Ilona Jerger

 3.8 Sterne bei 116 Bewertungen
Ilona Jerger

Lebenslauf von Ilona Jerger

Ilona Jerger verbrachte ihre Kindheit am Bodensee in Deutschland. Nach der Schule studierte sie Germanistik und Politologie in Freiburg. Ab 1996 arbeitete sie als stellvertretende Chefredakteurin für die Zeitschrift "natur" in München, das sie von 2001 bis 2011 als Chefredakteurin leitete. Seit 2011 ist sie als freie Journalistin tätig und schrieb unter anderem für die "Weltwoche", "Süddeutsche Zeitung" oder produzierte Radiobeiträge und Filme für WDR und RTL. Ihr Debütroman ist "Und Marx stand still in Darwins Garten". Davor veröffentlichte sie hauptsächlich als Sachbuchautorin.

Neue Bücher

Und Marx stand still in Darwins Garten

 (109)
Neu erschienen am 30.11.2018 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

Und Marx stand still in Darwins Garten

 (7)
Neu erschienen am 30.11.2018 als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg.

Alle Bücher von Ilona Jerger

Und Marx stand still in Darwins Garten

Und Marx stand still in Darwins Garten

 (109)
Erschienen am 30.11.2018
Und Marx stand still in Darwins Garten

Und Marx stand still in Darwins Garten

 (7)
Erschienen am 30.11.2018

Neue Rezensionen zu Ilona Jerger

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Rezension zu "Und Marx stand still in Darwins Garten" von Ilona Jerger

Darwin, Darwin, Darwin, ach ja und Marx
Bibliomaniavor 3 Monaten

Die letzten Wochen und Monate zweier großer Denker des ausgehenden 19. Jahrhunderts Charles Darwin und Karl Marx. Sehr unterschiedliche Charaktere, die doch einiges gemeinsam haben. In dem vorliegenden ersten Roman von Ilona Jerger, die sonst Sachbücher im C.H.Beck Verlag geschrieben hat, bringt sie uns diese beiden Denker näher.

Darwin ist krank, allerdings nicht so sehr, wie er sich immer wieder einbildet. Besonders agil und aufgeweckt wird er, wenn sein Arzt Dr. Beckett ihn besucht. Sie reden viel über Darwins Forschungen und Experimente, Beckett hört sich an, was Darwin herausgefunden oder festgestellt hat. Dr. Beckett ist sich sicher, dass das Gespräch ebenso eine beruhigende (heilende?) Wirkung haben kann.
Marx hingegen wirkt eher wie ein Griesgram, aber auch er ist krank und Dr. Beckett wird sein Arzt.
Durch die fiktive Figur Dr. Becketts, bringt Ilona Jerger diese beiden Persönlichkeiten zusammen und erzählt vom Ende ihrer Leben.
Da die Autorin viel im Vorfeld eigentlich ausschließlich mit Darwin beschäftigt hat, nimmt dieser einen deutlich größeren Teil ein und Marx kam mir persönlich zu kurz. Die Beschreibungen der Charaktere der beiden sind allerdings wirklich gut gelungen. Man kann sie sich vorstellen und hat sie genau vor Augen. Besonders interessant sind Darwins Forschungen und auch der Einschub seiner Erlebnisse auf der Fahrt mit der "Beagle". Seine Experimente mit Pflanzen und zum Schluss mit Regenwürmern sind spannend und Darwins Schlussfolgerungen höchst aufschlussreich. Am liebsten möchte man mit dabei gewesen sein. Dem Denker beim denken zuhören.
Schade ist nur, dass das Buch so kurz ist und damit das Eintauchen in die tiefere Geschichte nicht möglich, sie bleibt ein wenig flach. Auch wird einfach zu wenig über Marx erzählt. Zwar wird sein familiärer Hintergrund beschrieben, aber seine tieferen Gedanken nicht ausgebaut. Ilona Jerger ist Darwin mehr verbunden und hat sich mehr mit ihm beschäftigt und das spürt man auch in diesem Buch.

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Rezension zu "Und Marx stand still in Darwins Garten" von Ilona Jerger

Gibt es Gott?
wbetty77vor 3 Monaten

„Und Marx stand still in Darwins Garten“ erzählt von einer fiktiven Begegnung zweier bedeutenden Personen der neuzeitlichen Wissenschaft, die im Temperament nicht unterschiedlicher hätten sein könnten. Beide befinden sich in ihren letzten Lebensjahren und haben mit allerlei körperlichen Gebrechen zu kämpfen.
Durch Zufall werden sie von einem Arzt, Dr. Beckett, behandelt. Ein moderner, der Wissenschaft zugeneigter Mann, welcher bei seinen Diagnosen den ganzen Menschen in Betracht zieht. Durch seinen Behandlungsansatz nimmt Dr. Beckett sich die Zeit für Gespräche. Durch sein Interesse und seine Neugier an den Forschungen Darwins und dem Wesen Marx, kommt es häufig zu Diskussionen über moderne Thesen. Die alles bestimmende Frage, auf die es hinausläuft, ist die nach einem Gott.



Charles Darwin ist alt geworden. Sein Körper gibt ihm das auf vielfältige Weise zu verstehen. Kurz vor seinem Abschluss zur Erforschung der Regenwürmer, lässt er sein Leben Revue passieren. Seine Evolutionstheorie widerlegt die Schöpfungsgeschichte und stellt damit die Existenz Gottes in Frage. Seine zutiefst gläubige Frau, versucht ihn am Ende des Lebens zu bekehren. Atheisten versuchen Darwin als Vorbild zu nutzen. Doch Darwin selbst weigert sich seine Forschungen in einem anderen Kontext als den naturwissenschaftlichen zu sehen.
Marx kämpft in seinem Londoner Exil, nur wenige Meilen von Darwin entfernt, mit dem zweiten Band des Kapitals. Ihn plagt eine schwere Lungenentzündung. Ohne die Zuwendungen seines Freundes Engels käme Marx kaum über die Runden.

Ilona Jerger beschreibt die letzten Monate zweier großer Wissenschaftler. Darwin ein gut situierter, konservativer Mann der Upperclass. Marx stets pleite, aufbrausend und mit revolutionären Gedanken. Durch die anschauliche Erzählung der Autorin kommt man der Persönlichkeit der beiden Männer näher, die trotz aller Unterschiede auch viel gemein haben.

Der gemeinsame Arzt als verbindende Figur, nimmt durch seine eigenen Gedanken zu Gott und der modernen Arbeitswelt, eine vermittelnde Stellung ein. Der Roman erzählt auf ruhige, nachdenkliche Art von den damals vorherrschenden Themen. Vor allem die naturwissenschaftlichen Forschungen, stellen die alte Grundordnung in Frage.

Zwar erklärt der sehr gut recherchierte Roman vieles, dennoch ist es von Vorteil ein Grundwissen über die Theorien der Zeit zu haben. Ebenfalls sollte man ein gewisses Interesse für das Thema mitbringen, ansonsten wird es anstrengend. Ich für meinen Teil habe einige bemerkenswerte Details über die Person Darwins erfahren. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das zum Nachdenken anregt und den Leser am Ende etwas klüger gemacht hat.

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Rezension zu "Und Marx stand still in Darwins Garten" von Ilona Jerger

Darwin und der Regenwurm
Giselle74vor 6 Monaten

Mit ihrem ersten Roman gelingt Ilona Jerger ein ruhiges, melancholisches Bild des gealterten Charles Darwin. Als Berühmtheit ungewollt vor alle möglichen Karren gespannt, von seiner tiefgläubigen Frau unter Druck gesetzt und von diversen Zipperlein geplagt, zieht er sich zurück, um den Regenwurm zu erforschen. Zeitgleich zieht er Bilanz, sinniert über den Sinn und Zweck seines Forschens. Ein gern gesehener Gesprächspartner ist dabei sein Hausarzt Dr. Beckett, ein angesehener Mediziner und angenehmer Gesellschafter.
Der unaufgeregte Ton und die langsame Entfaltung des Geschehens haben mich ein wenig an Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" denken lassen, das ich zu meinen Lieblingsbüchern zähle.
Die Charaktere fand ich glaubwürdig gezeichnet, insbesondere auch Darwins Frau Emma, die zerrissen wird von der starken Liebe zu ihrem Gatten, ihrem tiefen Glauben und der Angst ihren ungläubigen Mann nach dem Tode nicht wiedersehen zu dürfen. Aber auch Dr. Beckett, aufgeschlossen und nach Wissen strebend, ist ein durchaus interessanter Mann. Schlußendlich ist er auch verantwortlich für das Zusammentreffen von Darwin und Marx.
Und hier kommen wir zu dem für mich unverständlichen Teil des Romans. Karl Marx wird anfänglich ähnlich umfassend eingeführt wie Darwin, es scheint alles auf das Treffen zuzulaufen und dann läßt die Autorin Marx mehr oder weniger im Regen stehen und sein Part verläuft im Sande. Das ist schade. Denn auf der einen Seite hätte es Marx' nicht bedurft, um Darwins letzte Jahre zu beschreiben und auf der anderen Seite wäre es spannender gewesen, hätte man die Beiden zu Gegenpolen aufgebaut. So nun aber wird Marx immer mal wieder ins Gedächtnis des Lesers gebracht, sein Tun bleibt aber für das Geschehen irrelevant. Was also genau macht er in Darwins Garten und wieso ist gerade der Schwerpunkt eines Buches sein am wenigsten ausgearbeiteter Part? Ein interessantes Gedankenspiel hätte man ja durchaus daraus entwickeln können, denn zu einer realen Begegnung ist es nie gekommen. Auf der einen Seite der unermüdliche Forscher und Weltentdecker, auf der anderen Seite der Schreibtischphilosoph und Denker, das hätte Potenzial gehabt.
So kann ich abschließend nur sagen, dass mir Stil, Sprache und Thema des Romans grundsätzlich sehr gut gefallen haben, mir aber eine rote Linie fehlt (im wahrsten Sinne des Wortes) und das Ganze mich deshalb etwas uninspiriert zurück gelassen hat.

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