Ilse Helbich Im Gehen

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Inhaltsangabe zu „Im Gehen“ von Ilse Helbich

Man kennt Ilse Helbich als kluge, unsentimentale Chronistin des hohen Lebensalters, als die Autorin präziser und gleichwohl poetischer Erinnerungen, unabhängig und unerschrocken das Leben dort dokumentierend, »wo sich ein Jenseits ins Dasein mogelt« (Susanne Mayer, Die Zeit). Sie hat aber auch, Mitte der 70er Jahre beginnend, immer wieder Gedichte geschrieben – aus denen sie nun erstmals eine Auswahl an die Öffentlichkeit bringt. Es sind »frühe Gedichte« (1975 bis Mitte der 80er Jahre) und solche, die in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind und also ihr aktives Schriftstellerinnen-Leben begleitet haben. Pointierter noch als in ihren Erzählungen und Aufzeichnungen bringen diese Gedichte Ilse Helbichs Welterfahrung auf den Punkt. Es ist die intensive Kraft ihrer Wahrnehmung – sowohl von Natur, als auch von Menschen und Begegnungen –, durch die die Gegenstände in ein unverwechselbares Licht gestellt werden, ein Licht, dessen Herkunft ganz ungewiss ist. »Das Andere, das jetzt ist, entzieht sich den Worten. Tief innen ist jetzt eine Melodie, die sich dem Nachsingen versagt.«

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  • Mit der gleichen Haltung sieht sie dem Tod entgegen, wie sie es mit ihrem Leben tat

    Im Gehen

    WinfriedStanzick

    19. September 2017 um 15:36

    Erst 1989 hat die 1923 geborene österreichische Autorin Ilse Helbich begonnen, erste Prosastücke zu schreiben. Später ist sie mit Romanen und Erzählungen einem kleinen Publikum vor allem in der Alpenrepublik bekannt geworden. Im Jahr 2009, schon hochbetagt, hat  sie unter dem Titel „Das Haus“ ein stark autobiographisch geprägtes kleines Buch vorgelegt, in dem sie von einer Frau erzählt und ihren Erfahrungen im letzten Teil ihres Lebens und mit dem sie auch über die österreichische Grenze hinaus einem größeren Publikum bekannt wurde.Die 2012  veröffentlichen „Erkundungen“ unter dem Titel „Grenzland. Zwischenland“, ebenfalls bei Droschl, der sich um die betagte Autorin sehr verdient gemacht hat, beschrieben in kurzen Notaten, aber auch einmal längeren Essays den Alltag und das Leben der über neunzigjährigen Schriftstellerin in ihrem geliebten Haus und in dem Dorf, zu dem sie seit langem selbstverständlich dazugehört. Es sind Beobachtungen von tiefer Spiritualität, wenn sie etwa vom Schreiben erzählt oder von der Langeweile.  Texte sind das, denen man die Anstrengung nicht abspürt, die das Verfassen für die Autorin bedeutet, Texte, die aufmerksam und aufrichtig ihr Leben, ihre Umwelt und die Menschen zurückhaltend beobachtend beschreiben. Da ist auch von viel Schwerem die Rede, doch mit einer solchen literarischen Leichtigkeit, dass man wie schon bei „Das Haus“ bedauert, dass Ilse Helbich erst im hohen Alter mit dem Schreiben begonnen hat.Nun legt Droschl eine schmalen Band mit frühen und auch späten Gedichten der mittlerweile 94- jährigen Ilse Helbich vor, die zeigen, wie schon lange, bevor sie den Mut zu ihrem ersten Prosastück hatte, Ilse Helbich ihre sensible Sprachkunst entwickelt hatte, geprägt von einer scharfen Beobachtungsgabe und einem sensiblem und immer kritischen Blick auf ihre Mitmenschen, ihren Alltag und die Welt, in der sie versucht, sich in den verschiedenen Lebensaltern zurecht zu finden.Am 20.November 2016 schreibt sie am Ende der Gedichtsammlung: „Es ist gesagt, was zu sagen war. Das Andere, das jetzt ist, entzieht sich den Worten. Tief innen ist jetzt eine Melodie, die sich dem Nachsingen versagt.“Mit der gleichen Haltung sieht sie dem Tod entgegen, wie sie es mit ihrem Leben tat.

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