Ianina Ilitcheva

 4.1 Sterne bei 12 Bewertungen

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183 Tage

183 Tage

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Erschienen am 12.08.2015
Interview mit meiner Mutter

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Erschienen am 01.01.2015

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Rezension zu "183 Tage" von Ianina Ilitcheva

183 Tage in selbst gewählter Isolation
Bibliomaniavor 4 Monaten

Ianina Ilitcheva ist eine Wiener Schriftstellerin, die Malerei und Sprachkunst studierte, was sich in ihrem vorliegenden ersten Buch auch sehr gut wiedererkennen lässt.

Die Autorin hat sich einem Experiment der Isolation gestellt und wollte sehen, ob sie sich selbst findet, was es noch anderes gibt als Twitter, Social Media und Co.

Allein die Aufmachung des Buches ist eine Kunst. Das etwas größere Format, die vielen Photografien von dem immer gleichen Garten mit den Veränderungen in den Monaten und die eigenen Zeichnungen und vollgekritzelten Notizzettel, die Einzug in diesen Versuch gefunden haben, sind wirklich toll.

Gerade als kommunikativer, sozialer Mensch ist es natürlich besonders schwer auf sein soziales Umfeld zu verzichten. Und auch, wenn Ianina Ilitcheva die Regeln ein wenig lockerer genommen hat, musste sie feststellen, was der Mensch ist und was ihn ausmacht, was wir brauchen und wovon wir leben, was das Naturell des Menschseins eben auch bedeutet.

Ich möchte gar nicht allzu viel zum Inhalt sagen, da die 183 Tage Isolation viel zu schnell gelesen sind, aber die vielen Gedanken, Zweifel und Gefühle der in Usbekistan geborenen Wienerin werden sehr deutlich. Man fühlt mit ihr, kann sie verstehen, ist eigentlich selbst froh, so ein Experiment nicht machen zu müssen.

Eine interessante Sichtweise, die vielleicht nicht wirklich überraschend daherkommt, aber viel Mut bedarf. Einzig die handschriftlichen Zettel sind teilweise ein wenig mühsam zu entziffern. Doch irgendwie spiegelt auch das ihre Gemütsverfassung wider. Ein lesenswertes Buch!

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Rezension zu "183 Tage" von Ianina Ilitcheva

Rezension zu "183" Tage von Ianina Ilitcheva
elane_eodainvor 3 Jahren

>> Vielleicht ist es das. Vielleicht kann man nur frei sein, indem man allein ist.
Allein ist man, wenn niemand da ist, der einen braucht. Wenn niemand einem etwas abverlangt. <<


INHALT & GEDANKEN: Ianina Ilitcheva stellt ihre soziale Interaktion für ein halbes Jahr ein bzw. reduziert sie drastisch. Dabei bezeichnet sie sich selbst als einen Menschen, dessen große Stärke das soziale Leben ist, dennoch setzt sie sich einer „Selbstentziehung“ aus. „183 Tage“ dokumentiert Texte, Zeichnungen, Gedichte, Bilder, Gedanken, die während dieser Zeit entstanden sind.

Den Versuchsaufbau finde ich spanend. Alleine sein. Ich denke, dass es mir selbst wohl weniger schwer fallen würde als Ianina Ilitcheva, aber sicher auch nicht leicht. Der Mensch ist ein soziales Tier, er sucht Gesellschaft und er lebt von und mit ihr. Was wären wir ohne unsere Mitmenschen? Das ist etwas, das die Autorin herausfinden wollte, was aus ihr selbst herauskommt.

Nach dem Lesen einigen Regeln, die Ianina Ilitcheva sich selbst auferlegt hat, konnte ich mich gut in ihre Gedanken hineinfallen lassen, die Tage dahinstreichen lassen, im Schnelldurchlauf das Experiment und ihre Erfahrungen damit begleiten. Mir gefällt das künstlerische, die Zeichnungen und Bilder, die kleinen Zettelchen, die so abgedruckt sind wie sie entstanden sind, handschriftlich, knapp.

>> Es ist schwer. Es ist besonders schwer heute. Ich möchte jemanden anrufen. Ich möchte mit jemandem sprechen. Ich möchte in einem Armliegen. Vielleicht ein bisschen weinen. Vielleicht einfach nur schlafen. Nicht allein sein. <<

Ianina Ilitcheva muss während der 183 Tage zwei schwere Ereignisse durchstehen. Auch daran lässt sie den Leser teilhaben. Manchmal sehr detailliert, manchmal nur in knappen Worten wie nebenbei. Ich muss zugeben, mich hungerte nach mehr, mehr Details, mehr Informationen. Manchmal fühlte ich mich angefüttert und dann stehen gelassen.
Andererseits ist es ohnehin viel Persönliches, was sie offenlegt und das Aussparen macht auch seinen Reiz aus, weil es zum Nachdenken und Lückenfüllen anregt, beispielsweise darüber wie die Tage ohne Erwähnung wohl abliefen, denn nicht zu jedem Tag gibt es einen Eintrag, oder zu den kurzen Gedankengängen wie den mit dem ich meine Rezension eingeleitet habe:

>> Vielleicht kann man nur frei sein, indem man allein ist. <<

FAZIT: „183 Tage“ ist kein Buch zum schnell Durchlesen und wieder weglegen, sondern eines zum Betrachten, zum Verweilen und Gedankenmachen. Es ist Kunst. Und es ist Beschäftigung mit sich selbst.

(Zitate aus "183 Tage" von I. Ilitcheva)

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Rezension zu "183 Tage" von Ianina Ilitcheva

Ich stelle mich der Stille
janakavor 3 Jahren

Zitat Seite 95:
"Freunde machen die Welt nicht kleiner, sondern größer, viel größer, unfassbar groß."


6 Monate = 26 Wochen = 183 Tage, solange möchte sich Ianina Ilitcheva einem selbstauferlegten Experiment aussetzen. Keinen geplanten Kontakt zur Außenwelt, keine Anrufe, keine Emails, kein Twitter oder andere soziale Netzwerke, es gibt aber Ausnahmen. Zwei geplante Reisen, unangekündigter Besuch und handgeschriebene Briefe sind erlaubt...
Ihre Erfahrungen mit dem Alleinsein stellt sie mit Skizzen, Zeichnungen, Post-its und Texten dar.

"183 Tage" von Ianina Ilitcheva ist ein kleines Kunstwerk. Der Aufbau des Buches gefällt ganz gut, die Post-ist, die Skizzen und die Fotos vervollständigen das Geschriebene sehr gut. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr ansprechend. Aber man kann es nicht so in einem weg lesen, bei einigen Stellen habe ich inne gehalten und über das Geschrieben nachgedacht. Es werden die verschiedensten Gefühle in mir geweckt, sei es lachen oder traurig sein.
Mir haben ein bisschen die genaueren Einblicke in das Gefühlsleben der Autorin gefehlt.
Was hat sie den ganzen Tag so allein gemacht?
Woran hat sie gedacht?

Das Cover ist ein echter Hingucker, die blauen Gräser machen neugierig auf das Buch.

Fazit:
Ein künstlerisch wertvolles Buch mit schönen Fotos und gemalten Bildern. 

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"Ich kann fliegen. Ich kann im Dunkeln sehen. Ich bin unsterblich."



Worum geht's?

183 Tage schließt sich Ianina Ilitcheva von fast allen Interaktionen weg. Kein Kontakt mit Freunden und Bekannten. Keine Anrufe. Keine E-Mails. Keine Textnachrichten. Sie begibt sich in ein soziales Exil und zieht sich zurück in ihr Inneres, neugierig, an den äußersten Rand des Alleinseins zu gelangen. Sie hat einen genauen Fahrplan, Regeln, die sie einzuhalten hat, aber trotzdem kommt alles anders als erwartet.

333 Notizen, 183 Fotografien, Selbstporträts, Illustrationen, Gedichte und Tagebucheinträge erzählen persönlich, ungebremst und ungeschönt von diesen Tagen des Rückzugs. Die Stimme der Autorin ist laut und leise, traurig und überschwänglich, poetisch und sachlich, und sie erzählt mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Sprachgewalt von den großen und kleinen Dingen des Lebens: „Meine größte Angst ist, dass mir eine Möwe auf den Kopf scheißt.“


Erscheinungstermin: 17. August 2015


Ianina Ilitcheva

geboren 1983 in Angren, Usbekistan, lebt seit 1991 in Wien. Sie studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste und seit 2013 Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. „183 Tage“ ist ihr erstes Buch.

>> Informationen zum Buch


Bewerbung zur Leserunde: 

Wenn ihr mehr wissen wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 2. August 2015 für eines von 10 Leseexemplaren von "183 Tage". Sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. 

Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht!

Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme! 

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