Ian McEwan On Chesil Beach

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Inhaltsangabe zu „On Chesil Beach“ von Ian McEwan

England in den frühen 60-er Jahren. Von Jugendaufbruch, Beatlemania, sexueller Befreiung noch keine Spur. Edward und Florence haben geheiratet und sehen in einem Hotel am Strand ihrer Hochzeitsnacht entgegen, die furchtbar daneben geht; es kommt zu einem vernichtenden Streit, der beider Leben für immer bestimmt. Wie Ian McEwan in seinem kurzen, 2007 erschienenen Roman (deutsch: 'Am Strand') seine Figuren schildert, ihre Erwartungen, Verklemmtheiten, Scham, Ekel, ihr Scheitern, ist großartig und herzzerreißend. Ungekürzte und unbearbeitete Textausgabe in der Originalsprache, mit Übersetzungen schwieriger Wörter am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen.

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    On Chesil Beach

    Fornika

    15. November 2015 um 17:37

    Florence und Edward sind ein Traumpaar ihrer Zeit. Anfang der 1960er Jahre sind beide 22 Jahre alt, aus ordentlichem Elternhaus, haben eine solide Ausbildung und ein Studium hinter sich. Jetzt haben sie den nächsten logischen Schritt gewagt, sind vor den Traualtar getreten. Doch schon die erste Nacht birgt Probleme. Probleme über die man in diesen Zeiten natürlich nicht offen sprechen kann, in der wage Auskünfte aus noch wageren Aufklärungsbüchern alles sind was man über das Vorgehen zwischen (natürlich ehelichen) Bettlaken erfährt.  McEwan hat zwei grundsympathische Figuren geschaffen, mit ganz gewöhnlichen Ecken und Kanten. Und doch sind sie für den Leser etwas Besonderes, man fiebert mit ihnen mit und wünscht ihnen alles Glück. Ein Glück, dem sie selbst am meisten im Wege zu stehen scheinen. Eben weil man nicht offen über Gefühle, Sehnsüchte oder Sexualität spricht. Als Leser weiß man welche Ängste, Gefühle und Gedanken beide umtreiben, kennt ihr Innenleben genau, dem Gegenüber spielen sie jedoch die von der Gesellschaft zugedachte Rolle vor. Ein paar offene Worte wünscht man den beiden, das Quäntchen Mut um aus dem starren Korsett der vorgefertigten Rollen auszubrechen. Die Geschichte fährt auf zwei Zeitschienen, einmal befindet sich der Leser im aktuellen Geschehen des Hochzeitsabends, zum anderen nimmt uns McEwan mit in die Kindheit und Jugend der beiden Akteure. Schon anhand der Vorgeschichte kann man den Konflikt erahnen, auf den die Geschichte zusteuert, gekonnt baut McEwan Spannung auf. Dafür lässt er sich Zeit und diese Zeit kann man als Leser nur genießen. Denn diese Story ist gleichzeitig auch ein gelungenes Spiegelbild jener Jahre, die von der Freiheit der 68er Jahre noch meilenweit entfernt sind. Sehr bildhaft und lebendig wird die Geschichte, ein traurig-melancholischer Ton schleicht sich irgendwann dazu. McEwan hat großartige tragische und mitreißende Bücher wie Saturday oder Atonement geschrieben. On Chesil Beach muss sich hinter diesen wahrlich nicht verstecken.

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  • Man spricht nicht "darüber"

    On Chesil Beach

    suse9

    05. October 2015 um 11:30

    Bin ich froh, dass die 60er Jahre schon lange vorbei sind. Denn ich könnte es nicht ertragen, meine Gefühle und Gedanken für mich behalten zu müssen. Florence und Edward – beide Anfang 20 - wollen ihren Hochzeitsabend und die Nacht frischvermählt in einem idyllischen Hotel verbringen. Da sie weder über ihre Gefühle sprechen wollen noch dies können, verläuft das Dinner in einer angespannten Atmosphäre. Lediglich der Leser weiß von den inneren Ängsten und Erwartungen. Am Schreibstil Ian McEwans schätze ich besonders, dass er seinen Geschichten Zeit lässt. Scheinbar harmlose Situationen entwickeln sich spannend und dabei vermag er seine Beobachtungen in Worte zu kleiden, die mir den Atem nehmen. Seine Beschreibungen sind präzise und detailfreudig, so dass man glaubt, in der Geschichte zu leben. Auch in dieser Erzählung zeigt der Autor wieder seine Fähigkeit, den Leser mit einzubeziehen. Denn während die Protagonisten mit ihren Gedanken alleine dastehen, kennen wir beide Seiten der Medaille. Durch Zeitsprünge in die Vergangenheit lernen wir, die Charaktere zu verstehen und Verhaltensweisen nachzuvollziehen. Dies macht es besonders schwer, ruhig und objektiv zu bleiben. „On Chesil Beach“ ist nur eine kurze Geschichte über eine Nacht im Leben eines jungen Ehepaares. Wer keine Angst vor den bildhaften Formulierungen McEwans hat, der wird dramatische Stunden mit Edward und Florence verbringen, die sich über alles lieben und denen es doch so schwer fällt, zueinander zu finden.

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  • Eine Offenbarung: Ian McEwan im Original

    On Chesil Beach

    emeraldeye

    16. April 2013 um 16:47

    "On Chesil Beach" aus der Bibliothek mitzunehmen, war eigentlich nur die zweitbeste Lösung. Aber da die deutsche Übersetzung des Romans ständig ausgeliehen ist, habe ich zugegriffen. Passte eigentlich auch ganz gut, denn ich habe mir vorgenommen, wieder mehr englischsprachige Bücher zu lesen. Bisher habe ich alles von Ian McEwan auf Deutsch gelesen und war deshalb sehr gespannt auf den O-Ton. "On Chesil Beach" ist irgendwie schon eine "Boy meets Girl"-Geschichte, aber IanMcEwan wäre nicht Ian McEwan, wenn er es dabei bewenden lassen würde. Seine Protagonisten sind eben nicht nur Junge und Mädchen. Beide haben sehr genaue Vorstellungen, wie sie ein eigenes und ein gemeinsames Leben führen wollen. Es ist Anfang der 60iger Jahre. Die Verklemmtheit und Übermoral der 50iger Jahre wirft immer noch ihre Schatten und der Befreiungsschlag, der Ende der 60iger Jahre kommen wird, ist noch nicht zu erahnen. Über viele Dinge, insbesondere über Sex, wird nicht gesprochen. Auch Florence und Edward vermeiden das Thema. In dem Jahr vor ihrer Hochzeit findet außer Küssen und oberflächlichen Berührungen nichts statt. Durch die vielschichtigen inneren Dialoge wird deutlich, dass beide sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben als Mann und Frau haben. Doch die eisernen Konventionen und mit ihnen die inneren Hemmschwellen sind unüberwindbar. Obwohl Florences´ Zweifel an ihr selbst immer stärker werden, läßt ihre Angst, als unerfahren und dumm dazustehen, sie schweigen. Sie liebt Edward über alles und ist deshalb bereit, alles zu tun, um ihn glücklich zu machen. Erst in der Hochzeitsnacht bricht die Kruste aus Schweigen, Gehorsam und gesellschaftlichen Verpflichtungen auf.... "On Chesil Beach" im Original zu lesen, war extrem anstrengend. Die vielen langen Sätze voller Adjektive (einige davon konnte ich im Übersetzungsprogramm gar nicht finden) haben mich immer wieder aus dem Leseerlebnis herausgerissen, weil ich sie nicht auf Anhieb verstehen konnte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich dem Schreibrythmus des Autors angepasst hatte und auch über unbekannte Wörter hinweg den Sinn des Geschriebenen verstehen konnte. Aber die Mühe lohnt sich. Nicht nur wegen der vielen Vokabeln, die ich beim Lesen gelernt habe, sondern auch wegen der behutsamen, lebensnahen und aufrichtigen Art und Weise, wie der Autor die Nöte und Sehnsüchte seiner Protagonisten beschreibt. Obwohl die Geschichte in den 60iger Jahren des 20.Jahrhunderts spielt, ist sie ohne weiteres auch auf die Gegenwart übertragbar. Irgendwann war schließlich für uns alle "das erste Mal". Wer vor der Vokalarbeit nicht zurückschreckt, sollte "On Chesil Beach" unbedingt lesen.

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  • Rezension zu "On Chesil Beach" von Ian McEwan

    On Chesil Beach

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. September 2010 um 16:25

    Wie vermutlich alles von Ian McEwan ist auch "On Chesil Beach" sehr gut geschrieben, psychologisch sehr genau und nachvollziehbar, herrlich tragisch, spannend und durchaus auch fesselnd mit einer außerordentlich interessanten Thematik und unter der Oberfläche in einem Winkel lauernden menschlichem Abgrund und Abscheulichkeit. Aber wie ebenfalls vermutlich alles von McEwan konnte das Buch mich zwar durchaus mitreißen und faszinieren, sogar die erzählerische Finesse und Stringenz bewundernd zurücklassen, doch so wirklich berühren und anhaltend begeistern konnte es mich nicht. Ich erkenne McEwans Qualität an, aber sie lässt mich auf gewisse Weise vollkommen kalt. Vielleicht sind seine Bücher doch zu steril-perfekt. Vielleicht ist der Stil zu glatt, zu wenig persönlich. Und doch bleibt er einer der bedeutendsten lebenden britischen Autoren.

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  • Rezension zu "On Chesil Beach" von Ian McEwan

    On Chesil Beach

    Jari

    24. May 2010 um 21:51

    Wir schreiben das Jahr 1962: Die sexuelle Revolution steckt noch in den Kinderschuhen. Florence und Edward sind frisch verheiratet und ihre erste Nacht als verheiratetes Paar steht ihnen noch bevor. Doch wie geht man mit diesem Druck um? Was erwartet der Partner? Ian McEwans "On Chesil Beach" zeigt die Sexualität vor dem Hintergrund der prüden 60-er Jahre, in denen alles Sexuelle totgeschwiegen wurde. Langsam erfährt der Leser, wie sich Florence und Edward kennengelernt haben und wie sie zu denen wurden, die sie nun sind. Es ist ein sehr trauriges Buch, das eine gewisse Distanz zwischen Leser und Geschehnissen schafft. Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass wir im 21.Jahrhundert nicht mehr nachvollziehen können, was damals im Kopf junger Leute vor sich ging. Wer eine ruhige und einfühlsame Geschichte lesen möchte, die einem in eine Zeit entführt, die noch gar nicht so lange vergangen ist, und dennoch weit entfernt scheint, sollte zu diesem Buch greifen. Jedoch sollte man keine romantische Exzesse erwarten, wer starke Gefühle sucht, wird mit diesem Buch nicht zufrieden sein.

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  • Rezension zu "On Chesil Beach" von Ian McEwan

    On Chesil Beach

    theworldisavampire

    26. February 2010 um 12:49

    kleines aber feines buch über die ehe bzw den versuch einer (sexuellen) beziehung in den 50ern.

  • Rezension zu "On Chesil Beach. Am Strand, englische Ausgabe" von Ian McEwan

    On Chesil Beach

    anena

    22. September 2009 um 12:37

    What a great book! It is very short, but brilliantly narrated. I liked the switching point of view a lot, giving a single situation different perspectives. What a tragic ending.

  • Rezension zu "On Chesil Beach" von Ian McEwan

    On Chesil Beach

    halbkreis

    09. April 2009 um 19:18

    England, 1962. Es ist die Hochzeitsnacht von Florence und Edward und beide fürchten sich aus unterschiedlichen Gründen davor. In einer Zeit, in der Sexuallität kein Thema ist, das offen besprochen wird, behalten beide ihre Ängste für sich und steuern stumm auf das Unvermeidliche zu. Bei Ian McEwan bin ich schon mal gescheitert, deswegen war ich anfangs skeptisch, aber völlig zu Unrecht. "On Chesil Beach" ist eine wunderschöne Novelle, die echt ans Herz geht. Die Geschichte von Edward und Florence ist wunderschön erzählt, ihre Gedanken sprechen überzeugend für sich, und ihre Unfähigkeit, einander richtig zu verstehen, lässt den Leser sich schmerzhaft winden. Dazu ein Ende, das zu Tränen rührt - gerne wieder, mehr davon.

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  • Rezension zu "On Chesil Beach" von Ian McEwan

    On Chesil Beach

    christiane

    02. February 2008 um 16:17

    Hervorragend! Endlich wieder in wahrer McEwan!! ....gelesen an zwei Abenden.

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