Ian McEwan Der Trost von Fremden

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Inhaltsangabe zu „Der Trost von Fremden“ von Ian McEwan

Hochsommer, die alte Stadt ist von Touristen überschwemmt. Auch das Liebespaar Colin und Mary, das kein Liebespaar mehr ist, macht hier Urlaub. Sie machen sich sorgfältig zurecht für ihren Dinnerspaziergang durch die Stadt; und dann lauert im Labyrinth der beklemmend engen Gassen ein Minotaurus auf sie. Die Kanäle haben Gegenströmungen, die Lagune ungeahnte Tiefen.

Atmosphärisch überzeugend, psychologisch jedoch nicht vollständig gelungen.

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Hamlets_Erbin

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  • Atmosphärisch gelungen, psychologisch fragwürdig

    Der Trost von Fremden
    Hamlets_Erbin

    Hamlets_Erbin

    19. August 2016 um 13:34

    "Sie reden von Freiheit und träumen von Knechtschaft." (S.105) Inhalt: Colin & Mary, seit sieben Jahren ein Liebespaar, verbringen ihren Urlaub in Venedig. Eine feste Routine hat sich zwischen ihnen etabliert, die oftmals in gemeinschaftlichen Schweigen endet. Eines Abends treffen sie bei der Suche nach einem Restaurant auf Robert, der sie, etwas aufdringlich, in eine Bar führt, wo er ihnen eine verstörende Begebenheit aus seiner Kindheit erzählt. Es soll nicht die letzte Begegnung mit Robert bleiben... Meinung: Rein formal besteht der Roman bzw. die Novelle lediglich aus Venedig-Beschreibungen und Dialogen/Monologen. Was mich zunächst wenig begeisterte, macht im Hinblick auf die Erzählung durchaus Sinn, wird durch die exzessiven Beschreibungen doch eine eindringliche Atmosphäre kreiert, und zwar die eines Paares, das sich treiben lässt und gleichsam verloren ist. So ist es dann auch diese Atmosphäre, aus der sich die Spannung der Geschichte generiert (und die mich in ihrer unheilgeschwängerten Absolutheit an die Erzählungen von E.A. Poe & J. London erinnerte). Psychologisch hat die Geschichte dagegen meines Erachtens deutliche Schwächen. Das Handeln der Figuren konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Dass Colin und Mary die Nähe von Robert nicht abwehren, sondern sie sogar suchen, obwohl sie seine dunkle Seite schon relativ früh erkennen, ist paradox. Fehlt es ihnen an Vorsicht, Verstand oder sind sie einfach nur entsetzlich gleichgültig? Was es auch ist, der Autor thematisierte es nicht und so bleibt man als Leser mit dem Eindruck zurück, dass McEwan ihr extrem unrealistisches Handeln lediglich konstruiert hat, um sein effekvolles Ende in Szene setzen zu können. "Die Welt formt das Denken der Menschen. Die Männer haben die Welt geformt. Also wird das Denken der Frauen von den Männern geformt." (S.106)

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  • Ian Mc Ewan in fasst sich sehr kurz

    Der Trost von Fremden
    thursdaynext

    thursdaynext

    Stilistisch ist Ian McEwan unangefochten einer der Besten. Das ist auch in "Der Trost von Fremden" nicht anders. Für eine Kurzgeschichte, welche mir zuwider sind, ist diese kleine , in Venedig angesiedelte Erzählung sehr hochwertig. Spannend, gruselig , gemein. Aber eben eine Novelle deren Ausgang mir sehr fabulös erscheint. Die Beziehung der beiden Langzeitliebenden ist eindringlich, nachvollziehbar geschildert. Das Abgleiten in den Horror fand ich konstruiert, der Kurzform geschuldet. Für mich, wegen absoluter Subjektivität,  knapp an 4 Sternen vorbei. Mc Ewan Fans die Shortstoryliebbhaber sind würden sicher 5 geben.

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    • 3
  • Rezension zu "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan

    Der Trost von Fremden
    Bellami

    Bellami

    Krasse 5 Sterne !!!! Am Anfang ist es bloß ein Urlaub. Mary und Colin haben sich dafür das romantische Venedig ausgesucht und können so gar nichts mit der Romantik anfangen. Das Touristenprogramm ziehen sie durch und besichtigen Kirchen oder trinken Kaffee auf berühmten Plätzen. Ansonsten langweilen sie sich und erst die Begegnung mit dem unheimlichen Robert und seiner kranken, devoten Ehefrau bringt so was wie Nervenkitzel in die abgeflachte Beziehung und peppt ihren Urlaub auf. Was dann kommt ist Dramatik pur. Die weitere Handlung ist abstoßend und fesselnd zu gleich, eine Art Sogwirkung stellt sich ein, man will gar nicht weiter lesen aber muss, genauso wie Mary und Colin nicht anders konnten.

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    • 2
    awogfli

    awogfli

    17. February 2013 um 06:24
  • Rezension zu "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan

    Der Trost von Fremden
    Brunnen_Buchhandlung

    Brunnen_Buchhandlung

    29. December 2011 um 20:42

    Wahrlich von Meisterhand ist in diesem Roman die marode Beziehung der beiden Protagonisten Colin und Mary gezeichnet. Die erkaltende Liebe zwischen den beiden gerät zwischenzeitlich ebenso drückend wie das schwülwarme Klima der sommerlichen Lagunenstadt. Ihre Begegnung mit dem Fremden ist verstörend und faszinierend zugleich, lässt die beiden zusammenrücken und ebenso rasch wieder weiter auseinanderdriften. Ein erneutes Aufeinandertreffen erweist sich als äußerst verängnisvoll, ein furchtbares Geheimnis wird gelüftet und - einmal mehr und typisch für Ian McEwan - stehen am Ende die tiefen Abgründe, in denen sich menschliche Seelen zuweilen befinden. Dieser McEwan ist somit ein perfekt durchkomponierter Psychothriller voll atemloser Spannung und ebenso das Psychogramm einer Beziehung, aber nicht zuletzt auch ein brillantes Portrait Venedigs im Sommer. Ein herrliches, kurzweiliges, atmosphärisch dichtes Verwirrspiel.

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  • Rezension zu "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan

    Der Trost von Fremden
    Clari

    Clari

    15. June 2010 um 12:09

    Liebe und Alptraum. Ein Psychothriller. Auf der Suche nach spannender Weihnachtslektüre stieß ich auf dieses kleine Bändchen von Ian McEwan. Der Autor ist durch zahlreiche Romane inzwischen weltberühmt geworden. Dieses Büchlein, das schon 1983 zum ersten Mal auf Deutsch erschienen ist,hatte ich bisher noch nicht entdeckt. Neugierig auf ein so frühes Werk vertiefte ich mich in die Lektüre,--und war fasziniert und gruselig berührt von einer Geschichte, die von hintergründigem Sadismus und makaberen Einsprengseln nur so sprüht! Ein jüngeres Paar, Colin und Mary, verbringt ein paar Ferientage in der wunderschönen Lagunenstadt Venedig. Man sieht die Paläste und herrlichen Bauten vor dem inneren Auge und denkt sich nichts dabei. Die beiden sind schon längere Zeit liiert, wenngleich sie unverheiratet sind und auch zu Hause in Kanada nicht zusammen leben. Leichte Ermüdungserscheinungen in der Zuneigung des liebenden Paares lassen sich nicht übersehen. Bei einem Abendrundgang suchen sie ein Lokal und geraten an einen unheimlichen Menschen: Robert drängt sich ihnen buchstäblich auf, und sie folgen ihm mehr gezwungen als freiwillig in eine Bar. Er plagt das Touristenpaar mit seiner Lebensgeschichte. Diese klingt sehr schauerlich und lässt auf eine schwere psychische Störung bei Robert schließen. Die Spannung steigt, als er sie in sein Schloss entführt, wo sie sich sonderbaren Eindrücken ausgesetzt fühlen. Roberts Frau Caroline ist verschüchtert und ängstlich und wirkt unfrei und geknebelt. Mary und Colin verwickeln sich voller Angst vor dem unheimlichen Gegenüber in Widersprüche und Anhängigkeiten und fühlen sich zugleich wie magisch von dem Paar Robert und Caroline angezogen. Sie ahnen bereits, dass hier etwas nicht stimmt. Caroline versteigt sich in eine phantastische Erzählung, die düstere und dräuende Hinweise auf die mysteriöse Herkunft des seltsamen Paares bieten. Maßlos und unwiderruflich geraten Mary und Colin in den Sog des gruseligen Paares. Die schauerliche Stimmung nimmt einen so gefangen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Man wird Zeuge eines abartigen Geschehens, das tiefe Einblicke in die dunklen Tiefen zerstörter Seelenzustände bietet. Abgründe der Liebe, Obsessionen und seelische Grausamkeit zeitigen Folgen, von denen man sich kaum eine Vorstellung macht. McEwan besitzt ein Erzähltalent, das von unglaublichem Einfallsreichtum und ausschweifender Phantasie zeugt. Er entführt uns in einen Psychothriller, der einen schaudern lässt. Das Buch ist unter der Regie von Paul Schrader verfilmt worden und in einer DVD aus dem Jahr 2004 erhältlich.

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  • Rezension zu "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan

    Der Trost von Fremden
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2010 um 11:46

    Der schmale Band "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan handelt von einem Urlaubspaar in Venedig, welches einen Fremden kennenlernt und sich von ihm drängen lässt, sein Haus und seine Frau zu besuchen. Die beiden Urlauber Mary und Colin machen eine schreckliche Entdeckung.... Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, da ich zukünftigen Lesern dieses Frühwerkes des Autors die Spannung nicht nehmen möchte. Der Roman lässt mich irritiert und zwiegespalten zurück. Zunächst zur Sprache: Diese ist wie immer bestechend scharf, glasklar, anspruchsvoll und sezierend. Ian McEwan zieht mich auch in diesem Buch unwiderstehlich Seite um Seite nach vorne; er versteht es grandios, die kleinsten Begebenheiten und Alltäglichkeiten so zu schildern, dass sie wie etwas Bedeutendes und Großes erscheinen, zumindest doch äusserst erwähnenswert. Meine Hochachtung vor seiner sprachlichen Rafinesse. Nun zum Inhalt: Ich bin mir nicht schlüssig, wie ich diesen Roman inhaltlich bewerten soll. Sehr spannend fand ich den Hergang nicht, jedoch animiert, wie erwähnt, der Stil McEwans unbedingt zum Weiterlesen. Vielleicht habe ich mich auch viel zu intensiv vorab im Internet mit Bewertungen dieses Werks beschäftigt, denn leider blieb der Ausgang des Romans in einigen Rezensionen nicht unerwähnt, was ich ärgerlich finde, so war das Überraschungsmoment für mich nicht mehr gegeben und insgeheim wartete ich nur darauf, dass etwas Unerklärliches passierte. Der Inhalt selbst hat mich ..... abgestoßen, mich irritiert und zum Nachdenken gebracht, vor allem darüber, was der Autor dem Leser im Grunde sagen möchte!? Die Botschaft, die sich mir offenlegt, gefällt mir nicht. Ich empfinde diverse Fantasien und Beschreibungen gewaltverherrlichend! Sicher, der Plot an sich ist interessant. Zwei Urlauber vertrauen sich einem Fremden an.... Leider bleiben mir die Beweggründe für die Handlungen von Mary und Colin unerklärlich. Lag es am Zuviel an Marihuana, am Alkohol, dass sie ihre Vorsicht vergaßen? Oder waren sie lediglich selbst von der Absurdität der Situation, in die geschlittert sind, fasziniert!? Spürten sie die eventuelle Gefahr, den Nervenkitzel? Ein beängstigender Gedanke, da die Situation als solche realistisch ist. Dennoch erscheint mir die Geschichte stellenweise weit hergeholt! Wo blieb der gesunde Menschenverstand? Die Intuiton? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß: "Der Trost von Fremden" wird kein Buch sein, das mich positiv gestimmt zurückläßt. Das, was mir in Erinnerung bleibt, ist die gewaltverherrlichende Schilderung von Gedanken und Begierden, aber auch Taten. Möge sich jeder sein eigenes Bild machen!

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  • Rezension zu "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan

    Der Trost von Fremden
    Coco206

    Coco206

    04. June 2009 um 22:42

    Ich mag Ian McEwan's Romane einfach. Ich lese sie sehr gerne, da er ein außerordentlich guter Erzähler ist. Er beschreibt Einzelheiten, ohne dass es langweilig wird, er erzählt die Geschichten und erzeugt mit einfachen Stilmitteln, ohne sich großer Worte zu bedienen, die Gefühle, die er beim Leser wecken möchte. Das hat er auch hier geschafft. Eigentlich ist es mit 189 Seiten eher ein Büchlein als ein Buch, aber auch hier ist eine dichte Erzählung entstanden, die diverse Gefühle weckt, am ehesten Beklemmung und aufgestellte Nackenhaare. Aber mir hat die Geschichte an sich nicht gefallen. Der Inhalt selbst war mir etwas zu abstrus, zu "herbeigeführt" und unwahrscheinlich. Mehr kann ich zum Inhalt nicht sagen, ohne zuviel zu verraten. Wie der Titel dazu passt (geschweige denn das Titelbild) kann ich mir auch nicht recht erklären.

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