Die Kathedrale des Meeres

von Ildefonso Falcones 
4,1 Sterne bei489 Bewertungen
Die Kathedrale des Meeres
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exellent recherchierter Roman über das historische Spanien und eine Geschichte über das schicksalhafte Leben einer Familie

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Wunderbarer Schmöker!

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Inhaltsangabe zu "Die Kathedrale des Meeres"

Vom Steinträger zum Seekonsul der Stadt BarcelonaBarcelona im 14. Jahrhundert: Die Landbevölkerung stöhnt unter dem Joch der Feudalherren. Barcelona jedoch ist frei. Und Barcelona ist reich. Hier macht der junge Arnau seinen Weg vom mittellosen Steinträger zu einem der angesehensten Bürger der Stadt. Er ist Teil eines unerhörten Plans: die Errichtung einer Kathedrale, die den Himmel stürmen soll.»Wie in Ken Folletts ›Säulen der Erde‹ wächst auch hier die Hauptfigur in dem Maße heran, wie der Bau der Kathedrale voranschreitet.« La Vanguardia

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596512614
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:1104 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:26.09.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.06.2008 bei Argon Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Vanessa27vor einem Monat
    Kurzmeinung: exellent recherchierter Roman über das historische Spanien und eine Geschichte über das schicksalhafte Leben einer Familie
    gelungener historischer Roman

    Der Roman ist aufregend, mitreißend und auch sehr traurig an manchen Stellen. Besonders berührt hat mich, wie viele Schicksalsschläge der Protagonist erfahren muss. 

    Dieses Buch handelt über eine Familie die von Korruption, Verrätern und Rache-bessesenen Personen verletzt und zerissen wird, jedoch zeigt der Protagonist Arnau wie man es, trotz diesen Hindernissen, schafft ein Leben aufzubauen. Ein historischer Roman über Freundschaft, Familie, Krankheit, verschiedene Religionen und den Tod.
    Am Anfang bekommt man die Geschichte aus der Sicht von Bernat Estanyol mit und wie er von der Kirche gedemütigt wird. Bis schließlich seine Frau und sein Sohn ihn weggenommen werden und er versucht dies zu verdrängen. Jedoch schon nach einigen Monaten entführt er seinen Sohn, der am verhungern ist, und flieht mit ihm nach Barcelona. Dort versuchen sie sich mit Mühe und Not, und der Hilfe seiner Verwandten, ein neues Leben aufzubauen.
    Nach einigen jähren fällt ihm die Familie in den Rücken und Bernat und sein Sohn, Arnau, sitzen wieder auf der Straße. Arnau hat in den letzen Jahren einen Freund gefunden, Joan, und dieser wird von Bernat aufgenommen, da wie Arnau auch er keine Mutter hat. 
    Bernat pflegt zu sagen das die Jungfrau Maria deren Mutter ist und so kommt es das Joan der Kirche beitritt und Arnau im Laufe der Geschichte ein angesehener Bürger wird, der mit vielen Schwierigkeiten, Missverständnissen und Racheakten zu kämpfen hat. 

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    Erdhaftigs avatar
    Erdhaftigvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderbarer Schmöker!
    Kathedrale des Meeres


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    papaverorossos avatar
    papaverorossovor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr unterhaltsam
    Noch ein Buch über eine Kathedrale?

    Ich habe dieses Buch mit den Worten geschenkt bekommen: „Noch ein Buch über den Aufbau einer Kathedrale, nur diesmal ist die Kulisse viel schöner…“. Meine Mutter bezog sich damit auf „Die Säulen der Erde“, Super-Bestseller von Ken Follett, einer meiner absoluten Lieblingsautoren. Der Vergleich ist unausweichlich: Zwei Romane über den Aufbau einer Kathedrale im mittelalterlichen Europa. Kann in diesem zweiten Roman was Neues sein, wird es die dementsprechend hohen Erwartungen erfüllen können?

    Ich hatte am Anfang starke Zweifel. Doch dann kommt sie, die Kulisse, das Herz und die Seele dieses Buches: Barcelona. Eine Stadt mit tausend Überraschungen, die man bei jedem Besuch nur jedes Mal aufs Neue lieben kann. Die heute v. a. für modernere Bauten berühmt ist, Mutter von Gaudí und Miró. Die jedoch eine lange Geschichte hinter sich hat und schon immer einer der wichtigsten Knotenpunkte Europas war. Dieses Buch lohnt sich, um eine neue, oft vergessene Seite von Barcelona kennenzulernen: ihre mittelalterliche Geschichte.

    Die Geschichte dreht sich um Arnau, der Sohn eines relativ wohlhabenden Bauers und Landpächters, der auf seinem Land verzichtet und schwierigste Lebensbedingungen akzeptiert, um sich und seinen Sohn von der Tyrannei eines Landadligen zu entziehen und endlich FREI zu sein. In einer Zeit, in der auf dem Land Bauer durch alte, unmenschliche Bräuche aus dem Lehnsrecht unterdrückt werden, kann Arnaus Vater die Freiheit nur durch eine Flucht in die Stadt finden: Barcelona. Dort finden die beiden eine andere Welt, in der Händler, Banker und Handwerker am Aufsteigen sind und das eigene Glück durch Fleiß und Scharfsinn selbst schmieden können. Die kleine Familie findet dort tatsächlich Freiheit, aber kann sie auch ihr Glück finden?

    Während wir Arnau groß werden sehen, während er Freundschaft, Leidenschaft, Trauer, Verzweiflung und Liebe kennenlernt, lernen wir unglaublich viel über die Stadt, die Zeit und die Kathedrale, die Arnau hilft aufzubauen, kennen: Santa Maria del Mar. Die Liebe, die Arnau für diese Kirche empfindet, zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und überträgt sich auf den Leser mit jeder neuen Seite.

    Also, noch ein Buch über eine Kathedrale. Aber eine andere Kathedrale, an einem anderen Ort, mit einer anderen Atmosphäre. Ein anderes Buch.  Ein Buch, das mich wegen der Vielfalt an Umgebungen, Menschen, Lebensarten und Bräuche fasziniert hat, durch die sich die Geschichte bewegt. Und, gleichzeitig, durch die spannende Geschichte seines Protagonisten, die dazu führt, dass man das Buch nicht aus der Hand lassen kann. Manchmal scheint diese Geschichte jedoch in den Hintergrund zu treten, sie scheint zu einem schieren Vorwand zu werden, uns etwas über die Stadt oder geschichtliche Ereignisse zu erzählen. In diesen Punkten des Romans wird die Narration schwächer, etwas gekünstelt. Wenn man diese Passagen ignoriert, bewerte ich den Roman insgesamt als sehr gelungen und eindrucksvoll.

    Was den anfänglichen Vergleich angeht, gilt für dieses Buch dasselbe, was der Architekt Berenguer de Montagut Arnau über seine Kathedrale erzählt:

    "Das, was ich dir versichern kann, ist, dass es einzigartig wird, und das ist weder besser noch schlechter, es ist nur das: einzigartig"

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    Zinus avatar
    Zinuvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine tolle Geschichte, die ins Barcelona des 14. Jahrhunderts entführt.
    Historische Fakten spannend erzählt...

    Klappentext
    Das mittelalterliche Barcelona steht in höchster Blüte. Dort erlebt der junge Arnau den Bau von Santa María del Mar, einer riesigen Kathedrale, wie sie das Land noch nicht gesehen hat. Im Schatten des mächtigen Bauwerks erfährt er am eigenen Leib, welch schweres Los die Arbeit dort ist. Mit den anderen Steinträgern schleppt der Vierzehnjährige die riesigen Felsblöcke vom Montjuïc bis hinunter an den Hafen. Doch während sich die Kathedrale des Meeres in den Himmel reckt, wirft sie auch dunkle Schatten auf das Leben der Menschen: Das Volk leidet unter der Willkür des Adels, die Pest lauert vor den Toren. Und Arnaus Aufstieg zu einem der angesehensten Bürger der Stadt droht ihm zum Verhängnis zu werden: Er wird Opfer einer Intrige, und sein Leben gerät in höchste Gefahr.

    Über den Autor
    Ildefonso Falcones de Sierra ist Anwalt und leitet eine eigene Kanzlei in Barcelona. Früh schon hat er sich mit der Geschichte des mittelalterlichen Kataloniens beschäftigt. Nachdem er ein umfangreiches Wissen über das 14. Jahrhundert in Barcelona gesammelt hatte, begann er mit dem Schreiben seines Romans Die Kathedrale des Meeres. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern und wurde vom Erfolg seines Buches, an dem er fünf Jahre geschrieben hat und das mit Ken Folletts Säulen der Erde verglichen wird, völlig überrascht. Der Roman erschien in über dreissig Ländern und hat sich in Spanien weit über zwei Millionen mal verkauft. Falcones ist ein grosser Pferdefreund und spielt in seiner Freizeit - wenn er nicht gerade schreibt - leidenschaftlich gerne Polo. Den Roman Die Kathedrale des Meeres widmet er dem Volk von Barcelona, das es geschafft hat, in dem kurzen Zeitraum von fünfundfünfzig Jahren eine der schönsten gotischen Kirchen der Welt zu bauen. (Quelle: amazon.de)

    Mein Leseeindruck
    Spanien im 14. Jahrhundert. Dank Ildefonso Falcones kann ich mir das Leben im reichen Barcelona jener Epoche gut vorstellen. Falcones versteht es, den Leser in diese vergangene Zeit zu entführen.

    Von der Geburt bis zum reifen Mann von über 65 Jahren begleiten wir Arnau durch sein Leben mit allen Höhen und noch viel mehr Tiefen. Gleichzeitig erleben wir den Bau der berühmten gotischen Kirche Santa Maria del Mar hautnah mit. Es ist faszinierend, wie packend Falcones historische Fakten mit Hilfe der Erlebnisse seiner Romanfigur Arnau schildert und vermittelt.

    Mein Interesse für die Kathedrale des Meeres ist jedenfalls geweckt. Wenn ich mal in Barcelona bin, will ich auf jeden Fall einen Blick auf und in die in Rekordzeit von nur 55 Jahren (1329 – 1348) gebaute Kathedrale Santa Maria del Mar werfen.

    Die volle Punktzahl kann ich dann aber leider doch nicht geben. Zum einen, weil es anfangs schon eine ganze Weile dauerte, bis mich die Story in ihren Sog gezogen hat. Zum anderen, weil es zumindest für meinen Geschmack doch auch die eine oder andere Durststrecke/Länge zu überwinden galt. Nichtsdestotrotz hat mir dieser Roman definitiv Lust auf mehr Historisches gemacht.

    Fazit
    Historische Fakten spannend erzählt. Eine tolle Geschichte, die ins Barcelona des 14. Jahrhunderts entführt.

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    Bokmasks avatar
    Bokmaskvor 3 Jahren
    einfach traumhaft geschrieben

    Bei diesem Buch habe ich lange nicht gewusst, welchen Schatz ich im Regal stehen hatte.
    Diese Geschichte erzählt fast das ganze Leben des Arnau Estanyol. Vom Baby bis zum reifen Mann von über 65 Jahren. Es spielt im 14. Jahrhundert in Spanien / Barcelona. Der Autor hat einen einzigartigen Stil das Leben und die Landschaft zu beschreiben. Ich tauchte ab in eine mir völlig fremde Welt, mit all ihren schönen und unschönen Seiten.

    All die Intrigen und die Gier der Menschen waren förmlich greifbar. Aber auch die Momente des Glücks und der Zufriedenheit. Dieses Buch hatte wirklich alles, was ich von einem historischen Roman, der sich ganz nah am wirklichen Geschehen anlehnt, erwarte.

    Die Seiten flogen nur so dahin, sodass ich nicht merkte, dass es sich um ein Werk von knapp 700 Seiten handelte. Ganz bestimmt werde ich auch das zweite Buch von Ildefonso Facolnes lesen, "Die Pfeiler des Glauben" spielt in Andalusien, zu diesem Landstrich habe ich ein ganz besonderes Verhältnis. So ist meine Erwartung sehr hoch, doch ich denke das der Autor diese vollständig erfüllen kann.

    Diese Geschichte reiht sich ein in die Favoriten des Jahres.

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    pardens avatar
    pardenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch bietet einen interessanten Einblick in die Zustände Kataloniens im 14. Jhd., aber es konnte mich leider nicht wirklich packen...
    Santa María del Mar...

    SANTA MARIA DEL MAR...

    Das mittelalterliche Barcelona steht in höchster Blüte. Dort erlebt der junge Arnau den Bau von Santa María del Mar, einer riesigen Kathedrale, wie sie das Land noch nicht gesehen hat. Im Schatten des mächtigen Bauwerks erfährt er am eigenen Leib, welch schweres Los die Arbeit dort ist. Mit den anderen Steinträgern schleppt der Vierzehnjährige die riesigen Felsblöcke vom Montjuïc bis hinunter an den Hafen. Doch während sich die Kathedrale des Meeres in den Himmel reckt, wirft sie auch dunkle Schatten auf das Leben der Menschen: Das Volk leidet unter der Willkür des Adels, die Pest lauert vor den Toren. Und Arnaus Aufstieg zu einem der angesehensten Bürger der Stadt droht ihm zum Verhängnis zu werden: Er wird Opfer einer Intrige, und sein Leben gerät in höchste Gefahr.

    Mitten in die schlichte Hochzeitsfeier des Gutsherren Bernat Estanyol mit Francesca platzen der Lehnsherr Llorenç de Bellera und seine Ritter. Das nun eingeforderte „Recht der ersten Nacht“ war im katalanischen Rechtswesen des 14. Jahrhunderts fest verankert. Als der Feudalherr und seine feixenden Spießgesellen die Brautleute und das Gehöft johlend verlassen, ist eine gerade geschlossene Ehe in ihren Grundfesten zerstört. Ein Jahr später entflieht Bernat mit Arnau, seinem neugeborenen Sohn, dem Joch des furchtbaren Adligen. Barcelona heißt das Ziel. Hier, in der aufstrebenden Metropole, winkt die Freiheit. Und ihr mächtiges Symbol ist gerade im Werden! In dem ehrfurchtgebietenden Gotteshaus Santa María del Mar, erbaut in der Rekordzeit von 55 Jahren und 1384 vollendet, manifestiert Falcones seinen Freiheitsbegriff. In diesem „vom Volk für das Volk“ errichteten Monument, wächst Arnau vom schlichten „Bastaixos“, dem Lastenträger, der die Steine aus den Bergen zur Kathedrale heranschleppt, zu einem der hochrangigsten Bürger Barcelonas empor. Es irrt nun, wer glaubt, das Leid habe damit ein Ende...

    Der Klappentext verrät, dass der praktizierende Anwalt Falcones ein ausgewiesener Fachmann in der Rechtsgeschichte des mittelalterlichen Kataloniens ist. Vielleicht eine Erklärung für die zuweilen quälende wenn auch liebevolle Akribie, mit der Falcones die wahrhaftig nicht unkomplizierte politische Lage der katalanisch-aragonesischen Historie ausbreitet, während sein Figurentableau ein durchaus kräftigeres Farbenspiel vertragen hätte.
    Selbst der Hauptcharakter Arnau Estanyol bleibt nach einem durchaus spannenden Beginn der Erzählung oft eher blass und schablonenhaft, so dass er mich als Figur meist nicht wirklich ansprach. Arnau Estanyol war für mich kein wirklicher Sympathieträger - er dient hier  einfach als der Charakter, der durch die Geschichte Barcelonas und Kataloniens führt. Der brutale Beginn des Romans ist aufwühlend, empörend und mitreißend, er zwingt den Leser, immer weiterzublättern. Dieser Teil des Romans, in dem von Bernats Freiheitskampf und Arnaus Kindheit erzählt wird, ist insgesamt der beste des Buches - spannend, traurig und realistisch. Die Geschichte des erwachsenen Arnau vermochte dann leider nicht mehr so deutlich zu fesseln. War der junge Arnau mit seinem aufopferungsvollen Vater noch voller Farbe, lebendig und außergewöhnlich, so ist der erwachsene Arnau nicht mehr ganz so überzeugend - so wirkt er etwa, wenn er in den Krieg zieht, merkwürdig leidenschaftslos.

    Dem Autor ist die Verquickung von Fiktion und historischen Fakten nicht an jeder Stelle unterhaltsam gelungen; oft wirkt es, als würden einzelne Abschnitte, gerade wenn Falcones in Schwung ist, ziemlich abrupt unterbrochen, um langwierige Passagen mit historischen Erklärungen einzuflechten. Die Willkür des Adels und der Kirche in der beschriebenen Zeit sind als Leser an manchen Stellen manchmal kaum auszuhalten. Aber andere Themen wie die Pestepidemie, die die Hälfte der Bürger dahinrafft, die Judenverfolgung und die Schicksale der rechtlosen Frauen sind selbst mir als Nicht-Vielleser historischer Romane inzwischen hinlänglich bekannt und wurden hier selten so eingebaut, dass ich versucht war mitzuleiden.

    Was man Falcones in jedem Fall attestieren muss, ist eine unglaublich Recherche - das Hintergrundwissen, das er hier präsentiert, ist phänomenal. Man erhält so einen authentischen Eindruck der Zustände der damaligen Zeit. Nur die Geschichte um Arnau Estanyol wirkte auf mich oft zu leb- und farblos, was ich schade finde, und die klischeehaften, schwarz-weiß gezeichneten Figuren boten selten genug wirkliche Überraschungen...

    Ein solider historischer Roman mit fulminantem Hintergrundwissen des Autors, doch die Geschichte als solche konnte mich leider nicht vollends überzeugen.


    © Parden


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    baerbel21s avatar
    baerbel21vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Zieht den Leser in die Geschichte hinein. Top historischer Roman!
    Kathedrale des Meeres

    Inhalt:
    Der Bau der Kathedrale in Barcelona führt zu Familienintrigen und Machtspielen. Es geht um Unterdrückte, die sich nun erheben und gegen die bösen Herrscher ankämpfen. Ein eindrücklicher Roman, der das wahre Leben zu jener Zeit beschreibt.

    Meine Meinung:

    Fesselnd von Anfang bis Ende. Konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Kann ich allen Mittelalterfreunden empfehlen :)

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    kingofmusics avatar
    kingofmusicvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch hat mich umgeblasen wie ein Sturm, der zu einem Orkan wird!!!
    Das Meer wird vom Sturm aufgewühlt und legt einen Diamanten frei

    War ich vor ein paar Tagen noch geringfügig vom "Untergang Barcelonas" von Albert Sanches Pinol enttäuscht, hat mich "Die Kathedrale des Meeres" (um das Fazit dieser Rezension gleich vorweg zu nehmen) wie ein Sturm, der sich zu einem Orkan ausweitet, regelrecht umgeblasen. Mindestens die letzten 250 Seiten konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen und musste einfach wissen, wie die Geschichte um Arnau Estanyol und alle mit ihm verbundenen Personen weiter- und ausgeht.

    Natürlich geht auch diese Geschichte gut aus, die Bösen erhalten ihre gerechte Strafe und die Guten bleiben gut, dennoch ist das "Grande Finale" spannend geschildert und man fiebert regelrecht mit, was denn mit dem ehemaligen Seekonsul der Stadt Barcelona wird und was seinen Freunden und Feinden einfällt, ihn zu retten bzw. zu denunzieren und zu demütigen.

    Ildefonso Falcones ist Rechtsanwalt in Barcelona und hat tief in der katalanischen und spanischen (Rechts-)Geschichte geforscht, um alle historisch belegten Verwicklungen kongenial mit der Lebensgeschichte seiner (teils) fiktiven Personen zu verknüpfen, um so dem Leser einen realen Einblick in das Katalonien des 14. Jahrhunderts geben zu können. So folgt der Roman im Wesentlichen der Chronik von König Pedro III. (nachzulesen im Nachwort des Autors). Überhaupt werden im Nachwort noch einige Dinge er- und geklärt, die einem beim Lesen in den jeweiligen Abschnitten das ein oder andere Fragezeichen auf die Stirn gezaubert haben - ein weiterer Pluspunkt dieses großartigen Romans.

    So erfährt man z. B. etwas über das "Recht der ersten Nacht" - unfassbar, was die Feudalherren sich gegenüber ihren Leibeigenen erlauben konnten. Erst 1486 wurde das Recht abgeschafft - natürlich gegen großzügige Entschädigung der Feudalherren...Überhaupt habe ich beim Lesen viel über die damals üblichen Sitten und Gebräuche gelernt und häufig ob der vorherrschenden Unmenschlichkeit mit dem Kopf geschüttelt - auch bzw. insbesondere bei den Passagen, in denen es um Glaubensfragen und die Macht der Kirche ging.

    Und so werde ich mir auch die beiden anderen historischen Romane von Ildefonso Falcones mit Genuss zu Gemüte führen, auch wenn der Schreibstil mit Sicherheit keine literarische Offenbarung darstellt - zum flüssigen Lesen mit gleichzeitiger Erweiterung des geistigen Horizontes eignen sich die Bücher jedoch allemal.

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 4 Jahren
    "Die Kathedrale des Meeres" von Ildefonso Falcones

    Spanien, im 14. Jahrhundert: In einer dramatischen Flucht kann Bernat Estanyol sich und seinen kleinen Sohn Arnau vor seinem brutalen Lehnsherrn retten. Ihr Weg führt sie ins reiche Barcelona, die berühmte Stadt am Meer. Dort finden sie Unterschlupf im Töpferviertel. Während Bernat hart arbeitet, zieht der junge Arnau durch die Gassen Barcelonas und verfolgt mit großem Interesse den Umbau von Santa Maria del Mar. Einst eine kleine Kirche, soll aus dieser mal eine große und prächtige Kathedrale werden. Später hilft Arnau selbst am Bau mit: Er schleppt die schweren Steine vom Steinbruch bis hinunter in die Stadt und merkt am eigenen Leib, wie hart das Leben als Steinträger ist. 

    Die Jahre vergehen und Arnau erlebt neben Freude auch schwere Zeiten. Viele Schicksalsschläge muss er in seinem Leben hinnehmen, Krankheit und Armut suchen Barcelona heim. Sein Zufluchtsort ist immer noch die Kathedrale, deren Bau weiter voran schreitet. Das scheint im Kraft zu geben, denn Arnau kämpft sich weiter tapfer durchs Leben. Als es ihm endlich wieder besser geht, steht er vor neuen Problemen und wird Opfer einer Intrige....

    Ein umfangreicher und prächtiger historischer Roman, der im Barcelona im 14. Jahrhundert spielt. Hauptfigur ist Arnau Estanyol, der als Kleinkind zusammen mit seinem Vater nach Barcelona kommt. Eine Rolle spielt auch die Kathedrale, deren Bau sich über viele Jahre hinweg durch den ganzen Roman zieht. Erinnert ein wenig an "Die Säulen der Erde", kommt aber nicht an Ken Folletts Bestseller heran. Ein Roman mit Höhen und Tiefen. Meine Meinung über dieses Buch ist zweigeteilt: Einerseits ist es eine interessante Geschichte mit einem detailreichen Einblick in die damalige Zeit, andererseits konnte es mich leider nicht wirklich packen. Mittelmäßig gut, dafür vergebe ich drei Sterne.

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    anells avatar
    anellvor 4 Jahren
    Abbruchbericht: Der "Dan Brown von Spanien ... ah ja ..."

    Ich möchte vorausschicken, dass ich nach ca. 300 Seiten dieses Buch zur Seite gelegt habe. Mehr ging einfach nicht.

    Ein weiterer Hinweis: Diese Besprechung enthält Teile des Inhalts, 18+ Inhalte, GROßBUCHSTABEN und Sarkasmus.

    Letztes Jahr wollte mir JEDER Buchhändler dieses Buch andrehen. Die haben sich förmlich überschlagen, wie toll es nicht wäre.
    "Für Fans von Rebecca Gablé."
    "Der spanische Dan Brown!"
    "DER Bestlesser aus Spanien. 10000 Wochen auf Platz 1"
    "So gut wie "die Säulen der Erde"."

    Bla bla bla. Bei Bestsellern, gerade im historischen Bereich, bin ich immer immens vorsichtig.
    Rebecca Gablé, aka schwarz/weiß Schattenspieltheater mit Pferden
    oder "die Säulen der Erde" ... :/
    Ich will damit nur sagen die Warnsignale waren da. Sie leuchteten rot. Blinkten, machten kreischende Geräusche. Aber das Buch lag in einer Wühlkiste für 2€ und ich hab es eingepackt.

    Jetzt nach 300 Seiten bin ich sowas von gefrustet, ernüchtert und wütend wütend wütend, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

    Fangen wir mal mit dem Anfang der Story an.
    Die beginnt nämlich mit einer Hochzeit. Nicht die von Prota Arnau, sondern die Hochzeit seiner Eltern.
    Alle feiern und sind happy. Es wird durchblicken gelassen, dass der Vater die Mutter nur deshalb geheiratet hat, weil sie ihm in einem Mittelalternegligee präsentiert wurde, durch das man ihre ganzen "Vorzüge" gesehen hat. Schon allein diese Szene hat mir gezeigt wohin der Hase hier läuft und was für einen Iny-Lorenz-Stellenwert die weiblichen Figuren in dieser Geschichte haben.

    Nach ungefähr 10 (!) Seiten  kommt es zum ersten großen Knall. Der böse Gutsherr kommt angerauscht und spielt den Weddingcrasher.
    Ganz schnell fällt der Begriff:
    Ius prime noctis
    Sagen wirs mal so. Dieses "Recht der ersten Nacht" ist historisch fragwürdig, die Quellen nicht eindeutig. Ich KANN und WILL diesen Blödsinn nicht mehr lesen.
    Da kommt mir die Galle hoch. Das ist nur wieder ein Mittel zum Zweck Gewalt gegen Frauen unter dem Deckmäntelchen der Historie salonfähig unter die Menge zu werfen.

    Weil  kaum fällt das Wort/der Terminus ius prime noctis/ droit de cuissage rutsch die Story in folgendes ab: Drama, Vergewaltigung, Blut, Geschrei, Trauma und du bist knietief drinn in der MA-Soap-Opera. Es ist einfach nur BILLIG³

    Es kommt wie es kommen muss, der Burgherr rutscht also über die Braut.
    Mein Gedanke dabei: Gut, die Standardvergewaltigung haben wir also ENDLICH hinter uns, kann dann mal der Plot einsetzen?
    ABER NEIN!
    Es reicht dem Autor noch immer nicht. Diese eine Vergewaltigung reicht ihm noch nicht aus. Es ist immer noch nicht genug Drama, Vergewaltigung, Blut, Geschrei und Soap-Opera.  Noch nicht genug, billigste Unterhaltung vom Feinsten.

    Der Burgherr geht also runter und sagt zu dem Eheman: Okay Bro ... your turn.
    "Ich hab keinen Bock auf Bastarde (!) da ist  meine Frau nicht so für (!) also geh du hoch und XXXX sie auch noch mal (!) damit man nachher nicht weiß vom wem das Blag ist (!)"
    Das Geschrei, das Drama und das Trauma erreichen hier jetzt schon praktisch ihren Siedepunkt.
    Ich war am überlegen, das Buch auf Seite 20 zu beenden und mir die Augen mit Salzwasser zu spülen.
    Der Ehemann will natürlich nicht. Also droht der sadistische Burgherr ihn auszupeitschen und einen seiner Männer hochzuschicken, die diese "ich will keine Bastard Politik" durchsetzen. Da denkt sich der Ehemann ...  na ja ... wenn meine Frau schon von jemande gexxxx werden muss, dann doch von mir. Und geht hoch und XXXX seine Frau.

    Erneut setzte ich das Buch ab und fragte mich, ob ich sowas wirklich lesen WILL. Ob ich mit so einem sadistischen, wirren, kranken Scheiß, wirklich meine Lebenzeit verschwenden will ...

    Ich schreibe das hier nicht, weil ich Gewalt in Büchern nicht abkann. Oder weil ich leugne, dass in der Welt schlimme Dinge passieren oder passiert sind. Ich schreibe das, weil ich finde, dass es gerade in historischen Romanen diesen Trend gibt, Gewalt gegen Frauen mit "ES WAR DAMALS HALT SO" zu bagatellisieren. Frauen werden in solchen Romanen immer zum Opfer krasser, abscheulicher Gewalt, die den Rahmen mehr als einmal sprengt. Und gerade hier bei "die Kathedrale des Meeres" war es IMO einfach zu viel des "guten". Der Autor suhlt sich förmlich darin, immer noch einen und noch einen und noch einen drauf zu setzen.

    Und ja, ich bekomme den heiligen Zorn dabei.

    Ich hab dann tatsächlich noch weiter gelesen.
    Nach diesem "nicht ganz so guten "schönsten Tag im Leben"" ist der Gatte Gemahl ganz bass erstaunt, dass seine Frau psyschich nen Knacks weg hat. Ich mein ... wenn er sie nicht vergewaltigt hätte, hätte es eben ein anderer getan UND der Gatte wäre, so als Zugabe, noch ausgepeitscht worden. Er hatte ja keine Wahl! Das muss die Alte doch mal klar bekommen!

    Die Tatsache, dass sie schwanger ist/war wird auch erst ein paar Seiten später mal so nebenbei erwähnt (nachdem ich es mir ungefähr 6x gefragt hab. Als wäre (nur weil grad MA ist jeder Schuss auch gleich ein Treffer)). So alles gut, Kind hat Muttermal wie Vater, alles in Butter.

    Alles in Butter?

    ABER NICHT DOCH!
    Mr. "Ich will keine Bastarde" bekommt raus, dass der Jung nicht von ihm ist. Und weil die Leute im mittelalterlichen Spanien größere Gossip Girls als wir heute (und WIR haben  Twitter, Instagram und Facebook) weiß es natürlich gleich die ganze Grafschaft. Und jeder ist total hämisch, zu dem armen, armen Gutsherrn, weil er es echt NICHT auf die Palette bekommen  hat, der Bäuerin die er vergewaltigt hat einen Braten in die Röhre zu schieben ... ja ... wir erinnern uns diese "Keine Bastard-weil-meine-Frau-findets-scheiße-Politik" von vor zehn Seiten? Hinfällig! Total wayne! Weil der arme Gutsherr nämlich jetzt total in seiner Männlichkeit gekränkt ist und nachts nicht mehr schlafen kann. Und weil alle so hämisch sind, sogar das Gesindel, kann er das nicht auf sich sitzen lassen.

    Also was macht er?

    Richtig! Er holt die arme Frau (zusammen mit ihrem nicht-dein-Bastard-Sohn) zu sich auf die Burg,  als Amme für seinen echten Sohn.
    Der Vater vom Prota ist depri, weil ... alles weg und so. Also latscht er auf die Burg zum Brotbacken (fragt nicht) und trifft dort den Lehrling des Schmieds. Den quetscht er über Frau und Kind aus.

    Und siehe da ... ich hatte wirklich gedacht, es könnte nicht noch viel kränker und unlogischer und frauenfeindlicher werden ... wie jung und naiv ich war auf Seite 70.

    Turns out.
    Der Sohn von ihm liegt (zufälligerweise) hinter der Schmiede (!) in nem Bretterverschlag und ist so gut wie tot.
    Weil (obacht, die Erklärung müsst ihr euch geben): Der Graf hat der Mutter das Kind abgenommen und in die Schmiede gelegt. Wenn sie das Kind füttern will, muss sie aus den Gemächern der Gräfin und auf dem Weg dahin/dort/auf dem Weg zurück, wird sie von den Wachen/Soldaten u.o. dem Grafen erneut vergewaltigt ... weil ... Mittelalter und Leibeigenschaft und so. War damals so. Muss man mit leben.
    Also hat die Mutter das Kind jetzt einfach liegen lassen, wegen Drama und Trauma und billiger Unterhaltung.
    Der Vater will das Kind mitnehmen, aber der Lehrbub vom Schmied will ihn nicht gehen lassen. Also zieht er dem Jungen ein Eisenrohr über den Kopf und killt ihn und haut mit seinem Sohn ab.

    Ja ... ohne seine Frau.
    Die darf weiter (ohne Mann/Kind) auf der Burg hocken und sich prostituiren. Weil praktischerweise wurde sie von ihrer Familie ja verstoßen ... weil ... REASONS. Der verschwendet nich mal einen einzigen Gedanken an sie. Nie. Nicht mal in den Kapiteln danach.

    TADA! 90S.

    Was danach folgt ist eine nicht enden wollende Episode übers Töpfern. In Barcelona. 20 S. Infodump Lebensgeschichte über den Onkel des späteren Protagonisten Arnau. Der ist Töpfer und bla bla bla bla gesellschaftlicher Aufstieg wegen Kannen. Bla bla bla bla. [Insert obligatorischen Antisemitismus] bla bla bla. Dann wird noch eine maurische Sklavin zu Tode gepeitscht. Weil REASONS + nackte Haut + war damals halt so.
    Dann folgt eine nicht enden wollende Episode über das schleppen von Steinen + [Insert Antisemtismus] + [ Frauenfeidnlichkeit] + Drama + Schwarz/weiße Figurenzeichnung.

    TADA S. 301 die Seiten sind ja winzig. Ich denk mal ich hab 1/5 vom Buch gelesen und ganz im Ernst das reicht mir auch schon wieder.

    Die Kathedrale des Meeres ist mal wieder so eins von den Büchern, bei denen ich nicht begreifen kann, warum sie internationale Bestseller sind. Die Figuren sind schwarz/weiß. Gut/Böse. Alle Armen gut/alle Reichen böse.

    Die Gewalt gegen Frauen ist ... also ich bin wie gesagt nicht zart besaitet, aber hier hab ich, vor allem am Anfang, wirklich gedacht, dass der Autor auf vollkommen unnötige Art und Weise grausam ist. Es ist nicht logisch. Es ist nicht nötig. Es ist einfach nur noch widerwärtig. Ganz ganz billig, unterste Schublade. Der letzte Versuch aus Scherenschnittfiguren Empathie herauszupressen. Einfach nur grotesk.

    Ich habe das Buch abgebrochen, weil der Autor diese Linie immer weiter fährt und ich solche Bücher, die Gewalt gegen Frauen auf solche Art und Weise "abfeiern" einfach nicht ausstehen kann.

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