Ilse Stahr

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Ilse StahrDas Geheimnis der Milchfrau in Ottakring
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Das Geheimnis der Milchfrau in Ottakring
Das Geheimnis der Milchfrau in Ottakring
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Erschienen am 20.09.2012

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Rezension zu "Das Geheimnis der Milchfrau in Ottakring" von Ilse Stahr

Ottakring: Die erste Unwahrheit schon im Titel
Alice-33vor 4 Jahren


Es wimmelt von Verschleierungen in den u.a. besprochenen, "berühmten" Tagebuchaufzeichnungen ("Milchfrau in Ottakring") der Alja Rachmanowa alias Galina Djurjagina alias Frau Dr. Alja von Hoyer. Manches wird in dieser Biografie aufgedeckt (keine heimliche Fürstentochter also, und der Vater kein Arzt sondern Beamter. und sie selbst: war sie Dozentin oder Studentin, als sie Rußland verlassen mußte? Sprach sie deutsch und wenn Ja, wie gut?). Wie konnte Ihr Gatte einen in Österreich verbotenen Adelstitel führen? Außerdem spukt das fremde Wien, in dem es "keinen einzigen Beklannten gibt", plötzlich einen Dr. W. aus, der bereitwillig einige tausend Schilling zur Übernahme eines Milchgeschäftes verleiht. Daß es auch damals nicht ganz so einfach war: "Hier bin ich. Hier ist mein Geschäft. Ich bin die Milchfrau!", zu sagen, wird bei Alja Rachmanowa großzügig übergangen. Denn gar so reell ging es mit der Beschaffung von Befähigungsnachweis und Gewerbeschein wohl nicht zu. In Ilse Stahrs Biografie erfährt man immerhin kurz, daß Herr Arnulf von Hoyer drei Monate im Lebensmittelgeschäft eines Bekannten (schon wieder einer!) gearbeitet habe. Ob es da für kurze Zeit ein Einkommen für die Familie gab? In den Tagebuchaufzeichnungen wird nichts davon erwähnt - nur daß alles Bemühen nichts helfe: Arbeit zu bekommen sei ausgeschlossen!  Was in der 20er Jahren in Wien auch durchaus stimmte. Doch unzweifelhaft gilt: Wer mit einem kleinen Schwindel beginnt, muß bald größere Unwahrheiten zu Hilfe nehmen. Und so fühle ich mich  - als Tochter eines Greißlers in einem wirklichen Arbeiterbezirk Wiens in diesen Jahren aufgewachsen - von der Autorin Rachmanowa immer wieder auf den Arm genommen. Denn unsere Kunden waren arm,  und sie mußten Schulden machen und sie waren einem veritablen Tratsch nie abgeneigt - aber sie waren in den seltensten Fällen boshaft oder gemein - sondern weit eher heiter und hilfsbereit! Allein die "Verlegung" des Milchgeschäftes vom 18. in den 16. Bezirk halte ich für einen eher effekthascherischen (Ottakring: Arbeiterbezirk (wie mein Heimatbezirk Brigittenau); Währing (tatsächlicher Standort des Milchgeschäftes): ein von begünstigteren Arbeitern und Angestellten und kleinen Beamten bis zu bekannten Künstlern bewohnte Region Wiens.
Ich achte die Bemühungen von Frau Stahr, an die Wahrheit heranzuführen ohne der Autorin weh zu tun. Überzeugen kann sie mich nicht: Weder von der schriftstellerischen noch von der zeitgeschichtlichen Bedeutung von Alja Rachmanowas Texten.

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