Ian McEwan Saturday

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Inhaltsangabe zu „Saturday“ von Ian McEwan

Henry Perowne, 48, ist ein zufriedener Mann: erfolgreich als Neurochirurg, glücklich verheiratet, zwei begabte Kinder. Das einzige, was ihn leicht beunruhigt, ist der Zustand der Welt. Es ist Samstag, und er freut sich auf sein Squashspiel. Doch an diesem speziellen Samstag, dem 15. Februar 2003, ist nicht nur die größte Friedensdemonstration aller Zeiten in London. Perowne hat unversehens eine Begegnung, die ihm jeden Frieden raubt ...

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  • Von Jan Josef Liefers wirklich überzeugend eingelesen

    Saturday
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. August 2016 um 14:09

    Um es vorweg zu sagen: dieses Buch ist ein Meisterwerk. Schon 2002 hatte Ian McEwan mit „Abbitte" einen Roman vorgelegt, von dem man dachte, er könnte eigentlich nicht mehr übertroffen werden. Doch nun zeigt er, dass ihm schriftstellerisch immer noch eine Steigerung möglich ist.Drei Hauptgründe finde ich dafür: zum einen beherrscht er eine elegante Sprache, die gleichzeitig leicht und dicht daherkommt, den Leser in seinem Innersten anzusprechen vermag und niemals prätentiös wird.Zum anderen schafft er es wie kein zweiter mir bekannter zeitgenössischer Schriftsteller, das naturwissenschaftliche und kulturelle Wissen unserer Zeit in seine Romane einzuweben in einer Art und Weise, die den Leser nicht verwirrt, sondern ihn klüger und weiser zurücklässt.Schlussendlich greift er Themen auf, die den Menschen direkt auf der Seele brennen. Er trivialisiert sie aber nicht, sondern diskutiert sie so ernsthaft und selbstkritisch es ihm nur möglich ist.So ist die Geschichte dieses Romans, der von nur einem Tag, einem „Saturday" im Leben des Londoner Neurochirurgen Henry Perowne handelt, dem Lebensgefühl eines gebildeten Mittelklasseeuropäers mitten aus der Seele geschrieben. Eben noch ruht er sicher in seinem Leben, und dann sieht er sich quasi über Nacht mit Geschehnissen konfrontiert, die sein gesamtes Lebensgefühl und - konzept ins Wanken zu bringen drohen.Man schreibt Samstag, den 15. Februar 2003. Es ist der Tag der größten Demonstration auf britischem Boden. Es geht gegen den Irak-Krieg und die britische Beteiligung daran. Henry Perowne wacht früh auf und beobachtet ein auf Heathrow landendes Flugzeug, aus dem Flammen schlagen. Er glaubt für Minuten tatsächlich, eine Wiederholung des Angriffs auf das World Trade Center mitzuerleben. „ Die Möglichkeit, dass es zu Ähnlichem kommen könnte, zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Tage."Erst später am Abend erfährt er, dass eine russische Frachtmaschine notlanden musste. Er fährt, wie beabsichtigt, zu einem Squash-Center, um an seinem freien tag mit seinem Kollegen zu spielen, als er, behindert durch einen von der Demo verursachten Stau einen BMW rammt. Die Begegnung mit den drei Insassen wird zu einem irreal wirkenden Showdown, aus dem er mit einem Trick wieder herauskommt.Noch ist sein Glaube an die rationale Erkennbarkeit und Verbesserbarkeit der Welt noch intakt, doch am Abend nehmen die Ereignisse eine dramatische Wendung, die nicht vorweggenommen werden soll.Als er spät in der Nacht zu Bett geht, ist sein Leben nicht mehr, wie es vorher war. Er muss erkennen, dass er nichts wirklich in der Hand hat, und sein Leben bedroht und gefährdet ist.Ich habe dieses Buch mit großer innerer Erregung gelesen und bin begeistert von seiner großen Sprachmacht. Das fast gleichzeitig mit seinem Erscheinen am 7. Juli 2005 durch die verheerenden Anschläge in London seine Botschaft sich erfüllte, ist ein Zufall, der einen zittern macht.Die äußere Bedrohung unserer demokratischen Gesellschaft durch den islamistischen Terror und die innere Bedrohung, durch eine sich immer weiter ausbreitende Gewaltbereitschaft und Verrohung, macht auch mir, einem 62- jährigen Familienvater eines 13-jährigen Sohnes große Sorgen.Das Leben ist schwerer geworden in diesem Zeiten und die Hoffnung rar. Umso wichtiger bleibt wirklich gute Literatur.Hier ist ein außergewöhnliches Exemplar davon. Die nun von Diogenes produzierte gekürzte Hörbuchfassung, die Ian McEwan, Saturday, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257-80003-6Um es vorweg zu sagen: dieses Buch ist ein Meisterwerk. Schon 2002 hatte Ian McEwan mit „Abbitte" einen Roman vorgelegt, von dem man dachte, er könnte eigentlich nicht mehr übertroffen werden. Doch nun zeigt er, dass ihm schriftstellerisch immer noch eine Steigerung möglich ist.Drei Hauptgründe finde ich dafür: zum einen beherrscht er eine elegante Sprache, die gleichzeitig leicht und dicht daherkommt, den Leser in seinem Innersten anzusprechen vermag und niemals prätentiös wird.Zum anderen schafft er es wie kein zweiter mir bekannter zeitgenössischer Schriftsteller, das naturwissenschaftliche und kulturelle Wissen unserer Zeit in seine Romane einzuweben in einer Art und Weise, die den Leser nicht verwirrt, sondern ihn klüger und weiser zurücklässt.Schlussendlich greift er Themen auf, die den Menschen direkt auf der Seele brennen. Er trivialisiert sie aber nicht, sondern diskutiert sie so ernsthaft und selbstkritisch es ihm nur möglich ist.So ist die Geschichte dieses Romans, der von nur einem Tag, einem „Saturday" im Leben des Londoner Neurochirurgen Henry Perowne handelt, dem Lebensgefühl eines gebildeten Mittelklasseeuropäers mitten aus der Seele geschrieben. Eben noch ruht er sicher in seinem Leben, und dann sieht er sich quasi über Nacht mit Geschehnissen konfrontiert, die sein gesamtes Lebensgefühl und - konzept ins Wanken zu bringen drohen.Man schreibt Samstag, den 15. Februar 2003. Es ist der Tag der größten Demonstration auf britischem Boden. Es geht gegen den Irak-Krieg und die britische Beteiligung daran. Henry Perowne wacht früh auf und beobachtet ein auf Heathrow landendes Flugzeug, aus dem Flammen schlagen. Er glaubt für Minuten tatsächlich, eine Wiederholung des Angriffs auf das World Trade Center mitzuerleben. „ Die Möglichkeit, dass es zu Ähnlichem kommen könnte, zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Tage."Erst später am Abend erfährt er, dass eine russische Frachtmaschine notlanden musste. Er fährt, wie beabsichtigt, zu einem Squash-Center, um an seinem freien tag mit seinem Kollegen zu spielen, als er, behindert durch einen von der Demo verursachten Stau einen BMW rammt. Die Begegnung mit den drei Insassen wird zu einem irreal wirkenden Showdown, aus dem er mit einem Trick wieder herauskommt.Noch ist sein Glaube an die rationale Erkennbarkeit und Verbesserbarkeit der Welt noch intakt, doch am Abend nehmen die Ereignisse eine dramatische Wendung, die nicht vorweggenommen werden soll.Als er spät in der Nacht zu Bett geht, ist sein Leben nicht mehr, wie es vorher war. Er muss erkennen, dass er nichts wirklich in der Hand hat, und sein Leben bedroht und gefährdet ist.Ich habe dieses Buch mit großer innerer Erregung gelesen und bin begeistert von seiner großen Sprachmacht. Das fast gleichzeitig mit seinem Erscheinen am 7. Juli 2005 durch die verheerenden Anschläge in London seine Botschaft sich erfüllte, ist ein Zufall, der einen zittern macht.Die äußere Bedrohung unserer demokratischen Gesellschaft durch den islamistischen Terror und die innere Bedrohung, durch eine sich immer weiter ausbreitende Gewaltbereitschaft und Verrohung, macht auch mir, einem 62- jährigen Familienvater eines 13-jährigen Sohnes große Sorgen.Das Leben ist schwerer geworden in diesem Zeiten und die Hoffnung rar. Umso wichtiger bleibt wirklich gute Literatur.Hier ist ein außergewöhnliches Exemplar davon. Die nun von Diogenes produzierte gekürzte Hörbuchfassung, die Jan Josef Liefers wirklich überzeugend eingelesen hat, macht erneut deutlich, wie aktuell die Botschaft dieses wunderbaren Romans ist. hat, macht erneut deutlich, wie aktuell die Botschaft dieses wunderbaren Romans ist.

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  • Rezension zu "Saturday" von Ian McEwan

    Saturday
    thursdaynext

    thursdaynext

    A day in a life Innenansichten eines Neurochirurgen, sehr gut gelesen von Jan Josef Liefers, der nur bei den Frauenstimmen erbärmlich schwächelt, was dieser Nabelschau dann aber einen gewissen Humor verleiht, den ich im Buch doch leicht vermisst habe. Wer grüblerische Gedankenfetzen verpackt in schön gedrechselten Sätzen über den Zustand der Welt schätzt hört hier richtig. Sprachlich hat der Autor mich überzeugt, die kurze Geschichte war ebenfalls spannend, gut aufgebaut, auch wenn mir die Logik des gutmenschelnden Neurochirurgen manchmal sehr befremdend erschien, die Hauptaussage, dass es eben die Liebe ist die im Leben zählt wurde selten so unkitschig und doch überzeugend weitergegeben.

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