Ilija Trojanow Macht und Widerstand

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Inhaltsangabe zu „Macht und Widerstand“ von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow hat sein Lebensbuch geschrieben: Ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand. Konstantin ist Widerstandskämpfer, einer, der schon in der Schulzeit der bulgarischen Staatssicherheit auffällt und ihrem Griff nicht mehr entkommt. Metodi ist Offizier, Opportunist und Karrierist, ein Repräsentant des Apparats. Sie sind in einen Kampf um Leben und Gedächtnis verstrickt, der über ein halbes Jahrhundert andauert. Ilija Trojanow entfaltet ein breites zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit. Eine Fülle einzelner Momente aus wahren Geschichten, die Trojanow seit den Neunzigerjahren in Gesprächen mit Zeitzeugen gesammelt hat, verdichtet er zu einer spannenden Schicksalserzählung von menschlicher Würde und Niedertracht. ›Macht und Widerstand‹ ist bewegende Erinnerungsarbeit, ein Roman, wie man ihn in seiner Entschiedenheit und poetischen Kraft lange nicht gelesen hat.

Erschütternder Abriss der jüngeren bulgarischen Geschichte, aus der Perspektive eines Opfers und eines Täters. Wer´s aushält: lesen!

— alasca

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  • Ilija Trojanow | MACHT UND WIDERSTAND

    Macht und Widerstand

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:41

    INHALT: Der Roman spielt in Bulgarien zur Zeit des Kalten Krieges und den Jahren nach der Wende, und Metodi Popow und Konstantin Scheitanow sind die gegensätzlichen Pole um die sich die Geschichte dreht. Popow, ein Lebemann und erfolgreicher Offizier der Staatssicherheit mit engen Beziehungen zur Regierung, und auch nach 1990 noch eine feste Größe im Staatsapparat; Scheitanow dagegen ein Querulant, der der Stasi schon zu Schulzeiten auffällt und sein Leben Kampf widmet, ein Dorn im Fleisch, einer, der nie locker lässt. Beide kommen aus derselben Stadt, sind ungefähr im gleichen Alter und geraten ihr Leben lang aneinander, als ob sie zur Symbiose bestimmt seien. Während Popow sich im Wohlwollen der Obrigkeiten sonnt, durchlebt Scheitanow alle Höllen in den bulgarischen Gefängnissen und Arbeitslagern. Nach seiner Rehabilitierung und dem Fall des Eisernen Vorhangs sucht er in den Akten nach Hinweisen: Wer hat ihn bespitzelt? Wer waren seine Freunde, wer seine Verräter? Doch es bleibt ein Kampf, denn die Mächtigen von damals sitzen auch heute noch am längeren Hebel. FORM: Die zahlreichen Kapitel springen abwechselnd zwischen den Perspektiven Popows und Scheitanows hin und her, die aus heutiger Sicht die Ereignisse von damals schildern. Popows Sprache ist die eines gutmütigen Onkels, bauernschlau, hemdsärmelig und lebensbejahend. Scheitanow dagegen spricht ohne Humor, voller Bitterkeit und Sarkasmus. Unterbrochen wird dieses Erinnerungspingpong zum einen durch Auszüge aus den Akten Scheitanows und zum anderen – und das ist stilistisch der größte Kniff des Romans – durch Wortmeldungen der vergangenen Jahre. Trojanow hat versucht, jedem Jahr einen Charakter, eine Stimme zu verleihen. 1958 spricht anders als 1990 oder 2007; die Themen sind andere, so auch die Zuhörer. Auch außerhalb der eigentlichen Geschichte kann der Roman viel zur Erweiterung des Horizonts beitragen. Zum Beispiel schreibt Trojanow den Fund des Thrakischen Goldes seinen Figuren zu, und auch über Kyrill und Method wusste ich vor der Lektüre nichts. Ganz abgesehen von der jüngeren bulgarischen Geschichte, ein Land, gar nicht weit weg und doch so fern, das wohl noch so einiges aufzuarbeiten hat. FAZIT: Mir ist bei der Lektüre etwas ganz merkwürdiges passiert: Mir war der Protagonist unsympathisch und der Antagonist sympathisch! Das geht doch so nicht! Was ist denn hier los? Aber es geht. Und es ist wohl auch nicht ganz ungewollt. Durch diese Verdrehung umgeht Trojanow geschickt die Klischees von Gut und Böse. Ich hatte die große Befürchtung, auch MACHT UND WIDERSTAND sei in dieser für politische Romane typischen Nüchternheit und Humorlosigkeit geschrieben, was sich aber dankenswerter Weise nicht bestätigte. Im Gegenteil: Zwischendurch musste ich sogar laut lachen. (Popows siebzigster Geburtstag oder die Frage, wer denn das KOMMUNISTISCHE MANIFEST geschrieben habe sind großartig humorvolle Szenen.) Ganz klare Abstriche muss ich jedoch bei den Dialogen machen, die mir oft sehr gestelzt und zähflüssig vorkamen. Ansonsten kann ich sagen: Ein wichtiges Buch – vier Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Anspruchsvoll, aber lohnend

    Macht und Widerstand

    Weltensucher

    20. August 2017 um 15:33

    Bulgarien, Ende der 90er-Jahre. Metodi Popow und Konstantin Scheitanow gehören der älteren Generation an – die Generation, die sich noch an die Zeit des herrschenden Sozialismus erinnern können. In jenen Jahren waren sie noch jung; der eine diente dem Staat, ein Repräsentant der Macht, der andere begehrte auf, ein Widerständler. Die Erinnerungen an jene Tage begleiten beide bis in die Gegenwart des neuen Zeitalters... Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: auf der einen Seite Metodi, ein ehemaliger Staatssicherheitsagent, nun Politiker; auf der anderen Seite Konstantin, sein Leben lang im Kampf gegen den Staat, langjährige Gefängnisstrafen hinter sich. Beide berichten aus der Gegenwart heraus von der Vergangenheit, die Geschichte wird also in Form von Erinnerungen wiedergegeben. Was das Buch ausmacht, ist meiner Meinung nach vor allem der Erzählstil. Trojanow gelingt es, den Charakter des Erinnerns, der verschiedenen Gedankengänge, allein durch Worte darzustellen. Er erzählt keine Geschichte, sondern zeigt Momente der Vergangenheit bruchstückweise auf, kleine Ausschnitte, längere Episoden – alles ohne Chronologie, eben wie die Vorgänge im Kopf der beiden. Um dem Geschehen zu folgen, muss man sich auf den verschiedenen Ebenen, auf denen die zwei Charaktere denken, zurecht finden. Die relativ anspruchsvolle Sprache trägt des Weiteren dazu bei, dass beim Lesen vollkommene Konzentration gefragt ist. "Macht und Widerstand" ist in dem Sinne eine sehr schwierige Lektüre. Konstantin und Metodi wurden dabei sehr gut charakterisiert. Das fängt wieder bei dem Schreibstil an, denn Trojanow gibt jedem von ihnen ihren ganz persönlichen Erzählton, und endet in den zwei sehr unterschiedlichen Schicksalen, die gelegentlich miteinander in Berührung kommen, aber dennoch zwei grundlegend verschiedene Geschichten darstellen. Mithilfe dieser zwei Personen gelingt es dem Autor auf bemerkenswerte Weise, die Zustände im sozialistischen Bulgarien zu verdeutlichen, zu kritisieren. Mir hat "Macht und Widerstand" stilistisch und inhaltlich sehr gut gefallen, auch wenn ich beim Lesen manchmal zu kämpfen hatte. Ein zweifellos hochanspruchsvolles und doch wertvolles Buch, das sich der gelegentlichen Anstrengung gelohnt hat.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Ilija Trojanow - Macht und Widerstand

    Macht und Widerstand

    miss_mesmerized

    10. January 2016 um 14:11

    Der Sozialismus ist schon längst zusammengebrochen, doch in den Köpfen von Konstantin Scheitanow und Metodi Popow ist vieles auch Ende der 90er noch präsent. Beide werden auf unterschiedliche Weise mit ihrer Vergangenheit im Unrechtsstaat konfrontiert. Konstantin, eins Widerstandskämpfer und schon frühzeitig im Visier der Staatsmacht, erhält endlich Einblick in seine Stasi-Unterlagen, insbesondere zu jenen, die seine Verurteilung 1953 betreffen. All seine Erinnerungen an die damalige Zeit im Widerstand und sein Attentat auf die Stalin-Statue berichtet er seiner Nachbarin, denn mehr Menschen sind ihm nicht geblieben. Metodi wähle ein ganz anderes Leben und konnte sich nach der Veränderung sein Leben gut als Geschäftsmann einrichten – doch dann erscheint eine junge Frau, die behauptet, seine Tochter zu sein, hervorgegangen aus der Vergewaltigung einer im Arbeitslager Inhaftierten. Macht und Widerstand werden durch die beiden Männer repräsentiert, die im Wechsel ihre Erinnerungen an die alte Zeit, die für keinen genaugenommen gut war, vortragen dürfen. Weder gibt es eine wirkliche Handlung, noch werden die beiden Erzählungen wirklich miteinander verbunden. Sie existieren nebeneinander, wie die Männer und ihre Positionen im Sozialismus und auch danach nebeneinander existierten. Deutlich tritt dabei jedoch hervor, wie die Denkmuster auf beiden Seiten funktionierten und mit welcher erbarmungslosen Grausamkeit Schiwkow und seine Schergen das Land regierten – und wie die alten Kader das neue Land gleichsam weiterführten. Auch wenn ein literarisches Werk, so dürfte dies doch ein Zeitzeugnis der Geschichte Bulgariens im 20. Jahrhundert sein – die sich jedoch genauso in der DDR, Rumänien oder anderen Bruderstaaten der Sowjetunion zugetragen haben könnte.

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  • … zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit ...

    Macht und Widerstand

    kvel

    07. November 2015 um 00:10

    „Ilija Trojanow entfaltet in seinem gewaltigen Roman ein breites zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit.“ (Zitat vom Buchrücken) Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite): Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen und unter Verwendung originaler Dokumente der bulgarischen Staatssicherheit hat Ilija Trojanow einen politischen Roman geschrieben, in dem die Suche nach Wahrheit, der Anspruch auf die eigene Lebensgeschichte und die Kontinuität von alten Seilschaften und Bündnissen im Mittelpunkt stehen. Konstantin und Metodi sind zwei Kontrahenten, deren Wege sich seit ihrer Kindheit immer wieder kreuzen. Konstantin ist Widerstandskämpfer, einer, der schon in der Schulzeit der Staatssicherheit auffällt und ihrem Griff nicht mehr entkommt. Metodi ist Offizier, Opportunist und Karrierist, ein Repräsentant des Apparats – bis in die Gegenwart. Sie sind aber keineswegs bloß Stellvertreter von „Macht“ und „Widerstand“, vielmehr spiegeln sich in ihrer unterschiedlichen Sprache und Erzählweise höchst eigenwillige und unverwechselbare Persönlichkeiten. Mit poetischer Kraft und Entschiedenheit, manchmal aber auch mit satirischem Humor und Sarkasmus schildert Trojanow diese Schicksale in einem repressiven Regime, wie wir es in der jüngeren Vergangenheit überall auf der Welt antreffen konnten. Textbeispiel: „Ging früher einer fremd, galt er als sittlich verkommen. Böser Mann, böser kleiner Mann. War's einer aus der Partei, so hieß es, er habe einen Fehler begangen. Unbedacht, kann ja mal passieren. Verführte ein Bonze die Tochter eines Arbeiters, klopften ihm die Genossen auf die Schulter. Du Schlingel du. Und sammelte einer der Oberen Liebschaften wie Orden, wurden seine Verführungskünste bewundert. Das war früher. Heute ist die Moral an den Dollar gekoppelt.“ (S. 9) Meine Meinung: Den Roman fand ich sehr schwierig zu lesen; dafür gibt es vielerlei Gründe. Es sind viele bulgarische geschichtliche Themen, Namen und Begriffe in dem Text eingeflossen. Und die Gedankengänge des Autors nachzuvollziehen und der sehr anspruchsvolle Sprachstil (z.B. Mammutsätze) bedurften beim Lesen meine permanente Aufmerksamkeit auf das Geschriebene. Während dagegen die philosophischen Andeutungen und ebenso die Herstellung von unerwarteten, gedanklichen Zusammenhängen ich allerdings sehr erhellend fand. Somit könnte ich mir schon vorstellen, dass dieser Roman in der Kategorie der wichtigen Romane seinen Platz finden könnte.

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