Ilan Goren Wo bist du, Motek?

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Inhaltsangabe zu „Wo bist du, Motek?“ von Ilan Goren

Ein rasantes, witziges, nachdenkliches Buch, halb Roman, halb Reportage, dessen polyglotter Autor als Prototyp des Neu-Berliners durchgehen würde, wenn er nicht vor allem das wäre: ein Israeli auf der Suche nach seinen deutschen Wurzeln. Erst als er seinen Job bei Channel 10 los ist, kann er sie aufmachen, die große schwarze Kiste, die mitten in seiner Berliner Wohnung steht: Ilan Goren, junger Fernsehreporter aus Tel Aviv, war in die zweitkultigste Stadt der Welt gekommen (die kultigste ist seine eigene), um seiner Familie nachzuspüren. Nicht umsonst hatte ihn seine Mutter mit Ritter Sport und Hoppe, hoppe Reiter aufgezogen. Aber diese Kiste nun, die Notizbücher, Fotos, Briefe und ziemlich scheußlichen Schmuck enthält, gibt nur neue Rätsel auf. Während Ilan als Reporter und Ahnenforscher durch Berlin streift, stößt er auf ein reiches Panoptikum an Leuten und Geschichten. Er freundet sich mit dem Journalisten Omer an, der darauf spezialisiert ist, geschmackvolle Holocaust-Witze zu reißen. Beide wollen sie herausfinden, worin für sie diese morbide Deutschland-Faszination besteht. Es können doch nicht nur die zusammengesetzten Hauptwörter sein. Ein intelligentes Buch für alle Ausländer und Schwaben in Berlin.

Der Funke wollte, obwohl mich das Thema interessiert, irgendwie nict so recht überspringen...

— RobinBook

Ein Israeli in Berlin - eine außergewöhnliche Geschichte.

— Ekcnew

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  • Wo bist du, Motek?

    Wo bist du, Motek?

    RobinBook

    06. February 2016 um 11:08

    Autor: Ilan Goren TiteL: Wo bist du, Motek? - Ein Israeli in Berlin Seit "Die Akte ODESSA" von Frederick Forsyth, dem TV-Vierteiler "Holocaust" nach dem Roman von Gerald Green und dem Film "Exodus" nach dem Buch von Leon Uris habe ich sehr viele weitere Bücher zum Geschehen im "Dritten Reich" gelesen, darüber, wie direkt Betroffene es zu verarbeiten versuchen, und auch darüber, wie spätere Generationen ihre Wurzeln zu finden trachten. Auch der jüdische Humor ist mir seit Kishon nicht fremd. Zu diesem Buch hier konnte ich aber leider nur ganz selten und dann auch nur kurz und nicht besonders intensiv einen "Draht" bekommen. Vielleicht ist es ja auch an ein jüngeres Publikum gerichtet. das Geschehen um die Familie sowohl nach als auch vor 1945 fand ich teilweise kaum und wenn, sehr schwer nachvollziehbar, die vielen Namen in der Jetztzeit verwirrten mich.

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  • Ein Israeli in Berlin - eine außergewöhnliche Geschichte.

    Wo bist du, Motek?

    Ekcnew

    01. January 2016 um 16:01

    Wo bist du, Motek? Ein Israeli in Berlin. Geschrieben von Ilan Goren. Das Buch ist aus der Sicht von Ilan geschrieben, sein Spitzname in Israel ist Motek. Ilan kommt aus Tel Aviv, um in Berlin ein Jahr als Europakorrespondent für einen israelischen Fernsehsender zu arbeiten.  Diesen Job in Berlin hat er sich ausgesucht, um auf Spurensuche der Vergangenheit seiner Familie zu gehen. Seine Mutter ist vor kurzem in Israel an einer Krebserkrankung gestorben. Die Urgroßmutter von Motek - Else und der  Urgroßvater Juda haben sich in Berlin kennengelernt, haben dort geheiratet und im Juni 1923 wurde die Tochter geboren - Jutta, Motek seine Oma. Moteks Mutter hat immer von der deutschen Schokolade und von der deutschen Pünktlichkeit geschwärmt. Als er in Berlin angekommen ist, stößt er auf eine Kiste. In dieser Kiste sind einige Dinge aus der Vergangenheit unter anderem ein Notizbuch von seinem Urgroßvater Juda der Jude ist. Die Geschichte der Vergangenheit wird aus diesem Notizbuch heraus erzählt. Die Urgroßeltern erleben die Anfänge der Judenverfolgung in Berlin und entscheiden sich Gott sei Dank noch rechtzeitig, nach Palästina auszuwandern. Moteks Oma (Jutta) ist zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt. Wir lernen Motek kennen, wie er in Berlin arbeitet, lebt und wie er Zeit mit seinen Freunden verbringt. Die Kombination aus der historischen Geschichte und der aktuellen ist gut kombiniert! Das Buch insgesamt ist gut verständlich und flüssig geschrieben. Die Gestaltung des Buches mit dem Titelbild finde ich ebenfalls gut gelungen. Die knapp 250 Seiten habe ich sehr schnell durchlesen können. Einzig den Preis von 17,00 € finde ich für diese knapp 250 Seiten zu hoch.

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  • Wurzeln in Deutschland

    Wo bist du, Motek?

    Insel56

    30. July 2015 um 21:01

    Ilans Muttter ist gestorben und er er hat in seiner Kindheit immer wieder "Deutsches Gut" erfahren. Lieder, Geschichten und Schokolade..... Er macht sich auf die Suche seiner tiefen Wurzeln in Berlin. Dort bekommt eine Kiste mit dem Nachlass seiner Großmutter zugestellt und anhand dieser Fundstücke rekonstruiert einen Teil der Vergangenheit seiner Familie. Dabei lebt er gleichzeitig in der Gegenwart und muss sich mit den Schwierigkeiten im Job, der "Freundin" und den Freunden und Bekannten auseinandersetzen. Die Geschichte, die der junge Autor verfasst hat, hat mich fasziniert, denn auch wenn er mit Titel und dem Cover eher auf "cool" macht, so ist die Geschichte sehr menschlich und gar nicht cool sondern manchmal sogar in meinen Augen melancholisch geschrieben. Ilan ist nicht immer taff.... sondern manchmal sehr nachdenklich, dann wiederherum in Beschreibungen witzig....Es ist etwas von allem und es ist eine Form der Vergangenheitsaufarbeitung, wie ich sie bis jetzt noch nicht gelesen habe. Hut ab...!

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  • Berlin aus der Sicht eines Ausländers (Israeli)

    Wo bist du, Motek?

    AddictedToBooks

    15. March 2015 um 15:18

    Ilan Goren erzählt in seinem Roman "Wo bist du, Motek?" von seinem neuen Leben in Berlin. Ilan ist Reporter und geht wegen seines Kanals Channel 10 nach Berlin, wo er einigen Boulevardgeschichten hinterher rennt, um seine Arbeit zu erledigen. Einige Male jedoch muss er sich auch mit viel ernsthafteren Dingen beschäftigen. Kurz bevor Ilan seine Heimat Tel Aviv verlassen hatte, hatte er sich in eine Journalistin verliebt, die im Roman auch immer wieder auftaucht. Die meiste Zeit geht es jedoch um die Tagebucheinträge seiner Urgroßeltern und seiner Großmutter, die viel über die damalige Zeit aus Sicht der Juden erzählen. Durch sie erfährt Ilan Goren etwas über die Vergangenheit seiner Familie. Das Buch ist alles in allem ganz okay, aber mir hat doch einiges gefehlt. Es wurde zu wenig auf bestimmte Themen eingegangen, die mich als Leser sehr interessiert hätten. Außerdem wurde alles ziemlich distanziert beschrieben, man konnte sich nicht richtig in die Geschichte hineinversetzen und deshalb fehlt mir auch irgendwie der direkte Bezug zum Buch. Klar war es interessant, aber damit es sehr erfolgreich wird, fehlt noch etwas. Das Thema an sich ist jedoch toll und es ist eine gute Idee, solche Bücher zu schreiben, damit man als Deutscher die Ausländer in unserem Land besser verstehen kann. Das Buch erhält von mir 3,5 Sterne.

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  • Für Berlinkenner ok

    Wo bist du, Motek?

    buechermaus88

    30. March 2014 um 15:30

    Der Autor Ilan Goren schreibt hier über sich selbst und einen Teil seiner Familiengeschichte. Er kommt von Israel, ist Journalist und reist nach Berlin, weil er dort journalistischen Tätigkeiten nachgehen soll und auch seine Famliengeschichte verfolgen möchte. Seine Urgroßeltern lebten und lernten sich kennen und lieben in Berlin. Diese Reise stellt auch seine Beziehung auf die Probe. Denn ein Jahr und noch längere Abwesenheit ist nicht gut für eine Beziehung insbesondere, wenn einem die Arbeit sogar dann wichtiger ist, wenn die Freundin zu Besuch ist. Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Leseprobe recht schlecht fand. Ich hätte sie mit 2 von 5 Sternenbewertet. Mir war die Story in der Leseprobe, die ich auf vorablesen.de las, einfach viel zu chaotisch. Ich muss sagen, dass mich das Buch auch nach dem kompletten Lesen nicht besonders beeindruckt, hingerissen, vereinnahmt oder sonstiges hat. Aber schlecht war es auch nicht. Die Story selbst gefiel mir zunächst nicht so gut. Ich fand sie erst interessanter als Ilan das Tagebuch seines Urgroßvaters las. Dieser lebte ca. 1922 bis 1932 in Berlin und als Jude hatte er es da nicht so gut gehabt. Ehrlich gesagt interessiert mich diese Zeit selbst sehr, daher gefiel mir dieser Teil auch besonders gut. Die restliche Story fand ich recht langweilig und nichtssagend. Das Cover gefällt mir gut. Es trifft genau den Kern des Buches und des Titels und ist trotzdem auch schlicht gehalten. Es ist auch eine tolle Idee ein Bild des Autors darauf zu sehen, da er schließlich die Hauptrolle spielt. Mein Fazit: Für Leute, die Berlin mögen und gerne Geschichten aus dem Berliner Leben mögen, ist dieses Buch genau das Richtige. Nach dem Lesen gebe ich dem Buch 3 von 5 Sterne.

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  • ein Israeli in Berlin

    Wo bist du, Motek?

    novemberzicke

    23. January 2014 um 14:05

    Nach dem Tod seiner Mutter hat sich Ilan, Fernsehreporter, nach Berlin versetzen lassen. Von seinen Kollegen wird er Motek (Süßer) genannt. In Berlin will er die deutschen Wurzeln seiner Mutter aufspüren. Das Buch ist wundervoll geschrieben, mit einem skurilen Humor. Sowohl den deutschen als auch den Isralis wird der Spiegel vorgehalten. Gleichzeitig ist das Buch aber auch sehr gefühlvoll. Ich habe es genossen und würde gerne mehr von Ilan Goren lesen.

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  • Sympathischer Typ, interessante Story

    Wo bist du, Motek?

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. January 2014 um 18:39

    Ilan, ein chaotischer offener, sympathischer Typ, ist neu in Berlin. Er ist nach Deutschland gekommen, um seinen deutschen Wurzeln nachzuspüren, zu erfahren, wie die Mischung aus deutschen und israelischen Vorfahren bei ihm tatsächlich ausgefallen ist. Alles, was er von seinen Vorfahren weiß, entsprang den Erzählungen seiner Mutter. Nach ihrem Tod macht er sich auf den Weg, back to the roots. Erster Anhaltspunkt hierbei ist eine alte Kiste mit den Habseligkeiten seiner deutschen Ahnen. Dokumentarisch aufgebaut, lässt uns Ilan an seinen Erlebnissen teilhaben. Mit einem Augenzwinkern beobachtet er die deutsche Lebensart, erzählt von den Menschen, die ihm begegnen, welche Gedanken und Gefühle sie in ihm auslösen. Dabei nichts vorweg nehmend, überrascht er den Leser immer wieder mit interessanten Eindrücken und Erlebnissen - ein abwechslungsreiches Lesevergnügen bis zur letzten Seite.

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  • Rezension zu "Wo bist du, Motek?" von Ilan Goren

    Wo bist du, Motek?

    aba

    Überraschend berührend Wenn ein Israeli sich auf die Suche nach seinen Wurzeln in Deutschland begibt, kann es für mich nur interessant werden, vor allem wenn diese Suche in Berlin stattfindet. Dieser Israeli ist Ilan Goren, als Europakorrespondent nach Berlin geschickt worden, kurz nachdem seine halbdeutsche Mutter gestorben war. In Berlin wartet auf ihn nicht nur aufregendes Material für Reportagen, sondern auch das Erbe seiner Großmutter: das Tagebuch seines polnischen Ur-Großvaters, der genau wie er nach Berlin ging, um Neues zu erleben, und als Jude auch einiges zu erzählen hatte. In diesem Tagebuch findet Ilan seine Wurzeln, die Geschichte seiner Ahnen. Während Ilan ein Berliner Abenteuer nach dem anderen erlebt, liest er in seiner Freizeit das Tagebuch seines Ur-Großvaters. Und was er dabei erfährt, übertrifft seine ganzen Vorstellungen. Das Tagebuch enthüllt nicht nur viele Geheimnisse, es ist auch Zeitzeuge der Entwicklung einer Stadt in den 20er und 30er Jahren, gesehen durch die Augen eines jungen jüdischen Einwanderers aus der verarmten Provinz Polens. Ilan Goren erzählt seine eigene Geschichte mit einem gewissen Witz und mit einer aus meiner Sicht intelligenten Sprache. Ich habe die vielen Wendungen und die Schnelligkeit, mit der sich die Ergebnisse häufen, sehr genossen. Der Inhalt vom Tagebuch, über den er parallel zu seinen Berliner Abenteuern berichtet, hat mich tief berührt. So viel Schmerz, so viele Enttäuschungen, so vieles, was nicht ausgesprochen wurde und nur dem Tagebuch anvertraut wurde. Dieser Tagebuchbericht war für mich das Highlight von "Wo bist du, Motek?" von Ilan Goren, und gleichzeitig eine Überraschung, denn so eine berührende Geschichte habe ich gar nicht erwartet. "Wo bist du, Motek?" ist ein unterhaltsames und berührendes Buch über einen jungen Mann auf der Suche nach seinen Wurzeln. Ausgerechnet ein Israeli in Berlin.

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  • Ein Israeli auf den Spuren seiner Vorfahren.

    Wo bist du, Motek?

    micia1904

    26. November 2013 um 19:46

    Nach dem Tod seiner Mutter geht der junge Fernsehreporter Ilan Goren nach Berlin, der zweitkultigsten Stadt der Welt (die kultigste ist seine - Tel Aviv), um nach seinen deutschen Wurzeln zu suchen. Während Ilan als Reporter durch Berlin streift, erhält er eine alte Kiste seiner verstorbenen Großmutter. Bisher hatte er von seiner Mutter nur verworrene Familiengeschichten gehört, jedoch mit der Kiste und dem Tagebuch seines Urgroßvaters erhält er nun Einblicke von der Herkunft seiner Familie. Das Buch ist locker und flüssig geschrieben. Jedoch teilweise etwas verwirrend, da von einer Zeit in die andere gesprungen wird. Aber im Ganzen hat mir das Buch „Wo bist du, Motek?“ gut gefallen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die beschriebenen Orte in Berlin sehr originalgetreu wiedergegeben wurden. Des Weiteren haben mir die Erzählungen aus dem Tagebuch sehr gefallen. Das Cover und die Aufmachung vom Graf-Verlag finde ich sehr schön. Fazit: Ein verrücktes und nachdenkliches Buch einer sympathischen und interessanten Person.

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  • Ein Buch, wie es nur ein Israeli schreiben kann

    Wo bist du, Motek?

    Sonnenwind

    19. November 2013 um 16:03

    Dieses Buch habe ich mit dem Gefühl gelesen, nicht mit dem Verstand. Vermutlich geht es auch gar nicht anders. Ilan Goren ist ein Israeli, durch und durch - aber er selbst merkt es gar nicht. Drei Jahre Militärdienst hat er gemacht (wie hat sein Kumpel es geschafft, daran vorbeizukommen? Ich dachte immer, die kämpfen darum, das nur machen zu dürfen?), und nun geht er nach Berlin, um seine deutschen Wurzeln zu erforschen. Die geschichtlichen Einsprengsel fand ich sehr interessant, denn unsere Generation kennt ja die Zeiten nicht mehr, in denen Juden "andere" Menschen waren. Das ganze Buch hindurch geht es um Ilans Erlebnisse im Berlin des 21. Jahrhunderts, abwechselnd mit den Erlebnissen seines Urgroßvaters, der aus Polen nach Berlin gegangen ist, um dort Elektrotechnik zu studieren. Sehr interessant fand ich die Züge von Selbstannahme versus braunes Schubladendenken und dann wieder Ilans Verständnis davon. Für mich war das schon immer etwas Besonderes: Man hat gelesen, wie die Juden verfolgt wurden und jede Selbstachtung verloren hatten, dann hat man die modernen Israelis kennengelernt, die verbissen der ganzen Welt zeigen, was für tolle Kerle sie sind. In diesem Zwiespalt lebt auch Ilan. Vermutlich kann ein Israeli kaum ein ganz normaler Mensch sein. Weil sie noch mehr mit der Geschichte leben als wir, neigen sie dazu, sich beweisen zu müssen. Ein Israeli hat normalerweise Verwandte in der halben Welt, findet überall auf dem Globus Freunde - denn es gibt überall Juden -, spricht ein halbes Dutzend Sprachen, ist aber trotzdem eine ganz eigene Pflanze. Diese Art wächst sonst nirgendwo, und nur auf diese Art wie in diesem Buch kann man sie treffend beschreiben. Der Stil ist locker-witzig, aber nie ohne Tiefe, vor allem in den historischen Teilen. Abgerundet wird der Stil von der typisch israelischen Spontaneität. Kol b'seder, chaver!

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  • zwei Welten

    Wo bist du, Motek?

    buecherwurm1310

    17. November 2013 um 15:55

    Der Autor Ilan Goren soll für seinen Sender Channel 10 als Auslandskorrespondent aus Berlin berichten. Er hat merkwürdige Vorstellungen von Deutschland, denn seine kürzlich verstorbene deutschstämmige Mutter hat bis zuletzt von Deutschland geschwärmt. Daher hat er eine seltsame Kombination aus israelischen und deutschen Gepflogenheiten kennengelernt. Deutsche Schokolade konnte dabei helfen, größere und kleinere Probleme zu lösen. Kaum ist er in Berlin, erhält er eine Kiste mit Tagebüchern und anderen Dokumenten als Nachlass seiner Großmutter, die auch seit einiger Zeit tot ist. Eigentlich hatte er keine Beziehung zu seiner Großmutter Jutta, denn seine Mutter hielt nichts von ihr. So versucht er auf der einen Seite Deutschland kennenzulernen, auf der anderen Seite seiner Familiengeschichte nachzuspüren. Mit der Zeit merkt Ilan, dass die Familiengeschichte wohl ein wenig anders verlaufen ist, als das seine Mutter geschildert hat. Das erklärt auch das Verhältnis der beiden Frauen. Der Roman springt von der Kindheit in die Gegenwart, dann wieder in die Zeit der Vorfahren. Alles geht ein wenig chaotisch zu, zumal die Anweisungen aus Israel bezüglich seiner Arbeit auch nicht immer klar sind. Immer ist er auf der Jagd nach einer Story, so dass seine aus Israel angereist Freundin nie viel von ihm hat. Aber er lernt eine Menge Typen kennen, die alle auch ein wenig von der Rolle sind. Alles ist ein wenig oberflächlich. Die Geschichte ist ganz witzig zu lesen, der Schreibstil locker. Trotzdem habe ich mich beim Lesen etwas schwer getan, da es mir zu sprunghaft und chaotisch zuging.

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  • Der Himmel über Berlin

    Wo bist du, Motek?

    Bella5

    16. November 2013 um 12:59

    Fazit: Ein toller Roman, der sich gegen Ende etwas in die Länge zieht. "Wo bist du, Motek" hat meine Leseerwartung nicht nur erfüllt, sondern noch übertroffen. Der Roman ist geprägt von Hintersinn, Klugheit und feinem Witz. Ausserden liest er sich zugleich humorvoll und traurig. Der Klappentext wird dem Buch indes nicht gerecht, denn es geht mitnichten um tumbe Hipness: "Ein rasantes, witziges, nachdenkliches Buch, halb Roman, halb Reportage, dessen polyglotter Autor als Prototyp des Neu-Berliners durchgehen würde, wenn er nicht vor allem das wäre: ein Israeli auf der Suche nach seinen deutschen Wurzeln. Erst als er seinen Job bei Channel 10 los ist, kann er sie aufmachen, die große schwarze Kiste, die mitten in seiner Berliner Wohnung steht: Ilan Goren, junger Fernsehreporter aus Tel Aviv, war in die zweitkultigste Stadt der Welt gekommen (die kultigste ist seine eigene), um seiner Familie nachzuspüren. Nicht umsonst hatte ihn seine Mutter mit Ritter Sport und Hoppe, hoppe Reiter aufgezogen. Aber diese Kiste nun, die Notizbücher, Fotos, Briefe und ziemlich scheußlichen Schmuck enthält, gibt nur neue Rätsel auf. Während Ilan als Reporter und Ahnenforscher durch Berlin streift, stößt er auf ein reiches Panoptikum an Leuten und Geschichten. Er freundet sich mit dem Journalisten Omer an, der darauf spezialisiert ist, geschmackvolle Holocaust-Witze zu reißen. Beide wollen sie herausfinden, worin für sie diese morbide Deutschland-Faszination besteht. Es können doch nicht nur die zusammengesetzten Hauptwörter sein. Ein intelligentes Buch für alle Ausländer und Schwaben in Berlin." Nach dem Tod seiner Mutter ist der Protagonist quasi in doppelter Mission unterwegs - zum einen will er die eigenen, deutschen Wurzeln erkunden, zum anderen den Daheimgebliebenen das hippe Berlin erklären. Sehr anrührend sind die persönlichen Passagen, etwa als Ilan um seine tote Mutter weint und sich an deren Ritter-Sport-Schokoladen-Obsession erinnert. Skurril sind seine Eindrücke in Deutschland - es gibt Nacktjogger und FKK wird mit einem nahezu heiligen Ernst betrieben, den es so wohl nur in Deutschland gibt. Aus dem Spannungsfeld von Heute und Gestern speist sich die grosse Stärke des Buches. Hintersinnig, witzig und sensibel wird auch die Familiengeschichte beschrieben - der Ur-Grossvater emigrierte einst nach Berlin, um Elektrotechnik zu studieren (zuhause in Tschenstochau gab es eine Druckerei namens "die 3 Teilungen", herrlich!), die Ur- Grossmutter entstammte altem ostpreussischen Adel. Ilan stösst darauf, dass manche Dinge anders erinnert wurden, als sie eigentlich gewesen waren... Das Buch zeigt auf, dass jüdische Geschichte auch dt. Geschichte war und ist, und dass deutsche Geschichte auch jüdische Geschichte war. Dabei ist die Erzählung auch sprachlich ein Genuss. Ich kann "Wo bist du, Motek" nur empfehlen.

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  • Israeli auf Spurensuche in Berlin

    Wo bist du, Motek?

    cachingguys

    16. November 2013 um 07:41

    Auf der Suche nach seinen eigenen Wurzeln kommt Motek, der Ich-Erzähler, nach Berlin. Der Korrespondent aus Tel Aviv beschreibt mit einer bildhaft schönen Sprache seine Eindrücke und sein Leben. Seine kürzlich verstorbene Mutter wuchs hier auf und hat ihm aufgrund ihrer Erzählungen ein fast verklärtes Bild von Deutschland vermittelt. Eine Kiste mit Erinnerungsstücken seiner Großmutter bekräftigt ihn tiefer in seine Familiengeschichte einzutauchen, die ihn bis ins Jahr 1919 zu seinem Urgroßvater zurückführt und einige Überraschungen birgt. Der amüsante Schreibstil macht dieses Buch, als gekonnte Mischung zwischen Roman und Reportage, zu einer kurzweiligen Lektüre, die aber auch zum Nachdenken anregt.

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  • Wo bist du, Motek?

    Wo bist du, Motek?

    Solengelen

    13. November 2013 um 20:14

    Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Ein Suchender, was sucht er? Ein passendes Cover zum Titel, wie ich finde. Ein junger Israeli wird von seinem Arbeitgeber, einem Radiosender, nach Berlin geschickt. Gleichzeitig geht er auf Spurensuche nach seiner Familiengeschichte. Seine Mutter ist Deutsche und hat ihm viel von ihrer Heimat nahe gebracht. Er bekommt eine Kiste mit der Vergangenheit seiner Familie. Die Geschichte/Doku handelt von einem "Weltenbürger", der eine neue Stadt, neue Menschen kennen lernt, aber auch seine Vergangenheit, bzw. seine Wurzeln sucht.  Hier werden zwei "Geschichten" erzählt. Die berufliche Geschichte, recht locker und die private berührend. Er/man erfährt viel über seine Familie, Geheimnisse und viel Neues. Hier wurde eine Geschichte mit einer Reportage und autobiografischen Tendenzen kombiniert. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter. 

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  • Spurensuche oder eine Familiensaga der anderen Art

    Wo bist du, Motek?

    smayrhofer

    13. November 2013 um 09:59

    Ilan Goren, Jude und Israeli mit deutschen Vorfahren, geht als Europa-Korrespondent für einen israelischen Fernsehsender nach Berlin. Der eigentliche Sinn und Zweck der Reise ist aber die Suche nach seinen deutschen Wurzeln. Seine kürzlich verstorbene Mutter hatte immer von Deutschland geschwärmt, und so ist Ilan mit deutscher Schokolade und deutschen Kinderliedern aufgewachsen. Eine geheimnisvolle Kiste mit den Hinterlassenschaften seiner ebenfalls verstorbenen Großmutter aus Münster bringt einige unerwartete Tatsachen ans Licht und gibt ihm mehr Rätsel auf, als ihm lieb ist... Ein bisschen Familiensaga, ein bisschen Reisebericht und eine Prise Roman. Hier handelt es sich um eine gelungene Mischung; und Ilan Goren gelingt es, den Leser mit seiner teils witzigen, teils nachdenklichen Schreibweise in seinen Bann zu ziehen. Zum einen haben wir das Berlin der 20er und 30er Jahre, welches uns in Rückblenden näher gebracht wird und eine Stadt im Auf- und Umbruch zeigt. Auf der anderen Seite bringt uns der Autor das moderne und „hippe“ Berlin mit seinem neuen Ruf als "Kult-Hauptstadt“ näher. Besonders die Schilderungen seines beruflichen Engagements sorgen für Aufheiterungen in einem ansonsten sehr tiefsinnigen Buch. Es zeigt sich letztendlich, dass nicht alles, was wir über Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zu wissen glauben, auch der Wahrheit entspricht. So entsteht nach und nach eine neue Sichtweise auf Deutsche und Israelis, Christen und Juden, Eltern und Kinder. Dem Autor gelingt dieser erzählerische Spagat ohne den sprichwörtlichen moralischen Zeigefinger, obwohl er bei der Suche nach seinen Wurzeln selbst in eine tiefe Identitätskrise rutscht und seine noch junge Beziehung aufs Spiel setzt. Insgesamt ein Buch, das Eindruck hinterlässt und auch noch eine gewisse Zeit beim Leser nachwirkt.

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