Ian McDonald

 3.7 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor von Luna, Cyberabad und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ian McDonald

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Luna

Luna

 (16)
Erschienen am 12.12.2016
Cyberabad

Cyberabad

 (8)
Erschienen am 09.07.2012
Luna - Wolfsmond

Luna - Wolfsmond

 (7)
Erschienen am 09.05.2017
Necroville

Necroville

 (6)
Erschienen am 06.08.2008
Chaga oder das Ufer der Evolution

Chaga oder das Ufer der Evolution

 (1)
Erschienen am 01.01.1997
Cyberabad: Roman

Cyberabad: Roman

 (0)
Erschienen am 09.07.2012
Luna – Drachenmond

Luna – Drachenmond

 (0)
Erschienen am 08.07.2019

Neue Rezensionen zu Ian McDonald

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hiddenbookparadises avatar

Rezension zu "Luna" von Ian McDonald

Science Fiction oder Erotik?
hiddenbookparadisevor einem Jahr

Wieder war es ein Buch, auf welches ich mich sehr freute, denn ist Science Fiction, die sich mit dem Leben der menschlichen Spezies auf anderen Planeten befasst, stets ein interessantes Thema. Was wird wohl in der Zukunft eintreten? Doch obwohl dieses Buch sehr gut klang und gepriesen wurde, konnte es mich nicht ansatzweise überzeugen.

Die Menschheit hat begonnen den Mond zu besiedeln. Dieser kleine Himmelskörper wird von den fünf großen Drachen beherrscht – sich rivalisierende Wirtschaftsgiganten. Einst waren es nur vier und der wird Corta-Clan stets eine Art Außenseiter bleiben. Adriana Corta gründete ihn vor vielen Jahren, doch machte sie sich Feinde, die den Untergang ihrer Familie bedeuten könnten.

Weder der Anfang, die Mitte, noch das Ende haben sich voneinander unterschieden, noch konnten sie mich fesseln. Dies hatte viele Gründe, die jedoch nicht die Grundidee des Buches betrafen, welche wieder eine Möglichkeit der Entwicklung der Menschheit bot. Es war interessant, wie sich die die Zukunft gestalten könnte, wie sich die Sprache und die Menschheit verändert, welche Innovationen es geben könnte und wo die Prioritäten des Lebens auf einem anderen Himmelskörper liegen. Doch leider scheiterte es an allem Anderen.

Ein großes Problem war es, dass das Buch wie eines geschrieben war, das in der Gegenwart spielt und nicht zum Genre des Science-Fiction gehört. Das heißt, es gab zu wenige Informationen und Beschreibungen zur Veränderung der Welt. Da die Handlung wahrscheinlich zu Beginn des 22. Jahrhunderts stattfindet, muss sich sehr viel innerhalb der Gesellschaft, der Technik und allgemein dem alltäglichen Leben geändert haben, zumal der Mond der Handlungsort ist. Unter anderem diese Veränderungen, die Möglichkeiten, die es gibt, sind so faszinierend an diesem Genre. Man möchte eine neue Welt kennenlernen und die Faszination dieser spüren. Das war hier nur nicht der Fall. Es tauchten viele Fragen auf, die nie beantwortet worden sind. Stets wollte ich mehr wissen, mehr erfahren. Ich wollte die Neuheit der natürlichsten Dinge erfahren. Woher zum Beispiel die Lebensmittel oder ganz allgemeine Ressourcen stammen, wie sich das alltägliche Leben außerhalb der Erde verändert hat. Stattdessen bekam ich die Erzählung des Daseins auf dem Mond, das wie etwas Selbstverständliches angesehen wird, obwohl die Menschen ihn erst seit einem halben Jahrhundert bevölkert haben. Wo bleibt die Entwicklung? Wie ist das Leben dort möglich? Wie ist alles aufgebaut? Man bekommt kaum Erklärungen des Denkbarseins der Existenz auf einem lebensfeindlichen  Körper. Ich kann nach dem Lesen des Buches nicht sagen, wie die Städte aufgebaut sind, welche Architektur es gibt, woher Menschen ihren Sauerstoff zum Atmen bekommen, ob sie unter einer stabilen Kuppel leben, wie die Farben eines Sonnenaufgang ohne Atmosphäre auf dem Mond entstehen können, wie Regen möglich ist. All jene essentiellen Dinge blieben unbekannt, trotz dass sie derart wichtig sind. So auch die Vertrauten, eine künstliche Intelligenz, die jeder Mondbewohner besitzt. Man erhielt weder erläutert wie sie im groben funktionieren, wie private Kanäle aufgebaut sind, wenn jeder Mensch in der Umgebung eigentlich zuhören könnte, wo sich ein Mikrophon befindet oder ein Chip, ob es eine Modifikation im Gehirn des Nutzers befindet, wie der Skinwechsel vonstattengeht. Es ist als würden wir alles schon kennen, der Grund, weshalb es mir wie ein Buch in heutiger Zeit spielend erschien. Ein Handy müsste nicht erklärt werden, ebenso wenig ein Auto, aber bei der Beschreibung einer zukünftigen Welt ist genau dies nötig. Oder nicht? Sollte sich der Leser fremd fühlen, so bleibt er es tatsächlich über das ganze Buch hinweg. Wenn er schließlich eine Erklärung bekommt, so viel zu spät.

Ein weiterer Aspekt waren die Charaktere. Kurz gesagt, waren sie mehr eine Füllung der Seite ohne große Bedeutung. Kleine Teile des Lebens der Charaktere bildeten die langen Kapitel. Jedoch waren sie weder interessant noch mit vielen Informationen gestaltet, sondern bestanden aus einzelnen Fetzen, die nicht ein komplexes und großes Ganzes formten, vielmehr auf einer Linie ohne Ausschläge blieben und dem gleichen Faden folgten. Dadurch wurde die Welt nicht erweitert. Anstelle dessen las man Seiten über Seiten Irrelevantes, Brocken aus dem Leben der handelnden Personen, die sich nicht miteinander verbanden.

Ganz am Anfang schienen die Charaktere vollkommen divers zu sein, da sie aus anderen Schichten kamen und sich voneinander unterscheidende Sichtweisen hatten, doch im Endeffekt waren sie alle gleich. Armut existierte nicht mehr, mit der Folge, dass die anfangs angesprochenen Probleme der Gesellschaft, zeitig vollkommen außer Acht gelassen und nicht mehr weiter behandelt wurden. Man erlebte jene Menschen, die ohne vergleichsweise große Sorge und Existenzprobleme bezüglich der vier Grundstoffe – Luft, Wasser, Kohlenstoff und Daten – leben können. Es fehlte schlichtweg die Diversität zwischen den Personen, wodurch es wenig spannend war. Hinzu kam, dass Sex das große Thema des Buches war. Nur weil es ein Buch für Erwachsene ist, heißt es nicht, dass jeder in irgendeiner Art sehr den fleischlichen Gelüsten zugetan ist und man konsequent nach wenigen Seiten eine sexuelle Handlung oder Anspielung las. Beispielsweise der siebzehnjährige Lucaniho, der mit jedem ins Bett steigt und ständig auf Partys zugange ist, dann im Widerspruch stehend peinlich berührt fühlt, wenn es um die Sprache des Aktes an sich geht. Es wird genau beschrieben, wie sich eine Frau, die bei dem körperlichen Kontakt mit anderen Menschen nichts Sexuelles empfinden kann, selbstbefriedigt. Man bekommt mehr Beschreibungen sexueller Gelüste, testosterongelandener Luft als Science-Fiction. Es ist schön und gut, dass es verschiedene Sexualitäten gibt, doch gehen diese einfach unter. Wird ein Charakter äußerlich umschrieben, ist es oftmals nur einer, der von sich selbst überzeugt oder hübsch ist oder es sind die äußerlichen Reize, vor allem die der Frauen.  

Neben den Handlungsträgern und dem Setting, fehlt es der Handlung an Spannung und allgemein etwas Interessantem. Der Autor konnte mich als Leser nicht packen oder mir etwas mit diesem Buch geben, denn ist nichts passiert, bezogen auf das Geschehen an sich als auch philosophische Aspekte et cetera. Die Geschehnisse hatten überwiegend keine besondere Bedeutung, wie der Einstieg in die Geschichte mittels des Mondlaufes, dessen Sinn nie erläutert worden ist. Zusätzlich gab es mehrere unrealistische und fragwürdige Aussagen, wie die sehr knapp bemessene Zeit, in der das Leben auf dem Mond aufgebaut wurde. Bevor man an die Gründung einer Familie denkt, steht eigentlich die Ermöglichung von Leben im Vordergrund.  Mich sehr überraschend war die unglaubhafte Aussage, dass Gold auf dem Mond lediglich ein Schmuckstück sei. Durch seine Eigenschaften wird Gold in der Raumfahrt verwendet, ebenso in der Technik im Allgemeinen, die eine nicht unbedeutend große Rolle in der Zukunft spielen wird. Wenn es ein Element gibt, das Gold ersetzen könnte, eine billigere und effizientere Ergänzung, so wird dies nicht im Buch erwähnt. Außerdem ist die Aussage, dass ein BH nur wegen der Schwerkraft verwendet wird, dezent absurd. Im Alter spielt die Schwerkraft sicherlich eine große Rolle, doch warum sollten Frauen im jungen Alter dann einen BH tragen? Insbesondere, wenn geringere Schwerkraft normalerweise einen bestimmten Einfluss auf die Bewegung der Brüste hat. Es ist eine Aussage, die mich als Frau noch mehr von diesem Buch abgestoßen hat.

Was jedoch nicht zu schlecht war, war einerseits die Gestaltung der Sprache und des Aussehens der Menschen, die sich über die Jahre durch Einflüsse aus verschiedensten Kulturen veränderten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Sprache sich in Zukunft weiterentwickelt und mehr vermischen wird. Doch leider war es verwirrend, oft Fremdwörter zu lesen, die nicht kurz umrissen wurden, man hingegen das Lesen unterbrechen musste, um sie im Glossar am Ende nachzulesen. Obschon sie die Sprache authentischer machten und die einzige Komplexität neben der Überhäufung zahlreicher Namen bildeten, ließ sich ihre Bedeutung nicht im Text erschließen oder konnte man sie sich auch nicht herleiten, wenn man diese Sprache nicht spricht. Noch nervenaufreibender wird es, wenn man ganz Sätze in Portugiesisch vorfindet, die nicht übersetzt werden. Mit ein bisschen Französischkenntnissen konnte man manchmal erahnen, von was die Rede ist. Hierbei war es auch nicht so, dass eine Übersetzung unlogisch gewesen wäre, denn konnte der Charakter sie sprechen und verstehen. Vielleicht waren die einzelnen Sätze nicht bedeutend, aber mich hätte es dennoch interessiert, ihre Übersetzung zu wissen.

Andererseits waren die Kleidung und der Druck dieser als auch anderer Dinge im Ansatz interessant, möglicherweise die Verbindung zu alten Modetrends aus dem 20. Jahrhundert. Ebenso war es die, wenngleich einfache Skizzierung der Veränderung der Erde. Dennoch war es nur ein winziger Teil der Erde, der dargestellt wurde, und auch nur recht grob und einseitig.


Schlussendlich kann man es als Buch beschreiben, das mich als Leser zu keinem Zeitpunkt richtig fesseln konnte mit seiner schwarz-weißen Welt, die nur eine Kontur blieb und sich nie zu einem 3-D-Bild entwickelte. Der Schluss reizte mich ebenfalls nicht, die Reihe fortzusetzen. Manchen gefällt dieses Buch, mit gab es jedoch nichts, da es nur Worte waren, die zusammenfassend nur unzureichend wenig erzählten. Es war ein Baum ohne Wurzeln zu einem Konstrukt allzu typischer Intrigenspiele mit wenig Besonderheiten und ohne Tiefgründigkeit.

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benfis avatar

Rezension zu "Luna" von Ian McDonald

Erster Roman um die herrschenden Familien auf dem Erdtrabanten...
benfivor einem Jahr

KURZBESCHREIBUNG:
Als die Menschheit den Mond besiedelt, entwickeln sich daraus schnell die fünf Drachen. Das sind die Familien, welche das Sagen auf dem neuen Lebensraum für Menschen haben. Die Familie Corta wird dabei am meisten verachtet, denn Adriana Corta, der Begründerin ihres Clans auf dem Mond, wird oft nachgesagt, sie hätte sich ihren Status auf eine unehrenhafte Art und Weise angeeignet. Trotzdem hat ihre Familie ihre Monopolsstellung erreicht und so gibt es viele Neider und heimliche Lästerer dieser Drachen mit den so unterschiedlichen Kindern von der langsam sterbenden Adriana. In diese Familie gelangt Marina Calzaghe, welche auf dem Mond gekommen ist und viel Geld verdienen will, da ihre Mutter auf Erden eine teure medizinische Versorgung benötigt. Als Bedienstete auf einer Feierlichkeit der Corta engagiert, rettet sie Adrianas Sohn Raffa bei einem Mordanschlag. Fortan ist sie von der Familie eingestellt und damit enden ihre Sorgen um die ständige Zahlung der nötigen Grundelemente auf dem Mond und natürlich die Kosten für das Wohl ihrer Mutter. Aber dadurch wird Marinas Leben nicht nur mit vielen neuen Erfahrungen bereichert, sondern auch der Lebensgefahr ausgesetzt, denn nicht wenige Mondmenschen denken sich: Tod den Corta und ihren Mitstreitern!

KOMMENTAR:
Der Roman 'Luna' aus dem Jahr 2016 konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Ich war mit recht hohen Erwartungen an diesen Science-Fiction Roman gegangen und der Autor Ian McDonald legt eigentlich ein wunderbares Setting vor: ein bevölkerter Erdtrabant, auf dem viele technologische Aspekte, die heutzutage auf der Erde seinen Anfang finden, in der gar nicht so entfernten Zukunft umgesetzt werden. Zum Beispiel das 'Chib': eine Art Kontaktlinse, die im Verbund mit einem virtuellen Vertrauten die Plattform darstellt, über welche man Rechnungen zahlt, alle seine Daten unter Kontrolle hat sowie seine sozialen Netze verwaltet; das ist gar nicht so abwegig in der nahen Zukunft. Und dass man für wirklich alles wie auch das Atmen bezahlt - da warte ich noch drauf. Dazu das Gefüge von fünf Familien, welche über den Mond herrschen, sich aber untereinander gar nicht grün sind, ist sehr interessant. Doch McDonald macht dieses Szenario meiner Meinung nach unnötig kompliziert: er mixt eine eigene Sprache aus Englisch und den jeweiligen Herkunftssprachen der Familien und fügt ebenso noch 'Globo', ein vereinfachtes Englisch, was jedoch Maschinen sehr gut verstehen, auf dem Mond ein. Ich glaube, während der ersten hundert Seiten war ich dauernd zwischen aktueller Seite und dem Glossar am Pendeln, bevor ich es aufgab und die Ausdrücke schlicht überlesen habe. Es war schon ungewohnt genug, das der Roman im Präsens geschrieben wurde, was mir persönlich weniger zusagt. Gebündelt mit einem eigenwilligen Schreibstil des Autors fliegt man halt nicht so leicht über die Seiten. Die Geschichte des Buches ist zum großen die der aufgestiegenen Adriana Corta und das derzeitige Treiben ihrer Familie mit all ihren Verknüpfungen und Bestrebungen. Sicherlich hat McDonald sehr viele charismatische Figuren erschaffen, wobei man einige erst einmal verstehen muss. Ich frage mich immer noch, ob diese Wölfe, wie Wagner Corta einer ist, eine Art Spiegelbild der Werwölfe auf Erden darstellt. Dies sickert nicht so richtig durch. So geht es auch mit all diesen religiösen und eher im Hintergrund agierenden Gemeinschaften wie dem 'Orden der Herren des Jetzt' oder den 'Weißen Hasen'. Erwähnen sollte man auch, dass Sex in dem Roman eine wichtige Rolle spielt, da er sich um Stufen freizügiger gestaltet als auf Erden. Ich weiß, dass dies vielen Sci-Fi Lesern vor den Kopf stößt, fand es aber selber ziemlich interessant. Das sehr gewaltige wie nicht minder brutale Finale samt einem recht offenem Ende hebt die Qualität des Buches nochmals an und fixt den Leser schon auf den Fortsetzungsroman, aber unterm Strich denke ich, dass McDonald aus dem Stoff hätte viel mehr draus machen können - und weniger verwirrend. Ich glaube aber, dass meine Neugier siegen wird und ich auch den nachfolgenden Roman auch lesen werde...
7,0 von 10 Sterne

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Stephan59s avatar

Rezension zu "Luna" von Ian McDonald

spannend und lesenswert
Stephan59vor einem Jahr


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