei Tage drauf steht die Polizei vor seiner Tür - "Dürfen wir mal rein? - Wo gehts zum Schlafzimmer? Ist das das Bad?" - und Jeff sitzt von einer Sekunde zur anderem im Gewahrsam ein paar Bullen gegenüber, die wissen wollen, wo er das gekidnappte Mädchen versteckt hat. Jeff hat keine Ahnung, um was für ein Mädchen es geht, und er denkt sich: jetzt kommt das good cop-bad-cop-Spiel. Dritte Erkenntnis: Es gibt keine guten Cops. Deshalb sitzt Jeff dann auch plötzlich mir nichts dir nichts als Untersuchungshäftling im Todestrakt. Nur zu seiner Sicherheit - "Denn dir Normalos mögen Kerle nicht, die kleinen Mädchen was getan haben!" Aber dass er das Mädchen weder gekidnappt, noch missbraucht noch umgebracht noch versteckt hat, das wird sich sicher bald herausstellen, denkt sich Jeff und sagt: "Ich will einen Anwalt!". Vierte Erkenntnis: Es gibt keine guten Anwälte und das Leben ist kein Grisham-Roman. Deshalb gibt auch keine großen Courtroom-Duelle sondern einen glatten Prozess mit einem glasklaren "schuldig" der Geschworenen. Doch damit ist Jeff Suttons Geschichte, die Ian Levison durch das Ich seiner Hauptfigur erzählt, noch längst nicht zu Ende. Denn ist das Leben noch so schwer - kommt von irgendwo noch ein weiterer Anwalt daher.... "Hoffnung ist Gift" kommt mit seiner Geschichte, jedem Kapitel und jedem Satz sofort zur Sache, geht sofort ins Stammhirn, packt mit er schnörkellosen Erzählung Jeff Suttons. Dass unser Held nicht gerade die hellste Laterne in Gottes Garten ist, macht die Sache dabei um so spannender. So stoisch wie Jeff, reagiert, wenn er gerade wieder mal ein Stück tiefer in Schwierigkeiten gerutscht ist, wie naiv er im mit den Psychopathen im Knast umgeht - "Ich heiße Robert. Sag immer Robert zu mir. Lass dir nicht einfallen, mich Bob zu nennen. Dann werde ich dich töten. Genau wie die anderen!" - all das nimmt einen als Leser sofort für ihn ein. Man hofft mit und für ihn, dass doch noch alles ein gutes Ende nehmen möge, dass von irgendwoher ein Zeuge auftaucht, der ihn rausreißt oder sonst ein Deux ex machina, mit dem konventionellere Krimikünstler gern und schnell zur Hand sind. Doch nichts da: Selbst als alles gut zu werden scheint und Jeff als freier Mann aus dem Gerichtssaal marschiert, ist das eine bittere Pointe einer an sich schon ganz schön bitteren Geschichte. Fazit: Grauenhaft gut geschriebener neo-noir

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  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift: Roman" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    Buchloewe

    Buchloewe

    17. August 2012 um 15:31

    arrrgggh ende:(
    das gibt es doch nicht....was ist denn jetzt?
    ich muss mit jemandem drüber sprechen:)

    Tolles Buch, tolle Sprache, tolle Story

  • Rezension zu "Hoffnung ist Gift: Roman" von Iain Levison

    Hoffnung ist Gift
    jenst

    jenst

    01. August 2012 um 15:46

    Jeff Sutton ist Taxifahrer in Dallas, und ein gutherziger noch dazu. Als er eines Abends eine wohlhabende Dame vom Flughafen in eine noble Villengegend fährt, bittet diese ihn noch kurz mit hinein, da sie nicht genug Bargeld dabei hat. Kurz darauf verschwindet aber deren Tochter und Jeff muss lernen, dass Justiz und Öffentlichkeit schnell bereit sind, einen Verdächtigen anzuprangern. Zu seinem eigenen Schutz wird er während der Untersuchungshaft im Todestrakt untergebracht, wo Robert, ein gefühlloser Mörder, der Erste ist, der an Jeffs Unschuld glaubt. Doch Jeff selbst verliert nach und nach den Glauben an die Gerechtigkeit. Der Glaube allerdings wird nicht sein einziger Verlust bleiben.

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