Ilse Tielsch

 4.2 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Das letzte Jahr, Die Früchte der Tränen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ilse Tielsch

Ilse Tielsch, 1929 in Auspitz/Hustopece in Mähren geboren, lebt als Schriftstellerin in Wien. Studium der Zeitungswissenschaft und Germanistik, 1953 Promotion. Mitglied des Österreichischen P.E.N.-Clubs und des OeSV sowie Gründungsmitglied des Literaturkreises Podium. Veröffentlichung von Romanen und Gedichten, u.a. Das letzte Jahr. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Viele Preise und Auszeichnungen, u.a. Anton-Wildgans-Preis, Andreas-Gryphius-Preis, Südmährischer Kulturpreis. Zuletzt erhielt sie den Franz-Theodor-Csokor-Preis für ihr Lebenswerk. www.ilsetielsch.at

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ilse Tielsch

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Cover des Buches Das letzte Jahr (ISBN: 9783903005891)

Das letzte Jahr

 (15)
Erschienen am 13.09.2018
Cover des Buches Die Ahnenpyramide (ISBN: 9783990650073)

Die Ahnenpyramide

 (1)
Erschienen am 25.02.2019
Cover des Buches Die Früchte der Tränen (ISBN: 9783990650141)

Die Früchte der Tränen

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Erschienen am 26.02.2020
Cover des Buches Von der Freiheit schreiben zu dürfen (ISBN: 9783902787293)

Von der Freiheit schreiben zu dürfen

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Erschienen am 01.07.2014
Cover des Buches Das letzte Jahr (ISBN: 9783902498137)

Das letzte Jahr

 (0)
Erschienen am 01.11.2006
Cover des Buches Heimatsuchen (ISBN: 9783990650134)

Heimatsuchen

 (0)
Erschienen am 16.09.2019
Cover des Buches Unterwegs (ISBN: 9783902717009)

Unterwegs

 (0)
Erschienen am 27.04.2009

Neue Rezensionen zu Ilse Tielsch

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B

Rezension zu "Das letzte Jahr" von Ilse Tielsch

Das letzte Jahr
BirPetvor einem Monat

“Das letzte Jahr” von Ilse Tielsch erschien im Verlag Edition Atelier mit Erstveröffentlichung im Jahr 2006.


...ich spüre, daß etwas vorgeht, was nicht normal ist.”


Mähren, im Frühjahr 1938, im letzten Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges.

Elfi ist neun Jahre alt, wohnt dort mit ihren Eltern und glaubt, dass ihr dort nie etwas passieren könne. Sie ist stolze Besitzerin eines Fahrrades und flitzt damit durch die hügelige Landschaft ihrer Heimat, trifft ihre Freundinnen, schwimmt und liest gerne. Die Erwachsenen werden alle komisch, Elfi schnappt neue Worte auf, wie “Erbmasse” und “arisch”, doch niemand will ihr erklären, was sie bedeuten, auch das Hausmädchen, die Marschenka, hilft ihr da nicht weiter. Geschäfte schließen, weil ihre Inhaber Juden sind, auch ihre Freundin Lilly zieht plötzlich mit ihrer Familie weg, verschwindet, wie andere Familien. Elfi versteht überhaupt nicht, was da los ist und was das alles soll, wieso es plötzlich ein Unterschied sein soll, ob der Mensch ein Christ oder Jude ist, schließlich war er das ja schon immer so und nicht erst jetzt. 


“Wenn die Erwachsenen einem aber etwas nicht sagen wollen,kann man als Kind nichts machen.”


Elfi ist die Protagonistin dieses Romans und erzählt Leser*innen aus ihrer Perspektive. Sie ist begeisterte Radfahrerin, lebt behütet, fühlt sich sicher in ihrer kleinen Stadt und möchte, wenn sie groß ist nach Amerika zu den Indianern oder zum Zirkus. Sie ist ein sehr aufmerksames Kind, aufgeweckt, raffiniert, neugierig, fröhlich, gerecht, sensibel und empathisch. Auf ihre kindliche, naive und liebenswerte Art berichtet sie von den Geschehnissen, die sie mehr und mehr verunsichern. denn sie steht alleine mit all dem da, niemand vermag ihr ihre Fragen beantworten zu wollen. So versucht sie sich die Dinge selber zu erklären, was in ihrem Alter unmöglich ist und verzweifelt etwas, fühlt sich einsam, ausgeschlossen und hat Angst. Elfi’s Emotionen sind sehr greifbar, ich konnte sie nachempfinden.


Die Personen sind alle gut, wenn natürlich hier aus kindlicher Sicht beschrieben, nicht in der Tiefe eines erwachsenen Erzählers. Gerade dies ist der Reiz an diesem Roman von Ilse Tielsch, eben genau diese kindliche, schnörkellose und authentische Erzählung über diese Zeit. Als Leser*in weiß man natürlich, was da alles auf Elfi zurollt, welche Bedeutung all die Veränderungen haben. Besonders interessant fand ich, dass die Autorin in Mähren aufwuchs und 1929 geboren wurde, somit 1938 neun Jahre alt war, wie Elfi.


“Es ist jetzt alles anders, als es früher gewesen ist, und ich fühle mich gar nicht wohl dabei, weil es Geheimnisse gibt, die mir niemand erklären will.”


Elfi hat mich berührt, gerne hätte ich sie manches Mal getröstet oder einfach in den Arm genommen. Sie hat mir mit ihrer kindlichen, unbefangen Art aber auch wieder verdeutlicht, wie wichtig es ist im Dialog mit unseren Kindern zu sein, besonders in schweren Zeiten, ihnen Halt, Zuversicht und Sicherheit zu schenken. Sie nicht alleine zu lassen, so schwer es auch manchmal ist, wenn man selber gerade am Fliegenfänger hängt. 

Die ganze Zeit nimmt Elfi Leser*innen mit in ihre Welt, beschreibt uns Situationen, ihr Leben, die zwischenmenschlichen Beziehungen, ihre Abenteuer und Erlebnisse sehr präzise. Ich habe den Roman gerne gelesen, anfangs wirkt alles noch sehr unbedarft, aber mit einem Mal nimmt er an Dichte sehr zu, die Atmosphäre ändert sich und Fahrt kommt auf. 

Ein Gesellschaftsroman, der ehrlich ist, kritisch und mit einer ganz besonders mutigen und tapferen kleinen Heldin. Und auch wenn Elfi eine fiktive Figur ist, so waren ihre Erlebnisse wohl doch so oder so ähnlich real im Leben der Autorin. Beeindruckende 146 Seite.

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Rezension zu "Das letzte Jahr" von Ilse Tielsch

berührende Geschichte eines kleinen Mädchen in der Vorkriegszeit
Maximevmvor 3 Jahren

Inhalt:


Die neunjährige Elfi lebt in einer kleinen Dorf in Mähren, wo Juden, Tschechen und auch Deutsche friedlich zusammen leben. Die kleine Elfi hat ein Fahrrad bekommen und liebt es von Dorf zu Dorf zu flitzen. Sie träumt von einem aufregenden Leben im Zirkus. Mit der Zeit nimmt Elfi immer mehr Veränderungen um sich war und weiß nicht genau, wo sie die zu ordnen soll. Plötzlich verschwindet auch ihre jüdische Freundin ohne ein Wort des Abschieds, Geschäfte schließen  und ihre Eltern erklären ihre nicht was los ist. 


Meinung:


Das Buch "Das letzte Jahr" hat mir an sich sehr gut gefallen, nur manchmal hätte ich mir etwas mehr Spannung erhofft.  Besonders der etwas andere Schreibstil hat mich begeistert. Es kommt nicht oft vor, dass so ein ernstes Thema aus der Sicht eines Kindes erzähl wird. Die Autorin hat die ganze Geschichte sehr berührend rüber gebracht. Wir können genau erfahren, wie das Kind die Umbruchsstimmung vor dem Krieg mitbekommt. Man kann sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen. 

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Rezension zu "Das letzte Jahr" von Ilse Tielsch

Und dann war alles vorbei
JoBerlinvor 3 Jahren

Wir schreiben das Jahr 1938.

Die neunjährige Elfi empfindet das Leben in ihrem südmährischen Dorf schon etwas langweilig, sie träumt vom Leben in der Stadt, Wien oder Brünn erscheinen aufregend-glitzernd, verwegen-mondän ---- großstädtisch eben. 

Sie ahnt nicht, welche Gefahr schon bald der tschechisch-slowakischen Republik und ihrem Zuhause droht. Ihre Welt besteht zunächst noch aus dem friedlichen Nebeneinanderleben von Deutschen und Tschechen, von Juden und Christen. Doch es ist bereits klar --- ein gleichberechtigtes Miteinander gibt es auch in Elfis kindlicher Welt nicht. Die Dienstboten der Familie sind tschechisch, während sich Deutsche mehr in gehobenen Berufen, der Verwaltung der Güter und des Landes, finden. Man spürt bereits: Der Deutsche ist der „bessere“ Mensch.

Ilse Tielsch lässt Elfi - teils in altersgemäß unbedarften Freundinnen-Ton, oft auch mit altklugen Anmerkungen - glaubhaft die Geschichte des letzten Friedensjahres erzählen, idyllisch-heimelig zunächst, doch mit jedem Kapitel wird die politische Lage, werden die Unstimmigkeiten zwischen Deutschen, Tschechen und Juden deutlicher.
Dabei ist die Autorin sich der Schwierigkeit, den naiv-kindlichen Grundton über einen ganzen Roman durchzuhalten, durchaus bewusst. Doch es gelingt - ist es doch gerade die einfach bis lakonische Sprache, die berührt. Sie kennt sie gut, sie schreibt genau - denn Elfi ist ihr Alter Ego und es ist ihr eigenes lebens- und werkbestimmendes Thema: Der Untergang der südmährischen Heimat.

Der gut zu lesende, berührende Roman wird von einem sehr schönen, behutsamen Nachwort des bekannten österreichischen Publizisten Adolf Opel begleitet. 

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Cover des Buches Das letzte Jahr
Für diese Leserunde verlosen wir 15 Exemplare des Romans »Das letzte Jahr« von Ilse Tielsch!

1938: Die neunjährige Elfi Zimmermann erlebt das letzte Jahr vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs in einem südmährischen Städtchen. Zu Beginn des Jahres freut sie sich über ihr neues Fahrrad, im Herbst besetzen Hitlers Truppen die Sudetengebiete, und alles beginnt sich zu verändern. Elfi kann nicht verstehen, warum ihre jüdische Freundin, viele Nachbarn und immer mehr Geschäfte verschwinden und warum ihre Eltern nicht mit ihr sprechen, sondern nur miteinander flüstern.
Ilse Tielsch zeigt ein in dieser schwierigen Zeit in ihren Gedanken und Ängsten alleingelassenes Mädchen, das nicht akzeptieren will, dass sein unbeschwertes Leben nicht mehr möglich ist.

Zur Autorin:
Ilse Tielsch wurde 1929 in Auspitz/Hustopece in Mähren geboren und lebt als Schriftstellerin in Wien. Studium der Zeitungswissenschaft und Germanistik, 1953 Promotion. Mitglied des Österreichischen P.E.N.-Clubs und des OeSV sowie Gründungsmitglied des Literaturkreises Podium. Veröffentlichung von Romanen und Gedichten, u.a. Die Ahnenpyramide und Heimatsuchen. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Viele Preise und Auszeichnungen, u.a. Anton-Wildgans-Preis, Andreas-Gryphius-Preis und Südmährischer Kulturpreis. www.ilsetielsch.at

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Es gibt 15 Exemplare (5 Printexemplare & 10 E-Books) zu gewinnen*, einfach bis zum 16.10. für ein Buch (print oder E-Book) bewerben. Jede/r, der/die das Buch schon kennt, ist natürlich auch herzlich eingeladen, bei der Leserunde mitzumachen.

Wir freuen uns schon auf eure Bewerbungen und eine spannende Leserunde,
euer Team der Edition Atelier

* Die Gewinner_innen sind gebeten, im Anschluss an die Leserunde ihre Rezensionen hier bei LovelyBooks und auch auf weiteren Foren (eigenen Blogs, bei amazon etc.) zu verfassen und uns diese gern zu mailen. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
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