Ian Kershaw Hitlers Macht

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Inhaltsangabe zu „Hitlers Macht“ von Ian Kershaw

Wie war es möglich, daß Hitler von einer unscheinbaren Randfigur zum mächtigsten Mann Europas aufsteigen und es binnen weniger Jahre in Schutt und Asche legen konnte? In seiner Untersuchung gibt Ian Kershaw eine neu akzentuierte Antwort, indem er Max Webers Konzept der charismatischen Herrschaft konsequent auf die Analyse von Person und Rolle Hitlers anwendet. Er zeichnet ein klares Profil der NS-Herrschaft und verdeutlicht das Ineinanderwirken von Hitlers persönlichem Machtanspruch, der Machtausübung durch die Partei und den Machtstrukturen des Systems. Ian Kershaw, geboren 1943, ist Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Historischen Instituts an der Universität Sheffield. Er zählt zu den international bedeutendsten Forschern über den Nationalsozialismus; 1998 erschien der erste Band seiner von Presse und Fachwelt hochgelobten großen Hitler-Biographie.

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  • Rezension zu "Hitlers Macht" von Ian Kershaw

    Hitlers Macht

    Sokrates

    21. September 2011 um 18:38

    Die Frage beschäftigt viele noch heute, im Besonderen jedoch Biographen. Wie konnte Hitler so viele Menschen an sich binden, sie von sich und seinen Ideen überzeugen, Kräfte in einem Land mobilisieren, die schließlich für einen Eroberungskrieg durch ganz Europa reichten? . Ian Kershaw gelingt eine interessante und umfangreiche Darstellung, die m.E. die Ursachen für Hitlers Erfolg sehr gut dokumentieren und überzeugend darstellen. Persönlichkeit und Ausstrahlung Hitlers waren – so Kershaw – ambivalent. Einerseits hatte er allenfalls die Qualitäten eines „Bierkeller-Agitators“ (S. 15), andererseits war seine Art, eigene Ideen und Überzeugungen zu vertreten eine unheilvolle und faszinierende Mischung. Rein physiognomisch war Hitler ein kleiner blässlicher Typ mit schlechten Zähnen, der einen konservativ und eintönigen bis schrulligen Lebensstil hatte. Allerdings waren Mimik und Körpersprache in Kombination mit den von ihm vertretenen Ansichten eine unheilvolle Mischung. . Neben der Herkunft von Hitlers Ideen (maßgeblich geprägt in den Wiener Jahren) beschäftigt sich Kershaw den Hauptteil seines Buches mit der Machtetablierung nach 1933, der absoluten Macht zu Beginn des 2. Weltkrieges und der Hybris, die spätestens ab 1941 nach Kershaw einzusetzen beginnt. Insgesamt zeichnet er das Bild eines fanatischen Menschen, der ein großes Talent zur verbalen Ver-einfachung besaß und somit jedes intellektuelle Niveau bei seinen Zuhörern erreichen konnte. Seine ideologische Selbstgewissheit, gleichsam die eines Missionars, machte aus einem in praktischen Dingen eher linkischen Hitler eine in demagogischen Fragen omnipotenten Führer, dem alle alles zutrauten und blind folgten. Selbst sein engster Kreis blickte über die offensichtlichen Unzulänglichkeiten und Brüche in seiner Persönlichkeit versöhnlich hinweg. Das Buch ist äußerst interessant. Die von Kershaw aufgezeigten und erörterten Wirkmechanismen sind – von Max Weber bereits vorausgesagt – jederzeit wiederholbar; gerade dies macht die Aktualität dieses Buches aus und schult (hoffentlich) das Gefühl des Lesers für derartige verhängnisvolle Wirkmechanismen von Macht, Faszination, Demagogie und Verführung.

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