Ilsa Barea

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Wien.

Lebenslauf von Ilsa Barea

Ilsa Barea (1902–1973 in Wien). Studium an der Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs kam sie im November 1936 nach Madrid, wo sie in der Zensurstelle für die Auslandspresse tätig war. 1938 heiratete sie den spanischen Schriftsteller Arturo Barea und ging mit ihm ins Exil nach Frankreich. In Paris begann sie den Roman »Telefónica«, den sie 1939 in England fertigstellte. Dort arbeitete sie als Übersetzerin, u. a. für den Abhördienst der BBC. 1965 kehrte sie nach Wien zurück, schrieb für Zeitungen des ÖGB und fungierte als Bildungsfunktionärin der SPÖ.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ilsa Barea

Cover des Buches Wien (ISBN: 9783990650592)

Wien

 (1)
Erschienen am 20.09.2021

Neue Rezensionen zu Ilsa Barea

Cover des Buches Wien (ISBN: 9783990650592)L

Rezension zu "Wien" von Ilsa Barea

Eine Hommage an Wien
Laberladenvor 8 Monaten

Darum geht's:

Wien ist und bleibt eine fasziniernde Stadt. Die Journalistin Ilsa Barea beschreibt auf über 450 Seiten die Kultur- und Stadtgeschichte von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert, aber auch ihre eigene Wahrnehmung ihrer Heimatstadt.

So fand ich's:

Ilsa Barea erzählt in einer Art und Weise über die Stadt Wien und ihre Ursprünge, ihr besonderes Flair und die Geschichten, die sich in ihren Mauern abspielten, wie man das von einer versierten Stadtführerin erwarten und erhoffen würde. Gespickt mit Wissen, aber nicht zu theoretisch, sondern aufgelockert und mit Anekdoten angereichert. Ilsa Barea flicht auch durchaus eigene Wahrnehmungen oder Kindheitserinnerungen ein, die ihrer Erzählung eine wunderbare Lebendigkeit verleihen. Von trockenem Sachbuch ist weit und breit nichts zu sehen.

Auf der Verlagsseite kann man unter der Rubrik „aus dem Inhalt“ einen Auszug des Inhaltsverzeichnisses aufrufen und daraus auch erkennen, wie das Buch strukturiert ist. Zeitlich geordnet werden bestimmte Epochen herausgegriffen und im Inhaltsverzeichnis die wichtigsten Stichpunkte, die der jeweilige Abschnitt behandelt, aufgelistet. Man kann den Fließtext der einzelnen Abschnitte gut am Stück lesen und wird damit bestens unterhalten und ebenso informiert.

Zwischendurch gibt es reichlich Zitate und Abbildungen von Gemälden oder Zeichnungen.

„Und doch war es unmöglich, das Erbe des Barock in unserer Stadt zu leugnen. Ich muss mich nur an meine Kindheit in der alten Vorstadt Landstraße, einem Bezirk mit vielen Palais, zurückerinnern“ (Seite 117)

Man lernt nicht nur die politische Geschichte Wiens kennen, sondern auch die Architektur, Kultur, Kunst oder berühmte Bewohner, die sich zu ihrer Stadt äußerten. Grillparzers mit Zweifeln durchsetzte Bewunderung für Napoleon wird beispielsweise von der Autorin so kommentiert:

„Hier haben wir die alte Wiener Melange aus Selbstironie, Antiheroismus, Genussfreudigkeit, Faszination für herausragende Persönlichkeiten und doppelbödiger Ironie“ (Seite 138).

Diese Einordnung ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie der Erzählton im ganzen Buch ist. Neben historischen Fakten bekommt man viele kleine Einblicke in die menschliche Seite und die besondere Atmosphäre der Stadt, von der Wien bekanntlich reichlich hat.

Die Originalausgabe „Vienna“ erschien 1966, deshalb findet sich nichts über die jüngere Geschichte Wiens. Das Buch endet nach dem ersten Weltkrieg, ist aber als historisches Werk und zum Verständnis und Kennenlernen der Stadt und ihrer Bewohner nach wie vor aktuell. Im Nachwort von Georg Pichler erfahren wir mehr über das Leben der Autorin und Journalistin Ilsa Barea.

Diese Stadt- und Kulturgeschichte Wiens ist keine wissenschaftliche Abhandlung für Insider, sondern für Laien gedacht, die sich für diese faszinierende Stadt interessieren. Das Buch ist unterhaltsam und gleichzeitig

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