Ignazio Silone

 4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Wein und Brot, Fontamara und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ignazio Silone

Ignazio Silone (eigentlich Secondo Tranquilli) wurde am 01.05.1900 in einer Kleinbauernfamilie im Bergdorf Pescina in den Abruzzen geboren. Seine Kindheit war geprägt durch wirtschaftliche Not und soziale Spannungen. Früh entwickelte sich sein politisches Engagement: 1917 setzte er sich in Selbsthilfeorganisationen für die Verbesserung der sozialen Stellung der Landarbeiter ein. Ein Jahr später siedelte er nach Rom über, wo mit dem Anschluss an die sozialistische Bewegung seine politische Laufbahn begann. Diese Aktivitäten wurden bereits 1919 von der Polizei beobachtet, was ihn nicht daran hinderte, im folgenden Jahr mit Antonio Gramsci und Amadeo Bordiga die Kommunistische Partei Italiens (PCI) zu gründen. Als Mitglied des Zentralkomitees war er für internationale Kontakte zuständig. Im Jahr der faschistischen Machtübernahme 1922 wurde er in seiner Triestiner Redaktion verhaftet. Nach der Freilassung 1923 tauchte er endgültig in den Untergrund ab. Folgende Stationen waren Deutschland, Frankreich und Spanien; er kehrte jedoch 1925 nach Italien zurück. Zwei Jahre später in Moskau wurde er Zeuge der von Stalin durchgesetzten politischen Liquidierung von Trotzki und Sinowjew. Silones Protest dagegen markiert den Beginn seiner Entfremdung von der Kommunistischen Partei. 1929 begann seine ideologische Isolation, als sich die Führung des PCI in Moskautreue und -unabhängige spaltete; 1931 wurde er auf Druck der Kommunistischen Internationale aus der Partei ausgeschlossen. Die in der Schweiz erstmals veröffentlichten Romane konnten – da die dortigen Behörden eine Kompromittierung ihrer Neutralitätspolitik vermeiden wollten – in ihrer ursprünglichen Form nicht erscheinen; Textstellen, die als politisch brisant empfunden wurden, mußten abgemildert werden. Silone übte Kritik an der faschistischen Politik seiner Heimat und bezog zunehmend eine distanzierte Position gegen die diktatorische Führung der dem Widerstand verpflichteten Parteien. Nicht die Weltrevolution trieb ihn an, sondern die Liebe zu den Armen und Unterdrückten. Dies manifestiert sich auch in seinem Stil, der sich durch eine einfache, für breite Leserschichten verständliche Sprache auszeichnet. (Silone: »Was schließlich den Stil betrifft, so erscheint es mir als die höchste Weisheit, einfach zu sein.«). Zeit seines Lebens blieb Silone jedoch ein Außenseiter, ein Fall »bitterer, fast tragischer Verkanntheit«, wie Heinrich Böll einmal bemerkte. Nach der Befreiung Italiens im Oktober 1944 kehrte er nach Italien zurück, wo er aber unter den Intellektuellen nur schwer Fuß fassen konnte. Sein ideologiefeindliches, individualistisches Verständnis von Sozialismus isolierte ihn zunehmend gegenüber marxistischen Dogmatikern. Er forderte vielmehr eine Neubestimmung des sozialistischen Ideals als Utopie ein, die an zeitlose idealistische Werte und Ideale der christlich-abendländischen Traditon anknüpfen sollte. Verzicht auf Ideologie, Gedankenfreiheit der Mitglieder und eine hierarchielose Organisation waren ihm enorm wichtig. Mit seinem anti-ideologischen, freiheitlichen Programm stieß er jedoch auf wenig Resonanz. Zunehmend enttäuscht zog er sich von der Parteiarbeit zurück und widmete sich ab 1950 nur noch seinen literarischen Arbeiten. Am 22.08.1978 starb er in einer Genfer Klinik. Die enge Verbindung zwischen Leben, Politik und Werk ist kennzeichnend für diesen zutiefst menschlichen und engagierten Romancier. Dagmar Ploetz, die bekannte Gabriel García-Márques-Übersetzterin, arbeitet in ihrer (im April 2000 bei KiWi erschienenen) ausgezeichneten Monographie über Silone diese enge Verknüpfung von Vita, Zeitgeschichte und Werk heraus. Reinhold Joppich, vorzüglicher Silone-Interpret, hat Auszüge aus Silones Werk Wein und Brot gelesen, Musik: Antonella Sellerio. Diese CD ist im Hör-Verlag erhältlich. Auszeichnungen Silones (Auswahl): Ehrendoktor der Universität Yale (1966) Ehrendoktor der Universität Toulouse (1970) Gottfried – Keller – Preis (1973) Die Region der Abruzzen stiftete 1988 den jährlich vergebenen Ignazio-Silone-Literaturpreis, mit dem vor allem sozial engagierte Sc

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ignazio Silone

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Cover des Buches Wein und Brot (ISBN: 9783462016338)

Wein und Brot

 (9)
Erschienen am 01.01.1984
Cover des Buches Fontamara (ISBN: 9783462025996)

Fontamara

 (3)
Erschienen am 01.01.1962
Cover des Buches Notausgang (ISBN: 9783462020922)

Notausgang

 (2)
Erschienen am 01.01.1991
Cover des Buches Brot und Wein (ISBN: B0000BNYLV)

Brot und Wein

 (1)
Erschienen am 01.01.1954
Cover des Buches Das Abenteuer eines armen Christen (ISBN: B0000BUP9U)

Das Abenteuer eines armen Christen

 (1)
Erschienen am 01.01.1969
Cover des Buches Der Fuchs und die Kamelie (ISBN: 9783462402414)

Der Fuchs und die Kamelie

 (1)
Erschienen am 20.07.2018
Cover des Buches Die Kunst der Diktatur (ISBN: 9783462402407)

Die Kunst der Diktatur

 (0)
Erschienen am 20.07.2018
Cover des Buches Severina (ISBN: 9783462023459)

Severina

 (0)
Erschienen am 01.01.1994

Neue Rezensionen zu Ignazio Silone

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Rezension zu "Wein und Brot" von Ignazio Silone

Rezension zu "Wein und Brot" von Ignazio Silone
Grisuvor 14 Jahren

Wer Italien verstehen will, kommt nicht an "Wein und Brot" von Ignazio Silone vorbei.

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