Iain M. Banks Die Wespenfabrik

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Inhaltsangabe zu „Die Wespenfabrik“ von Iain M. Banks

265 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.11.1993')

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  • Rezension zu "Die Wespenfabrik" von Iain M. Banks

    Die Wespenfabrik
    Martin_Keune

    Martin_Keune

    15. March 2013 um 23:40

    Die „Wasp Factory“ zu kennen, ist unter denen, die das Buch gelesen haben, wie ein geheimes Erkennungszeichen, wie die Mitgliedschaft in einem dunklen Kult. Und tatsächlich ist Iain Banks’ Debütroman von 1984 mit seiner ahnungsvollen, immer drängender aufschaukelnden Geschichte ein Buch, das man nie wieder vergessen wird. Das liegt an dem skurilen Plot mit seinem verblüffenden Knalleffekt am Ende, an der noch-kindlichen Grausamkeit, mit der sich der Ich-Erzähler die sommerschweren Tage bis zum Eintreffen seines Bruders vertreibt. Die Story bezieht ihre suggestive Anziehungskraft aber vor allem aus einer zweiten, noch viel wirksameren Quelle: Aus Banks’ Fähigkeit, gerade den kleinen Detailbeobachtungen und Spielchen seines jugendlichen Protagonisten so viel Authentizität einzuhauchen, dass man alle paar Seiten an die eigene Jugend erinnert wird, an die Enge, die Nähe, den Makrokosmos, der die Welt damals noch war, ehe der Blick sich weitete. Diese Klaustrophobie, die nach Ausbruch drängt, hat noch niemand besser beschrieben als der umtriebige Tausendsassa Iain Banks aus Schottland. Und hey, apropos Schottland: Wer in Nairn landet an der Ostküste (und nicht das Glück hat, rechtzeitig zu kommen zu Tilda Swintons zauberhaftem halbprivaten Filmfestival „Lotte’s Electric Opera Dream“...) der sollte unbedingt seine Schritte in den örtlichen Buchladen unter dem Ballsaal lenken. Denn dort gibt es nicht nur alles, was Banks je geschrieben hat, zu kaufen: Der Meister hat das meiste auch eigenhändig signiert. Für Banks-Fans und für alle Freunde der schottischen Literatur ein Wallfahrtsort!

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  • Rezension zu "Die Wespenfabrik" von Iain M. Banks

    Die Wespenfabrik
    Wortklauber

    Wortklauber

    16. March 2009 um 17:51

    Darf man das?! Bomben basteln? Hunde anzünden? Ein unliebsames Verwandtenkind mit einem Flugdrachen aufs Meer hinaus befördern? Natürlich nicht. Darf man darüber schreiben? Natürlich. Darf man darüber schreiben und die Protagonisten nicht als durch und durch verderbt erscheinen lassen? Warum nicht. Darf man all das lesen und noch Sympathie für den Ich-Erzähler empfinden? Neben dem Abscheu auch so etwas wie Rührung? Schließlich, wie schrieb der „Scotsman“ bei Erscheinen des Buches 1984: „Man kann nicht gleichzeitig lachen und sich übergeben“? Der knapp 17jährige Francis Leslie Cauldhame, Ich-Erzähler und Erfinder und Hüter der Wespenfabrik, wächst auf einer Insel vor der Küste Schottlands auf. Sein verschrobener Hippie-Vater hat seine Geburt nie bei den Behörden angezeigt, im Dorf gilt er als ein entfernter Verwandter. Mutterlos, mehr oder weniger sich selbst überlassen und ohne äußere Identität – in weit größerer Hinsicht, wie sich am Ende herausstellt – erschafft sich Francis seine eigenen Regeln. Sein Leben wird bestimmt von ausgeklügelten Ritualen. Sein Revier steckt er mit Pfählen ab, auf die er die Kadaver kleiner Tiere gespießt hat. Auf dem Dachboden, unerreichbar für seinen Vater, befragt er die Wespenfabrik nach der Zukunft. Manchmal sprengt er selbstgebaute Dämme in die Luft, manchmal spielt er Krieg. Niemand weiß, dass er als Kind drei Morde an Gleichaltrigen begangen hat. Und er wartet auf seinen Bruder Eric, dem gerade die Flucht aus der Nervenheilanstalt gelungen ist. „Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit, wirklich“, musste der Erfinder dieser Geschichte in Interviews entsprechende Fragen beantworten. In Großbritannien ist der 1954 in Schottland geborene Iain Banks ein sehr bekannter und beliebter Autor. Seine Romane erhalten Auszeichnungen und erobern die Bestsellerlisten. Die Kritiker lieben oder hassen ihn. „Die Wespenfabrik“ wurde von britischen Rezensenten als das „widerwärtigste“, „ekligste“, aber auch als das „hoffnungsvollste Debüt des Jahres 1984“ bezeichnet. In Deutschland kennt Banks fast niemand. Das mag an der Veröffentlichungspolitik des Heyne-Verlags liegen, der einige seiner Romane eindeutig fehlplaziert in seiner Science Fiction-Reihe präsentierte. Hierzulande ist der Roman, 1991 erschienen, mittlerweile vergriffen. Francis Lesley Cauldhame ist Opfer und Täter, so grausam wie verletzlich, intelligent, humorvoll, ein amüsanter Plauderer, ein Psychopath. Schnörkellos geschilderte Realität und drastisch geschilderte Einbildungen und Phantasien existieren gleichberechtigt nebeneinander, überlagern sich, werden vom Autor nie eindeutig als dieses oder jenes enthüllt. Der Leser mag sich sein eigenes Bild machen. Keine leicht verdauliche Kost, sondern eine durchaus zwiespältige Lektüre, die aber mit einem Leseerlebnis jenseits des Mainstreams belohnt. Iain Banks: „Ich schreibe nur darüber, ich tue nichts dergleichen.“ Wirklich.

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