Ian Johnson Die vierte Moschee

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Inhaltsangabe zu „Die vierte Moschee“ von Ian Johnson

Als der Journalist und Pulitzer-Preisträger Ian Johnson 2003 eine Londoner Buchhandlung betritt, macht er eine sensationelle undunheimliche Entdeckung: Als wichtigste Moscheen werden Mekka, Jerusalem, Istanbul und eine Moschee in München genannt. Warum München? Welche Moschee? Das islamische Zentrum von München wurde seit dem Dritten Reich und dem Kalten Krieg von Nazis, Agenten, gestrandeten Muslimen, islamistischen Fanatikern,von Akteuren aller Couleurs zum Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgerüstet. Die CIA und andere Geheimdienste spinnen Intrigen, steuern Machtkämpfe und unterstützen radikale Islamisten der Moslembruderschaft - immer hinter dem Rücken der Öffentlichkeit. Das Drama, das sich in München abspielte, reichte vom politischen Skandal bis zur Schizophrenie der Ideologen und mündet in der jüngsten Zeitgeschichte: In der vierten Moschee wurde der Westen zum Paten des 11. September 2001.

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  • Rezension zu "Die vierte Moschee" von Ian Johnson

    Die vierte Moschee

    nurittin

    07. June 2012 um 19:16

    Ich habe das Buch in der türkischen Version gelesen und ganz interessant gefunden. Wenn jemand, der das Buch in der deutschen Ausgabe hat und nicht mehr behalten will, an meine Adresse senden, damit ich es auch lesen kann?
    Meine Adresse:
    Nurittin Yıldıran
    Cankaya Anadolu Lisei
    Seyranbagları/Ankara/Türkei

  • Rezension zu "Die vierte Moschee" von Ian Johnson

    Die vierte Moschee

    WinfriedStanzick

    25. July 2011 um 17:01

    Die Angst vor dem Islamismus geht um in Europa. Besonders nach dem 11. September 2001 hat sich in der Wahrnehmung des Islam nicht nur in Deutschland etwas geändert. Aktuell wird diskutiert, ob die arabischen Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens nach ihren Revolutionen (Tunesien und Ägypten sind noch nicht das Ende) nach entsprechenden Wahlen nicht doch wieder den radikalen Islamisten in die Hände fallen, wie es in Gaza geschah und im Iran. Doch die politischen Sorgen des Westens um die islamistische Gefahr sind geheuchelt. Das vorliegende Buch des Journalisten Ian Johnson, der schon viel über 9/11 und über den Zusammenhang von Zivilgesellschaft und Religion veröffentlichte, beschreibt, mit viel Hintergrundwissen und ausgezeichnet recherchiert, die Geschichte der sogenannten „vierten Moschee“ in München. Sie trägt deshalb diesen Namen, weil sie, wie Johnson 2003 zufällig auf einer Weltkarte des Islam entdeckte, neben den Moscheen in Mekka, Jerusalem und Istanbul als die wichtigste Moschee der Welt, eben die vierte Moschee bezeichnet wird. Und das hat Gründe, wie er in seinem Buch zeigt. Schon die Nazis rekrutierten Moslems zur Unterstützung und nach dem Zweiten Weltkrieg rüstete der CIA im Rahmen des Kalten Kriegs die Münchner Moschee zu einem Zentrum für radikale Islamisten auf. Oft mit Unterstützung anderer Geheimdienste wurden Intrigen gesponnen und immer wieder die Muslimbrüderschaft gefördert und ausgebildet. Genau jene Gruppierung, vor dem man nun (vielleicht zu Recht) befürchtet, dass sie, wie schon so oft, hinter den Kulissen in Ägypten und anderswo die Fäden ziehen wird. Die zu alles anderem als demokratischen Verhältnissen führen werden. Letztendlich, so Johnson in seinem beunruhigenden Buch, haben die westlichen Geheimdienste in und über die vierte Moschee in München-Freimann, 9/11 und die Folgen selbst herbeigeführt. „Über die vierte Moschee wurde der Westen zum Paten des 11. September 2001.“ Ein Buch, das in der Debatte über den radikalen Islam und seine Rolle in Europa und der Welt nicht mehr wegzudenken ist.

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  • Rezension zu "Die vierte Moschee" von Ian Johnson

    Die vierte Moschee

    michael_lehmann-pape

    25. February 2011 um 15:01

    Die Geister, die man rief Schon Goethe wusste, dass man mit den Geistern, die man ruft, auf Dauer aufpassen muss, sonst entgleiten sie der Kontrolle. Im Blick auf den fundamentalistischen, gewaltbereiten Islam ist dies nachweislich in kleineren Bereichen bereits geschehen. Die Taliban in Afghanistan, von den gleichen Amerikanern bewaffnet und unterstützt, stark gemacht zu Zeiten gegen die Sowjetunion, die nun seit Jahr und Tag im Kampf gegen die fundamentalistischen Muslime in Afghanistan stehen. Auch El Kaida ist letztlich aus einer ähnlichen, am anderen, geographischen Ort zunächst unterstützten, Gruppe hervorgegangen. Machtpolitische Strategien, die den Drahtziehern über kurz oder lang über den Kopf wachsen und nicht unmaßgeblich zur allgemein weltweiten, terroristischen Bedrohung nun beitragen. Ian Johnson nun ist es zu verdanken, dass in sprachlich intensiver und packender Form ein fulminant recherchierter Einblick in die Entwicklung des Islam in Deutschland und Europa vorliegt, der bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreicht und genauestens aufzeigt, wie kurz- bis mittelfristige Machtstrategien und machtpolitische Hoffnungen, gerade zu Zieten des kalten Krieges und im Blick auf die Gegnerschaft zur Sowjetunion, auf lange Sicht hin unkontrollierbar über den Köpfen derer zusammenschlagen, die höchstens mittelbar als Nachfahren mit den ursächlichen Ereignisse zu tun haben. Der Pulitzer Preisträger Ian Johnson, intensiv an der Aufarbeitung des 11. September beteiligt und mittlerweile ein anerkannter Experte für den Islam auch in seiner extrem gewaltorientierten Form, stieß durch Zufall in einem einschlägigen Buchladen in London auf eine „Weltkarte“ des Islam und hier, verwunderlicherweise, auf eine Moschee in München, das „islamische Zentrum“ als viertwichtigste Moschee. Dem geht Johnson nun minutiös im Buch nach und beschreibt, über weite Strecken wie in Roman- und Thrillerform, eine Geschichte der zielgerichteten Unterstützung des Islam von den Machthabern des dritten Reiches über diverse Geheimdienste und die CIA bis in die jüngere Vergangenheit hinein. Auch die aktuell vielgenannte Muslim-Brüderschaft spielt in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle. Seite für Seite legt Johnson fundiert und bestens informiert Zeugnis darüber ab, wie intensiv zu Zeiten auch radikal gesinnte Gruppen von Muslimen als vermeintliche Helfer im Kampf gegen den kalten Krieg oder andere Gefahren für „die westliche Demokratie“ (sprich die Vorherrschaft der Macht auf dieser Welt) von diversen Regierungen unterstützt und regelrecht aufgebaut wurden zu einer Stärke und einem inneren Fanatismus, der ganz offenkundig seit längerem bereits nicht mehr beherrschbar ist. Am Beispiel der Geschichte der Moschee in München und der Vorgänge in dieser reißt Johnson in bestem Sprachstil den Vorhang weg und lässt einen ungeschönten Blick auf die Überheblichkeit und die Selbstüberschätzung von Machtinteressen zu, der klar vor Augen stellt, dass ein Großteil aktueller Probleme nichts anders sind als hausgemachte Folgen kurzsichtiger Entscheidungen über Jahrzehnte hinweg. Erschreckend sind aber auch die Einblicke in die festgefügte Denkweise gerade solcher islamischer Gruppen. Die Passagen über die innere Haltung des Moslem in der westlichen Welt, wie sie im Buch unter anderem durch Muhammad Hawari in einem Vortrag offen gelegt werden, beunruhigen zutiefst. Und auch über das konkrete Thema hinaus hat das Buch Bedeutung und Wirkung. Denn diese Form des strategischen Handelns vollzieht sich, nicht zuletzt durch amerikanische innere Interventionen, ja seit Jahrzehnten weltweit. Von Ägypten bis El Salvador und Nicaragua zurück nach Lybien reichen die ständigen Versuche eines „Strippenziehens“, die langfristig gesehen immer wieder zu instabilen Verhältnissen und extremen Haltungen geführt haben. Das Buch ist eine kluge und intelligente, dabei spannend zu lesende, Darlegung der „gemachten“ Entwicklung des Islam mitsamt seinen fundamentalistischen Ausprägungen, zugleich ein Dokument der geheimen Arbeitsweise machtpolitischer Strategien und zu guter Letzt eine Mahnung gegenüber jenen hochfahrenden Einmischungen und Impulsen, die immer wieder nu aus kurzsichtigen Machtinteressen stattfinden. Eine wichtige Lektüre.

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  • Rezension zu "Die vierte Moschee" von Ian Johnson

    Die vierte Moschee

    hproentgen

    25. January 2011 um 09:35

    »Im Winter 2003 durchstöberte ich einen Londoner Buchladen für radikalislamische Literatur, einen von der Sorte »Londonistan«. Vollgestapelt mit langatmigen aufrufen zum Sturz der freiheitlichen Gesellschaft, schien dieser Laden die Grenzen der freien Meinungsäußerung testen zu wollen – und gewährte dabei ganz unfreiwillig auch tiefe Einblicke in die Probleme der muslimischen Gemeinden Europas. In diesem Laden war ich Stammkunde. Auf meinem Streifzug entlang der Regale fiel mir eine sonderbare Weltkarte auf. 1 Die Länder waren farblich gekennzeichnet, je nach prozentualem Anteil der muslimischen Bevölkerung. Dunkelgrüne Länder hatten eine muslimische Mehrheit, Hellgrün, Gelb und Beige symbolisierten eine graduelle Abnahme – typisch für den politischen Islam, der die Welt anhand eines einzigen Kriteriums, nämlich der Religion, in »wir« und »sie« aufteilt. Den Rand der Karte schmückten Bilder berühmter Moscheen. Da war die Große Moschee in Mekka (jährlich Ziel von Millionen Pilgern), der Felsendom in Jerusalem (von dem aus Mohammed zum Himmel aufgestiegen sein soll), die wunderbare Blaue Moschee in Istanbul und – das Islamische Zentrum München. Das Islamische Zentrum München? Wie seltsam! « Heute gibt es eine große Anzahl von Moscheen in Deutschland. Doch der Autor beschäftigt sich mit der Planung und dem Bau der ersten Moschee, die in den Fünfziger und Sechzigern Jahren in München geplant und Anfang der Siebziger gebaut wurde. Sie war ein Kind des kalten Krieges. Und Ian Johnson zeigt, wie der radikale Islam der Muslimbrüder gehätschelt und gepflegt wurde, weil er antikommunistisch war. Der Feind unseres Feindes ist unser Freund, sagten sich die Geheimdienste und wollten mit Islamisten den Kommunismus bekämpfen. Wie so vieles begann alles im zweiten Weltkrieg. Die Nazis stellten Hilfstruppen aus sowjetischen Kriegsgefangenen auf. Viele davon waren Muslime und davon versprach sich das Ostministerium viel. So kam ein gewisser Gerhard von Mende an die Macht und wie viele andere verlor er sie nicht mit dem Ende der Naziherrschaft. Viele der muslimischen Wehrmachtssoldaten waren in Westdeutschland geblieben und bildeten eine Gemeinschaft, die eine Moschee bauen wollte. Doch die Soldaten hatten zwei Nachteile: Sie hatten für die Nazis gekämpft und keine allzu engen Bindungen an den Islam. Ein Bier hin und wieder vertrug sich gut mit ihrem Glauben. So suchte der CIA und der deutsche Geheimdienst bessere mohammedanische Partner und fand sie. Die Moscheegemeinschaft wurde von Said Ramadan übernommen und gelenkt – dem damaligen Führer der Muslimbrüder. In der Sowjetunion gab es viele Mohammedaner, in den Fünfzigern gab sich der Staat liberaler und erlaubte Pilgerfahrten nach Mekka. Natürlich nur für die, die dem Regime nicht kritisch gegenüberstanden. Und das waren die, die keinen politischen Islam vertraten, die bereit waren, Religion als Privatsache zu sehen, der Partei nicht in die Quere kamen. Folglich förderte der Westen vor allem die Mohammedaner, die Vertreter des politischen Islam waren und Gegner der Kommunisten. Bald fanden diese auch Verbindungen zu fundamentalistischen Regierungen im nahen Osten und erhielten von dort Geldspenden. Die mohammedanische Gemeinde hatte damals bei weitem nicht die Mittel, um eine Moschee zu bauen. Saudi Arabien, Lybien, die Golfstaaten wurden Geldgeber und auch diese Staaten zählten nicht zu denen, für die Religion zur Privatsache gehört. Wer zahlt, schafft an. Türkische Gastarbeiter waren im Moscheebauverein nicht erwünscht, ihre Mitgliedschaft im Verein wurde abgelehnt. Als die Moschee eröffnet wurde, durften sie zwar das Gotteshaus benutzen, blieben aber weiterhin vom Moscheeverein ausgeschlossen. Zu liberal und obendrein wollten die arabischen Muslimbrüder mit Türken nichts zu tun haben. So wundert es nicht, dass aus dieser Moschee später auch zahlreiche Verbindungen zu Terroristen geknüpft wurden. Die Revolution frass ihre Kinder, der radikale Islam, unterstützt, um den Kommunismus zu stürzen, wandte sich gegen den Westen, der ihn hochgepäppelt hatte. Wer aber glaubt, dass die Moschee nun ins politische Abseits geriet, irrt. Denn auch die Bush-Administration entdeckte bald ihr Herz für fundamentalistische Mohammedaner. Jetzt nicht mehr als Verbündete gegen den Kommunismus, sondern als Schutzschild gegen die Terroristen. Viele Muslimbrüder standen auf dem Sprungbrett zu politischer Macht in ihren Heimatländern und damit schwand ihre Begeisterung für den Terrorismus. Auch die Saudis hatten von denen mittlerweile die Nase voll, schließlich waren sie selbst zu Zielen von Al Kaida und Bin Ladem geworden. Wieder verbündeten sich westliche Geheimdienste mit dem fundamentalistischen Islam. Und das Buch zeigt am Beispiel der Münchener Moschee, wie das funktioniert. Spenden aus radikalen islamischen Staaten ermöglichen den Bau von Moscheen, Moschevereine werden folglich mit deren Anhängern besetzt und die Vereine bilden kleine, abgeschlossene Zirkel, die den „normalen“ Gläubigern verschlossen bleiben. Kein Wunder, dass radikale Mohammedaner immer wieder fordern, dass nur die Moscheevereine als Gesprächspartner des Staates mit Mohammedanern anerkannt werden sollen. Ian Johnsons Buch ist eine detaillierte Studie, die anhand der Münchener Moschee nachweist, wie der politische Islam bewusst in die westliche Welt eingeschleust wurde. Manchmal klingt es fast zu detailverliebt, aber der Autor kann auch aus Nebensträngen immer noch interessante Geschichten hervorholen. Er ist Journalist und hat den renommierten Pulitzerpreis gewonnen. Ihm ist mit dem Buch eine faszinierende, verstörende Studie gelungen, über Geheimdienste, Islamisten und Ölgeld aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten. Der Leser begreift, wieso eine Richtung des Islams derart die Überhand gewinnen konnte und mit welchen Mitteln das erreicht wurde. Natürlich kann nicht alles am Beispiel der Münchener Moschee gezeigt werden. Die Ursprünge der Muslimbrüderschaft, die sich nach dem Vorbild des Klerikalfaschismus in Europa organisierte, Mussolini, Franco und die zahlreichen anderen katholischen faschistischen Systeme als Vorbild wählte, all das streift das Buch nur. Dennoch ist es für jeden lesenswert, der mehr Hintergrund über die ganze Islamdebatte haben möchte. Und schön, dass sich ein deutscher Verlag für das Buch gefunden hat. Leseprobe: http://www.amazon.com/gp/reader/0151014183/ref=sibdppt#reader-link Homepage des Autors: http://www.ian-johnson.com/ Die vierte Moschee, Sachbuch, Ian Johnson, Klett-Cotta, Januar 2011 ISBN-13: 978-3608946222, gebunden, 360 Seiten, Euro 22,95

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