Ille C. Gebeshuber

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Wo die Maschinen wachsen

Wo die Maschinen wachsen

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Erschienen am 08.10.2016

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Rezension zu "Wo die Maschinen wachsen" von Ille C. Gebeshuber

Wo die Maschinen wachsen
Sikalvor 2 Jahren

Bergbau betreibende Pflanzen, Strukturfarben oder Biomineralisation sind nur wenige Themen mit welchen sich Ille C. Gebeshuber in ihrem Buch „Wo die Maschinen wachsen“ auseinandersetzt.

Die Physikerin arbeitet und forscht an der TU Wien auf dem Gebiet der Bionik und Nanotechnologie. Bevor sie jedoch diese Aufgabe annahm, war ihre Heimat der Dschungel von Malaysien, wo sie mit Forschern aus der ganzen Welt Lösungen suchte wie die Natur unsere Welt verändern könnte.

Die Geschichte der Wissenschaftlerin steht in diesem Buch sehr im Vordergrund – fast könnt man meinen es handle sich um eine Autobiografie. So werden ihr Werdegang zur Physikerin, ihre Liebe zur Biologie und ihre Reisen in die unterschiedlichsten Primärwälder dieser Erde sehr ausführlich beschrieben. Nicht dass dieser Werdegang uninteressant wäre, allerdings lenkt die Geschichte der Autorin doch immer wieder vom eigentlichen Thema ab. Auch erzählerisch rutscht die Autorin immer wieder in ihre eigene Geschichte – und das mitten in wissenschaftlichen Erklärungen.

Andererseits ist ihre Einstellung zur Ausbeutung der Natur, zur Ver(sch)wendung unserer Ressourcen und unserem Konsumverhalten äußerst kritisch, was sich ebenfalls in den autobiografischen Segmenten des Buches widerspiegelt. So wird auch die heute gebräuchliche Art den Dingen auf den Grund zu gehen angezweifelt – Googeln. Hier bin ich voll bei der Autorin – Dinge selbst auszuprobieren, sie in die Hand nehmen, fühlen, riechen, schmecken – so müssen wir (und vor allem unsere Kinder) die Welt erlernen und erleben.

Wie aber können nun die „Dinge aus dem Dschungel unser Leben verändern“? Geht es nach der Autorin ist vieles möglich – und da bin ich leider auch schon wieder beim nächsten Kritikpunkt – es wird über alles gesprochen was möglich wäre – der Imperativ steht in diesem Buch immer wieder im Mittelpunkt. Nur wenige Beispiele - wie der bereits bekannte Lotusblüteneffekt oder die Flügelform bei Langstreckenfliegern, welche den Storchenflügeln nachempfunden sind – sind tatsächlich greifbar oder so weit ausgereift, dass ein Einsatz in naher Zukunft denkbar ist. Hierfür der Autorin die Schuld zu geben, liegt mir allerdings fern – jeder sollte sich hier selbst sein Bild machen, warum so viele „einfache“ Dinge immer nur denkbar sind…

Alles in allem ist das Buch für Einsteiger in das Thema sehr gut geeignet, um einen ersten Einblick in die Materie zu erhalten. Wer sich jedoch erwartet über konkrete Ergebnisse (wenngleich diese wünschenswert sind) informiert zu werden, wird enttäuscht sein. Und so werden wir auf Glas aus Algen oder Strontium aus Meeresorganismen in brauchbaren Mengen noch einige Jahrzehnte warten müssen. Alleine die Aussicht darauf macht allerdings das Warten kurzweilig und spannend…

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