Idra Novey

 3.4 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Idra Novey

Vielfach preisgekröntes Übersetzen, Dichten und Schreiben: Idra Novey wurde 1978 im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Zusammen mit drei Geschwistern wächst sie in der Stadt Johnstown, die einige Meilen von Pittsburgh entfernt liegt, auf. Erste Lorbeeren bringen ihr Übersetzungen aus dem Spanischen und Portugiesischen ein. Dazu gehören die Bücher „Vögel für einen Abbruch“ des Brasilianers Manoel de Borras sowie der Roman „Die Passion nach GH“ ihrer Landsfrau Clarice Lispector. Mit der übersetzten Variante des Gedichtes „Über die Eleganz beim Schlafen“ von Viscount Lascano Tegui, einem argentinischen Schriftsteller, schafft sie es 2011 in die Auswahl für den Best Translated Book Award. Während dieser Zeit veröffentlicht die jetzt in Brooklyn lebende Schriftstellerin eigene Gedichte und Kurzgeschichten. In der Gedichtsammlung „Exit, Civilian“ beschäftigt sie sich mit dem Stigma von Inhaftierten in Amerika bis hin nach Chile. International bekannt wird Idra Novey mit dem ersten eigenen Krimi „Ways to disappear“ (2016). In deutscher Übersetzung erscheint „Wie man aus der Welt verschwindet“ 2018. Für die spannende Geschichte einer brasilianischen Autorin, die plötzlich unauffindbar ist, erhält die Amerikanerin zahlreiche Literaturpreise. Außerdem ist ihr Krimi „Those who knew“ seit 2018 in den USA auf dem Markt.

Alle Bücher von Idra Novey

Cover des Buches Wie man aus dieser Welt verschwindet (ISBN:9783492059190)

Wie man aus dieser Welt verschwindet

 (5)
Erschienen am 04.09.2018

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Rezension zu "Wie man aus dieser Welt verschwindet" von Idra Novey

Unerwartet gut!
wandabluevor einem Jahr

Unerwartet gut.
„Wie man aus dieser Welt verschwindet“ ist ein typischer brasilianischer Roman. So typisch, denke ich, dass er umständlich, unverständlich, ein wenig exotisch und halt „komisch“ ist. Was man ja in Kauf nimmt. Hauptsache: südamerikanisch.

Aber letztlich: nein. Dieses kleine Buch nimmt mich nach und nach für sich ein, immer mehr. Ja, dieser Roman verwundert. Und überrascht. Ungeheuer positiv ist seine Entwicklung. Was daran liegen mag, dass die Autorin eben gar keine Brasilianerin ist, sondern Amerikanerin. „Wie man aus dieser Welt verschwindet", ist der Debütroman der Autorin Idra Novey und befindet sich auf Anhieb auf der Finalistenliste des L.A. Times Book Prize for Fiction.

Idra Novey, geboren 1978, bleibt hoffentlich beim Schreiben!

Lange Zeit weiß man gar nicht, wessen Geschichte dieser Roman eigentlich erzählt. Die der schon älteren, erfolgreichen Autorin Beatriz Yagoda, die eines Tages mit einem Koffer in der Hand in den Park geht und auf einen Baum steigt?Ja, klar. Jeder regt sich über ihr Verschwinden auf.

Die ihrer Übersetzerin Emma, die eigens aus den Staaten anrückt, um nach ihr zu sehen und sich in die kleine Familie drängt. Oh ja. Emma nimmt einen großen Raum ein. Sehr zum Verdruss von Tochter Raquel.

Oder ist es die Geschichte ihres Verlegers Rocha, der durch Beatriz Romane groß wurde?

Oder die ihres Sohnes Marcus, der so schön ist und ein Luftikus und dem einiges bevorsteht, was er zum Glück noch nicht weiß.

Alles beginnt slow motion. Von der im Baum hockenden Autorin erfährt man enttäuschender Weise gar nichts. Wie lebt man auf einem Baum? Wie geht man zur Toilette, was isst man, wie schläft man? Wird nicht thematisiert.

So slow motion ist die Story, dass man sich fragt, ob man sich etwa langweilt. Na ja. Nicht wirklich. Die Kapitel sind zu kurz, um sich zu langweilen. Eine Seite, zwei, drei. Nächstes.

Die Kinder suchen nach der Mutter. Der Verleger erinnert sich. Alle erinnern sich an die Romane der Beatriz Yagoda, die durchaus merkwürdige Inhalte hatten. Verwirrende Inhalte. Südamerikanisch-bizarre symbollastige Inhalte.

Dann, man möchte ein wenig einschlummern, hat einen die Hitze Rios gepackt. Man macht Siesta, spürt die südamerikanische Depression und dann wird man ganz langsam, aber soghaft, in eine überaus berührende Geschichte gezogen, die auf eine Art und Weise erzählt wird, ganz leise, wie ich sie kaum kenne. Indirekt. Furchtbar. Katastrophal. Verstörend.

Der Autorin ist es gelungen, die fremde Atmosphäre Brasiliens täuschend echt darzustellen. Südamerikaner sind immer irgendwie depressiv, me thinks.

Fazit: Ein Roman, der unterhält, wenn man neugierig bleibt und in der Hitze der Stadt nicht einschläft; ein Roman, der vordergründige ethische Grundsätze in Frage stellt, und dort tiefgründig wird, wo der Leser durch Siesta und Hitze in Trägheit und Sicherheit gelullt wurde. Ein Roman mit unerwartetem Tiefgang.

Der mir sehr gut gefallen hat.

Kategorie: Anspruchsvolle Literatur.
Gute Unterhaltung.
Verlag: Piper, 2018

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Rezension zu "Wie man aus dieser Welt verschwindet" von Idra Novey

Sprachlich wunderschön
Literaturliebevor einem Jahr

“Wie man aus dieser Welt verschwindet” war verwirrend und seltsam, gleichzeitig aber auch schön zu lesen. Dieses Buch ist kein spannender Krimi, keine gemütliche Literatur und ist sowieso sehr schwer einzuordnen. Es liegt irgendwo zwischen “War ganz nett” und “Ich habe die Geschichte geliebt”.

Die Geschichte ist sehr schnelllebig und beginnt direkt mit dem Verschwinden der brasilianischen Autorin Beatriz Yagoda, gefolgt von der Übersetzerin Emma, die nach Rio fliegt, um sich mit Beatriz Kindern Marcus und Raquel auf die Suche nach der vermissten Autorin zu machen. Die Handlung ist einfach und geht nicht über das hinaus was man erwartet. Im Gegenteil, es ist eher sehr vorhersehbar. Die Komplikationen und Schwierigkeiten, die mit Beatriz‘ Verschwinden einhergehen, sind schnell spür- und greifbar. Zudem habe ich bei einigen Szenen den Sinn dahinter nicht verstanden und mich gefragt, was genau das jetzt mit der Geschichte zu tun hatte.

Aber trotz der Probleme hatte der Roman auch etwas Faszinierendes an sich. Idra Novey ist eine Art Sprachkünstlerin. Sie spielt mit Wörtern und Sätzen, spielt mit den Perspektiven und füllt die Geschichte mit starken Bildern. Sie erzählt Geschichten innerhalb der Geschichte. Die Kapitel sind dabei kurzgehalten und auf das Minimum beschränkt, weswegen es sich zügig lesen lässt. Obwohl ich den Perspektivenwechsel in dieser Geschichte sehr passend fand, wirkten einige Charaktere durch ebendiese kurzen Kapitel aber auch eintönig und nicht vollständig entwickelt.

In „Wie man aus dieser Welt verschwindet“ geht es irgendwann gar nicht mehr primär um das Verschwinden von Beatriz, auch wenn die Suche nach ihr immer präsent ist. Idra Novey bringt einem hier den Beruf des Übersetzers näher und durchleuchtet die Beziehung zwischen Autor und Übersetzer. Die Autorin erzählt, wie die Suche nach Beatriz zu einer Suche nach eigenem Wachstum, Selbstentdeckung und -verwirklichung sowie nach Liebe wird. Und es wird deutlich, dass es tatsächlich mehrere Wege gibt, um zu verschwinden – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch, emotional, psychisch.

 

ZUSAMMENFASSEND

“Wie man aus dieser Welt verschwindet” besticht vor allem durch den Sprachstil von Idra Novey. Die Suche nach Beatriz wird für Emma eine Suche nach sich selbst. Dennoch hatte ich mit dem Verlauf der Geschichte und den nicht vollständig entwickelten Charakteren meine Schwierigkeiten. Dieser Roman ist also sprachlich gesehen lesenwert, hat sich aber letztlich nicht wirklich in mein Gedächtnis gebrannt.

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