Ilija Trojanow

 3.6 Sterne bei 316 Bewertungen
Autor von Der Weltensammler, EisTau und weiteren Büchern.
Ilija Trojanow

Lebenslauf von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow wurde in Bulgarien geboren, flüchtete aber bereits mit sechs Jahren nach München. Ein Jahr später zog die Familie aufgrund eines Jobangebots seines Vaters nach Kenia, wo Trojanow die näschten 12 Jahre, abgesehen von einer dreijaährigen Unterbrechung in Deutschland, verbrachte. Er studierte Jura, Ethnologie und Havarie in Muenchen und Paris, bevor er den Marino Verlag gruendete und seine ersten Romane schrieb. Trojanow durchreiste Afrika, dessen Erlebnisse seine ersten Romane praegten, bevor er nach Indien übersiedelte. Von dort aus schrieb er Essays für zahlreiche deutsche Tageszeitungen. Der Schriftsteller wurde mit verschiedensten Literaturpreisen ausgezeichnet.

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Neu erschienen am 02.10.2018 als Taschenbuch bei Piper.

Ilija Trojanow

Neu erschienen am 26.08.2018 als Taschenbuch bei Bittner, Klaus.

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Der Weltensammler

Der Weltensammler

 (159)
Erschienen am 01.08.2007
EisTau

EisTau

 (19)
Erschienen am 29.08.2011
Macht und Widerstand

Macht und Widerstand

 (14)
Erschienen am 23.03.2017
Der überflüssige Mensch

Der überflüssige Mensch

 (12)
Erschienen am 01.06.2015
Nomade auf vier Kontinenten

Nomade auf vier Kontinenten

 (10)
Erschienen am 01.11.2008
Stadt der Bücher

Stadt der Bücher

 (7)
Erschienen am 05.04.2012
Meine Olympiade

Meine Olympiade

 (7)
Erschienen am 23.11.2017
Kampfabsage

Kampfabsage

 (7)
Erschienen am 08.12.2016

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Neue Rezensionen zu Ilija Trojanow

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Duffys avatar

Rezension zu "Der überflüssige Mensch" von Ilija Trojanow

Apocalypse soon
Duffyvor 4 Monaten

"Es geht alles den Bach runter", "Es ist ja doch zu spät", "Daran kann man nichts ändern". Diese und noch einige Slogans mehr dieser Art bestimmen die Kommentare des "gemeinen" Menschen unserer Zeit, der sich von den Medien mit einem bunten Allerlei zurechgeschnippelter Nachrichten, einseitiger Berichterstattung und manipulierter Faktenverwertung füttern lässt. Die von oben subventionierte Ohnmacht, kalkuliert und geschickt eingesetzt in einem Sud aus unterschiedlichen Interessen, bewahrt einen Status quo, der längst nicht mehr vorhanden ist, eine Maske, unter der sich die Zukunft befindet, die alles andere als kontrollierbar ist.
Aufklärer und Fachleute, Gelehrte und Weitsichtige bemühen sich schon seit vielen Jahren auf die Fragilität unserer Welt hinzuweisen, doch das kann nicht im Interesse der Eliten sein, die die Einzigen sind, die vom momentanen Umbruch noch eine Weile profitieren werden. doch auch dieses Modell ist endlich. Die Entwicklung dieser Welt ins Robotronische Zeitalter hat längst begonnen und dadurch verändert sich die Rolle des Menschen ganz wesentlich, denn in der herkömmlichen Form wird jede Ökonomie sterben und mit ihr auch das einzige Kapital, was dem Gros der Menschheit zur Verfügung steht: seine Arbeitskraft. Mit anderen Worten: Der Mensch wird überflüssig.
Darüber wurden von Gelehrten ganze Bücher verfasst, eines ausführlicher als das andere, Horrorvisionen in epischer Länge, immer neue und andere Szenarien, man hat sie da vor sich liegen, diese kleinen Swimmingpools voller Theorie, alle geeignet, in die Abteilung "Erklär' mir nicht die Welt, die versteh' ich sowieso nicht" abgeschoben zu werden.
Ilja Trojanow hat dazu keine Streitschrift verfasst, denn über Fakten kann man nicht streiten. Er nennt diese knapp 100 Seiten starke Veröffentlichung eine "Politische Stellungnahme", man könnte es aber auch "Der Stand der menschlichen Gesellschaft" nennen. Und die hat es in sich. Faktisch kann man ihn nicht belangen, alles ist korrekt und damit vollbringt Trojanow die Großtat, in einer klaren, schnörkellosen und sachlichen Sprache in aller Kürze aber vollkommen ausreichender Gründlchkeit über den Stand der Dinge im Kaptialismus unserer Zeit und der Rolle der Menschen in dieser Lebensform Auskunft zu geben. Auskunft, die alles andere als beruhigend oder sorglos ist, im Gegenteil, wer sich nach dieser Lektüre nicht einige grundlegende Gedanken über die Zeit, in der er lebt macht, den könnte auch der Fall einer Atombombe nicht mehr erschüttern.
Und hier kommen wir zum abschließenden springenden Punkt: Dieses kleine Büchlein ist einfach zu gut und wichtig, um ignoriert zu werden. Es sollte Pflichtlektüre für alle werden. Wenn sich alle diese recht einfach und schnell zu begreifenden Fakten vor Augen halten, dann könnte man vielleicht noch etwas bewegen. Denn wie führt der Autor selbst aus: "Es gibt keine Alternative zu organisiertem, gemeinsamen Handeln".
Ein Buch, das in jedem, in wirklich jedem Haushalt von einem gelesen werden sollte. Was drinsteht, wird derjenige dann schon zu berichten wissen. Unverzichtbar!

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Frau-Aragorns avatar

Rezension zu "Meine Olympiade" von Ilija Trojanow

Kurzweilig, humorvoll und doch voll mit interessanten Informationen
Frau-Aragornvor einem Jahr

Ich liebe die olympischen Spiele. Das vierjährige Warten, das ausdauernde Beobachten der scheinbar unsinnigsten und langweiligsten Sportarten... Genau diesen Punkt hat Ilija Trojanow in seinem Selbstversuch aufgegriffen. Vier Jahre lang tingelt er durch die Welt und versucht bis zum nächsten olympischen Wettkampf in Rio alle Sportarten auszuprobieren. 
Dabei unterhält er seine Leser mit allerlei amüsanten Anekdoten und wunderschön aufbereitetem Lokalkolorit. Er beschreibt seine Reise meist überhaupt nicht auf die diversen Sportarten, sondern auf die zwischenmenschlichen Begegnungen fokussiert. 


Ein großartiges Buch,  das einem Fernweh, Spaß am Sport und Beigeisterung einimpft.  Richtig, richtig klasse 

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Rezension zu "Macht und Widerstand" von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow | MACHT UND WIDERSTAND
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Der Roman spielt in Bulgarien zur Zeit des Kalten Krieges und den Jahren nach der Wende, und Metodi Popow und Konstantin Scheitanow sind die gegensätzlichen Pole um die sich die Geschichte dreht. Popow, ein Lebemann und erfolgreicher Offizier der Staatssicherheit mit engen Beziehungen zur Regierung, und auch nach 1990 noch eine feste Größe im Staatsapparat; Scheitanow dagegen ein Querulant, der der Stasi schon zu Schulzeiten auffällt und sein Leben Kampf widmet, ein Dorn im Fleisch, einer, der nie locker lässt.

Beide kommen aus derselben Stadt, sind ungefähr im gleichen Alter und geraten ihr Leben lang aneinander, als ob sie zur Symbiose bestimmt seien. Während Popow sich im Wohlwollen der Obrigkeiten sonnt, durchlebt Scheitanow alle Höllen in den bulgarischen Gefängnissen und Arbeitslagern. Nach seiner Rehabilitierung und dem Fall des Eisernen Vorhangs sucht er in den Akten nach Hinweisen: Wer hat ihn bespitzelt? Wer waren seine Freunde, wer seine Verräter? Doch es bleibt ein Kampf, denn die Mächtigen von damals sitzen auch heute noch am längeren Hebel.

FORM: Die zahlreichen Kapitel springen abwechselnd zwischen den Perspektiven Popows und Scheitanows hin und her, die aus heutiger Sicht die Ereignisse von damals schildern. Popows Sprache ist die eines gutmütigen Onkels, bauernschlau, hemdsärmelig und lebensbejahend. Scheitanow dagegen spricht ohne Humor, voller Bitterkeit und Sarkasmus.

Unterbrochen wird dieses Erinnerungspingpong zum einen durch Auszüge aus den Akten Scheitanows und zum anderen – und das ist stilistisch der größte Kniff des Romans – durch Wortmeldungen der vergangenen Jahre. Trojanow hat versucht, jedem Jahr einen Charakter, eine Stimme zu verleihen. 1958 spricht anders als 1990 oder 2007; die Themen sind andere, so auch die Zuhörer.

Auch außerhalb der eigentlichen Geschichte kann der Roman viel zur Erweiterung des Horizonts beitragen. Zum Beispiel schreibt Trojanow den Fund des Thrakischen Goldes seinen Figuren zu, und auch über Kyrill und Method wusste ich vor der Lektüre nichts. Ganz abgesehen von der jüngeren bulgarischen Geschichte, ein Land, gar nicht weit weg und doch so fern, das wohl noch so einiges aufzuarbeiten hat.

FAZIT: Mir ist bei der Lektüre etwas ganz merkwürdiges passiert: Mir war der Protagonist unsympathisch und der Antagonist sympathisch! Das geht doch so nicht! Was ist denn hier los? Aber es geht. Und es ist wohl auch nicht ganz ungewollt. Durch diese Verdrehung umgeht Trojanow geschickt die Klischees von Gut und Böse.

Ich hatte die große Befürchtung, auch MACHT UND WIDERSTAND sei in dieser für politische Romane typischen Nüchternheit und Humorlosigkeit geschrieben, was sich aber dankenswerter Weise nicht bestätigte. Im Gegenteil: Zwischendurch musste ich sogar laut lachen. (Popows siebzigster Geburtstag oder die Frage, wer denn das KOMMUNISTISCHE MANIFEST geschrieben habe sind großartig humorvolle Szenen.) Ganz klare Abstriche muss ich jedoch bei den Dialogen machen, die mir oft sehr gestelzt und zähflüssig vorkamen. Ansonsten kann ich sagen: Ein wichtiges Buch – vier Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Ilija Trojanow wurde am 23. August 1965 in Sofia (Bulgarien) geboren.

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