Ian McEwan Saturday

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Inhaltsangabe zu „Saturday“ von Ian McEwan

Henry Perowne, 48, ist ein zufriedener Mann: erfolgreich als Neurochirurg, glücklich verheiratet, zwei begabte Kinder. Das einzige, was ihn leicht beunruhigt, ist der Zustand der Welt. Es ist Samstag, und er freut sich auf sein Squashspiel. Doch an diesem speziellen Samstag, dem 15. Februar 2003, ist nicht nur die größte Friedensdemonstration aller Zeiten in London. Perowne hat unversehens eine Begegnung, die ihm jeden Frieden raubt …

Langatmig und belanglos

— ReginaMeissner

Leseempfehlung für dieses grandiose Buch.

— Sikal

Das Protokoll eines Bewusstseinsstroms. Etwas zu detailreich, aber stimmungsvoll.

— Hamlets_Erbin

Ich habe lange daran kauen müssen, in die Geschichte hinein zu kommen und war am Ende umso mehr von dem großartigen Finale begeistert.

— Haschnier

sehr spannend. Aber nur, wenn man sich drauf einläßt und dem Held einen Tag lang bei allen Gedanken und Tätigkeiten folgen will

— schmoeker-rike

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  • Saturday – nur ein Tag

    Saturday

    Sikal

    23. July 2017 um 08:50

    15. Februar 2003: Der Neurochirug Henry Perowne sieht frühmorgens aus seinem Schlafzimmerfenster, hängt seinen Gedanken nach, als ein brennendes Flugzeug im Landeanflug auf Heathrow seine Aufmerksamt gefangen nimmt. Im ersten Moment denkt er an einen Terroranschlag, der 11. September schwebt in seinem Kopf herum. „Diese russische Maschine flog direkt in seine Schlaflosigkeit, und er war nur zu bereit, sich in seiner Stimmung von dieser Geschichte und den nervösen Ausschlägen des täglichen Nachrichtenfiebers beeinflussen zu lassen.“ Saturday ist ein ungewöhnliches Buch, ein grandioses Werk von Ian McEwan, in dem nur ein Tag von Henry Perowne geschildert wird. An diesem einen Tag macht sich der Protagonist Gedanken über politische Wirren, familiäre Gegebenheiten, berufliche Verbindungen. Als sich Henry nach dem ersten Schock ganz normal seinem geplanten Tagesablauf widmen möchte, kommt es zu ungewohnten Verzögerungen. Er fährt zu einem Squash-Center, muss jedoch durch eine Großdemonstration gegen den Irak-Krieg eine Ausweichstrecke nehmen und gerät in eine bedrohliche Situation, die im Laufe des Tages noch Auswüchse annimmt, von denen Henry nie im Leben zu träumen gewagt hätte. Nach dem Sport besucht er seine Mutter im Altenheim, erledigt Einkäufe und sieht mit Skepsis einem abendlichen Familienessen entgegen. Dass dieses Essen alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, kann Henry nicht ahnen und muss am Ende des Tages erkennen, das Bedrohungen und Gefahren des täglichen Lebens nicht vorausschauend erkannt werden, sondern wie ein Gewitter hereinbrechen. Der Autor schreibt mit einer Sprachgewalt, die an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt. Fasziniert verfolgt man Seite um Seite Perownes Tagesablauf, jedes noch so kleine Detail erscheint wichtig, jeder Gedankengang erforderlich. Als Leser begleiten wir einen Protagonisten, werden zum stillen Beobachter seines Lebens, seiner oftmals philosophischen Reflexionen und seiner persönlichen Veränderung. Ein Roman, der nachdenklich macht und die Bedrohungen unserer Zeit als nicht vorhersehbar für die persönlichen Verhältnisse erkennen lässt. Volle Leseempfehlung!

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  • Die Weltlage nach dem 11.September

    Saturday

    Hamlets_Erbin

    17. October 2016 um 18:17

    "Zwischen Schlaf und Wachsein trennen, die Grenzlinie ziehen zu können, daran erkennt man einen gesunden Verstand." (S.8) Inhalt: Henry Perowne, 48, erfolgreicher Neurochirurg, glücklich verheiratet und mit zwei außerordentlichen Kindern gesegnet, denkt an einem Samstag im Winter über sein Leben und die Weltlage nach. Meinung: Rein formal ähnelt der Roman "Mrs. Dalloway" und "Ulysses". McEwan lässt den Leser am Bewusstseinsstrom seines Protagonisten teilhaben. Das ist zu Beginn zwar etwas zäh, aber mit zunehmender Seitenzahl fesselnd, weil Henry Perowne ein intelligenter und vielseitig interessierter Charakter ist.  Thematisch ist das ganze dann auch hochkomplex. So denkt Henry u.a. über die Evolution nach, über die Weltlage nach dem 11.September, über die Sinnhaftigkeit eines Einmarsches in den Irak, über den Einfluss der Medien auf das Leben des Einzelnen und über die Möglichkeiten von Literatur und Musik.Seinen Überlegungen zu folgen, ist faszinierend. Weniger faszinierend sind dagegen die exzessiven Beschreibungen seiner Tätigkeiten. Egal, ob es nun das Squashspiel ist, das Kochen oder seine beruflichen Tätigkeiten im OP, diese Dinge werden derart detailliert und mit dem entsprechenden Fachvokabular geschildert, dass es eher ermüdend ist, als  aufschlussreich. Wer kein Squash spielt, sich fürs Kochen nicht begeistern kann und auch kein Neurochirurg ist, wird mit den Tätigkeitsbeschreibungen kaum etwas anfangen können. Und so sind es dann auch diese Tätigkeitsbeschreibungen (die, zugegeben, exzellent recherchiert sind, jedoch wie eine bloße Fleißaufgabe wirken), die verhindern, dass ich den Roman uneingeschränkt positiv bewerten kann.  Fazit: Das Psychogramm eines Mannes. Psychologisch und atmosphärisch überzeugend. "Man hüte sich vor Utopisten, diesen Fanatikern, die den Weg zur idealen Gesellschaftsordnung zu kennen glauben." (S.383)

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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  • Leserunde zu "Mrs Dalloway" von Virginia Woolf

    Mrs Dalloway

    aba

    Ich freue mich, die nächste Leserunde zu der LovelyBooks Klassiker Zeitreise eröffnen zu dürfen. Mit "Mrs Dalloway" von Virginia Woolf geht es weiter. Zur Ausgabe Mit seinen kühnen Sprüngen in die Bewusstseinsströme der Protagonisten zählt "Mrs Dalloway" längst zu den Klassikern der Moderne. Ob erotische Phantasien beim Einkauf in der Stadt, ob Todesängste oder die Erinnerung an alte Träume – was den Roman so einzigartig macht, ist Virginia Woolfs wacher Sinn für die Brüchigkeit unserer Existenz. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Über Virginia Woolf Virginia Woolf, am 25. Januar 1882 in London geboren, wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen England auf. Ihr Leben lang litt sie unter wiederkehrenden psychischen Krisen. 1912 heiratete sie Leonard Woolf; zusammen gründeten sie 1917 den Verlag "The Hogarth Press". Ihr Haus war ein Zentrum der intellektuellen "Bloomsbury Group". Am 28. März 1941 nahm Virginia Woolf sich unter dem Eindruck der Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges und erneut bedroht von einer Verdunkelung ihres Gemüts das Leben. Zusammen mit den S. Fischer Verlagen lade ich euch zu einer Leserunde zu diesem Klassiker ein. Für die Leserunde werden vom Verlag 10 Freiexemplare zur Verfügung gestellt. Diese werden unter den Interessenten verlost. Ihr könnt aber auch mit euren eigenen Exemplaren teilnehmen oder solche bei den Fischer Verlagen erwerben, wenn ihr diese Leserunde auf keinen Fall verpassen möchtet. Wer ein Exemplar gewinnen möchte, antwortet bitte bis zum 28.06.2013 auf folgende Frage: "Clarissa Dalloway führt ein großes Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Eine ihrer glänzenden Soireen soll an einem Junitag des Jahres 1923 stattfinden. Der Ablauf dieses einen Tages bildet die Gegenwart des Romans, in die Clarissa durch die Stundenschläge des Big Ben immer wieder zurückgeholt wird." Ein Roman an einem einzigen Tag. Kennt ihr noch einen Roman, der an nur einem Tag spielt (oder in einer Nacht)? Mir fällt natürlich "Ulysses" ein, der übrigens als Inspiration für "Mrs Dalloway" gedient hat. Ich bin gespannt auf eure Antworten. Vielleicht sind da auch wieder neue Lesetipps! Eine Bitte: Benutzt die Spoilerfunktion für eure Bewerbungen nicht. Danke! Wichtig: Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde, innerhalb von ca. vier Wochen zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.

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    • 363
  • Verwirrend verstörende Gesellschaftsbeschreibung

    Saturday

    TomHart

    02. April 2014 um 17:49

    'Saturday' von Ian McEwan Freitag, der 15.Februar 2003, ein denkwürdiger Tag für Henry Perowne, einen efolgreichen Neurochirurgen, der mit einem brennenden Flugzeug beginnt, mit der größten Menschenansammlung, die England je gesehen hat und einem Bagatell-Autounfall seinen Fortgang nimmt, und in einem Sqash-Match wie auf Leben und Tod nur seinen vorläufigen Höhepunkt findet... Lange, lange lässt der Autor seinen Leser rätseln, worum es ihm eigentlich geht. Unter der Decke des Alltäglichen rührt sich Beunruhigendes, Bedrückendes, das ständig spüren lässt, wie brüchig dies 'Normale' ist. Die Familiengeschichte, ja, Kindheit des Protagonisten werden ausgeführt, seine Hilfslosigkeit gegenüber dem geistigen Zerfall der eigenen Mutter. Und all diese subtilen Hinweise deuten auf eine Verdichtung zur Katastrophe, von der man nicht wirklich weiß, ob sie am Ende tatsächlich eintreten wird, und die dann doch 'wie aus heiterem Himmel' hereinbricht und trotz aller Vorankündigung zu überraschen weiß. Mit scheinbar 'tagebuchleichter' Hand lässt McEwan uns seinen 'Helden', der keiner sein will, begleiten, zeigt er auf, wie Weltgeschehen im globalen Dorf eben doch in jede Straße, jedes Haus hineinwirkt, und das nichts, das wiedergutzumachen man sich bemühen mag, jemals ungeschehen wird.

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  • 15. Februar 2003

    Saturday

    serendipity3012

    Morgengrauen. Der Neurochirurg Henry Perowne kann nicht mehr schlafen, steht auf, tritt ans Fenster… Sein Tag beginnt und Ewan McEwans Roman „Saturday“ ebenfalls. Knapp 400 Seiten umfasst er und erzählt nicht mehr als diesen einen Tag im Leben Perownes, einen Tag, der alles andere als ein alltäglicher Samstag sein wird. Die Anschläge vom 11. September 2001 sind noch nicht allzu lange her, und es ist spürbar, dass die Welt sich verändert hat. Die Amerikaner wollen den Irak angreifen und in London findet eine große Friedensdemonstration statt. Perowne nimmt daran nicht teil, sein Tagesplan umfasst ein Squashspiel mit einem Kollegen, den Besuch bei seiner demenzkranken Mutter im Altersheim und ein Abendessen mit seiner Frau, seinen inzwischen erwachsenen Kindern und seinem Schwiegervater. McEwan nimmt den Leser mit durch diesen Tag und wir sehen Perowne nun zu bei allem, was er tut. Wir treten nicht von seiner Seite. Und wir haben nicht nur teil an dem, was passiert, wir erfahren auch, was Perowne dabei denkt. Wie er tickt, was er mag, was er sich wünscht. In Rückblenden auch Begebenheiten aus seinem früheren Leben. Und wie er reagiert, als etwas passiert, mit dem er nicht rechnen konnte und das in der Lage ist, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. „Saturday“ ist eine Charakterstudie, die begeistert. Ja, man muss sich auch für das Alltägliche begeistern können und man muss wohl auch Sympathie für Perowne mitbringen, sonst wird es schwierig. McEwans Schilderungen sind detailliert, aber der Gefahr des Ausuferns erliegt der Autor nicht. Er schafft es, das Persönliche mit dem Allgemeinen, mit dem Politischen zu verweben. Wenn der Samstag dann auf S. 387 zu Ende gegangen ist, hat sich die Welt vielleicht nicht verändert. Aber Perowne, ja, Perowne bestimmt.

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    BrittaRoeder

    26. March 2014 um 21:06
  • etwas glatt

    Saturday

    Skrutten

    18. September 2013 um 19:25

    Ein Tag im Leben des super Hirnchirurgen Henry Perowne. Ein besonderer Tag - zugegeben. Und durchaus wird auch der Spannungsbogen in diesem Buch gehalten. Geschildert werden auch die Brüche und Widersprüche im Leben des Protagonisten - das gefällt mir immer sehr in Büchern. Insgesamt jedoch scheint mir die Schilderung etwas "glatt" und die Welt der Hauptfigur recht weit oben im gesellschaftlichen Spektrum angesiedelt. Dennoch: Ich werde weitere Bücher von McEvan lesen!

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  • Lesemarathon zum Welttag des Buches! (27.&28.04.)

    litschi

    Hallo ihr Lieben! Der Welttag des Buches ist der Feiertag für alle Bücherfreunde und solche, die es werden wollen. Um die Welt mit ihrer Begeisterung für Bücher anzustecken, haben sich die Bloggerinnen Dagmar und Christina eine ganz besondere Aktion überlegt: „Blogger schenken Lesefreude!“. Sie haben etliche Blogger zusammengetrommelt, die am Welttag des Buches (23.04.) Bücher verschenken wollen. Mehr Informationen gibts im passenden Streamthema. Wir finden: eine tolle Idee! Und die perfekte Möglichkeit sich noch einmal mit Büchern zu versorgen vor unserem großen Lesemarathon, den wir am Wochende nach dem Welttag des Buches starten!  Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind was ihr so lest, haben wir uns auch ein paar Aufgaben ausgedacht, die ihr lösen könnt. Wir starten am Samstag, dem 27.04. um 09 Uhr und posten hier alle 2 Stunden eine neue Aufgabe. Reinschauen lohnt sich also :) Enden wird der Lesemarathon nach 24 Stunden, also am Sonntag, dem 28.04. um 09 Uhr.  Unter allen Teilnehmern, verlosen wir ein tolles Buchpaket! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Was werdet ihr so lesen? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt? Warum nehmt ihr teil und wart ihr bereits dabei? :) Aufgabenübersicht: 1. Aufgabe - 9 Uhr: Welches Buch liest du denn gerade und wie gefällt dir das Cover?  2. Aufgabe - 11 Uhr: Aus welchem Genre stammt das Buch, das du gerade liest? Liest du öfter Bücher aus diesem Genre? Wenn ja, was reizt dich besonders daran? Hast du vielleicht sogar besondere Empfehlungen aus diesem Genre für uns?  3. Aufgabe - 13 Uhr: Wir sind unheimlich neugierig… verrate uns doch bitte den 3. Satz auf deiner aktuellen Seite. 4. Aufgabe -15 Uhr: Hast du dich schon mal gefragt wie viele Leute eigentlich gerade das Gleiche lesen wie du? Schau gleich mal auf LovelyBooks nach und berichte uns!  5. Aufgabe - 17 Uhr:  Wo befindest du dich? An welchem Ort spielt das Buch, das du gerade liest? 6. Aufgabe - 19 Uhr:  Schreibe eine Kurzmeinung zu dem Buch, das du gerade liest oder zuletzt gelesen hast. Wir sind gespannt, wie du dein aktuelles Buch findest! 7. Aufgabe - 21 Uhr: Beschreibe den Protagonisten/die Protagonistin deines Buches in drei Worten. 8. Aufgabe - 23 Uhr: Wir lieben gute Rezensionen! Belohne eine gute Rezension zu dem Buch das zu gerade liest oder zuletzt gelesen hast. Das kannst du tun, indem du auf die Rezension und dann rechts auf das ♥ klickst. 9. Aufgabe - 01 Uhr: An alle Nachtleseeulen: verratet uns doch die besten Tipps und Tricks zum Wachbleiben. Wie haltet ihr euch wach, wenn euch die Augen schon zu fallen, ihr aber unbedingt weiterlesen wollt? 10. Aufgabe - 3 Uhr: Hast du eigentlich Gemeinsamkeiten mit einer Person aus dem Buch? Gibt es eine Figur mit der du dich identifizieren kannst? Welche ist das und wieso? 11. Aufgabe - 5 Uhr: Stell dir vor das Buch würde verfilmt werden. Wie müsste die Person sein, die die Hauptrolle spielt? Hast du einen konkreten Schauspieler vor Augen? Was hältst du generell von Buchverfilmungen? 12. Aufgabe - 7 Uhr: Es ist doch immer wieder toll Leser mit einem ähnlichem Buchgeschmack zu finden und sich auszutauschen. Auf LovelyBooks werden dir auf der eingeloggten Startseite in der rechten Leiste etwas weiter unten User mit ähnlichem Buchgeschmack angezeigt. Wie wäre es, wenn du einem von ihnen eine Buchempfehlung oder einfach nur einen netten Gruß an die Pinnwand postest? 13. Aufgabe - 9 Uhr: Wie viele Seiten hast du insgesamt gelesen? Wie hat dir der Lesemarathon gefallen? -- FAQs: a) Muss man wirklich 24h durchlesen?  Nein, natürlich nicht, jeder beteiligt sich in dem für ihn möglichen Rahmen. Das können auch nur 3-4 Stunden am Samstag sein, jeder liest eben wann, wie und wo er Zeit hat. Es geht hierbei um den Austausch und das Lesen zu zelebrieren. b) Braucht man einen Blog, um mitmachen zu können?  Anfangs war das so, dies wollen wir aber ändern. Darum kann man sich nun auch über LovelyBooks und Twitter beteiligen. Selbstverständlich kann man auf einem Blog in größeren Beiträgen länger berichten, Bilder von den Büchern etc. einbauen, aber wir wollen soviele Teilnehmer wie möglich erreichen bzw. zum Lesen bringen - egal auf welcher Website. c) Wie kann ich mich beteiligen?  Grundsätzlich kann jeder mitmachen, spontan einsteigen & kommentieren. Einfach mit der Kommentarfunktion hier posten und los geht's!

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    WinfriedStanzick

    05. October 2012 um 10:46

    Um es vorweg zu sagen: dieses Buch ist ein Meisterwerk. Schon 2002 hatte Ian McEwan mit „Abbitte" einen Roman vorgelegt, von dem man dachte, er könnte eigentlich nicht mehr übertroffen werden. Doch nun zeigt er, dass ihm schriftstellerisch immer noch eine Steigerung möglich ist. Drei Hauptgründe finde ich dafür: zum einen beherrscht er eine elegante Sprache, die gleichzeitig leicht und dicht daherkommt, den Leser in seinem Innersten anzusprechen vermag und niemals prätentiös wird. Zum anderen schafft er es wie kein zweiter mir bekannter zeitgenössischer Schriftsteller, das naturwissenschaftliche und kulturelle Wissen unserer Zeit in seine Romane einzuweben in einer Art und Weise, die den Leser nicht verwirrt, sondern ihn klüger und weiser zurücklässt. Schlussendlich greift er Themen auf, die den Menschen direkt auf der Seele brennen. Er trivialisiert sie aber nicht, sondern diskutiert sie so ernsthaft und selbstkritisch es ihm nur möglich ist. So ist die Geschichte dieses Romans, der von nur einem Tag, einem „Saturday" im Leben des Londoner Neurochirurgen Henry Perowne handelt, dem Lebensgefühl eines gebildeten Mittelklasseeuropäers mitten aus der Seele geschrieben. Eben noch ruht er sicher in seinem Leben, und dann sieht er sich quasi über Nacht mit Geschehnissen konfrontiert, die sein gesamtes Lebensgefühl und - konzept ins Wanken zu bringen drohen. Man schreibt Samstag, den 15. Februar 2003. Es ist der Tag der größten Demonstration auf britischem Boden. Es geht gegen den Irak-Krieg und die britische Beteiligung daran. Henry Perowne wacht früh auf und beobachtet ein auf Heathrow landendes Flugzeug, aus dem Flammen schlagen. Er glaubt für Minuten tatsächlich, eine Wiederholung des Angriffs auf das World Trade Center mitzuerleben. „ Die Möglichkeit, dass es zu Ähnlichem kommen könnte, zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Tage." Erst später am Abend erfährt er, dass eine russische Frachtmaschine notlanden musste. Er fährt, wie beabsichtigt, zu einem Squash-Center, um an seinem freien tag mit seinem Kollegen zu spielen, als er, behindert durch einen von der Demo verursachten Stau einen BMW rammt. Die Begegnung mit den drei Insassen wird zu einem irreal wirkenden Showdown, aus dem er mit einem Trick wieder herauskommt. Noch ist sein Glaube an die rationale Erkennbarkeit und Verbesserbarkeit der Welt noch intakt, doch am Abend nehmen die Ereignisse eine dramatische Wendung, die nicht vorweggenommen werden soll. Als er spät in der Nacht zu Bett geht, ist sein Leben nicht mehr, wie es vorher war. Er muss erkennen, dass er nichts wirklich in der Hand hat, und sein Leben bedroht und gefährdet ist. Ich habe dieses Buch mit großer innerer Erregung gelesen und bin begeistert von seiner großen Sprachmacht. Das fast gleichzeitig mit seinem Erscheinen am 7. Juli durch die verheerenden Anschläge in London seine Botschaft sich erfüllte, ist ein Zufall, der einen zittern macht. Die äußere Bedrohung unserer demokratischen Gesellschaft durch den islamistischen Terror und die innere Bedrohung, durch eine sich immer weiter ausbreitende Gewaltbereitschaft und Verrohung, macht auch mir, einem 58- jährigen Familienvater eines 9-jährigen Sohnes große Sorgen. Das Leben ist schwerer geworden in diesem Zeiten und die Hoffnung rar. Umso wichtiger bleibt wirklich gute Literatur. Hier ist ein außergewöhnliches Exemplar davon.

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    awogfli

    11. March 2012 um 11:37

    Diese Geschichte deckt genau einen Tag im Leben des Neurochirurgen Perowne ab und es passiert nicht extrem viel, aber wie Ian McEvan die Gedanken der Romanfigur beschreibt, die vom Hundertsten ins Tausendste abschweifen, das ist schon eine Klasse für sich. Da wird auf hohem Niveau über Politik, Krieg, Terror, Menschen, Beziehungen, Familie, Krankheiten und noch einige Sachen mehr aus der aktuellen Situation heraus philosophiert, und wenn ich auch meist nicht einer Meinung mit mit der Romanfigur bin, so kann ich dennoch die Meinungen, Gedanken und Gefühle der Hauptfigur extrem gut nachvollziehen. Alleine wie McEvan beschreibt, dass jene Personen, die Flugangst haben, eigentlich die Normalen sind und nicht jene, die sich wie Lemminge ohne zu Murren ins Schicksal fügen ist wirklich köstlich. Außerdem hab ich wirklich was Existentielles gelernt. Die Beschreibung der innigen Liebe eines Mannes während seiner Midlifecrisis zu einem toten Objekt, wie z.B. einem schönen Auto hat mich als Pragmatikerin umdenken lassen - hab meinem Schatzl gleich ans Herz gelegt, sich in diesem Falle bitte nicht zurückzuhalten und die Karre einfach zu kaufen. Ich kann diese Liebe zwar noch immer nicht fühlen, aber viel besser verstehen. Der Punkt Abzug (eigentlich sollte es nur ein halber sein) kommt daher, dass doch manchmal in der zu ausführlichen Beschreibung einige Längen entstehen. Auf jeden Fall lesenswert!

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    Golondrina

    11. October 2010 um 20:30

    Ein Tag im Leben des Neurochirurgen Perowne, nach dem für ihn nichts mehr so ist wie vorher. Und er erlebt eine Menge: morgens beobachtet er ein brennendes Flugzeug, hat Sex mit seiner Frau, einen Verkehrsunfall bei dem er mit dem Beteiligten aneinander gerät, spielt Squasch, besucht seine Mutter im Heim, kauft Fisch, hört den neuesten Song seines Sohnes, bereitet das Abendessen und wartet auf seine Familie zum großen Versöhnungsessen mit dem Opa. Doch dann kommt es anders. Genug für einen Tag, um über diesen Arzt mehr zu erfahren, was ihn bewegt, wen er liebt. Das beschreibt Ian McEwan sehr anschaulich. Gestört haben mich die ins kleinste Detail gehenden Beschreibungen zwischen der Haupthandlung: wo welcher Ball wie hinfliegt beim Squasch beispielsweise oder die minutiös detaillierte Beschreibung einer Hirnoperation. Ich konnte damit nichts anfangen und war einige Male versucht, das Buch entnervt wegzulegen.

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    Clari

    15. June 2010 um 13:56

    Nachdem ich mich zunächst ein wenig an die etwas hochgeschraubten Satzkonstruktionen, die einem artistischen Sprachspiel gleichen, gewöhnen musste, hat mir der Roman „ Saturday“ von Ian McEwan ausnehmend gut gefallen. Es geht um einen Tag im Leben des Henry Perowne. Das weckt natürlich sofort Assoziationen an J.Joyce. Dennoch ist dieses ein ganz anderer Tag als der, den Joyce in seinem Ulysses beschreibt. H.P. steht in der Mitte des Lebens, ist erfolgreicher Neurochirurg und schaut auf ein zufriedenes und beruflich erfülltes Leben mit seiner Frau, seinen Kindern, seinen Kollegen und Freunden und auf seine Gegenwart. Der Tag aber, ein Samstag, an dem er früh schon aus seinem Schlafzimmerfenster beobachtet, wie eine Maschine im Anflug auf den Flughafen Heathrow ganz in der Nähe seines Hauses in London in Flammen steht, macht ihm bewusst, wie zerbrechlich ihrer aller Leben ist. In seiner Reflexion und Beobachtung dessen, was um ihn herum geschieht, kann der LeserIn nachfühlen, wie es einem Mann mit annähernd fünfzig ergeht, der seine Kinder erwachsen werden sieht, seiner Frau sehr zugetan ist und in seinen Gedanken aller Geschehnisse gedenkt, die seinen Lebensweg begleitet haben. Im weiteren Verlauf des Tagesgeschehens ereignet sich sehr gegenwärtig noch eine spannende Kriminalgeschichte. Sie spannt den Bogen zu unserer Zeit, in der nichts mehr sicher ist, in der auch das kleinste Glück von den Unbilden einer unsicher gewordenen Welt bedroht zu sein scheint. Bemerkenswert für mich war die liebevolle Beziehung von Henry P. zu allen seinen Familienangehörigen, besonders zu seinen beiden Kindern und ganz innig auch zu seiner Frau. Das ist einmal ganz neu in einem Familienroman, dass eine Familie intakt ist, ohne dass man denkt, das wäre vielleicht kitschig oder unecht. Im Kontrast zu diesem privaten Glück eröffnet McEwans Roman mit seinen fragilen Infragestellungen die apokalyptische Vorahnung dessen, was im 21. Jahrhundert für die Bewohner unserer Erde zur Bedrohung geworden ist: eine unheimliche, nicht fassbare Gefährdung der bestehenden Verhältnisse dargestellt an dieser einen Familie. McEwan schreibt anspruchsvoll, eindrücklich und baut den Roman so gut auf, dass man von Beginn bis zum Ende gefesselt bleibt.

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    literat

    13. October 2009 um 12:47

    Der Roman hat einen Tag im Leben des Neurochirurgen Henry Perowne zum Thema. Zugegeben, an dem Tag passiert einiges. Es fängt damit an, daß der Protagonist in aller Herrgottsfrühe aus seinem Schlafzimmerfenster ein brennendes Flugzeug beobachtet - in seinen Gedanken verbindet er natürlich das Gesehene sofort mit den noch nicht lang zurückliegenden Ereignissen vom 11. September 2001 in New York. Und ist dann fast schon enttäuscht (was wohl wir alle sensationssüchtigen Medienjunkies, wären) als sich dann im Laufe des Tages heraussstellt, daß kein terroristischer Anschlag dahinter steckte sondern normale russische Piloten (die evtl. krumme Dinger drehen). An dem Tag, einem Samstag, findet auch die größte Friedensdemonstration aller Zeiten in London, dem Ort der Handlung, statt. Zu dem Thema hat er widersprüchliche Ansichten, bzw. er ist für den Krieg, hat dann mit seinen Kindern aber (vor allem seiner Tochter) zu dem Thema eine Diskussion - die fand ich sehr gut, sehr authentisch (ähnliche Diskussionen gabs auch in meiner Familie hierzu). Letztendlich hat er einen Zusammenstoß am Vormittag mit einem gehirnkranken Gangster, den er vor seinen Freunden bloßstellt und der sich dann Abends in sein Haus schleicht und ihn ausrauben, oder auf jeden Fall bedrohen will. Der Gangster wird aber aufgrund seiner Gehirnkrankheit dann aber doch von der bedrohten Familie überrumpelt, fällt die Treppe runter, wird bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert und zum Schluss operiert ihn Perowne dann noch eigenhändig und rettet ihm das LEben - ein Leben in dessen weiterem Verlauf wohl das Gehirn degenerieren wird. Ich finde, das ist eine tolle Persönlichkeitsstudie vom Autor. Manchmal war das ganze etwas langatmig, und ich fand, daß einfach zu viele Ereigniss und Situationen in den Tag gepackt worden sind. Das gestörte Verhältnis zur dementen Mutter, das Verhältnis zum Schwiegervater, zu den Kindern, die Frage der Rechtmäßigkeit des Irakkriegs udn dann noch die persönliche Tragödie des Gangsters (ich weiß seinen Namen nicht mehr) - das ganze gespickt und garniert mit neurochirurgischem Fachwissen und dem persönlichen Seelenleben des Protagonisten - das ist für meinen Geschmack etwas zu viel.

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    theoneandonlyCT

    24. August 2009 um 21:17

    Henry Perowne ist ein erfolgreicher Neurochirurg, der ein für die meisten Menschen äußerst geordnetes und erfolgreiches Leben führt. Es ist Samstag und vor ihm stehen eine Squash-Partie mit einem Kollegen, ein Besuch bei seiner dementen Mutter und später ein Abendessen im Kreis der Familie. Diese ist Perownes ganzer Stolz; seine Frau die er nach wie vor liebt, ist eine selbstbewusste Anwältin, sein Sohn ein begnadeter Musiker und seine Tochter steht kurz davor, eine Gedichtsammlung zu veröffentlichen. Man könnte wohl von einem ziemlich perfekten Leben reden. Doch nicht an diesem Samstag. Auf den Straßen der Stadt versammeln sich Millionen von Menschen, um gegen den bevorstehenden Irak-Krieg zu demonstrieren. Das steht definitiv nicht auf Perownes Tagesplanung, doch bei dem Versuch, die Massen bei seiner Fahrt zu umgehen, fährt er in einer Seitenstraße den Seitenspiegel eines roten BMWs kaputt. Ein Bagatellschaden, im Normalfall ohne viele Komplikationen zu regeln, doch heute, an diesem Samstag, steigen drei Kleinganoven aus dem beschädigten Auto und werfen die gesamte kleine Welt des Protagonisten aus den Fugen. Das Buch spielt an nur einem einzigen Tag und schafft es schon dadurch, einen ungeheuren Spannungsbogen aufzubauen. Ein einziger, eigentlich unbedeutender Vorfall schafft es, das Glück und den Frieden einer ganzen Familie zu bedrohen. Eingebettet in die Demonstrationen kurz vor Beginn des Irak-Krieges 2003, spielt McEwan in ganz ungeheurer Weise mit den Zusammenhängen von Glück und Frieden im Kleinen wie im Großen, bei einer einzelnen Familie und in einer gesamten Region. Störend empfinde ich dabei nur, dass der Autor bei allen Argumenten zu sehr auf der Rechtfertigung des Krieges herumreitet. Und trotzdem: Es handelt sich hier wirklich um einen spannenden und sehr interessanten Roman von McEwan.

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday

    Joshy2

    10. May 2009 um 14:07

    Manche Schriftsteller schreiben über ein Leben, manche über ein Jahrzehnt. McEwan beschreibt einen Tag im Leben des Neurochirurgen Henry Perowne, mit seinen Erlebnissen und Besonderheiten, dem Alltag und besonders seinen Gedanken, die sich um Kleinigkeiten bis hin zum Leben auf dieser Erde, Frieden und Weltpolitik drehen. Hintergründig beschreibt er seine Familie und sein Arbeitsleben und nimmt einen mit auf eine Entdeckungsreise ins Leben dieses Mannes. So wird ein einziger Tag zum Ausflug in das Leben einer ganzen Familie. Ein faszinierendes Spracherlebnis ala McEwan und ein beeindruckendes Buch.

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