Als leidenschaftliche Radfahrerin hat mich „rette rette Fahrradkette“ direkt abgeholt – und zwar nicht nur, weil es von einer langen Bikepacking-Reise erzählt, sondern weil ich auf jeder Seite gespürt habe, wie sehr Ana und Ida das Radfahren lieben. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst in die Pedale zu treten, die Steigungen hinaufzuschieben, den Fahrtwind zu spüren und in unbekannten Ländern anzukommen.
Die beiden Schwestern nehmen mich mit auf ihre über 15 000 Kilometer lange Tour von Europa bis nach Zentralasien. Was mich sofort begeistert hat, ist die Mischung aus Abenteuer, Kunst und Reflexion. Ich bekomme nicht einfach nur eine Reiseroute präsentiert – ich erlebe Momente, Begegnungen und Gedanken. Die beiden berichten offen über Höhen und Tiefen: von schneebedeckten Pässen, über spontane Gastfreundschaft bis hin zu Pannen und Erschöpfung. Genau diese Ehrlichkeit macht das Buch für mich so authentisch.
Besonders beeindruckt hat mich, wie eng sie ihre Reise mit einem sozialen Gedanken verknüpfen. Dass sie Geld für Sea-Watch sammeln und gleichzeitig über Privilegien und globale Ungleichheiten nachdenken, hat mich oft zum Innehalten gebracht. Als jemand, der selbst gern reist, kenne ich dieses Gefühl: Freiheit auf zwei Rädern – und gleichzeitig die Frage, warum ich das darf, während andere nicht einmal sicher Grenzen überqueren können.
Ein echtes Highlight sind die Illustrationen und Zeichnungen. Man merkt sofort, dass Ana und Ida Künstlerinnen sind. Die Bilder verleihen dem Buch eine ganz eigene Tiefe – fast so, als würde man in ein Reisetagebuch blättern, das unterwegs entstanden ist. Für mich hat das die Lektüre unglaublich lebendig gemacht.
Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann höchstens, dass ich mir an manchen Stellen noch mehr über das Spendenprojekt gewünscht hätte. Doch das schmälert den Gesamteindruck kaum.
Mein Fazit:
„rette rette Fahrradkette“ hat mich inspiriert, berührt und motiviert. Es ist ein Buch für alle, die das Radfahren lieben, die neugierig auf die Welt sind und die wissen wollen, wie sich echte Abenteuer anfühlen – roh, ehrlich und voller Herz. Ich habe beim Lesen Fernweh bekommen und gleichzeitig das Bedürfnis, sofort mein eigenes Bike zu packen und loszufahren.
Wenn du auf Geschichten stehst, bei denen man die Kilometer im Kopf mitfährt: absolute Empfehlung.





