Igor Bogdanov

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Das Gesicht Gottes, Reise zur Stunde Null und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Igor Bogdanov

Reise zur Stunde Null

Reise zur Stunde Null

 (2)
Erschienen am 30.01.2008
Das Gesicht Gottes

Das Gesicht Gottes

 (2)
Erschienen am 14.09.2011
Wir sind nicht allein!

Wir sind nicht allein!

 (0)
Erschienen am 26.03.2009

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Rezension zu "Das Gesicht Gottes" von Igor Bogdanov

Rezension zu "Das Gesicht Gottes" von Igor Bogdanov
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Physikalischer Einblick in die Entstehung des Universums

Es ist eine der Grundfragen und Urfragen der Menschheit. Warum existiert das Universum? Wie genau ist es entstanden?

„Ich möchte wissen, wie Gott die Welt erschaffen hat“, sagte schon Einstein.

Sicher ist dieses Buch kein religiöses Buch, „Gott“ dienst vielmehr, gerade in der Physik, als Chiffre, als Symbol. 1992 war es, als der Satellit „COBE“ zum ersten Mal die „Urstrahlung“, das älteste Licht des Universums, aufgenommen hatte. Strukturen, die etwa 380.000 Jahre nach dem „Urknall“ entstanden waren. Eine im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechende Beobachtung und auswertbare Erkenntnis. Und auch George Smoot, der „Vater“ COBEs, ließ entgleiten: „Für einen gläubigen Menschen ist das, als erblicke der das Antlitz Gottes“.

Schaut man hinter diese symbolhafte Ausdrucksweise, dann steht seit 1992 die Chance im Raum, ganz im Sinne physikalischer Forschung der Reduktion komplexer Phänomene, sich auf Spurensuche nach „der uranfänglichen Einfachheit“ zu machen, die vor 13,7 Milliarden Jahren zur Entstehung des Universums geführt haben. Um im Sprachgebrauch des Buches zu verbleiben, entdeckt man bei dieser Spurensuche nicht „den Schöpfer selbst (bei der Arbeit)“, wohl aber ist es möglich, das „Gesicht Gottes“ zu betrachten, sprich die direkten Folgen eines ursächlichen Ereignisses.

Auf gut 190 sprachlich dankenswerterweise einigermaßen verständlich und einfach gehaltenen Seiten führen die Autoren den Status quo der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf zur Kernfrage, was „vor dem Big Bang gewesen ist“. Nach einer ausführlichen Einführung über das Universum, die Ewigkeit, aber auch das Ende der Ewigkeit und das Uratom, bauen die Autoren die Themen folgerichtig und strukturiert aufeinander auf. Im letzten Kapitel dann wird das „Rätsel um den Urknall“ einer vermeintlichen Lösung zugeführt. Allerdings, das sei klargestellt, da, wo die Brüder im Buch zu ihren Schlussfolgerungen gelangen, stehen eben wiederum allein Theorien im Raum. Sicher durchaus eingängige Vermutungen, argumentativ durch die dargestellten Erkenntnis der letzten 30 Jahre gestützt, dennoch aber nichts anderes als eine weitere Theorie neben anderen Theorien.

Dies muss betont werden, da aus dem Tonfall der Brüder manches Mal im Buch Vermutungen und Theorien doch wirken, wie Tatsachen und Fakten, die gar nicht anders sein können. Nicht immer gelingt es den Autoren, hinter ihr Werk zurückzutreten, durchaus offenkundig finden die Brüder Grichka sich selber ebenso interessant wie das behandelte Thema. Dies stört weder den Lesefluss noch die wissenschaftliche Fundierung des Dargebotenen, sollte aber im Hinterkopf behalten werden bei allzu selbstverständlich klingenden und im Wesen doch steilen Äußerungen und ebenso in Teilen stilistisch fast als „Abenteuerroman“ daherkommender stellen im Buch.

Alles in allem aber eine, vor allem, auch für Nicht-Physiker gut lesbare Zusammenfassung und Darstellung des Wesens des Universums und seiner Entstehung mit einigen interessanten Thesen und Schlüssen, welche die beiden Brüder aus den vorliegenden Forschungsergebnissen ziehen. Einblicke in jenes unfassbare Phänomen, dass innerhalb von 3 Minuten vor gut 13 Milliarden Jahren alles an Energie entstanden ist, was heute noch das Universum ausmacht.

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Rezension zu "Reise zur Stunde Null" von Igor Bogdanov

Rezension zu "Reise zur Stunde Null" von Igor Bogdanov
HeikeGvor 10 Jahren

"Wenn Sie religiös sind, dann ist es so, als würden Sie Gott sehen."

- George Smoot, Astrophysiker, Nobelpreis für Physik 2006 -

Jules Verne reiste "In 80 Tagen um die Welt", "20.000 Meilen unter den Meeren", zum Mittelpunkt der Erde und "Von der Erde zum Mond".
Wie ein spektakulär illustrierter Zukunftsroman aus seiner Feder mutet auch das vorliegende Buch "Reise zur Stunde Null" der Autoren Igor und Grichka Bogdanov an. Doch die Zwillingsbrüder sind keine Schriftsteller fantastischer Literatur, sondern promovierte Wissenschaftler. Sie überbieten Jules Verne und reisen mit dem interessierten Leser zur absoluten Stunde Null - dem Ursprung des gesamten Universums.

Jeder hat schon einmal in die unendlichen Tiefen eines wolkenlosen nächtlichen Sternenhimmels geblickt. 5.000 Sterne können wir mit bloßem Auge erblicken, Abermilliarden gibt es, 200 Milliarden allein in unserer Galaxie. Nach neuesten Schätzungen besteht das Universum aus mehr als 100 Milliarden Galaxien. Man fragt sich: Ist das Universum endlich? Wenn ja, was ist dahinter? Und was hat es mit dem großen "Big Bang" - dem großen Urknall - auf sich, dem allerersten Moment des Kosmos, dem absoluten Anfang von Raum und Zeit, den sogar Albert Einstein in Frage stellte, letztendlich jedoch die 1922 aufgestellte, bahnbrechende These des russischen Mathematiker Alexander Friedmann als korrekt bestätigte?

Mittlerweile ist die Wissenschaft schon viele Schritte weiter und kann sich auf relativ gesicherte Erkenntnisse beziehen. Vieles bleibt jedoch immer noch im theoretischen Bereich, ist von Prozessen außerhalb des Vorstellbaren geprägt, mit Größenordnungen von absoluter Winzigkeit und gleichzeitig ungeheurer Größe.
Auf jeden Fall erzeugt die Reise zu unserem Ursprung mehr als einmal Staunen, Ehrfurcht und Achtung. Albert Einstein traf den Ton diesbezüglich korrekt, als er meinte, "Man gewinnt die Überzeugung, dass sich in den Gesetzen des Universums ein Geist offenbart - ein Geist, der dem des Menschen bei weitem überlegen ist und gegenüber dem wir uns angesichts unserer bescheidenen Kräfte ärmlich vorkommen müssen."

Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Reise durch den Weltraum und Reise durch die Zeit. Der erstere ist eine relativ sanfte und gut verständliche Einführung in die Weiten unseres Kosmos, beginnend in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße. Wir fliegen beinahe wie die Besatzung von Raumschiff Enterprise vom Merkur bis zum äußersten Gürtel unseres Sonnensystems und gar weiter darüber hinaus. Wir sehen blaue Zwerge, rote Riesen und kollidierende Galaxien, betreten eisige Steinwüsten, durchfliegen unvorstellbar heiße Gaswolken, planetarische Nebel oder Scheiben aus molekularer Materie und unternehmen sogar einen Abstecher ins Innere eines Schwarzen Loches.
Mister Spock alias Igor und Grichka Bogdanov stehen uns dabei als äußerst kompetente und verständliche Reiseführer zur Seite.

Spektakuläre Fotografien gebieten beim Lesen fasziniert Einhalt. Obwohl die meisten dieser Fotos am Computer erzeugte künstlerische Darstellungen sind, offenbaren sie trotz alledem ein hohes Maß an Authentizität und wirken niemals kitschig oder unglaubwürdig. Sie bestechen durch eine ausgezeichnete Bildbandqualität.

Nach diesem auch für den Laien relativ verständlichen und "sanften" Einstieg drehen die beiden Autoren die Zeitachse um. Wieder zurück auf der Erde fliegen sie nun in die Vergangenheit, erst in die unseres Planeten, dann bis ins Jahr 380.000 nach dem "Big Bang", 7 Milliarden Jahre vor unserer Zeit und auch darüber hinaus.
Igor und Grichka Bogdanov überspringen die Plancksche Mauer, um sich in das "Davor" zu wagen. Für die Autoren ein Ursuppe aus imaginärer Zeit und einer Dualität aus Energie und Information, in der ein "Quantensturm" tobt und die Raumzeit verzerrt.
Hier stößt die Informationsvermittlung für den Laien an seine Grenzen. Es wimmelt von Fachausdrücken und physikalischen Konstanten und Inkonstanten. Da helfen auch die großartigen Computergrafiken nichts mehr. Der nur mit seinem schulphysikalischen Verständnis ausgestattete Leser kann Begriffen wie der euklidischen vierdimensionalen Raumzeit, Instantonen, magnetischen Monopolen und KMS-Zuständen nicht mehr folgen.

Trotzdem ist "Die Reise zur Stunde Null" ein spektakuläres und faszinierendes Buch, das dem Interessierten einen wirklich fulminanten Eindruck von den umwerfend neuen Erkenntnissen der modernen Astronomie vermittelt. Allein die 150 großformatigen, farbigen Fotos und Bilder, die jeweils sehr anschaulich erläutert werden, lohnen ein Blick ins Buch.
Viele passend platzierte Zitate von bekannten Persönlichkeiten, ein Vorwort von Dr. Joachim Bublath und ein Glossar runden dieses äußerst gelungene Werk ab.

Fazit:
"Niemand wird unter einem schlechten Stern geboren: manche verstehen es einfach nicht, den Himmel zu lesen." (Dalai Lama)
Mit diesem großartigen Buch von Igor und Grichka Bogdanov, das beinahe ein sinnliches, aber auf jeden Fall ein atemberaubendes intellektuelles Vergnügen ist, fällt es jedenfalls ein bisschen leichter.

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