Ian MacDonald

 3.8 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Narrenopfer, The Beatles und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ian MacDonald

The Beatles

The Beatles

 (3)
Erschienen am 26.08.2003
Straße der Verlassenheit

Straße der Verlassenheit

 (1)
Erschienen am 01.09.1995
A German Workbook

A German Workbook

 (0)
Erschienen am 01.12.1984
The Klondikeƒ?Ts ""dear Little Nugget""

The Klondikeƒ?Ts ""dear Little Nugget""

 (0)
Erschienen am 01.10.1995

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Rezension zu "Straße der Verlassenheit" von Ian MacDonald

Verlorene Chance
rallusvor 5 Jahren

Ian Mcdonald hat mit seinem Erstling "Straße der Verlassenheit" (Desolation Road) gleich den begehrten Locus Award für den besten Debütroman 1989 eingeheimst.
Nach der Hälfte der Lektüre sei vorsichtig angefragt ob 1989 nicht bessere Erstlingsromane im Bereich Science Fiction vorlagen, oder ob der Verlag nicht geschlampert hat, mit der Übersetzung.
Ian McDonald war noch nie einfach, eher sperrig in seinen Romanen, aber hier misslingt die Metamorphose eines lyrischen Ray Bradbury (an dessen Mars-Chroniken sich Desolation Road anlehnt) mit Fantasyelementen (eine Art magischer Realismus) und halb wissenschaftlichen Themen, gründlich.


Ausgangspunkt ist ein verlassener Punkt auf dem Mars, neben einer Bahnstrecke, als ein einsamer Wissenschaftler, Dr. Alimantando, strandet und als erster Bewohner eine Stadt aus den Resten eines sterbenden Roboters baut.
Der Mars ist für die Menschen umgewandelt so dass sie dort leben können. Nach und nach treffen in der Einöde die verschiedensten Charaktere ein.
Rajendra Das ein Genie welches mechanische Dinge reparieren kann so dass sie besser als vorher funktionieren, ein Vater mit seiner unscheinbaren Tochter, die die Liebe der Menschen in sich vereinigen kann und in einem Moment abstrahlen, so dass sich jeder in sie verliebt.
Alle bilden sie eine etwas andere Gemeinschaft, ein Haufen Outlaws der lernt sich zusammenzuraufen.
Die Vorstellung und Einführung gelingt McDonald trotz des manchmal etwas gewollten Stils noch, doch im fortlaufenden Buch zerfasern die Personen und deren Handlungen zueinander, in kurzen Kapiteln häufen sich die Personen und verschiedenen Begebenheiten ohne dass ein Zusammenhang erkennbar wäre und so scheitert letztendlich der Versuch mich zum weiterlesen zu verführen.
2 Sterne gibts für die exentrischen Ideen und gelungene Umgebung des Romanes, der Rest ist leider nicht bei mir angekommen.


 

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Rezension zu "Narrenopfer" von Ian MacDonald

Xenokultur in irischer Provinz
thursdaynextvor 5 Jahren

„Anfangs glaubten wir ja Mäner und Frauen seien Angehörige verschiedener Spezies“

 

„Das Narrenopfer“, auch hier ist der engl. Titel „Sacrifice of Fools“ vorzuziehen weil treffender, ist ein Science Fiction der sich in Irland 2004 abspielt.

Hier leben die „Outsider“ , rein äußerlich relativ menschenähnlich, kulturell und biologisch logischerweise völlig anders gestrickt. Sie sind die Stärke dieses Romans, ihre Kultur ihre Gesellschaft, Lebensart, Sexualität, Religion“ und Technik.

Kommunikation findet unter anderem über Düfte statt.

Die Outsider siedeln in Irland. Nicht im romatischen Irland aus Bölls irischem Tagebuch,

nein im dreckigen, verzweifelten von Religion und Fantatikern gespaltenen Irland.

Hier sind die weitere Gründe ausser Hungersnöten und Unterdrückung für die massenhafte Immigration der Iren zu finden.

Zwei Zivilisationen treffen aufeinander.

Verbindungspunkt ist Andy Gillespie. Ire mit Outsider Kommunikationsfähigkeiten. Frisch aus dem Knast, zu Voroutsiderzeiten eingelocht, beladen mit Schuld und Verwweiflung

und verbissen genug um die rätselhaften Morde an einer ihm liebgewonnen Outsider Familie aufzuklären.....

Ian Mc Donald schreibt hart, straight, fast schon so verzweifelt wie sein Protagonist. Die dunklen Seiten Irlands und seiner Geschichte, der Menschheit an sich sind ihm ein Anliegen.

Man hat das Gefühl hier schreibt jemand, wider besseres Wissen, um aufzuklären, zu verbessern was nicht wiedergutzumachen ist und seine Frustration mit der menschlichen, speziell der irischen hinauszuschreien.

Sarkasmus durchsetzt den Roman ebenso, wie die Kritik an Religionen und ihren menschenverachtenden inhumanen Auswüchsen.  Das ganze geprägt von einer naiven ungreifbaren Hoffnung auf Verbesserung.

Narrenopfer ist hart zu erlesen. Schmückendes Beiwerk wie Adjektive tauchen selten auf.

Die Gedanken der Protagonisten deprimierend hart, so wie ihr Leben.

Dennoch ist „Sacifice of Fools“  herausragende SciFi, die zu lesen sich lohnt, denn die fremde Kultur ist faszinierend skizziert und der gebrochene Andy Gillespie, der von dieser Kultur angezogen wird und doch nur auf sein menschliches Verständnis zurückgreifen kann um sie zu erleben, eine hochinteressante Hauptperson.

Für Narrenopfer erhielt Ian Mc Donald 1999 den Kurd-Laßwitz-Preis.  Ein deutsches Pendant zum Nebula Award.

 

Fazit:

Wer gerne seine Nase in eine faszinierende Xeno Kultur stecken, Irland einmal anders betrachten möchte und weder stilistische Schönheit, noch Schnörkeleien oder gar versöhnlichen Humor erwartet ist mit diesem SciFi gutbedient.

Von mir hochachtungsvolle, aber widerwillige 5 Sterne.

 

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Rezension zu "Narrenopfer" von Ian MacDonald

Narrenopfer
rallusvor 5 Jahren

Ian McDonald ist bekannt für seine politischen und emotionalen Werke.
Hauptsächlich beschreibt er religiöse und herkunftskonflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen.
Dabei ist er vom Nordirlandkonflikt geprägt der seit Jahren erbittert zwischen den verschiedenen Parteien geführt wird.
Ian McDonald beschreibt nur die Konflikte, Lösungen muss jeder selber finden.
Sein Hauptaugenmerk liegt auf den, nicht eindeutig einer Partei zugehörigen Charaktere - selber ist er Kind einer irischen Mutter und eines schottischen Vaters.
In Narrenopfer sind Ausserirdische als Flüchtlinge gekommen und haben sich über die Erde in Holds ausgebreitet.
Die Shian oder Outsider sehen den Menschen ähnlich, haben aber eine andere soziale Ausprägung, eine hochkomplexe Sprache und eine überlegene technische Kultur.
Dies wird den Menschen gegen das Asyl auf der Erde geboten und so müssen sich beide Parteien zusammenraufen.
Gillespie ist ein Ex-Knacki und hat Narha (die Sprache der Shian) im Gefägnis auf einzigartige Weise gelernt.
Durch seine Kenntnisse kann er für die Shian arbeiten, die wie eine Familie für den gescheiterten Kleinkriminellen ist.
Doch seine neue Shian-Familie wird bestialisch ausgerottet, die Polizei steht vor einem Rätsel und verdächtigt ihn.
Verfolgt von der Polizistin Roisin Dunbar, macht sich Andy Gillespie auf den Weg in die Aufklärung des Falles.
Sein Weg bringt auch den Leser tiefer in die Konflikte und Abartigekiten zwischen den Menschen und den Outsidern.
McDonald nimmt kein Blatt vor den Mund und kehrt die tiefen (und abscheulichen) seelischen Ausprägungen beider Rassen hervor.
Sogenannte Frooks bemühen sich um Sex mit den Shian, es gibt auch verschiedene Ausprägungen, da Shians nicht sofort eindeutig Mann oder Frau zuzuordnen sind.
Die menschliche, männliche gewalttätige Art des Verkehrs, wo es um Macht geht ist ihnen fremd.
Dabei verfallen sie, ihr Verhalten ist ansonsten geschlechtslos, zweimal im Jahr einem kompletten Rausch und paaren sich wahllos auf ihren Festen.
Gillespie gerät bei seiner Suche immer mehr in die Abgründe hinein, was erst wie ein Kriminalfall wirkt, ist für ihn eine Standortbestimmung im Leben.
Mit seinem Wissen ist er zwischen beiden Parteien und muss beide Seiten verstehen.
McDonald schafft es meisterhaft die komplexen sozialen Strukturen der Shian und die Probleme mit den Menschen in einen spannenden und fiebrigen Kriminalfall einzubauen.
Dabei hat er noch höchts komplex gezeichnete Haupt-und Nebenfiguren mit all ihren kleinen Problemen.
Roisin Dunbar beim Gedanken an die Pathologie:

"Lieber Gott, der du die Polizei geschaffen hast, laß mich sterben wie es einem Bullen zusteht: fett, stinkend und blau, eine Margarita in der Hand.
Das Glas rutscht mir aus den Fingern, fällt und zerbricht klirrend auf dem Boden der Sonnenterrasse meiner Rentnerhazienda mit Meerblick, irgendwo in den Hügeln von Fuengirola....
Laß zwanzig Enkelkinder zu meiner Beerdigung einfliegen, laß sie weinend an meinem Grab stehen, und laß sie heulen und fluchen, wenn sie feststellen müssen, daß ich ihr Erbe versoffen und für meinen Golfkurs verblitzt habe.
Laß mich nicht sterben wie einen Hund; laß mich sterben, wie ein Gentleman stirbt"


Echte irische Gebete!

Ein realistischer und authentischer Roman, der nie belehrend wirkt oder sich auf eine Seite stellt.
Verständnis ist das Zauberwort, dabei bekommen so manche Institutionen ihr Fett ab.
Kirche ist eben auch nichts anderes als eine politische Partei mit großer Machtausübung!
Ein hoch emotionaler aber auch erdiger SF in Nordirland von einem der interessantesten Autoren der Gegenwart!



 

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