Ilija Trojanow Der Weltensammler

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Inhaltsangabe zu „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow

"Ein historischer Roman, der so spannend und intelligent, so farbenprächtig und reflexiv zugleich ist, dass er seinesgleichen sucht." Süddeutsche Zeitung

abgebrochen. Sehr schöne Idee. zu langatmig geschrieben.

— AnMich_09
AnMich_09

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    Der Weltensammler
    Dornroeschen

    Dornroeschen

    05. January 2015 um 17:13

    "Der Weltensammler" von Roman von Trojanow handelt von dem englischen Offizier und Abenteurer Richard Burton im 19. Jahrhundert und ist nah an dessen Biographie angelehnt. Das Buch ist unterteilt in 3 Teile - die Länder die Burton bereiste - von Indien, Mekka und Medina bis auf den Spuren des Nils nach Afrika. Burton zeichnet sich durch eine außerordentliche Gabe des Spracherlernens und Neugierde an fremden Kulturen und Religionen aus. Er taucht ein in die unterschiedlichsten Religionen und Kulturen und tritt diesen zum Teil bei - oft verkleidet als einer der Landsleute, wobei die Grenzen zwischen Verkleidung und neuem Glauben/Denkweisen oft fließend sind. Gerade durch die Aneinanderreihung von Eindrücken und Impressionen in dem zT sehr langen Sätzen des Buches, kann man sich sehr gut in verschiedene Szenerien hineinversetzen. Jeder der 3 Teile ist einmal aus der Sicht Burtons und aus einer anderen Perspektive wie zB seiner Diener im Wechsel beschrieben. Dies gibt der Geschichte oftmals eine mehr objektive Sicht der Dinge und verschafft benötigte Klarheit. In diesem Buch begleitet man einen exzentrischen Protagonisten auf den harten Reiseweg des 19. Jahrhunderts durch ferne Länder und lernt dabei fremde Kulturen und Religionen besser kennen. Ich habe ziemlich lange für dieses Buch gebraucht, weil gerade die Schreibweise nicht mal so eben zwischendurch gelesen werden konnte und es das Ganze anstrengend machte. Vor allem die letzten Passagen in Afrika waren langatmig und da schwächt die Qualität des Buch merklich ab. Generell ist das Buch empfehlenswert - wenn man mehr Zeit hat sich darauf zu konzentrieren.

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  • Ein Genuss für die Sinne.

    Der Weltensammler
    Josef Rechabrom

    Josef Rechabrom

    30. September 2013 um 19:52

    Grundlage des Romans ist die Biografie des englischen Abenteurers und Entdeckers Richard Francis Burton. Beschrieben werden die drei Stationen seines Lebens Indien, Saudi-Arabien und Ostafrika. Neben den geschilderten Abenteuern bekommt der Leser einen von Detailkenntnis stotzenden Einblick in die 3 Kulturen. Dabei wird jeweils abwechselnd aus zwei Sichten beschrieben: aus der Sicht einer Person, welche die Hauptperson in dem jeweiligen Teil der Welt als Diener begleitet hat und aus neutraler Sicht. Dieser Trick schafft einen raffinierten Spannungsbogen. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, denn Aussagen und direkte Reden werden einfach hintereinandergesetzt. Anführungszeichen entfallen. Erst der Zusammenhang macht deutlich, ob gerade gesprochen wird und, wenn ja, wer gerade spricht, oder ob etwas geschildert wird. Aber hat man sich erst einmal an diese Ungewöhnlichkeit gewöhnt, wird man mit einer unvergleichlich blumigen und poetischen Sprache belohnt, die dem Genießen einer Praline gleichkommt. Zeit sollte man sich für dieses Buch nehmen, denn genau wie eine Praline sollte man sich das Geschriebene auf der Zunge langsam zergehen lassen und nicht rasch verschlingen.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Golondrina

    Golondrina

    11. November 2012 um 19:56

    Selten hat mich ein Buch mit diesem Thema - Weltreisender! Entdecker! - mehr gelangweilt als Trojanows Weltensammler. Burton bleibt mir seltsam farblos, kein: Hinterher, ihm nach in ferne Länder! formt sich in meinen Gedanken und die Sprache kann das Buch auch nicht retten.

  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Stefan83

    Stefan83

    Normalerweise ist der Abbruch eines Buches für mich ein Sakrileg, das ich nur im allerhöchsten Notfall begehe. Allerdings trat dieser hier bereits nach knapp 170 Seiten ein. Warum diese schwülstige Aneinanderreihung sinnloser Silben und noch kruderer Wortneuschöpfungen mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2006 ausgezeichnet worden ist, vermag ich mir nicht zu erklären. "Hinreißend erzählt, raffiniert aufgebaut" wie Katharina Granzin von der TAZ schwärmt ist hier jedoch allenfalls der Klappentext, der eine abenteuerliche, kulturelle und anregende Reise an der Seite des Entdeckers Richard Burton verspricht. Der Inhalt zwischen den Buchdeckeln spricht dann im wahrsten Sinne des Wortes aber eine ganz andere Sprache. Unerträglicher, pathetischer, lauwarmer Kitsch, den Trojanow wohl für Kunst gehalten hat, füllt jede Seite, erstickt jeglichen Leserhythmus bereits im Keim. Und auch die Figuren meint man durch ein Fernrohr zu sehen, derart kalt und distanziert führen sie den Leser durchs langatmige Geschehen. Unmöglich in dieser sterilen Atmosphäre Zugang zur Handlung zu finden, in der wohl nur der Autor selbst eingetaucht ist, welcher sich am eigenen Wortmasturbieren berauscht und in Selbsttrunkenheit suhlt. "Der Weltensammler" ist maßlos überschätzte, handwerklich einfach unterklassige Möchtegern-Literatur. Oder um es mit Benn zu sagen: Das Gegenteil von Kunst ist gut gemeint.

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    • 3
  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    awogfli

    awogfli

    07. March 2012 um 14:12

    Mit einer Mischung aus Camouflage und Mimikri taucht der Entdecker und "Meisterspion" in fremde Rassen, Kulturen, Sprachen und Religionen ein, absorbiert einfach alles aus der fremden Welt und liefert für die britischen Kolonialherren als Spion wertvolle Aufzeichnungen und Innenansichten. Meist lässt Burton sich von der Umgebung völlig emotional mitreissen und manchmal distanziert er sich mit seinem britischen "aufgeklären Geist" vom Erlebten und kritisiert dadurch die herrschenden Zustände. Dadurch entsteht ein hoch politisches und philosophisches Werk mit intimen inneren Einsichten in den Islam und die Indischen Verhältnisse, die auch ein Europäer sehr gut verstehen kann und die aktueller denn je sind. Auch die Narben der Kolonialisierung und die unrühmliche Rolle der Briten dabei werden nicht ausgespart. (Der Lauscher hört seine eigene Schand) Wortgewaltig mit einem sehr blumigen komplexen Deutsch, so als käme unsere Sprache direkt aus 1001 Nacht, beschreibt Ilija Trojanow die fremden Kulturen, was dieses Werk wahrscheinlich nur für Leute mit deutscher Muttersprache und einer gewissen Liebe zum Fabulieren bewältigbar macht. Was mich aber dennoch gestört hat, sind die unzähligen Fremdwörter aus dem Indischen und Arabischen aus dem medizinischen Bereich etc., die zwar einigermassen in einem Glossar erkärt werden, durch die Häufigkeit auf den Seiten aber erheblich den Lesefluss stören. Sehr oft muss man nach hinten blättern oder ein Fremdwörterlexikon zu Rate ziehen. In diesem Fall hätten Fussnoten auf der Seite das Lesevergnügen und den Lesefluss erheblich erhöht und mich daran gehindert, doch einen Punkt abzuziehen. Dem Hauptkritikpunkt von vielen Lesern an dem Werk, dass eigentlich nix passiert, kann ich zwar zustimmen, nur er stört mich überhaupt nicht. Den Weltensammler - welch treffender Titel! - kann man als historischen kolonialen Road-Roman bezeichnen, der von der teilnehmenden Beobachtung fremder Kulturen und kritschen Auseinandersetzung mit Politik, Kultur, Philosophie und Religion lebt. Fazit - nicht für Jedermann - Keine Action viel Hintergrund und Beschreibung - "schwierige Sprache" Dennoch liebe ich dieses Buch und ich habe sehr viel gelernt!

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  • Indien zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft - für mich ein F...

    TA_Wegberg

    TA_Wegberg

    Indien zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft - für mich ein Faszinosum. Leider sind Romane darüber fast immer ziemlich schmalzige "Frauenbücher": eine schöne, willensstarke Heldin, die mit einem Schurken verheiratet werden soll, obwohl sie einen anderen liebt ... oder so ähnlich *seufz* Kennt jemand andere Romane zum Thema, die beispielsweise eher in Richtung Somerset Maugham gehen?

    • 8
  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Gilfaen

    Gilfaen

    21. February 2011 um 20:14

    Ich muss eher negativ beginnen: Als ich diesen Roman nach ca. zwei Wochen beendet habe, habe ich gedacht: "Oh Gott, es ist vollbracht." Dieser Roman ist kein schlechter Roman; eigentlich hat er alles, was eine moderne Gegenwartslektüre ausmacht - eine sehr sinnliche Sprache, eine interessante Figur des 19.Jahrhunderts, dargestellt ohne historischen Anspruch, mit einer gewissen Botschaft in Richtung des gemeinsamen, religiösen Zusammenlebens. Im Roman wechselt die Hauptfigur Richard Burton seine Rolle ständig; er wandelt zwischen zwei Welten - der eigenen, nämlich der eines britischen Offiziers und seiner, sich für die Menschen in den jeweiligen Regionen und Ländern, angepassten Rolle, z.B. eines Derwischs oder eines Arztes während seiner Zeit in Arabien. Er ist wie ein Chamäleon, immer die Farbe wechselnd. Ob dies negativ oder positiv ist, wage ich nicht zu bewerten, nur folgendes war die Folge dieses Wechselsspiels: Man weiß nie, wer diese Person ist, die man da verfolgt; Richard Bruton bleibt eine nicht fassbare, unnahbare, vielleicht sogar ungeliebte Figur, von der zwar eine gewissene Faszination ausgeht (und dessen Wissbegier nachvollziehbar ist), aber man nie genau sagen kann, dass man sich mit ihr identifiziert, also das Handeln und Denken nachvollziehen kann. Ja, die Sprache ist sehr sinnlich, sehr exotisch und man bekommt einen guten Einblick in das Geschehen durch die vielen Figuren, die Trojanow in allen drei Teilen quasi interviewartig erzählen lässt; dabei charaktersisieren diese Figuren Richard Burton zwar sehr menschlich, auch als schwach und arrogant, aber doch als ferne, unnahbare, doch erheblich "naive" Figur. Er "konvertiert" zum Islam, unternimmt die Hadj nach Medina und Mekka und stellt nicht eine Minute lang sein Handeln gegenüber einer anderen Kultur in Frage; die einen nennen es sich einer Kultur annähren, ich nenne es sich eine Kultur "einverleiben", oder um aus dem Roman zu zitieren: "Fasten ist nicht gleich Hungern". Er kann jederzeit die ihm angepasste Rolle verlassen, er verrät seine s.g. neuen Freunde und zieht dann weiter. Sicherlich gehört es auch dazu, dass man Menschen trifft in einem Roman, die man nicht sonderlich identifizierbar findet, aber ich habe eine gewisse Negativität ihm gegenüber entwickelt. Aber nicht nur die Figur des Richard Burton missfiel mir, es war auch der von dem Autor so groß geförderte interreligiöse Dialog, dem manche Rezensenten hervorheben. Es stimmt, man erfährt einiges Interessantes über den Hinduismus und den Islam und welche Vorstellungen die Menschen mit dieser Religion verbinden, ABER wenn dies ein Dialog sein soll, ist er sehr einseitig geführt. Teilweise wird auf die enorme Unmenschlichkeit im Hinduismus hingewiesen, teilweise gibt es eine übertrieben positive Darstellung des Islam (Vielleicht weil Trojanow selbst konvertiert ist?); ein anderer Aspekt wäre hier, dass durchaus eher modernere Gedanken angesprochen werden, auch politische Fortschritte bedacht werden, die einfach aufgrund ihrer Konstruktion so in der damaligen Zeit in keinster Weise mögliche Gedanken waren; wir leben im Jahr 18... und nicht im Jahr 2007. Fazit: Roman mit sehr schönen Bildern und einer sehr sinnlichen Sprache; ein Roman, der mindestens 200 Seiten zu lang ist und der sich in seinen Bildern verliert, zumal er einem eine historische Figur nicht näher bringt, sondern eher entfernt.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    08. February 2010 um 09:53

    Trojanow beschäftigt sich in diesem Buch mit dem britischen Offizier, Forscher und Entdecker Richard Francis Burton und seinen Entdeckungsreisen. Jeder der drei großen Reisen Burtons widmet er einen Teil des Buchs, jeder Teil gliedert sich in zwei, abwechselnd erzählte Berichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Die erste Perspektive ist dabei jeweils die von Burton selbst, interessanter aber fand ich die zweite Sicht, aus der Trojanow jeweils erzählt: Dabei handelt es sich zweimal um einen Diener Burtons, einmal um Außenstehende Regierungs- / geistliche Persönlichkeiten. Was sind nun die drei großen Reisen, die beschrieben werden? Zunächst Burtons Aufenthalt in Indien, wohin er als Offizier der ostindischen Gesellschaft gelangt. Bereits nach kurzer Zeit ist er das Leben im britischen Camp leid, er lernt die Sprachen (Hindustani ebenso wie Arabisch und weitere), informiert sich über den Glauben der Moslems und Gebräuche des Landes, bis er sich unerkannt unter die Menschen mischen kann. Diese Fähigkeiten nutzt er, um für die britische Regierung zu spionieren, aber ebenso um die Menschen kennenzulernen. Doch mit diesem Verhalten macht er sich nicht nur Freunde, so dass er schließlich zurück nach England geschickt wird. Dass er es dort nicht lange ausgehalten hat, erfährt der Leser im zweiten Teil, meiner Meinung nach der unterhaltsamste. Burton hat sich, als persischer Arzt und Derwisch verkleidet, auf die Hadj begeben, die Pilgerreise nach Mekka. Als er ein Buch über diese Reise veröffentlicht, erregt er bei den moslemischen Autoritäten der Stadt Aufsehen, die ihn der Spionage verdächtigen. Rückblickend, anhand von Zeugenaussagen und Berichten von Weggefährten versuchen Sie Burtons Absichten zu analysieren, können jedoch nur erfahren, dass die meisten seiner Reisegefährten ihn ebenso für einen gläubigen Moslem wie einen großzügigen und hilfreichen Menschen halten. Nicht ganz so sympathisch erscheint Burton im dritten Teil des Buchs. Hier wird von seiner Expedition berichtet, in der er versucht hat, die Quelle des Nils in Ostafrika zu entdecken und in einer großen Karawane von Sansibar zum Viktoriasee zieht. Krankheiten, Fehlschläge ebenso wie Streit mit seinem brititschen Mitreisenden prägen diese Reise, an deren Ende Burton krank und auch verbittert nach Sansibar zurückkehrt. Trojanow ist es meiner Meinung nach gelungen, einen lebendigen, unterhaltsamen aber auch lehrreichen Bericht der Abenteuer des britischen Entdeckers und Abenteurers zu verfassen. Durch die verschiedenen Perspektiven schafft er umfassendere Informationen und beschreibt die Länder und ihre Bewohner lebendiger, als es allein mit einer Reisebeschreibung aus Sicht Burtons möglich gewesen wäre. Mir hat besonders der zweite Teil mit der misstrauischen Deutung durch die moslemischen Autoritäten in Mekka gefallen, aber auch der erste und dritte Teil, aus Sicht eines einheimischen Dieners Burton berichtet, schaffen interessante Bilder. Dabei schreibt Trojanow sprachlich in wunderschönen Sätzen, Beschreibungen der Landschaft und der Gesellschaft sind sehr detailgetreu und lebendig.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Sarii

    Sarii

    07. February 2010 um 22:13

    Der Roman „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow (geboren 1965 in Sofia, Bulgarien) beruht auf einer wahren Begebenheit bzw. Person, dem Abenteurer und Forscher Richard Francis Burton (1821-1890). Hauptmerkmal des Romans sind drei geographische Stationen in dessen Leben: Indien, Arabien und Ostafrika. Trotz des Mischung aus Fiktion und Wahrheit überwiegen im gesamten Roman jedoch die wahrheitsgetreuen Elemente. Burton war ein britischer Forscher, der sich besonders mit Afrika, Indien und Arabien befasste. Jedoch startet seine Karriere in Indien als Beamter der britischen Krone. Dort nimmt er sich einen Diener, der im Roman einem Schreiber seine unglaubliche Geschichte mitteilt. Burton erweist sich als ein fairer und wohlwollender Herr, da er seinen Diener stets gut behandelt, trotz vieler Handlanger arbeiten. Diese dienen meist dazu dem wissbegierigen Briten die indische Kultur nahe zu bringen, insbesondere die Sprache. Innerhalb seines gesamten Indienaufenthaltes erlernt Burton viele indische Sprache, sogar den Akzent beinahe fehlerfrei. All seine Kenntnisse über die fremde Kultur kommen ihm zu gute, da er seinem Vorgesetzten viele neue Erkenntnisse zukommen lässt, auf Missstände aufmerksam macht und die Position der britischen Krone bei der Bevölkerung erklärt und deutet. Neben seinem beruflichen Status spielt auch die Liebe zu einer einheimischen Frau eine große Rolle. Besonders das neue Erleben der Sexualität spielt hier eine große Rolle. Der zweite Teil befasst sich mit Arabien. Jener „Schauplatz“ dient Burton als Zufluchtsort für den Glauben und die Entdeckung der Spiritualität. Aus diesem Grund verkleidet sich jener, um an der Pilgerfahrt nach Mekka teilnehmen zu dürfen (dies ist Fremden nicht erlaubt). Im Fokus der Erzählung stehen hier andere Teilnehmer der Pilgerfahrt, die engen Kontakt mit Burton hatten und sein Verhalten während der Reise berichten. Die im Roman letzte Station ist Ostafrika. Burton will in einer Expedition zusammen mit dem Forscher Speke die Quellen des Nils erkunden bzw. finden. Diese Afrikaexpedition ist jedoch nicht sehr einfach, da viele unbekannte Gefahren lauern. Letztlich endet die Reise in einem großen „Quellenkonflikt“ beider Forscher: Speke hält den Victoriasee für die Urquelle des Nils und Burton den Tanganjikasee. Dieser Konflikt ist der Auslöser für die in Zukunft getrennte Arbeit. Die beschriebene Expedition wird hier ebenfalls von einem Beteiligten berichtet und zwar einem Einwohner. Während seiner ganzen Reisen notiert Burton alle Gedanken, Eindrücke und Erkenntnisse in seinen Notizbüchern, die für ihn einen unbeschreibbaren Wert haben. Jene werden aber von seiner Frau, nach dessen Ableben verbrannt, da diese um seinen Ruf als „Katholik“ fürchtet. Der Roman schließt mit einem wundervollen Satz der sich sehr gut auf das gesamte Buch und auch die Arbeit sowie Person Burtons übertragen lässt: „Über seinem Kopf hing eine persische Kalligraphie, auf der geschrieben stand: Auch dies wird vergehen.“. Der Roman ist sehr liebevoll gestaltet, besonders die Pilgerreise nach Mekka ist detailliert beschrieben. Für mich hat der Autor ebenfalls den Protagonisten an sich sehr lebhaft gestaltet, die Neugier und der Wissensdurst wurden besonders deutlich. Ein Abzug gibt es für mich aber hinsichtlich der „Leseorientierung“. Zu jedem neuen großen geographischem Abschnitt haben die Erzähler gewechselt, was mich jedes Mal verwirrte und einem Bruch im Lesefluss hervorbrachte. Die Idee an sich finde ich sehr lobenswert, aber mich hat dies eher gestört. An sich hat mir die Geschichte zwar recht gut gefallen, aber trotz allem bin ich froh, dass ich den Roman endlich geschafft habe, da er sich an einigen Stellen doch sehr hingezogen hat. Mein Fazit: trotz der Auszeichnung der Leipziger Buchmesse 2006 für diesen Roman habe ich mir irgendwie mehr versprochen und bin ein wenig enttäuscht. Die Person Burtons wurde aber doch recht anschaulicht thematisiert und vom Autor beschrieben. Ich würde aber sagen einmal und nicht wieder.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    ella

    ella

    27. August 2008 um 22:41

    Sehr interessant, aber geht einem nicht wirklich nahe

  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Girasole

    Girasole

    16. August 2008 um 10:49

    Im Dienste der Krone fährt der britische Offizier Burton nach Britisch- Indien, Arabien und Afrika Seine erste Station ist Bombay, fährt dann mit deinem Diener (dem eine besondere Rolle in diesem ersten Teil des Romans zugedacht ist) nach Baroda. Sein Eindruck von Bombay „Manchmal rülpste die Stadt. Alles roch wie von Magensäften zersetzt“ Am Strassenrand lag halbverdauter Schlaf, der bald zerfließen würde“ Entgegen der übrigen Regimentsmitglieder, welche für die Einheimischen nur Verachtung übrig haben, will er tief in die Kultur Indiens eintauchen, versuchen sie zu verstehen und die Sprache des Volkes sprechen, Sprachen sind seine Stärke. Getrieben durch die Neugierde, und den Wissensdurst Burtons lässt der Autor vor den Augen des Lesers ein lebendiges, farbenfrohes und vor allem mit vielen „Gerüchen“ verbundenes Bild von Indien entstehen. Die Faszination des Islam treibt Burton so weit, das er sich sogar beschneiden lässt. Die Zeit in Indien wird aus zwei Sichtweisen erzählt. Abwechselnd aus der Sicht von Burton und dann aus der Sicht seines Dieners Naukaram der zum Schreiber Lahiya geht und somit die Geschichte aus seiner Perspektive schildert. Durch Arabien reist Burton als „Moslem“, und begibt sich auf die Pilgerreise nach Medina, sucht die heiligen Orte auf, die Moschee von Kuba, den Friedhof von Al- Bakia, das Grab des Märtyrers Hamzah. Die Reise, beschwerlich und gefährlich führt weiter nach Mekka, wo Burton sich wie die anderen Pilger den Ritualen unterzieht. Natürlich bleibt den Behörden, dem Gouverneur, das Treiben von Burton nicht verborgen, er wird verdächtigt ein Spion zu sein und somit misstrauisch beobachtet. Rastlos zieht es Burton immer weiter bis nach Afrika, in Sansibar wartet er ungeduldig darauf ins Landesinnere aufbrechen zu können. Mit einer Karawane bricht er auf um zu den Quellen des Nils zu gelangen, er will das „Rätsel der Nilquellen lösen, das seit mehr als zweitausend Jahren alle in Erstaunen setzt". Hundertundzwanzig Mann stehen unter seinem Befehl, er weiss diese Expedition muss einfach gelingen, nur so kommt er zu dem ersehnten Ruhm der ihm „gebührt“ Nie auch unter den grössten Strapazen versäumt es Burton alles was er beobachtet, gemessen und erfahren hat niederzuschreiben.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    curves

    curves

    23. December 2007 um 16:26

    ...schöne sprache...ich wollte mehr von diesem erzähler lesen...

  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    Yakomoz

    Yakomoz

    14. November 2007 um 23:44

    Das denke ich: Ich muss eher negativ beginnen: Als ich diesen Roman nach ca. zwei Wochen beendet habe, habe ich gedacht: "Oh Gott, es ist vollbracht." Dieser Roman ist kein schlechter Roman; eigentlich hat er alles, was eine moderne Gegenwartslektüre ausmacht - eine sehr sinnliche Sprache, eine interessante Figur des 19.Jahrhunderts, dargestellt ohne historischen Anspruch, mit einer gewissen Botschaft in Richtung des gemeinsamen, religiösen Zusammenlebens. Im Roman wechselt die Hauptfigur Richard Burton seine Rolle ständig; er wandelt zwischen zwei Welten - der eigenen, nämlich der eines britischen Offiziers und seiner, sich für die Menschen in den jeweiligen Regionen und Ländern, angepassten Rolle, z.B. eines Derwischs oder eines Arztes während seiner Zeit in Arabien. Er ist wie ein Chamäleon, immer die Farbe wechselnd. Ob dies negativ oder positiv ist, wage ich nicht zu bewerten, nur folgendes war die Folge dieses Wechselsspiels: Man weiß nie, wer diese Person ist, die man da verfolgt; Richard Bruton bleibt eine nicht fassbare, unnahbare, vielleicht sogar ungeliebte Figur, von der zwar eine gewissene Faszination ausgeht (und dessen Wissbegier nachvollziehbar ist), aber man nie genau sagen kann, dass man sich mit ihr identifiziert, also das Handeln und Denken nachvollziehen kann. Ja, die Sprache ist sehr sinnlich, sehr exotisch und man bekommt einen guten Einblick in das Geschehen durch die vielen Figuren, die Trojanow in allen drei Teilen quasi interviewartig erzählen lässt; dabei charaktersisieren diese Figuren Richard Burton zwar sehr menschlich, auch als schwach und arrogant, aber doch als ferne, unnahbare, doch erheblich "naive" Figur. Er "konvertiert" zum Islam, unternimmt die Hadj nach Medina und Mekka und stellt nicht eine Minute lang sein Handeln gegenüber einer anderen Kultur in Frage; die einen nennen es sich einer Kultur annähren, ich nenne es sich eine Kultur "einverleiben", oder um aus dem Roman zu zitieren: "Fasten ist nicht gleich Hungern". Er kann jederzeit die ihm angepasste Rolle verlassen, er verrät seine s.g. neuen Freunde und zieht dann weiter. Sicherlich gehört es auch dazu, dass man Menschen trifft in einem Roman, die man nicht sonderlich identifizierbar findet, aber ich habe eine gewisse Negativität ihm gegenüber entwickelt. Aber nicht nur die Figur des Richard Burton missfiel mir, es war auch der von dem Autor so groß geförderte interreligiöse Dialog, dem manche Rezensenten hervorheben. Es stimmt, man erfährt einiges Interessantes über den Hinduismus und den Islam und welche Vorstellungen die Menschen mit dieser Religion verbinden, ABER wenn dies ein Dialog sein soll, ist er sehr einseitig geführt. Teilweise wird auf die enorme Unmenschlichkeit im Hinduismus hingewiesen, teilweise gibt es eine übertrieben positive Darstellung des Islam (Vielleicht weil Trojanow selbst konvertiert ist?); ein anderer Aspekt wäre hier, dass durchaus eher modernere Gedanken angesprochen werden, auch politische Fortschritte bedacht werden, die einfach aufgrund ihrer Konstruktion so in der damaligen Zeit in keinster Weise mögliche Gedanken waren; wir leben im Jahr 18... und nicht im Jahr 2007. Fazit: Roman mit sehr schönen Bildern und einer sehr sinnlichen Sprache; ein Roman, der mindestens 200 Seiten zu lang ist und der sich in seinen Bildern verliert, zumal er einem eine historische Figur nicht näher bringt, sondern eher entfernt.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    ChiefC

    ChiefC

    09. October 2007 um 15:31

    Ein traumhaftes Buch, ein Weltenbummler-Roman mit Tiefgang. Denn persönlich interessiere ich mich ansonsten gar nicht sehr für Bücher über "Abenteuerreisen". Aber weder ging es Burton im 19. Jahrhundert darum, Kulturen einfach "abzuhaken", oder sie sich oberflächlich anzueignen, wie es heute viele tun, gerade Indien-Reisende, noch zeichnet Trojanow einen eindimensionalen "Helden" vor exotischen Kulissen. Sein Buch ist eine facettenreiche Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und der Arroganz, die gerade der Westen ihnen jahrhundertelang gegenüber gezeigt hat - und oft immer noch zeigt. Manche Passagen lesen sich als spielten sie in der Gegenwart, etwa, wenn es darum geht, sich über andere Religionen und Sitten lustig zu machen und dabei gar nicht merkt, dass die eigenen auf Außenstehende vielleicht auch reichlich bizarr wirken. Und dabei liest sich dieses Buch einfach wunderbar. Ich wollte eigentlich zuerst nur mal kurz die erste Seite lesen - und konnte es dann nicht mehr weglegen. Ein Werk, das bestehen bleibt, auch wenn es irgendwann nicht mehr in den Bestsellerlisten auftauchen wird.

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  • Rezension zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

    Der Weltensammler
    espanomela

    espanomela

    20. July 2007 um 21:46

    Der britische Offizier Burton wird in Indien eingesetzt. Die Arbeit langweilt ihn, er nimmt Sprachunterricht, kleidet sich wie die Heimischen und mischt sich unters Volk. Er ist in seinem Denken sehr fortschrittlich und vorausschauend. Der erste Teil der Geschichte wird teils von ihm, teils von seinem 1. Diener erzählt. Weiter bin ich leider noch nicht.

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