Ilka Piepgras

 4,8 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Schreibtisch mit Aussicht, Meine Freundin, die Nonne und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ilka Piepgras

Ilka Piepgras, Jahrgang 1964, ist Journalistin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie studierte in München Politische Wissenschaften und begann 1991 als Reporterin bei der "Berliner Zeitung" zu arbeiten. Nach einem Studienjahr in Harvard wechselte sie 1999 zur deutschen Ausgabe der "Financial Times Deutschland", wo sie die Buchseiten in der Weekend-Beilage betreute. Heute ist sie Redakteurin im Magazin der ZEIT.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ilka Piepgras

Cover des Buches Schreibtisch mit Aussicht (ISBN: 9783036958262)

Schreibtisch mit Aussicht

 (7)
Erschienen am 03.11.2020
Cover des Buches Meine Freundin, die Nonne (ISBN: 9783426782712)

Meine Freundin, die Nonne

 (5)
Erschienen am 01.08.2011
Cover des Buches Letzte Reisen (ISBN: 9783426301296)

Letzte Reisen

 (1)
Erschienen am 04.11.2019

Neue Rezensionen zu Ilka Piepgras

Cover des Buches Schreibtisch mit Aussicht (ISBN: 9783036958262)YukBooks avatar

Rezension zu "Schreibtisch mit Aussicht" von Ilka Piepgras

Inspirierende Werkstattberichte berühmter Schriftstellerinnen
YukBookvor einem Monat

Wer begeistert ein Buch verschlungen hat, macht sich selten Gedanken darüber, welch harte schriftstellerische Arbeit und Willenskraft dahinter steckt. Einen Blick hinter die Kulissen gewährt uns Ilka Piepgras mit Werkstattberichten von 24 berühmten Schriftstellerinnen wie Siri Hustvedt, Katharina Hagena oder Deborah Levy.

So unterschiedlich wie die Werke der Autorinnen sind auch die Texte, in denen sie uns ihre Einstellung zum Schreiben, ihre Motivation, Vorbilder und Rituale näher bringen. Mütter wie Anne Tyler erzählen davon, wie  rar und kostbar im streng durchgetakteten Alltag jene Momente sind, in denen sie am Stück schreiben kann. Für Eva Menasse ist die Schreibroutine wie ein Helikopterlandeplatz, der täglich gepflegt werden muss und auf dem sie mehr Zeit mit dem Umschreiben als mit dem Schreiben verbringt. Besonders bewegt hat mich der Text von Kathryn Chetkovich mit dem Titel „Neid.“ Sie beschreibt, in welchen Konflikt sie geriet, als sie sich in einen Schriftsteller verliebte, der in ihren Augen besser schrieb als sie und mit seinem veröffentlichten Roman tatsächlich große Erfolge feierte.

Ich war erstaunt, dass viele Schriftstellerinnen keinen Plot planen, sondern sich von bestimmten Bildern und von ihrer Intuition leiten lassen, bevor es dann ans Eingemachte und an die mühsame handwerkliche Arbeit geht. Wie erfahren nicht nur, wie sie zu ihren Romanideen kamen, sondern auch interessante biografische Hintergründe wie Kindheitserinnerungen, Erlebnisse in Schreibseminaren oder persönliche Träume und Fantasien. Die vielseitigen Essays waren für mich sehr inspirierend.

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Cover des Buches Schreibtisch mit Aussicht (ISBN: 9783036958262)cosima73s avatar

Rezension zu "Schreibtisch mit Aussicht" von Ilka Piepgras

Freuden und Nöte des Schreibens
cosima73vor 5 Monaten

Ilka Piepgras hat sich aufgemacht und Schriftstellerinnen über die Schulter geschaut. Was bedeutet es, zu schreiben? Wie sieht der Weg vom Gedanken hin zum Buch aus? Womit hat man dabei zu kämpfen? Vor allem als Frau? Das Buch konzentriert sich auf Frauen, da diese auch heute noch wenig präsent sind im Literaturbetrieb.


„Bei mir sind das die heiklen Stellen, die, wo die Verzweiflung und die Angst vor dem Scheitern wohnen: Ich weiss danach oft einfach nicht weiter. Ich habe alles gegeben, um diese paar Seiten zu schreiben, durchzustrukturieren, mit Crescendo und Diminuendo und im besten Fall sogar mit einer Fermate. Und dann? Dann ist da ein Stück Text, korrigiert, fertig, ein fast perfekt poliertes Werkstück, leider ins Unbestimmte ragend wie ein Sprungbrett über einer Schlucht.“


Das Buch umfasst 24 Texte von Schriftstellerinnen, in welchen diese offenlegen, was Schreiben für sie bedeutet, wie ihr Schreiballtag aussieht, womit sie kämpfen, worüber sie sich freuen und wo sie ihre Kraft herholen. Entstanden ist ein offenes und ehrliches Buch, das von Ängsten und Nöten spricht, vom Spagat zwischen Familie und Schreibtisch, von Schuldgefühlen und Zweifeln.

Mit all dem stehen sie bei weitem nicht alleine, so schrieb schon Edith Warton:


„Wenn meine Arbeit nur besser wäre, wäre sie alles, was ich brauche. Aber meine Art von halbem Talent reicht zur Flucht nicht aus.“


Und auch Joan Didion war nicht nur Schreibikone, sondern von Zweifeln und Unsicherheiten geplagte Schriftstellerin:


„Es steht viel schlampiges Zeug darin. Irrelevantes Zeug. Wörter, die nicht funktionieren. Unbeholfenheit.“


An dieser Stelle sei zu bemerken, dass durchaus auch Männer unter Selbstzweifeln, schrieb doch Theodor Fontane in einem seiner Briefe sinngemäss an seine Frau, dass er eigentlich gar nicht schreiben könne und das Ganze am besten sein liesse. Im vorliegenden Buch mussten die Männer aber schweigen, da es darum ging, Frauen eine Stimme zu geben in einem Bereich, in welchem sie noch immer viel zu wenig gehört werden. „Schreibtisch mit Aussicht“ ist ein Buch voller Einblicke, ein ehrliches Buch, ein Buch, das tief blicken und nachdenken lässt. Es ist ein Buch, das seinen Beitrag dazu leisten will, mehr Bewusstsein auf die noch immer vorherrschenden Ungleichbehandlungen zwischen den Geschlechtern zu lenken, welche gerade in dem Bereich umso unverständlicher sind, da Kreativität eine menschliche Angelegenheit und keine Frage des Geschlechts ist. Das einzige, was hier unterscheidet, ist der Fokus, welchen wir hier und heute setzen – es wäre an der Zeit, diesen besser auszurichten.

Fazit:
Ein grossartiges Buch mit Einblicken in die Schreibprozesse von 24 Schriftstellerinnen, über ihre Kämpfe und Freuden. Sehr empfehlenswert!

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Cover des Buches Schreibtisch mit Aussicht (ISBN: 9783036958262)Kristall86s avatar

Rezension zu "Schreibtisch mit Aussicht" von Ilka Piepgras

Kurzweilig und interessant!
Kristall86vor 6 Monaten

Klappentext:

„Schreiben ist harte Arbeit, das gilt unabhängig vom Geschlecht, und es ist Synonym für allerhöchste Konzentration. Bislang sind Werkstattberichte von Frauen rar. Dieses Buch versammelt nun erstmals Beiträge über die Schnittstelle von Leben und Kunst. Mal ergreifend und offenherzig, mal pragmatisch und wirklichkeitsnah reflektiert jeder Text auf eigene Art weiblichen Schöpfergeist und räumt mit überholten Schriftstellerinnen- Klischees auf.“


Von diesem Buch bin ich restlos begeistert! Als Leser dürfen wir mal hinter die Kulissen eines Buches blicken und uns die Autorinnen dahinter mal genauer begutachten. Unheimlich kurzweilig und geschmackvoll berichten verschiedene Autorinnen von ihren Arbeiten. Jede hat ihren eigenen Stil, das merkt man als Leser sowieso wenn man die Bücher dazu in der Hand hält und liest, aber das dies auch beim schreiben der Fall ist, ist wirklich spannend und interessant. Es sprudelt nunmal nicht gleich bei allen Autorinnen drauf los und man brauch auch mal Schaffenspausen und Inspirationen. Mich hat die Natürlichkeit der Erzählungen sehr tief beeindruckt und deshalb muss ich diesem Buch 5 von 5 Sterne geben und eine klare Leseempfehlung dazu aussprechen!

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