Ilija Trojanow Stadt der Bücher

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Inhaltsangabe zu „Stadt der Bücher“ von Ilija Trojanow

Kalkutta ist reich. Obwohl man in Europa Kalkutta mit Bildern schlimmster Armut verbindet, ist es auch ein Ort des Überflusses. Rings um die College Street gibt es zehntausend Buchläden, ein Labyrinth aus Millionen von Büchern; die kleinen, bunten Kioske der Straßenhändler neben riesigen Gewölben mit Druckereien und Verlagshäusern. Während Ilija Trojanow staunend durch die Büchergassen schlendert, hat Anja Bohnhof die belebten Straßen kurzerhand gesperrt und die farbenprächtigen Läden kunstvoll abgelichtet. Der Kosmos Buch in seiner überwältigenden Schönheit.

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  • Rezension zu "Stadt der Bücher" von Ilija Trojanow

    Stadt der Bücher
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    07. May 2012 um 11:22

    Schon der Titel dieses kleinen Buches lässt das Herz jedes bibliophilen Menschen höher schlagen. „Stadt der Bücher“ verspricht einen ungeahnten Reichtum und im ersten kleinen Text wird er näher beschrieben. Da geht es um College Street. Es „ist keine Straße, es ist kein Viertel und keine Hochschule; College Street ist das Versprechen, jedes Buch zu finden, das man begehrt.“ Wo ist diese Straße, wo ist diese sagenhafte „Stadt der Bücher“? Ich glaube, niemand hätte es bei einer Quizsendung wirklich erraten. Diese Stadt der Bücher ist die indische Stadt Kalkutta, die man sonst eher mit Armut und Hunger, anstatt mit Reichtum und Büchern zusammenbringt. Mehr als fünftausend Buchläden gibt es in dieser Stadt, kleine Läden und große. Der Weltensammler Ilja Trojanow, der einige Jahre in Indien lebte, hat viele davon besucht und Anja Bohnhof hat sie in eindrucksvollen und farbenfrohen Bildern verewigt. Die kurzen Texte Trojanows erzählen die Geschichte der College Street und seine Geschichte mit ihr – und ihren Millionen von Büchern. Für jeden Buchliebhaber ein Kleinod, das man auch gut verschenken kann.

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  • Rezension zu "Stadt der Bücher" von Ilija Trojanow

    Stadt der Bücher
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    19. April 2012 um 17:41

    *„College Street ist keine Straße, es ist kein Viertel und keine Hochschule; College Street ist das Versprechen, jedes Buch zu finden, das man begehrt.”* Wenn ich jetzt fragen würde, in welcher Stadt diese College Street liegt, erhielte ich wohl nicht allzu viele richtige Antworten. Mir ging es ähnlich, als ich dieses Buch sah, es berührte, aufschlug und so gefangen war, dass mir keine Wahl blieb, als es zum Teil meiner Bücherwelt zu machen. *„Stadt der Bücher“* – ein absoluter Lustkauf. Ein Buch, das mich im Sturm erobert hat und mich auch Tage nach dem Lesen und Betrachten magisch in seinem Bann gefangen hält. Wenn ich erneut fragen würde, in welcher Stadt diese Straße – dieses literarische Versprechen – liegt, dann würden wir noch immer im geographisch trüben Wasser fischen. Und wenn ich dann die indische Metropole *Kalkutta* erwähne, dann ernte ich vergleichbare Reaktionen. Sie reichen von „Das hätte ich nicht gedacht“ bis „Ich hätte schwören können, es geht um Paris oder New York.“ So dachte ich auch. Bis zum ersten Satz – bis zum ersten Bild – bis zum ersten Gedanken – bis zum ersten Gefühl. Kalkutta – Ziel einer buchigen Reise. Kein gewöhnliches Buch halte ich in Händen – eher ein wertvolles *Gesamtkunstwerk* mit einer eigenartigen Dynamik. Der Text des mehrfach ausgezeichneten „Weltensammler“-Autors Ilija Trojanow, seine Sprache und die persönlich leichte Art und Weise, mir die letzten und ersten Geheimnisse dieses Bücherparadieses zu verraten, zwingen mich zu lesen – sie beschleunigen meinen Atem, da ich als bekennend bibliophiler Mensch quasi vor einem bisher unentdeckten Schatz stehe und nur dieser Autor im Besitz des Schlüssels zu sein scheint. *Lesen möchte ich – alles erfahren.* Vom Leben des Straßenfegers, der nebenbei Bücher zu den tausenden Buchhändlern Kalkuttas transportiert, um überleben zu können. Von den Möglichkeiten, die dieser Mikrokosmos eines urbanen Literaturwunders bietet, in dem alle Berufsgruppen beheimatet sind, die es ermöglichen ein Manuskript schneller als in jedem anderen Land der Welt zum gebundenen Buch werden zu lassen. Von den existenziellen Ängsten und Sorgen der Kleinverleger und Papierschneider vor den Großverlagen und ihrer Macht, und letztlich von den Verdiensten dieses, mit einem Ameisenstaat vergleichbaren, Bücherkosmos, der es den Menschen in einem von Armut geprägten Land erst ermöglichte, Bildung und Unterhaltung zu erschwinglichen Preisen zu erwerben. All dies möchte ich lesen – in einem Zug – es ist packend und neu – es liest sich unverbraucht, inspirierend und zieht im Unbewussten Vergleiche zu unserer Welt der Bücher… Ich könnte lesen… nur: Dieses Buch lässt genau das nicht zu. *Anja Bohnhof*, Fotografin und kongeniale „Stadt der Bücher“-Partnerin von Trojanow hält mich fest. Ihre einzigartigen Bilder fesseln meinen Blick von Seite zu Seite mehr – sie lassen mich zurückblättern und genießen, machen nachdenklich und fröhlich, lassen mich schmunzeln und grübeln. Sie korrespondieren mit dem Text, als würden sie die Botschaft Trojanows mit einer eigenen Harmonie in die Welt tragen. Sie zeigen, was wir Leser erträumen, was Trojanow beschreibt und was doch unvorstellbar ist. In hochauflösender Großformattechnik entstanden Bilder (analoges “High End-Material”) von vielen dieser typischen Buchgeschäfte und den sich stapelnden Werken aus allen Genres der Welt- und Fachliteratur in einer Detailtreue, die nur dem menschlichen Auge zu entsprechen scheint. Keine Unschärfen – alles ist gestochen klar zu erkennen – bis zu den liebevoll platzierten und scheinbar wertvolleren Büchern im Hintergrund. Scharf bewacht vom Händler – bibliophiles Bücherbummeln scheint unmöglich – man muss nach einem Werk fragen – ganz gezielt und dann setzt sich dieser Kosmos in Bewegung, bis nach kurzer Zeit auch die seltensten Bücher den Weg zum Kunden finden. Bücher selbst in Augenschein zu nehmen – dies zeigen die Bilder – ist unmöglich. Text und Bild gehen Hand in Hand und dort, wo sie gemeinsam eine Straße zu überqueren scheinen, genau dort sehen wir Bilder des Lebens in der literarischsten Straße des Erdballs. Hier zaubert Anja Bohnhof „bewegte Bilder“ in dieses Kunstwerk. *Die Bilder und mehr auf Literatwo:* http://literatwo.wordpress.com/2012/04/18/stadt-der-bucher-ein-kunstwerk/

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  • Rezension zu "Stadt der Bücher" von Ilija Trojanow

    Stadt der Bücher
    HeikeG

    HeikeG

    13. April 2012 um 17:28

    Ein Labyrinth aus bedrucktem Papier . "Der Anfang eines Textes ist eine Wurzel, die in die Zukunft wächst.", stellte Ilija Trojanow in seiner Antrittsvorlesung zur Heiner-Müller-Gastprofessur in der Berliner Freien Universität fest. Der erste Satz seines jüngsten Werkes "Stadt der Bücher" lautet: "College Street ist keine Straße, es ist kein Viertel und keine Hochschule; College Street ist das Versprechen, jedes Buch zu finden, das man begehrt." . Bibliophilen dürfte diese Aussage einen enormen Adrenalinschub verpassen. Das "Versprechen, jedes Buch zu finden, das man begehrt." Wo bitteschön ist diese College Street? Wie komme ich schnellstmöglich dahin? Zumal bereits das Cover, das einen bunten Stapel aufgeschichteter Bücher zeigt, jeden Bibliomanen ins Auge gefallen sein dürfte. Ein kurzes erstes Durchblättern des kleinformatigen Bandes offenbart weitere farbenfrohe Bucharrangements. Doch die anfängliche Euphorie weicht einem ungläubigen Erstaunen, wenn man den Ort dieses literarischen Offenbarungseides erfährt. Denn diese College Street liegt in... Kalkutta. . Der bulgarische Autor, dessen Roman "Der Weltensammler" 2006 den Preis der Leipziger Buchmesse gewann und der selbst vier Jahre in Indien lebte, nimmt mit diesem ungewöhnlichen, einem Essay ähnelnden Text, den Leser in eine der wohl gegensätzlichsten Städte des tropischen Subkontinents mit. Fragend, suchend, zweifelnd, prüfend und neugierig herumirrend sinniert Trojanow in kurzen Sätzen über eine Straße, der scheinbar jegliches Maß fehlt. "Bescheidenheit oder Beschränkung sind Fremdworte, die in keinem der örtlichen Dialekte auftauchen. Wer sich hier verirren sollte, wird einer Überdosis Wissen erliegen.", warnt er. . Auf Grund der detailreichen und farbenprächtigen Fotos von Anja Bohnhof, die den dortigen allseits präsenten Respekt vor dem gedruckten Buch anschaulich und liebevoll in Szene setzt, taucht man Seite für Seite in ein Labyrinth aus bedrucktem Papier ein. Unbeeindruckt von jeglichen Buchdruckuntergangsszenarien stapeln sich in Kalkuttas Universitätsviertel in oft improvisiert anmutenden Verkaufsständen "von den Bürgersteigen zu den Durchgängen, von Türen über Treppen bis hinauf zu vollgestopften Dachgeschossen (...) die Bücher zu Fassaden, Ecken und Erkern", ergänzt Trojanow, der in seinem Text gleichfalls auf Historie sowie die politische und soziologische Gegenwart dieser "Stadt inmitten von Krankheit, Elend und Durcheinander" eingeht und auch persönliche Kontakte mit Verlegern, Druckern oder aber dem sechzigjährigen Bücherträger und Straßenkehrer Ramlal, einflicht. . Doch Vorsicht mit vorschnellen Reisebuchungen in das vermeintliche Eldorado der Buchdruckerkunst. Die etwa fünftausend Verkaufsstände sind für den gewöhnlichen Literatur-Flanierer und -Stöberer nicht zugänglich. Wie bitte? Erneutes ungläubiges Stirnrunzeln. Aber wie verkauft der indische Buchhändler denn seine Ware? Ganz einfach: Man trägt einen konkreten Wunsch an ihn heran und dann stehen die Chancen verblüffend gut, dass das Buch innerhalb von zehn Minuten auftaucht, so IlijaTrojanow. Ein Selbsttest des Autors mit Nennung seines eigenen Autorennamens konnte dies tatsächlich bestätigen. . Der letzte Satz dieses liebevoll gestalteten Büchleins lautet übrigens: "An der Zukunft wird noch gebaut: An der Ecke der zwei größten Straßen, neben der Haltestelle der roten Tram, entsteht ein gewaltiges mehrstöckiges Gebäude, das bald vielen Verlegern und Buchhändlern zur Heimstatt werden soll, ein Bucheinkaufszentrum wie nur wenige auf der Welt, konzipiert von dem berühmten Architekten Hafeez Contractor, ein Ort, an dem alle Buchinteressierten zusammenkommen sollen, wo auf 100.000 Quadratmetern alles zu finden sein wird, was mit dem Buch zu tun hat." Also doch: Auf nach Kalkutta!

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