Nussschale

von Ian McEwan 
3,8 Sterne bei101 Bewertungen
Nussschale
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Positiv (69):
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befremdlich, aber toll gemacht

Kritisch (14):
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Nette Idee, aber Stil und Story haben mir nicht zugesagt.

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Inhaltsangabe zu "Nussschale"

Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und der Liebhaber. Und das Kind, vor dessen Augen sich das Drama entfaltet. Aber so, wie Ian McEwan sie erzählt, hat man diese elementare Geschichte noch nie gehört. Verblüffend, verstörend, fesselnd, philosophisch – eine literarische Tour de Force von einem der größten Erzähler englischer Sprache.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257244151
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:24.01.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.10.2016 bei Diogenes erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ricchizzis avatar
    Ricchizzivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: HUMORVOLL. GEISTREICH. ABWECHSLUNGSREICH.
    HUMORVOLL. GEISTREICH. ABWECHSLUNGSREICH.

    HUMORVOLL. GEISTREICH. ABWECHSLUNGSREICH.

    So, hier bin ich, kopfüber in einer Frau. Ich warte, die Arme geduldig gekreuzt, warte und frage mich, in wem ich bin und worauf ich mich eingelassen habe. So beginnt Nussschale und lässt den Leser bereits nach dem ersten Satz mit einem Schmunzeln und einer nicht zu bändigenden Neugier in den Roman starten. Was für ein genialer Auftakt! Und die Genialität dauerte an, von der ersten Zeile bis zur letzten Seite.

    Wörter, beginne ich zu begreifen, können Dinge wahr werden lassen.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 88

    Der Ton im Roman kann nicht anders als humorvoll und trotzend vor Sarkasmus beschrieben werden. Unser Protagonist, der Ungeborene im Mutterleib, erzählt mit einer Begeisterung zur Sprache, Kultur und Wissen über die Menschheit, über sein Leben und alles, was er um sich herum wahrnimmt, kennenlernt und befürchtet. Dabei verstrickt sich der Erzähler oft in Gedankenspielerei, driftet stets von der Gegenwart ab und verrennt sich in Gesellschaftskritik, jedoch mit einer geballten Ladung Humor, einem Charme, dem man kaum widerstehen kann und einer Intelligenz, die den Spaß am Lesen erst in den Vordergrund rückt.

    War es ich? Zu selbstverliebt. War es jetzt? Zu dramatisch. Dann etwas, das beidem vorausgeht und beides enthält, ein einzelnes Wort, Ausdruck eines stillen Seufzers, eines Schwindelgefühls der Hinnahme, des eigenen Seins, etwas wie – dies? Zu gewählt. Meine Idee, ganz nahe dran, hieß sein. Und wenn nicht sein, dann die grammatische Variante ist. Das war mein Urbegriff, der springende Punkt – ist. Nur das. Im Geiste von: Es muss sein.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 8

    Im Zentrum des Geschehen spielt sich die Dramatik um seine Mutter, dem Vater und dem Geliebten ab. Eine Verschwörung steht im Raum, es wird gemunkelt, geflüstert und geplant und mittendrin der ungeborene Fötus, der alles mit anhört, eigene Theorien spindelt und sich fragt, wieso er gerade in diese Misere geraten musste. Immer wieder erfahren wir mehr über die Umstände, in denen sich der Protagonist so ganz ohne eigenes Handeln befindet, aus denen er nicht fürchtet entkommen zu können und wie er plant das ganze noch zu seinem Vorteil oder wenigstens nicht zu seinem Nachteil ausspielen zu können. Natürlich kann der Embryo gar nicht handeln, er liegt nur da und denkt und nimmt Dinge wahr, doch er hofft stets mit seiner Existenz den Wandel bewirken zu können. Einem Ungeborenen so ein Bewusstsein zu verleihen, überhaupt die Idee dahinter, begeisterte mich über den gesamten Roman hinweg. Natürlich wirkt es skurril, doch wie könnte es das nicht?

    Der Beginn des bewussten Lebens war das Ende der Illusion – der Illusion des Nichtseins – und zugleich Eruption des Realen.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 11

    Seine Hilflosigkeit durch seine Ungeborenheit stehen dabei im Fokus. Immer wieder driftet der Erzähler dadurch in dramatischen Fragen über das Leben, das eigene Sein und dem Sinn des Lebens ab, jedoch mit Witz und einem Wahrheitsgehalt, der einen als Leser wissbegierig und nachdenklich zugleich stimmen lässt.

    Ich weiß, dass Alkohol meiner Intelligenz schadet. Er schadet jedermanns Intelligenz. Aber ach, ein wonniger, die Wangen rötender Pinot Noir, ein stachelbeeriger Sauvignon lassen mich durchs inwendige Meer taumeln und purzeln, bis ich gegen die WÄnde meines Schlosses kugle, dieser Springburg, in der ich hause.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 17

    Der Schreibstil ist bemerkenswert akribisch und erstaunlich flüssig. Erstaunlich deshalb, da Bandwurmsätze in diesem Roman ein neues Ausmaß annehmen, allerdings so, dass es tatsächlich ungemein viel Spaß macht, sich ihnen zu stellen. Oft erstrecken sich Gedankengänge über eine halbe Seite. Doch es wurde so gekonnt niedergeschrieben, dass diese Satzkombinationen einen als Leser um den Finger wickeln und nur begeistern können. Die Sprache wird hier vollumfänglich ausgenutzt. Der Wortschatz und die Einbindung in die gegenwärtigen wichtigen Themen, wie Terroranschlägen, Welthunger und Konflikte zwischen Russland, den USA und Nordkorea werden hervorragend in die Nebenhandlung mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit eingebunden, ohne, dass es gestelzt, inszeniert oder zu gewollt wirkt.

    Wir sind pappsatt vor lauter Privilegien und Köstlichkeiten, und doch jammern wir, und wer noch nicht jammert, fängt bald damit an.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 47

    Der Roman wird in einem so alltäglichen Rahmen wiedergegeben, dass mich der Part des Normalen wohl am meisten faszinierte. McEwan berücksichtigte dabei jegliche Geräusche, Formen der Bewegung und Umgebungssituationen, die der Embryo zu spüren bekommen kann. Die Perspektive wirkt wahrhaftig. Tatsächlich wird die Handlung so um den Embryo gewoben, dass wir nur immer mal wieder Gesprächsfetzen und zu deutende Handlungen mitbekommen. Der Spielraum wird durch den Protagonisten ausgeschmückt und mit eigenen Vorstellungen der Realität ausgeführt.

    Keine Wahrheit schränkt das Leben so sehr ein wie die folgende: Es ist immer jetzt, immer hier, nie dann und da.
    Seite 56

    Die eigentliche Thematik erfahren wir nur in kleinen Häppchen, nur in Situationen, wenn tatsächlich richtige Gespräche stattfinden; denn in die Gedanken von den anderen Mitmenschen treten wir nicht ein. Wir erfahren lediglich nur das, was auch der Embryo mitbekommt, wodurch im Roman ein unglaublicher Spannungsbogen aufgebaut wird.  Ian McEwan hat die Perspektive des Embyos zu seinem Erzählvorteil genutzt. Durch diese Grenzen, die dem Leser aus diesem Blinkwinkel aufgeboten werden, ergeben sich ganz andere Möglichkeiten eine Geschichte zu Papier zu bringen. Es ist anders und für den Leser ein richtiges Erlebnis. Hier wird eine Darstellung geboten, die für den Leser einen ganz neuen Reiz auslöst und die gesamte Aufmerksamkeit fordert, jedoch auf eine unterhaltsame Art.

    Dass die Kannibalen vermieden, Idioten zu essen, hatte schon einen Grund.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 163

    Der schlussendliche Verlauf der Geschichte und vor allem das Ende waren für mich persönlich unvorhersehbar. Es hätte schlichtweg alles passieren können. Dadurch, dass wir nicht wirklich wissen können, was sich in der Welt dort draußen abspielt und die Gefühlswelt und Hoffnungen des Ungebornen in die Erzählweise miteinfließen, ahnte ich nie, welche Richtung die Geschichte schließlich einschlagen würde. Die Unberechenbarkeit des Lebens und die der Menschen sei es zu verdanken, dass dieser Roman stets mit Überraschungen auflauerte und mit einem passenden Finale endete.

    Es gibt da ein Buch, das ich lesen möchte, noch unveröffentlicht, noch ungeschrieben, der Anfang aber steht. Ich will das Ende von Meine Geschichte des Einundzwanzigsten Jahrhunderts lesen. Und ich will dabei sein, auf der letzten Seite, paarundachtzig Jahre alt, tatterig, aber durchaus noch rüstig, will am Abend des 31. Dezember 2099 ein Tänzen wagen.
    Nussschale | Ian McEwan | Seite 180


    Mit Nussschale hat Ian McEwan ein Meisterwerk erschaffen, welches mit einer grandiosen Erzählperspektive und einer beeindruckenden Sprachkunst besticht. Nicht nur die eigentliche Thematik, die den Ungeborenen beschäftigen, sondern auch die Nebenhandlungen rund um das Weltgeschehen und die zwischenzeitlichen gedankenverhangenen Grübeleien über den Sinn des Lebens und dem eigenen Sein, ließen diesen Roman zu einem wahren Literaturgenuss aufsteigen. Für mich persönlich ein beeindruckendes Highlight, welches bei mir vor allem durch den geistreichen Humor und der Idee der Perspektive aus Sicht eines Ungeborenen Bewunderung gefunden hat.


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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wirklich ungewöhnliche Erzählperspektive
    Ein Fötus erzählt...

    Ein Familiendrama entsteht: Trudy betrügt ihren Ehemann mit dessen Bruder Claude. Trudy soll aus dem wertvollen Einfamilienhaus ausziehen, also schmiedet sie mit Claude einen Plan, den verhassten Mann loszuwerden. Trudy ist schwanger und der Fötus bekommt alles mit - und erzählt ungewöhnlicherweise aus seiner Perspektive im Mutterleib.


    Die Idee einer solchen Erzählperspektive finde ich genial. Der Fötus weiß viele Dinge über die Welt, da seine Mutter zahlreiche Dokumentationen anschaut und Hörbücher hört. Sie trinkt auch Wein während der Schwangerschaft, was der Fötus sehr schätzt. Er hat schon seine Lieblingsrebe ausgewählt. So genial ich die Idee an sich auch finde, dieser Aspekt hat mich sehr irritiert. Für mich war es eine Verherrlichung von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, was für mich persönlich nicht akzeptabel ist. Unter anderem deswegen kann ich dem ansonsten stilistisch gutem Roman keine volle Bewertung geben. Zwischendurch hat mich das fast klugscheißerische Gerede des Fötus genervt. An anderen Stellen war es wieder sehr lustig. Das Ende hat mir dann wiederum gut gefallen, weil die beiden unsympathischen Fremdgeher gerecht behandelt werden.


    Fazit:
    Ich kann das Buch weiterempfehlen, trotz der oben genannten Schwächen. Auf die Erzählperspektive muss man sich einlassen können, es war definitiv mal was anderes.

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ian McEwan versteht sein Handwerk aber wenn Fötus Sherlock ermittelt, dann schwankt es zwischen absolut nervig und genial.
    Fötus Sherlock ermittelt

    Klappentext (Lovelybooks):


    Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und der Liebhaber. Und das Kind, vor dessen Augen sich das Drama entfaltet. Aber so, wie Ian McEwan sie erzählt, hat man diese elementare Geschichte noch nie gehört. 


    Meine Meinung:


    Eine „Mutter-Vater-Kind Geschichte“ habe ich dieser Form noch nicht gelesen und so gestaltete sich der Start in die Lektüre etwas irritierend. 


    Es ist schon eine Herausforderung, sich einerseits in eine Perspektive hineinzuversetzen, die es so im realem Leben nicht gibt und wenn sie dann auch noch als allwissender Erzähler auftritt, fern von jeglicher Logik innerhalb ihrer nicht realen Welt, wird der Lesefluss von einigen gedanklichen Stolpersteinen durchkreuzt.


    Die Figuren ausserhalb des Geburtskanals sind stereotypisch gezeichnet und handeln ihrer sehr vorhersehbaren Rollen entsprechend. 


    Der Fokus liegt ganz klar innerhalb der Gebärmutter und beim mehr als neunmalklugen Fötus Sherlock. Ihn bei seinen Ermittlungen zu begleiten, bietet zahlreiche Momente, wo ich mir einfach einen Schnuller gewünscht hätte, um ihn „mundtot“ zu machen. 


    Ian McEwan versteht jedoch das schriftstellerische Handwerk und wenn der Plot auch wenig hergibt und keinerlei Überraschung bietet, so ist es sprachlich von allerbester Güte und eine hohe Bewertung demnach gerechtfertigt. 


    Mit knapp 300 Seiten ist es sicher ein Buch, auf das man sich mal einlassen sollte, mehr hätte ich davon aber auch nicht „ertragen“ wollen. 


    Fazit:


    Zwischen absurd und genial mit hohem Nervfaktor.

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    jenvo82s avatar
    jenvo82vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Bei diesem ungewöhnlichen Roman überzeugt die Idee mehr als die Umsetzung - ein Ungeborener wird unfreiwilliger Zeuge eines Brudermords.
    Variationen eines fragilen modernen Lebens

    „Meine getreue Schnur, die Lebensader, die mich nicht erwürgte, stirbt plötzlich den ihr bestimmten Tod. Ich atme. Köstlich. Mein Rat an Neugeborene: Schreit nicht, schaut euch um, schmeckt die Luft.“


    Inhalt


    Trudy und Claude führen eine halboffizielle Liebesbeziehung, mit familiärem Hintergrund. Denn während Trudy hochschwanger mit ihrem Schwager verkehrt und ihr neues Liebesglück feiert. Wächst der ungeborene Sohn in ihrem Bauch als ein Überbleibsel der vergangenen Beziehung. Aber der gehörnte Ex namens John gibt nicht so schnell auf, schließlich ist er Dichter und konnte Trudy bereits vor einiger Zeit mit Poesie begeistern. Doch diesmal hat er die Rechnung ohne seine Frau und seinen Bruder gemacht, ganz zu schweigen von dem kleinen Menschlein mit seinem Erbgut, eines ist mehr als klar – John Cairncross muss endgültig von der Bildfläche verschwinden, diesmal jedoch für immer …


    Meinung


    Ich mag den besonderen Schreibstil des britischen Autors Ian McEwan sehr gern, in seinen Romanen gelingt es ihm menschliche Gefühle regelrecht zu sezieren und die Bedeutsamkeit der Emotionen an die Oberfläche zu holen. Auch hier in der abgeschirmten Welt eines noch ungeborenen Kindes tobt ein wahrer Sturm an diversen Befindlichkeiten, doch leider konnte mich seine „Nussschale“ nicht so gefangen nehmen, wie ich es mir erhofft habe. Schon seit seinem Erscheinen 2016 schlummerte der Roman in meinem Bücherregal und ich freue mich, ihn nun gleich zu Beginn des Lesejahres ans Licht geholt zu haben, selbst wenn es meinerseits so einige Kritikpunkte gibt.


    Erzählt wird die Geschichte aus einer sehr ungewöhnlichen Perspektive, nämlich aus Sicht eines ungeborenen Kindes, welches auf Gedeih und Verderb den Befindlichkeiten und der hormonellen Achterbahnfahrt seiner hochschwangeren Mutter ausgesetzt ist. Gerade dieser Blick auf einen Hauptprotagonisten ohne Namen, macht den eigentlichen Reiz dieser Erzählung aus. Denn irgendwie finde ich diese Idee sehr alternativ und überaus spannend. Rückblickend war sie tatsächlich das ausschlaggebende Erzählelement, welches mich dazu bewogen hat, das Buch zu beenden.


    Die Handlung selbst ist wahrlich nichts Neues und birgt keine Überraschungen. Der Leser trifft eine Frau, die sich einen Liebhaber genommen hat, der sie sexuell beglückt. Das dieser nun gerade der Bruder ihres Noch-Ehemannes ist, scheint eher ein Zufall zu sein als Beabsichtigung. Auch der betrogene Ehemann wirkt nicht gerade ambitioniert, mal abgesehen von seiner dichterischen Ader, die er in selbstgeschriebenen Reimen zum Besten gibt. Und der ungehobelte Klotz von Mann, der nun der Auserwählte ist, verfügt nach Meinung des Erzählers nicht einmal über Benehmen, geschweige denn über Stil oder Grips.


    Leider konnte mich die aufgegriffene Geschichte ganz und gar nicht begeistern. Denn obwohl es um einen Mord geht, noch dazu einen absolut sinnlosen, bleibt die Story so schwammig wie nur denkbar, möglicherweise ist das durch die Verbindung aus dem Mutterleib nicht anders denkbar, vielleicht sogar gewollt, doch dann hätte der Umfang einer Kurzgeschichte ausgereicht. Sehr bitter aufgestoßen haben mich die vielen Nebensächlichkeiten, die tatsächlich keine sind: die werdende Mutter hängt an der Flasche, aber der Embryo schätzt die Vorzüge eines guten Weines und ist Kenner auf diesem Gebiet. Die Mutter selbst empfindet zwar Wollust beim Liebesspiel, doch kümmert sie sich nicht einmal emotional um das kleine Wesen in ihrem Bauch. Und so wird das Baby zum ungeliebten Mittelpunkt dieser Erzählung, ungewollt, immer im Weg und dann auch noch in der Lage dazu, seine Mutter und ihren neuen Gefährten aufzuhalten, indem es die Fruchtblase zerstört. Einmal abgesehen von einigen humoristischen Passagen, die mich zum Lachen gebracht haben, finde ich wenig lobenswerte Punkte. Es hätte keinen Unterschied gemacht, ob ich das Buch nun gelesen hätte oder nicht, in Erinnerung bleibt es nicht und wenn dann eher mit negativen Attributen versetzt.


    Fazit


    Ich vergebe müde 2 Lesesterne für diesen ungewöhnlichen Roman, bei dem die Idee zur Umsetzung noch das Beste war. Wenig Aussagekraft, eine Handlung, die man bereits zu Beginn voraussehen kann und sehr idiotische Charaktere – alles wird bewusst überspitzt dargestellt. Ein bitterböser Humor kommt noch dazu, der mir doch das ein oder andere Lächeln entlocken konnte. Insgesamt leider eine schwache Leistung, die ich nur widerwillig beendet habe. Sehr schade, denn aus dem Ansatz hätte eine wunderbare Geschichte werden können, zumindest in meiner Vorstellung. Möglicherweise kann man dieses Buch in der Interaktion mit anderen Lesern besser verstehen. Ich könnte es mir sehr gut als Oberstufenlektüre vorstellen, vielleicht habe ich den Knackpunkt der Story nur ganz falsch verstanden …

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    Andrea_Hagemanns avatar
    Andrea_Hagemannvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: 3-Beziehung mit List & Leidenschaft, Verrat & Mord in der Perspektive eines ungeborenen Kindes.
    Ian McEwan: Nussschale

    Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und ein Liebhaber. Doch ganz und gar nicht klassisch ist die Perspektive des Romans: das Kind im Bauch der Mutter, vor dessen Augen ein Mord geschieht.

    Trudy betrügt ihren Ehemann. Sie wohnt nach wie vor in seinem Haus, einem heruntergekommenen Einfamilienhaus in London, das allerdings ein Vermögen wert ist! 


    Doch inzwischen wohnt sie dort ohne ihren Mann, den erfolglosen Dichter und Verleger. Stattdessen geht dort sein Bruder Claude ein und aus. Und Trudy und Claude haben einen Plan geschmiedet, wie das Haus in ihren Besitz übergehen soll... 


    So muss das knapp neun Monate alte, ungeborene Kind in Trudys Bauch hilflos mit ansehen, wie seine Mutter mit ihrem Geliebten seinen Vater ermordet. Ein Mord der für alle Beteiligten unabsehbare Konsequenzen hat: Habgier, Neid, Wolllust.


    Stilistisch perfekt geschrieben, in einer ungewöhnlichen Perspektive. Spannend, philosophisch, verblüffend!


    Einfach fantastisch! Ein Ian McEwan eben!

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    pardens avatar
    pardenvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ian McEwan hat hier eine besondere Mischung geschaffen aus Drama, Krimi und Satire, gewürzt mit allerlei philosophischen Betrachtungen.
    Hamlet! Oder so...

    HAMLET! ODER SO...

    Zugegeben, bislang hatte ich noch keine Begegnung mit einem Buch von Ian McEwan. Vorgenommen hatte ich es mir schon lange, aber irgendwie kam es nie dazu. Doch hier, bei seinem neuesten Werk, wurde ich neugierig. Und bereits auf den ersten Seiten wurde klar: das ist ein Roman für mich!

    Worum es geht, ist rasch skizziert: Mann, Frau, Liebhaber. Einer zu viel. Der Stoff, aus dem große Dramen entstehen. Doch halt, so ganz neu ist der Stoff wohl nicht. Schon die Namen einiger Personen deuten in die Richtung, in der man suchen muss. Trudy heißt die Frau und Claude der Liebhaber - und wem hier Hamlet von Shakespeare in den Sinn kommt (die Königin Gertrude und Claudius, der Bruder und Mörder des Königs und späterer Gemahl von Gertrude), ist auf der richtigen Spur. Auch bei McEwan ist Claude der Bruder von Trudys Ehemann - und die beiden planen die Ermordung des werten Gatten.


    "Er merkt nicht, wie ungeduldig sie darauf wartet, dass er wieder geht. Wie pervers die Verbannung ist, die sie ihm (...) auferlegt. Ist er denn wirklich ein so bereitwilliges Werkzeug seines eigenen Untergangs? (...) ein Riesennarr, der es für klug hält, seiner Frau jenen 'Raum' zu geben, den sie angeblich braucht." (S. 29)


    Doch auch Shakespeare hatte seinerzeit so seine Quellen - die Geschichte selbst ist also noch viel älter. Mir hat die Entdeckung dieses Zusammenhangs einfach viel Freude gemacht. Wichtiger jedoch ist nun zu schauen, worin das Besondere in dem Werk von McEwan liegt.

    Da wäre zunächst einmal die überaus ungewöhnliche Perspektive zu nennen, aus der die Geschichte erzählt wird. Eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste, Person wurde bislang nämlich noch nicht benannt. Trudy ist im neunten Monat schwanger - und das Ungeborene erzählt hier die Ereignisse um seine Mutter, seinen Vater und seinen Onkel, all die Abgründe menschlichen Lebens, eine Geschichte von Intrige und Verrat. Durch die besondere Situation sind dem Erzähler die Hände gebunden, so dass er nichts tun kann, um das geplante Verbrechen zu verhindern, was ihm zwischenzeitlich sehr zusetzt.

    Wer jetzt stutzt angesichts der Erzählperspektive - ja, das Erleben hatte ich beim Lesen auch. Wie kann denn ein Ungeborenes derart allwissend sein, die Situation analysieren, Überlegungen anstellen? Und nicht nur das: es beschreibt sinnliche Erfahrungen wie den Geschmack des Weins, den seine verantwortungslose Mutter täglich in sich hineinschüttet, oder auch über das Erleben von Farben. Darüber hinaus philosophiert das Ungeborene immer wieder auch über die verschiedensten Themen fröhlich vor sich hin. McEwan selbst hat die Antwort parat: Radio, Fernsehen, Podcasts, alles aufgesogen in den neun Monaten seines Daseins im Bauch der Mutter. Natürlich ist das wenig realistisch, aber irgendwie doch unwiderstehlich albern. Und das Ungeborene ist in bester Erzähllaune, so viel sei hier verraten. Wenn es gelingt, diese Erzählperspektive einfach als gegeben hinzunehmen, ist das Lesen ein wahres Vergnügen...


    "Nicht jedermann weiß, wie es ist, den Penis des Rivalen seines Vaters nur wenige Zentimeter vor der eigenen Nase zu haben. In diesem späten Stadium sollten sie sich mir zuliebe eigentlich zurückhalten (...) Jedes Mal, bei jedem Kolbenhub fürchte ich, er könnte durchstoßen, könnte meinen weichen Schädel aufspießen und meine Gedanken mit seiner Essenz besamen..." (S. 37)


    Ian McEwan hat hier eine besondere Mischung geschaffen aus Drama, Krimi und Satire, gewürzt mit allerlei philosophischen Betrachtungen. Böser schwarzer Humor versüßt dabei selbst die düstersten Darstellungen. Und bei all dem ist zu merken, wie viel Vergnügen der Autor selbst beim Schreiben gehabt haben muss.

    Manche Passagen hinsichtlich der Reflexion des Weltgeschehens oder über die Natur der Menschheit sind für meinen Geschmack ein wenig zu ausschweifend geraten. Ein wenig so, als hätte McEwan selbst noch ein Fläschchen Wein geöffnet und den Philosophen rausgeholt, um über Gott und die Welt zu schwadronieren. Da geriet die Handlung für mich zu sehr ins Stocken. Doch die Schreibkunst des Autors, seine subtilen Beobachtungen zwischenmenschlichen Handelns, die hier fein herausgearbeitet sind, versöhnten mich wieder mit diesen Abschweifungen.

    Insgesamt jedenfalls fühlte ich mich von dem Roman bestens unterhalten und habe jetzt Lust bekommen, weitere Werke des Autors kennenzulernen!


    © Parden

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    JensvanderKreets avatar
    JensvanderKreetvor 10 Monaten
    Ein schockierendes Erlebnis

    Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich das Thema super wichtig und super interessant gefunden habe. Die sehr innovative Herangehensweise von Herrn McEwan ist an sich eine gute Idee.


    Aber eine derartig nihilistische, zynische und depressive Weltsicht, wie sie dieser Roman verbreitet, habe ich selten in der Literatur vorgefunden.


    Ich bin bestimmt der Letzte, der von Literatur gute Laune und Hei-tei-tei erwartet, aber diese zutiefst menschenverachtende Handlung hat mich so extrem schockiert, dass ich für das Buch sehr lange gebraucht habe.


    Wer sich herausfordern möchte, solle bitte zuschnappen. Es ist künstlerisch sehr wertvoll, die Atmosphäre sehr dicht, der Protagonist sehr sympathisch - der einzige in dem Buch.


    Wegen des hohen Niveaus, dem starken Erinnerungswert und der insgesamt spitzenmäßigen Qualität des Textes 4 Punkte.

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    Niccitrallafittis avatar
    Niccitrallafittivor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine kluge, skurrile und fesselnde Geschichte über Verrat und Leidenschaft
    Eine kluge, skurrile und fesselnde Geschichte über Verrat und Leidenschaft

    Schon der Anfang lässt auf eine spannende Geschichte schließen, bei der man sich in etwa das gleiche denkt, wie das namenlose Kind. Mir fällt es sehr schwer, angemessene Worte für dieses Kunstwerk zu finden, denn meiner Meinung nach ist es genau das – ein wahrliches Kunstwerk. Nussschale war mein erstes Werk des Autors und ich kann sagen, dass ich nun sehr neugierig auf seine weiteren Bücher bin, die im Übrigen alle im hinteren Teil der Lektüre aufgelistet sind.
    Der Schreibstil ist einzigartig, voller Metaphern und Vergleiche, fesselnd, schonungslos und zugleich philosophisch. Ich empfand es als wahnsinnig spannend die Umgebung ausschließlich durch die Beschreibungen des Kindes zu erleben, kann es doch nicht sehen und ausschließlich anhand von Geräuschen, aber auch durch Gefühle und Tätigkeiten der Mutter, seine Umwelt wahrnehmen und erfassen. Somit wirkten die Schilderungen teils skurril, teils ungewöhnlich, teils unangenehm. Spannend und zugleich verstörend empfand ich den Aspekt des tatenlosen Zusehens, in welches man in der Perspektive gedrängt wurde. Den Titel finde ich übrigens sehr passend zum Inhalt, ebenfalls das Bild auf dem schlichten Buchcover.
    Natürlich haben wir es hier nicht mit der gewöhnlichen Darstellung eines Ungeborenen zu tun, es handelt sich um eine fiktive Erschaffung eines Wesens was bereits im Mutterleib über Moralvorstellungen und eine gewisse Weisheit verfügt, die es in seine Wahrnehmung und Beschreibungen dessen einbaut. Gelungen fand ich die Tatsache, dass die Bindung des Kindes zur Mutter unerschöpflich war, die Liebe grenzenlos, egal was passierte. Leider bestand diese Bindung eher einseitig, was schon alleine dadurch deutlich wurde, dass das Kind bis zuletzt namenlos war, auch wurde es scheinbar eher als Störfaktor wahrgenommen, von allen Parteien.
    Die Mutter fand ich unsympathisch, auf mich wirkte es, als wäre sie verzweifelt, böswillig und psychisch labil. Lediglich ihr Verhalten am Ende des Buches konnte ich nachvollziehen, endlich zeigte sie einen minimalen Ansatz von Stärke und Empathie. Der Vater war eine interessante Figur, den Liebhaber hingegen empfand ich als wahnsinnig dümmlich, grausam und einfach gestrickt, zugleich besaß er leider einen immensen Einfluss auf die Mutter und die Entwicklung der Geschichte.
    Die Thematik drehte sich primär um die Personenkonstellationen und die Auswirkungen einzelner Taten und Äußerungen. Die Interaktionen fanden hauptsächlich im Haus des Vaters in London statt, wodurch das Setting eher eingeschränkt war, dennoch fand ich die Geschichte sehr spannend, auch wenn das Ende relativ offen blieb. Dies und die Kürze des Buches empfand ich aber nicht als negativ, im Gegenteil. Mir fehlte nichts, das Ganze wirkte insgesamt rund.
    Mit Nussschale konnte Ian McEwan mich vollends begeistern und mir Lust auf seine anderen Werke machen. Es handelt sich um eine kluge, skurrile und fesselnde Geschichte über Verrat und Leidenschaft aus der Sicht eines ungeborenen Kindes. 
    Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    Sandra_Halbes avatar
    Sandra_Halbevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mordkomplott von einem Ungeborenen erzählt - interessant!
    Mordkomplott aus den Augen eines Säuglings

    Die Geschichte von "Nusschale" ist in wenigen Worten zusammengefasst: Die selbstsüchtige Frau plant mit ihrem Geliebten den Mord an ihrem Mann, damit sie das Haus verkaufen und zusammen woanders ein neues Leben anfangen können. Einzig die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, ist ungewöhnlich, nämlich von dem ungeborenen Jungen aus Trudys Bauch. Dieser schildert also, was er hört und spürt, denn sehen kann er ja noch nicht. Dadurch kann der Autor spielend leicht auf aktuelle Ereignisse wie den Brexit eingehen: Das Baby hat davon am Radio gehört. Auch der Geschmack von Wein, den der Säugling durch die Nabelschnur schmecken kann, wird intensiv beschrieben. Besonders bewegt hat mich die Hilflosigkeit des Kindes, als klar wurde, was mit seinem Vater passiert. Die widersprüchlichen Gefühle der Mutter gegenüber, die keinen Hehl daraus macht, dass sie ihr Kind nach der Geburt abgeben wird, sind ebenfalls gut dargestellt.

    Auf der anderen Seite sind die Charaktere ein wenig zu klischeehaft geraten: Die Mutter ist selbstsüchtig, der Geliebte geil und grobschlächtig, und beide nicht unbedingt die Schlausten. Der Vater bleibt leider sehr im Hintergrund. Im Kontrast dazu ist das Neugeborene oft sehr zynisch und philosophisch.

    Das Ende kam sehr abrupt. Ein paar Seiten mehr für einen runden Abschluss der Geschichte hätten nicht geschadet, ich habe mich arg in der Luft hängen gelassen gefühlt. Insgesamt also knappe 4 Sterne.

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Blick auf die Welt aus der Enge einer Nussschale. Vom ersten bis zum letzten Satz ein absoluter Hochgenuss!
    Die Welt aus der Enge einer Nussschale betrachtet


    Sein oder Nichtsein – ob es wohl dieses berühmte Hamlet-Zitat war, das Ian McEwan dazu inspiriert hat, seinen Hauptprotagonisten zu einem Ungeborenen zu machen, zu einer Person, die ist und doch noch nicht ist? So oder so, die Wahl der Erzählperspektive ist genial. Ein ungeborenes Kind ist der Ich-Erzähler dieser hochunterhaltsamen Hamlet-Neuauflage.

    Der Plot dürfte Shakespeare-Kennern weitgehend bekannt sein, aber auch für Neueinsteiger stellt er kein Problem dar. Wie im Original geht es um Mord im Familienmilieu: Die schwangere Trudy plant mit ihrem Geliebten Claude, ihrem Schwager, den Mord am Gatten und Kindsvater.
    McEwans Erzählung spielt im zeitgenössischen London. Und wie mit einer leisen Hintergrundmusik unterlegt, begleitet McEwan sein kleines Drama mit den großen Dramen unserer Zeit, mit Kriegen und Terror, Flüchtlingsströmen, Armut und Hungersnöten, dem Klimawandel etc. , wobei er alles von seinem ungeborenen Ich-Erzähler kommentieren lässt.
    Natürlich hat dieser Erzähler nichts mit einem echten Ungeborenen zu tun. Es ist der Erzähler McEwan selbst, der in seine eigene Nussschale schlüpft, um aus dieser vermeintlich unschuldigen Perspektive einen umfassenden Blick auf die Welt zu wagen.
    Und wie er das tut! Seine Eloquenz ist brillant. Seine Detailfreude verleiht den Figuren Shakespeare‘sche Charaktertiefe.
    Wie im Shakespeare‘schen Original ist auch hier die Handlung ein Transportmittel, um allgemeine Ideen und Fragestellungen mitzuteilen. Das weitläufige Philosophieren des Ich-Erzählers wird zum Versuch, die Welt zu verstehen und dadurch auch das eigene Sein zu reflektieren. Ganz zentral rückt dabei auch die Frage nach der Schuld in den Fokus.
    Denn Unschuld, per definitionem, das wird schnell klar, ist ein theoretisches Konstrukt, eine Illusion. Dem Menschen ist sein eigenes Sein das höchste Gebot. In diesem Ur-Egoismus liegt sein (Über-)Lebenstrieb. Und darin bereits der Keim der Schuld.

    "Ich fürchte mich nicht vor Paradies und Inferno, diesen Themenparks mit ihren himmlischen Karussellfahrten, den höllischen Menschenmengen (...) Ich fürchte nur, etwas zu verpassen. Ob gesundes Verlangen oder bloße Gier: Ich will zuvor mein Leben, das, was mir gebührt, meine einzige gesicherte Chance auf ein Bewusstsein. Ich habe ein Anrecht auf diese Handvoll Dekaden, darauf mein Glück auf diesem entfesselt kreisenden Planeten zu versuchen." (S. 180)

    "Ich werde fühlen, also werde ich sein. Soll Armut ruhig betteln, der Klimawandel in der Hölle schmoren, die soziale Gerechtigkeit in Tinte ersaufen. Ich werde zum Aktivisten der Emotionen, ein lauter, engagierter Geist, der mit Tränen und Seufzern darum kämpft, die Institutionen meinem verletzlichen Selbst anzupassen. Identität wird zu meinem kostbaren, einzig wahren Besitz, Zugang zur einzigen Wahrheit." (204)

    So ist die Tragödie der Menschheit bereits im einzelnen Menschen festgeschrieben. Eine Tragödie ganz im klassischen Sinne. Ein Happy End kann es nicht geben.

    Shakespeares Hamlet ist zeitlos. Das ist McEwans Nussschale nicht. Im Gegenteil. Seine Erzählung nimmt ganz bewusst Bezug auf die Probleme unserer Zeit. Ein exzellentes Stück Unterhaltungsliteratur für eine eher anspruchsvolle Leserschaft. 
     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.
    Und auf euch warten tolle Gewinne.

    Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!

    Liest du gerne Bücher mit Niveau?
    Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.

    15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.

    Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
    Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.

    Die Regeln:
    1. Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
    2. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
    3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
    4. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind!
    Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Nimmst du die Herausforderung an?

    Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
    Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.


    Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

    Teilnehmer:

    19angelika63
    AgnesM
    AmayaRose
    anushka
    Arizona
    aspecialkate
    ban-aislingeach
    Barbara62
    Blaetterwind
    blauerklaus
    bonniereadsbooks
    BookfantasyXY
    bookgirl
    Buchgespenst
    Buchina
    Buchraettin
    Cara_Elea
    Caroas
    Corsicana
    crimarestri
    cyrana
    czytelniczka73
    Deengla
    dia78
    DieBerta
    digra
    Eeyorele
    erinrosewell
    Farbwirbel
    Federfee
    Fornika
    FrauGonzo
    FrauJott
    freiegedanken
    frlfrohsinn
    gefluegeltermond
    Gela_HK
    GetReady
    Ginevra
    Girl56
    Gruenente
    Gwendolina
    hannelore259
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