Ilse Aichinger Eliza, Eliza

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Inhaltsangabe zu „Eliza, Eliza“ von Ilse Aichinger

'Wer weiß, vielleicht besteht mein Jubel darin, daß ich unauffindbar bin.'

In den zwischen 1958 und 1968 entstandenen Erzählungen, die in diesem Band versammelt sind, wird die Wirklichkeit demoliert. Sie ist schlecht, gewalttätig, rücksichtslos und kann erst in der Sprache neu, anders, bewohnbarer aufgebaut werden. 'Tatsache ist, daß Ilse Aichinger mit den herkömmlichen Praktiken des Schreibens endgültig gebrochen hat. Die Phantasie der Dichterin verläßt sich nicht länger auf Visionen, sie besteht auf reiner bodenloser Anarchie' (Heinz Piontek).

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  • Rezension zu "Eliza, Eliza" von Ilse Aichinger

    Eliza, Eliza

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. January 2011 um 17:26

    Wer "Eliza Eliza" mal in die Hand bekommen sollte, sollte das Buch nicht sofort wieder aus der Hand legen. Versucht wird er sein. Ihm entginge aber etwas. Alle in diesem Büchlein enthaltenen Erzählungen sind nämlich exemplarisch für die Poetik der Verständnislosigkeit, die in der Nachkriegsliteratur einst Ansehen genoss. Worum ging es Ilse Aichinger, und u.a. auch Ingeborg Bachmann, damals? Eine der Unsinnspoesie ähnliche neue literarische Stilrichtung ins Leben zu rufen? Kunst der "Verknappung", wie ein wohl aus Ratlosigkeit geschaffener Fachausdruck lautet? Mode? Vielleicht sogar bloße "Masche"? Was war es? Ich weiß es nicht. Eine Inhaltsangabe zu verständnisloser Literatur fällt schwer. Ilse Aichinger wollte seinerzeit sicher nicht bloß sinnloses Geplapper zu Papier bringen. Alleine damit hätte sie auch keinen Erfolg gehabt. Der erste Satz aus der Erzählung "Eliza Eliza" soll dem Leser der Rezension einen kleinen Eindruck verschaffen, damit er sich ein eigenes Bild macht. Dieser Satz lautet: "Auf dem Fächer vor dem Haus hatte sich eine Familie niedergelassen." Wer nun, als in seiner Sprache denkender Mensch, anfangen wollte, sich Gedanken darüber zu machen, was das für ein Fächer gewesen sein könnte, erleidet Schiffbruch. Fächer ist Fächer. Basta! Auch wenn es keinen Sinn gibt, auf einem Fächer zu sitzen. Auch im weiteren Verlauf der Erzählung findet sich keine Erklärung. Im Gegenteil, es häufen sich Unverständlichkeiten. Unverständlichkeiten wie auch in allen übrigen Erzählungen in diesem Band. Hat Aichinger mit dieser literarischen Verarbeitung dem Leser damals schon vorführen wollen, wie er einige Jahrzehnte später beim Zappen im Fernsehen von einem Bild zum nächsten springt? Ohne jeden Zusammenhang? Und doch mit einem Ziel? Oft einem unerreichbaren Ziel? Ich werde leider nie erfahren, ob ein Leser heute noch alle Erzählungen in dem besprochenen Band zu Ende liest. Damals taten es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einige. Unverständlich!?

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