Das geträumte Land

(45)

Lovelybooks Bewertung

  • 39 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 7 Leser
  • 41 Rezensionen
(18)
(23)
(2)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das geträumte Land“ von Imbolo Mbue

Jende Jonga, ein in New York lebender kamerunischer Einwanderer, ist auf der Suche nach einem besseren Leben für sich, seine Frau Neni und den sechsjährigen Sohn in die USA gekommen. Jende kann sein Glück kaum fassen, als er im Herbst 2007 den Job als Fahrer von Clark Edwards ergattert, einem leitenden Manager bei Lehman Brothers. Clark verlangt Pünktlichkeit, Diskretion und Loyalität – und Jende will um jeden Preis gefallen. Clarks Ehefrau Cindy bietet Neni sogar an, in den Ferien im Sommerhaus der Edwards in den Hamptons als Nanny zu arbeiten. Endlich können Jende und Neni in Amerika Fuß fassen, sie malen sich ihre Zukunft in den buntesten Farben aus. Doch die Welt der Mächtigen und Reichen birgt verstörende Geheimnisse, und schon bald entdecken Jende und Neni feine Risse in der Fassade ihrer Arbeitgeber. Als der Zusammenbruch der Lehman Brothers die Finanzwelt erschüttert, versuchen die Jongas verzweifelt, Jendes Job zu retten – auch um den Preis ihrer Ehe. Das Leben der beiden Paare wird dramatisch auf den Kopf gestellt: Jende und Neni sehen sich gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen.

Ein Buch über die Hoffnung auf ein besseres Leben

— Lovely90
Lovely90

großartiger und berührender Roman

— suppenfee
suppenfee

Richtig schöne Geschichte, die einen guten Einblick in das Leben von Einwanderern bietet.

— Xirxe
Xirxe

Heimatsuche

— nicekingandqueen
nicekingandqueen

Hoffnung und Leid, Spaß und Trauer, der Roman vereint alle Emotionen des Lebens.

— Lealein1906
Lealein1906

Ein wichtiger Beitrag für die Migrationsdebatte.

— buecher-bea
buecher-bea

Ein hochaktueller, empfehlenswerter Roman über Wirtschaftsmigration in Zeiten der Finanzkrise.

— Barbara62
Barbara62

Wer sich für das Leben einer Einwandererfamilie aus Afrika interessieren könnte, die ihr Glück sucht, sollte sich "Das geträumte Land" unged

— myra16
myra16

Eine Krise kann jeden treffen

— sabine3010
sabine3010

Lebendiges etwas anderes Buch über die Probleme von einwanderungswilligen Schwarzafrikanern. Sehr warm und humanistisch geschildert

— rallus
rallus

Stöbern in Romane

Das Buch der Spiegel

Diese Geschichte verstört, bedient keine vorgefertigten Meinungen und entlässt den Leser, nicht, ohne sich mit ihm auseinander zu setzen.

RubyKairo

Die Terranauten

Eine gute Charakterstudie, die zeigt, wie sich Menschen entwickeln, wenn sie 720 Tage zusammen (über)leben müssen.

CherryGraphics

Die Oberfläche des Glücks

EInfach Wow! Ein Roman der viel mehr Aufmerksamkeit verdient!

meikex3

Betrunkene Bäume

Wundervolles stilles Buch. Hat mich positiv überrascht!

IcePrincess

Mein schlimmster schönster Sommer

Eine berührende, lehrreiche Geschichte über das Leben

snowbell

Überleben ist ein guter Anfang

Es ist ein wundervolles Buch . Bitte unbedingt lesen !

Lesewunder

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Das geträumte Land" von Imbolo Mbue

    Das geträumte Land
    aba

    aba

    "Wer nicht lügt, stirbt auch" Imbolo Mbue gilt als der aufsteigende Stern im US-amerikanischen Literaturhimmel. Das Debüt der jungen Kamerunerin, "Das geträumte Land", zählt in den USA zu einem der besten Bücher des Jahres 2016. Mbues Protagonisten, ein Ehepaar aus Kamerun, das ein neues Leben in New York beginnt, muss erleben, wie der sogenannte "American Dream" zum Alptraum wird. "Das geträumte Land" ist ein bewegender Roman, dessen Handlung hochaktuell ist und der eine große Überraschung parat hält. Mbues Figuren sind real und nisten sich so tief in das Herz der Leser ein, dass man sie nicht mehr vergisst. Liebt ihr anspruchsvolle Geschichten, die gleichzeitig mitreißend und spannend sind? Dann seid ihr bei dieser Leserunde genau richtig! Zum Inhalt Imbolo Mbues hochgelobtes Debüt erzählt die unvergessliche Geschichte zweier Familien unterschiedlicher Herkunft, die in New York kurz vor der Bankenkrise aufeinandertreffen. Die Lehman-Brothers-Pleite bringt nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Wertesystem gehörig durcheinander.Jende Jonga hat es endlich geschafft, seine Frau und seinen kleinen Sohn aus Kamerun nach Amerika zu holen. Das Glück scheint komplett, als Jende den Job als Chauffeur von Clark Edwards, einem Manager der Lehmann Brothers Bank, ergattert. Und Mrs Edwards engagiert Jendes Frau sogar als Haus- und Kindermädchen in ihrem Sommerhaus in den Hamptons. Die beiden Familien könnten unterschiedlicher nicht sein und wollen doch dasselbe: ihren Kindern eine gute Zukunft bieten. Allerdings ist das Leben der Bankerfamilie längst nicht so perfekt und glamourös, wie es zunächst scheint. Als Lehman Brothers pleitegeht, ist die Fassade nicht mehr aufrechtzuerhalten.Die Jongas versuchen verzweifelt, Jendes Job zu retten – auch um den Preis ihrer Ehe. Das Leben der beiden Paare wird dramatisch auf den Kopf gestellt und Jende sieht sich gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen.Ein hochaktueller, brillant geschriebener Roman über Familie, Immigration, Heimat und Gesellschaft, der uns alle angeht. Lust auf eine Leseprobe? Zur Autorin Imbolo Mbue ist in Limbe, Kamerun, aufgewachsen. Sie hat an der Rutgers University und der Columbia University studiert. Die Autorin, die seit über zehn Jahren in den USA lebt, wohnt in New York. "Das geträumte Land" ist ihr erster Roman. Möchtet ihr mehr über die Jongas und alles, was sie bei den Edwards erleben, erfahren? Möchtet ihr unbedingt wissen, welche unmögliche Entscheidung sie treffen müssen? Dann müsst ihr euch für eins der 25 Exemplare von "Das geträumte Land" bewerben, die wir zusammen mit KiWi unter allen verlosen, die sich über diesen besonderen Roman im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Bewerbt euch * über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 26.02. und antwortet auf folgende Frage: "American Dream" - Was verbindet ihr damit und warum? Träumt ihr selber vielleicht auch davon? Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück! * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

    Mehr
    • 178
  • Es ist nicht alles Gold was glänzt

    Das geträumte Land
    Xirxe

    Xirxe

    26. February 2017 um 20:02

    Jende Jonga und seine Frau Neni haben es geschafft: Sie sind in New York, USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In Kamerun, woher sie beide stammen, gab es zum Einen keine Möglichkeit für sie, gemeinsam zu leben. Und zum Anderen waren ihre Zukunftsaussichten alles andere als rosig. Arbeit gibt es dort so gut wie keine und wenn, sind es schlecht bezahlte Hilfsarbeiten. Um auf's College zu gehen oder eine der wenigen gut bezahlten Stellen zu erhalten, muss man Beziehungen und Geld haben - Jende und Neni haben beides nicht. Doch dank seines Cousins haben sie es in die USA geschafft: Jende hat eine gute Stelle als Chauffeur bei einem Wallstreet-Banker und Neni macht ihren Abschluss, um danach Pharmazie zu studieren. Alles ist wunderbar, doch dann kommt die Bankenkrise und das Leben der Jongas ändert sich. Die Geschichte wird vollständig aus der Sicht der Jongas erzählt: Jende, der den Großteil seiner Zeit als Chauffeuer mit seinem Arbeitgeber Mr. Edwards verbringt, einem leitenden Manager bei Lehman Brothers. Und Neni, die im Sommer für Mr. Edwards Frau in den Hamptons arbeitet. Beide erhalten unweigerlich einen tiefen Einblick in diese Familie, die so reich ist, dass es die Jongas kaum glauben können. Doch nie gibt es ein Wort oder einen Gedanken des Neides - stattdessen sind Jende und Neni den Edwards überaus dankbar, auch wenn diese sich kaum für ihre Angestellten interessieren. Typisch, könnte man nun meinen. Diese reiche, egoistische und egozentrische High-Society, die den Bezug zum normalen Leben so gut wie verloren hat. Doch so leicht macht es die Autorin den Lesenden in ihrem Erstlingswerk nicht. Auch die Edwards haben ihr Päckchen zu tragen und nicht alle Banker denken ausschließlich an ihren eigenen Profit. Imbolo Mbue, die selbst aus Kamerun stammt und nun in den USA lebt, hat nach meinem Empfinden ein ungemein realitätsnahes Werk geschaffen, dass vermutlich die Hoffnungen und Ängste vieler Einwanderer (nicht nur derjenigen aus Afrika) nachvollziehbar widerspiegelt. Dass sie bei der Darstellung des amerikanischen Gegenübers nicht in Klischees verfällt, ist ein weiterer großer Pluspunkt für diese unterhaltsame, etwas traurige aber auch amüsante Geschichte. Sehr sehr lesenswert!

    Mehr
  • sehr beeindruckend

    Das geträumte Land
    suppenfee

    suppenfee

    24. February 2017 um 18:11

      Jende Jonga hat es endlich geschafft. Der Einwanderer aus Kamerun bekommt einen Job als Chaffeur bei der wohlhabenden Familie Edwards. Auch seine Frau Neni und den gemeinsamen kleinen Sohn hat Jende inzwischen nach Amerika geholt. Es scheint alles gut zu werden, der amerikanische Traum zum greifen nah. Doch Jendes Papiere laufen ab, trotz eines Anwalts bekommt er keine Greencard und droht ausgewiesen zu werden.   Imbolo Mbue schafft in ihrem beeindruckenden Roman ein faszinierendes Gesellschaftsbild. Der Kontrast zwischen der amerikanischen und der Kameruner Kultur ist unheimlich bildhaft dargestellt. Man findet ihn in der Art der Protagonisten zu denken, in ihren Beziehungen zueinander, darin, wovon die Familien träumen und was sie zu erreichen suchen, und der Rolle von Mann und Frau. Die Charaktere sind durchwegs sympathisch, auch wenn sie ihre dunklen Seiten haben, kann man ihre Beweggründe doch nachvollziehen, sich mit ihnen freuen oder bangen. Gerade die taffe Nani, die so sehr von ihrem Studium und dem Apothekerberuf träumt, habe ich besonders ins Herz geschlossen. Sie kämpft unermüdlich für ihre Familie und lässt sich auf der anderen Seite völlig von ihrem Mann fremdbestimmen, sodass man sie nur noch in Schutz nehmen will. Die beiden machen auf ihrem Weg eine starke Entwicklung durch, ihr Wunsch in Amerika zu leben ist riesig, doch die Bürokratie der Einwanderunspolitik bring sie zur Verzweiflung und fordert ihre Opfer. Die Autorin erzählt sehr lebhaft aus verschiedenen Sichten, sowohl der der Familie Edwards, als auch der Jongas. Tragik und Humor wechseln sich ab. So hat mich der Roman wirklich berührt und nachdenklich zurückgelassen. Ich kann jedem nur empfehlen, dieses Buch zu lesen.

    Mehr
  • ‚Warum sind Sie nach Amerika gekommen, wenn Ihre Stadt so schön ist?‘

    Das geträumte Land
    sabatayn76

    sabatayn76

    24. February 2017 um 11:51

    Die Jongas haben ihre Heimat Kamerun verlassen und leben nun in New York. Ihr Aufenthaltsstatus ist unsicher, das Asylverfahren läuft, sie warten und hoffen auf eine Greencard. Eines Tages scheint der große Traum von einer sicheren Zukunft in den USA Wirklichkeit zu werden: Jende Jonga bewirbt sich als Chauffeur bei dem vermögenden Mr Edwards, einem Banker bei Lehman Brothers. Jende bekommt den Job, und auch seine Frau Neni arbeitet neben ihrem Pharmaziestudium für die Familie Edwards. Alles scheint wunderbar zu funktionieren, die beiden so unterschiedlichen Familien profitieren voneinander, erhalten Einblicke in das Leben einer gänzlich anderen Gesellschaftsschicht, lernen die Wünsche und Sehnsüchte, die Probleme und Schwierigkeiten der jeweils anderen Seite kennen. Doch dann kommt es zum finanziellen Zusammenbruch der Bank, Jende bangt um seinen Job, und dann wird sein Asylantrag abgelehnt. Mir hat ‚Das geträumte Land‘ von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut gefallen. Imbolo Mbue erzählt mit viel Humor und großem Detailreichtum, beschreibt Gefühle und Gedanken so anschaulich, dass man sich als Leser mühelos ein Bild von den Personen und den Ereignissen machen kann. Dabei sind die Protagonisten Jende und Neni sehr sympathisch, so dass man sich von Anfang an nur das Beste für sie wünscht, mit ihnen mitfiebert und hofft, obwohl man auch von Beginn an den Abgrund erahnt, an dem sie sich bewegen. Durch die Interaktion zwischen den beiden Familien erhält der Leser viele Einblicke in Gemeinsamkeiten und Unterschiede der reichen amerikanischen und der armen zentralafrikanischen Familie, erfährt vom harten Leben in Kamerun, aber auch von den negativen Aspekten eines Lebens in den USA, von der ständigen Angst vor Abschiebung, von der nagenden Sorge darum, wie das Leben weitergehen soll, wenn der Asylantrag abgelehnt wird, von der Befürchtung, als Einwanderer auf dem Abstellgleis zu landen, das erhoffte Glück nicht zu finden. Mbue schafft es in ‚Das geträumte Land‘, den Leser zu berühren, ohne dass die tragische Geschichte mit Pathos und Weinerlichkeit erzählt wird. Vielmehr zeigt die Autorin, mit welcher Stärke und welcher Willenskraft die Jendes an ihrem Traum festhalten, dass sie sich nicht unterkriegen lassen wollen, dass sie bereit sind, bis zum Äußersten für eine glückliche Zukunft zu kämpfen. Und so ist ‚Das geträumte Land‘ trotz der antizipierten und der beschriebenen Abgründe ein Buch voller Hoffnung, Lebensfreude und Weisheit, das die Situation von Einwanderern auf komplexe Weise darstellt, das ebenso berührend wie amüsant ist und das sich angesichts der gegenwärtigen politischen Lage in den USA und der ganzen Welt zudem durch eine hohe Aktualität auszeichnet.

    Mehr
  • Heimatsuche

    Das geträumte Land
    nicekingandqueen

    nicekingandqueen

    24. February 2017 um 08:49

    In "Das geträumte Land" von I. Mbue geht es um eine Familie aus Kamerun, die ein neues Leben in NY starten will. Zunächst scheint es alles problemlos zu funktionieren, bis die Finanzkrise auch sie einholt und sie scheinbar nur noch vor Problemen wie die übrigen Amerikaner stehen.  Inhaltlich kommt es erst in der Mitte des Buchs zum Börsenkrach, was meiner Meinung nach viel zu spät ist. Außerdem ist das Buch trauriger als erwartet. Außerdem ist mir persönlich unbegreiflich, wie man in der großartig bestückten Parkstadt NY mit Aussichten auf das Meer, auf Seen, etc., Lust auf Sport in tristen, langweiligen, stinkenden Fitnessstudios aufbringen kann. Ich habe mir von der Leseprobe ein komplett anderes Ende vorgestellt, und weiß noch nicht ganz, was ich nun mit dem mir gebotenen Ende halten soll. Ein etwas anderes Happy End als üblich...         

    Mehr
  • Zwei Seiten einer Medaille

    Das geträumte Land
    Lealein1906

    Lealein1906

    23. February 2017 um 21:54

    „Das geträumte Land“ hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil es so einen tiefen Einblick in die Kultur Kameruns gibt. Es gibt um Jende und seine Familie, die nach Amerika auswandern, um dort der Armut Afrikas zu entfliehen. Dort arbeitet er als Chauffeur eines Mannes an der Wall Street. Die arme Familie aus Kamerun, die mit ihren zwei Kindern in einer kleinen Wohnung in Harlem lebt, trifft auf die reiche Familie Edwards, die ein Luxusleben führen. Außerdem ist da noch die Sache mit den Papieren, weil Jende Asyl beantragen muss, um in den USA bleiben zu können. Das kostet viel Geld. Durch den Finanzcrash 2009 (und aus anderen Gründen) verliert Jende diesen Job. Kann die Familie trotzdem in Amerika bleiben? Mir gefällt das Buch durch den großen (und wahren) Kontrast zwischen der afrikanischen und der amerikanischen Familie. Die Autorin Imbolo Mbue stammt selbst aus Kamerun und ist dann in die USA gegangen. Deswegen kann sie so authentisch widergeben, wie es der Familie ergeht, was für Gedanken sie beschäftigen, wie und warum sie reagieren. Durch Rückblicke wird auch immer wieder die Zeit in Afrika beschrieben, sodass der Leser noch mehr Hintergrundeindrücke bekommt und die Personen besser kennenlernt. Trotz der farbenfrohen Beschreibung der afrikanischen Kultur beschönigt die Autorin nichts, sondern zeigt auch schwierige Seiten ihrer Kultur auf, zum Beispiel die dominierende Männerrolle in einer Beziehung, oder was passiert bei Schwangeren, die nicht verheiratet ist. Hoffnung und Leid, Spaß und Trauer, der Roman vereint alle Emotionen des Lebens. Von Anfang an verflogt man gespannt den Lebensweg der Familie Jonga und würde am liebsten immer weiter über deren Schicksal lesen. Dem Buch gebe ich fünf Sterne, weil es spannend und interessant ist und weil man eine ganz neue Kultur kennenlernt, die in authentischen, ernst bleibenden aber bunten Farben beschrieben wird.

    Mehr
  • Heimatliebe und geplatzte Träume

    Das geträumte Land
    Langeweile

    Langeweile

    22. February 2017 um 16:39

    Neni und Jende , ein junges Paar aus Kamerun ,Eltern eines Sohnes , träumen von einem Leben in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.  Mithilfe seines Cousins, der als Anwalt in New York lebt, reist Jende Jonga dorthin. Er arbeitet fleißig, hat mehrere Jobs und bemüht sich möglichst schnell seine Frau und seinen Sohn Liomi nachzuholen.  Als ihm das gelingt und er außerdem, wieder durch Vermittlung seines Cousins, einen Job als Chauffeur der Familie Edwards bekommt, ist sein Glück vollkommen. Clarke Edwards ist ein angesehener und reicher Bankier, gemeinsam mit seiner Frau Cindy und seinen beiden Kindern, lebt er ein sorgenfreies Leben.Jende wird gut behandelt, angemessen bezahlt und hat ein gutes Verhältnis zur gesamten Familie. Seine Frau Neni studiert, sie möchte sich später als Apothekerin selbständig machen. Mit dem Zusammenbruch der Lehman Brothers und der damit einhergehenden Finanzkrise ändert sich die Welt für beide Familien schlagartig.  Die Autorin erzählt auf eindrucksvolle Weise vom Leben der Armen und Reichen in Amerika. Sie lässt ihre Protagonisten dabei alle Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens durchlaufen. Die einzelnen Figuren waren sehr authentisch und gut gezeichnet. Man hatte von jedem ein klares Bild vor Augen.  Das Ende kam für mich einigermaßen überraschend, ich konnte es aber größtenteils nachvollziehen. Eine Geschichte, die noch etwas nachwirkt und die ich wärmstens weiterempfehlen kann.

    Mehr
  • Ein Buch zur Stunde

    Das geträumte Land
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    22. February 2017 um 11:37

    „The one book Donald Trump should read right now!“ Abgesehen davon, dass wir mittlerweile wissen, dass Donald Trump anders als sein Vorgänger im Amt des amerikanischen Präsidenten nicht liest, ja sogar den Geruch von Büchern nicht ausstehen kann, bestenfalls seinen Schreibtisch damit zupflastert, mutet die Empfehlung, die die Washington Post im August letzten Jahres, also lange bevor Trump gewählt wurde, lange bevor irgendjemand auch nur ernsthaft befürchtet hätte, er könnte tatsächlich gewählt werden, mutet diese Leseempfehlung für Imbolo Mbues „Behold the dreamers“ ihrerseits wie ein Traum an. Einige Wochen nach Amtsantritt glaubt wohl kaum jemand, Trump würde sich durch ein literarisches Werk in irgendeiner Form in seinem Weltbild beeinflussen lassen. Und sei es auch noch so klug und differenziert, gleichzeitig so leicht und unterhaltsam, würde den berühmten Nerv der Zeit so genau treffen, wie der Roman der seit zehn Jahren in den USA lebenden, aus Kamerun stammenden Imbolo Mbue. Einiges an eigener Erfahrung ist sicher eingeflossen in die Geschichte der Einwandererfamilie Jonga. Nicht nur deren Heimatort Limbe ist derselbe wie der der Autorin, auch die Zeit der Übersiedlung stimmt überein. 2004 reist Jende Jonga mit einem vom schon länger in Amerika lebenden und als Anwalt recht erfolgreichen Cousin Winston finanzierten Visum in die USA ein. Zunächst läuft auch alles sehr positiv. Nach zwei Jahren kann seine Frau Neni mit einem Studentenvisum und dem kleinen Sohn Liomi folgen. Die Zeiten sind schwer, aber mit Jendes Job als Taxifahrer und Nenis Zuverdienst als private Pflegerin kommt die kleine Familie einigermaßen über die Runden, unterstützt von Winston und aufgehoben in der afrikanischen Gemeinde New Yorks. 2007 scheint es endgültig aufwärts zu gehen, als Jende eine gut bezahlte Anstellung als Chauffeur eines Managers der Lehmann Brothers Bank erhält. Der Leser ahnt natürlich, was bald folgen wird, wir befinden uns am Vorabend der Lehmann Pleite, dem Beginn der gigantischen Wirtschaftskrise, die 2008 die ganze Welt erschüttern wird. Aber noch scheint alles wie das große Glück, wie der Traum, den die Jongas wie wohl alle Immigranten zu allen Zeiten vom Leben in den USA geträumt haben. „Ich glaube, wenn einer Amerikaner ist, ist alles möglich. Daran glaube ich fest.“ sagt Jende voller Dankbarkeit zu seinem neuen Chef Clark Edwards, als er diesen durch die Straßen New Yorks fährt. Ein wenig erinnern diese meist im Auto stattfindenden Szenen zwischen Jende und Clark an Werke wie „Miss Daisy und ihr Chauffeur“, wie sich Menschen mit völlig unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation auf engem Raum näher kommen. Aber natürlich ist man im 21. Jahrhundert viel aufgeschlossener, liberaler, spielen diese alten Hierarchien eine viel geringere Rolle. Tatsächlich? Zwar verhalten sich die Edwards, neben Clark beanspruchen auch dessen Ehefrau Cindy und die beiden Söhne Vince und Mighty die Dienste Jendes und gelegentlich auch Nenis, tatsächlich äußerst freundlich zu ihren Angestellten. Man unterstützt sie mit abgelegter Designerkleidung und dem ein oder anderen Extrascheck, die Kinder schließen sogar Freundschaft mit den freundlichen Afrikanern. Aber der erfahrenere Winston hat längst alle Illusionen über die Gleichstellung von Schwarz und Weiß längst begraben. „Die Polizei ist zum Schutz der Weißen da, Brother. Manchmal vielleicht auch für schwarze Frauen und Kinder, aber nicht für schwarze Männer. Nie für schwarze Männer.“ Und tatsächlich wird die ganze Situation auf eine Belastungsprobe gestellt, als der Zusammenbruch des Bankhauses immer näher rückt. Die schon vorher kriselnde Ehe der Edwards ist dem Stress nicht gewachsen, Cindy spricht immer mehr Alkohol und Tabletten zu, Clark sucht Entspannung bei bezahlten Liebesdiensten. Wie sehr soziale Verantwortung, Liberalität und Empathie nur Fassade waren, wird recht bald deutlich. Jende wird da bald zum Bauernopfer. „Aber es ist beängstigend, wie schlimm das Ganze noch werden kann (…) wenn die Leute schon anfangen, darüber zu reden, dass sie Economy fliegen und ihre Sommerhäuser verkaufen müssen…“ Dabei kommen die „großen Fische“ natürlich vergleichsweise ungeschoren davon, wird Clark doch sofort von Barclays übernommen. Scheitern wird die Familie schließlich an ihren eigenen Problemen, ihren falschen Fassaden und Werten. Jende hingegen droht nicht nur das finanzielle Aus, sondern auch das Scheitern seines Asylantrags und die Abschiebung. Das ganze mag nun etwas klischeehaft klingen – böse, skrupellose Weiße hier, arme, redliche, aber chancenlose Schwarze dort -, ein großer Vorzug an Mbues Roman ist aber gerade die Ambivalenz, mit der alle Personen und Gegebenheiten geschildert werden. Die Edwards sind eigentlich nette Menschen, die aber gefangen sind in ihren eigenen Tragödien und Zwängen. Nur ganz selten wird die Autorin deutlicher, wenn sie die Plage der Bankenkrise mit den Plagen Ägyptens vergleicht und süffisant bemerkt: „Der einzige Unterschied zwischen den Ägyptern damals und den Amerikanern heute bestand darin, dachte Jende, dass die Ägypter für ihre eigene Sündhaftigkeit bestraft worden waren. Sie hatten Unheil über ihr Land gebracht, weil sie Götzen verehrt und Menschen versklavt hatten, nur damit sie in Prunk und Glanz hatten leben können. Sie hatten Reichtum über Rechtschaffenheit gestellt und Habgier über Gerechtigkeit. Die Amerikaner hatten nichts dergleichen getan.“ Solche Passagen sind wie gesagt selten. Und die Seite der Immigranten wird auch alles andere als eindimensional gestaltet. Auch ihre Charaktere verändern sich unter dem Druck der äußeren Gegebenheiten. Jende, der zu Beginn äußerst liebe- und hingebungsvoll seiner Frau und seinem Sohn gegenüber war, sich nicht davor gescheut hat, Neni die Hausarbeit abzunehmen, sie bei ihren Bemühungen, einen Studienplatz für Pharmazie zu erhalten ermutigt und in allem unterstützt hatte, entwickelt sich immer mehr zum machohaften Tyrannen, der seiner Frau verbietet nach der Geburt des zweiten Kindes weiter zu arbeiten und schließlich ausdrücklich gegen Nenis Wunsch, völlig eigenmächtig beschließt, nach Kamerun zurückzukehren. Und auch Neni, ehrgeizig, zielstrebig, intelligent und selbstbewusst, fällt nichts anderes ein, als sich dieser Entcheidung zu beugen, sich sogar körperlich misshandeln zu lassen. „Glaubst du, ich bin eine amerikanische Frau? Ich kann meinem Mann nicht einfach sagen, wie ich es haben will. (…) Du weißt nicht, was Jende für ein Mann ist. Er ist ein guter Mann, aber trotzdem ein Mann.“ Was für den westlichen Leser vielleicht unbegreiflich ist, ist für die in Kamerun erzogene Frau aber selbstverständlich. So hat der Roman auch die Unterschiede der Kulturen, das Unverständnis, mit dem sie oft aufeinander stoßen zum Thema. Es gibt auch einen wunderbaren kleinen Einblick in die Kultur Kameruns. „Das geträumte Land“ ist ein Buch der Desillusionierung. Es zeigt die Verzweiflung der Einwanderer, die ohne Papiere unter materiellen Nöten und von ständiger Angst vor Abschiebung geplagt, sich und ihre Familien über die Runden bringen müssen. Es zeigt die Brüchigkeit des amerikanischen Traums und den unter einer dünnen Fassade von Liberalität versteckten Alltagsrassismus. Es ist die Erkenntnis nicht nur Jendes, sondern auch Clarks, dass das Amerika, an das sie geglaubt haben, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, nur ein geträumtes Land war. Eine Erkenntnis, die gerade in den heutigen Zeiten sehr viele trifft. Aber kann man ganz ohne diesen Traum leben? Die Autorin schließt sehr geschickt, mit der Landung der Familie auf dem Flughafen von Douala und ihrer Fahrt nach Limbe. Auch Kamerun ist nun für Jende ein solches geträumtes Land geworden. Man kann hoffen, dass seine Träume hier in Erfüllung gehen. Wahrscheinlich wird er aber die Erfahrung vieler Emigranten machen, nicht mehr ganz dazu zu gehören, weder auf der einen, noch auf der anderen Seite. Imbolo Mbue hat ein wunderbares Buch geschrieben, voller Empathie und Wärme, Präzision und Ambivalenz in der Beschreibung, dabei leicht und unterhaltsam. Es ist tatsächlich ein Buch zur Stunde. Und es ist ein Buch, das, wenn schon nicht Donald Trump, wir alle lesen sollten, gerade jetzt.

    Mehr
  • Facettenreich und warmherzig

    Das geträumte Land
    raven1711

    raven1711

    22. February 2017 um 10:09

    Klappentext: Jende Jonga hat es endlich geschafft, seine Frau und seinen kleinen Sohn aus Kamerun nach Amerika zu holen. Das Glück scheint komplett, als Jende den Job als Chauffeur von Clark Edwards, einem Manager der Lehmann Brothers Bank, ergattert. Und Mrs Edwards engagiert Jendes Frau sogar als Haus- und Kindermädchen in ihrem Sommerhaus in den Hamptons. Die beiden Familien könnten unterschiedlicher nicht sein und wollen doch dasselbe: ihren Kindern eine gute Zukunft bieten. Allerdings ist das Leben der Bankerfamilie längst nicht so perfekt und glamourös, wie es zunächst scheint. Als Lehman Brothers pleitegeht, ist die Fassade nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Jongas versuchen verzweifelt, Jendes Job zu retten – auch um den Preis ihrer Ehe. Das Leben der beiden Paare wird dramatisch auf den Kopf gestellt und Jende sieht sich gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen. Meinung: 2008 steuert die Finanzkrise auf einen ihrer Höhepunkte zu: Den Konkurs der Lehman Brothers. Dort arbeitet Clark Edwards in einer leitenden Position. Doch nicht er steht im Mittelpunkt dieses Romans, sondern sein Chauffeur Jende Jonga. Jende ist aus Kamerun eingewandert, wartet darauf, dass sein Asylantrag akzeptiert wird und hat zwischenzeitlich seine Frau und seinen Sohn nach Amerika nachgeholt. Das Leben der Jongas scheint auf den ersten Blick entbehrungsreich, verglichen mit ihrem Leben in Kamerun aber reicher. Doch trotz der räumlichen Distanz zur Heimat lassen sich alte Gewohnheiten und Erziehungen nicht abstellen. Und so stellt sich nach und nach die Frage, ob der amerikanische Traum wirklich das Ziel aller Dinge sein kann. Ich habe diesen Roman mit einem besonderen Hintergrund lesen können. Dank der Familie meines Mannes habe ich tatsächlich selber ein wenig Bezug zu dem Land Kamerun. Und so kenne ich mittlerweile ein paar Kameruner, habe Geschichten und Einblicke in die kamerunische Mentalität erhalten und somit viele Vergleichspunkte zu den Situationen und dem Leben der Afrikaner finden können. Imbolo Mbue bringt die Einstellungen zu Familie und das Leben in Kamerun sehr präzise näher, zeigt die Eigenarten ihrer Landsleute mit all ihren positiven und negativen Seiten. Und schafft es, dass der westliche Leser ein wenig Verständnis für ihr Volk aufbringen kann. Familie geht über alles, ebenso wie der Stand und die Verhältnisse, in die man hinein geboren wurde. Und auch wenn viele Handlungen bei uns für Kopfschütteln sorgen, so zeigt sich doch die enge Verbundenheit der Familien dort untereinander. In einem klugen Kontext vergleicht Mbue hier die verschiedenen Lebensstile, erzählt aber auch eine Geschichte über die Frauen ihres Landes. Es war nicht immer leicht, alles zu akzeptieren, wie es hier Roman verläuft, aber es macht das Buch sehr realistisch und regt zum Nachdenken an. Die Protagonisten im Roman sind zum Teil großartig ausgearbeitet. Mühelos gelingt es, sich in Jende und seine Frau Neni hineinzuversetzen. Ein wenig schwieriger wird es hier mit den amerikanischen Figuren, allen voran Mr. und Mrs. Edwards, doch auch nach der anfänglichen Kühle, die beide ausstrahlen, wird der Zugang zu ihren Rollen nach und nach leichter. Erzählt wird der Roman in der dritten Person, die Blickwinkel wechseln sich zwischen Jende und Neni ab. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind öfters auch mal etwas kürzer. Imbolo Mbue schafft es ganz gut, bis zur Mitte des Romans die Spannung zu halten, danach flaut die Geschichte ein wenig ab, nimmt dann aber doch noch einmal Fahrt auf, um das Finale einzuläuten. Fazit: Das geträumte Land ist vor allein ein Roman der Kontraste: Kamerun gegen die USA, Reich gegen Arm, Schwarz gegen Weiß... Aber dieses Buch erzählt auch von Werten, von Familien und Kulturen, von Ansichten und Einsichten vor einem immer aktuellen Hintergrund. Die Autorin schafft Verständnis für ihre Wurzeln und zeigt ebenso die Schattenseiten von zwei Kulturkreisen auf, wie auch deren Stärken. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten. Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

    Mehr
  • Das geträumte Land

    Das geträumte Land
    urmeli

    urmeli

    21. February 2017 um 14:39

    Jende Jonga sieht für sich keine Zukunft mehr in Kamerun. Neni, die Frau die er liebt und mit der er sogar einen kleinen Jungen hat darf er nicht heiraten, da er für den Vater von Neni nicht reich genug ist. Mit finanzieller Hilfe seines Cousins bekommt er ein Flugticket nach New York und dort will er sein Glück versuchen. Mit Gelegenheitsjobs und einer armseligen Baracke hält er sich über Wasser, spart eisern und schafft es Neni und Liomi nachkommen zu lassen. Als er dann den begehrten Job als Fahrer des bei Lehman Brothers beschäftigten Clark Edwards bekommt träumen alle von einer guten Zukunft. Doch ihr Aufenthaltsstatus ist, wie bei vielen in den USA illegal. Als bei Lehman Brothers alles zusammenbricht verliert Jende seinen Job, zeitgleich als seine Tochter geboren wird. Neni hat bisher Pharmazie studiert und nebenbei gearbeitet, jetzt müssen sie sehen, wie sie überleben können. Hoch interessant und aktuell schreibt Imbolo Mbue über die Träume eines besseren Lebens, nicht nur der Afrikaner, auch die Familie Edwards, die materiell im Überfluss lebt, ist nicht glücklich. Die unterschiedliche Kultur und Wertvorstellungen, die Wichtigkeit von Familie sind Themen dieses Romanes.

    Mehr
  • Vom Träumen und geträumt werden

    Das geträumte Land
    buecher-bea

    buecher-bea

    20. February 2017 um 19:27

    Jende bekommt endlich einen besseren Job. Als Chauffeur eines Wallstreetmanagers kann er sich und seiner kleinen Familie endlich etwas mehr Sicherheit in dem neuen Land Amerika geben. Amerika, sein großer Traum. Jahrelang hat er gearbeitet, um seine Frau und seinen kleinen Sohn nachzuholen und bangt nun um seinen Aufenthaltsstatus, weil er Asyl beantragt hat. Aber er und seine Frau Neni, die mit einem Studentenvisum endlich weiter zur Schule gehen kann, hoffen jeden Tag, dass sie weiter in Amerika bleiben können. Denn so hat ihr Sohn Liomi mal bessere Chancen im Leben als sie beide. Doch der Manager Clark Edwards ist ausgerechnet angestellt bei Lehman Brothers, und es ist der Herbst 2007, kurz vor der Wirtschaftskrise ... Ein wichtiger und großartiger Roman über das Migrieren und Emigrieren, über reich und arm, sicher und unsicher, Freude und Trauer. Das Buch könnte auch in jedem anderen westlichen Land spielen und die Aktuere könnten aus jedem anderen Land kommen. Aber der Einblick in die afrikanisch-amerikanische Kultur und der Einblick nach New York /USA und Limbe / Kamerun ist kostbar und sagenhaft.

    Mehr
  • Top Idee, enttäuschende Umsetzung

    Das geträumte Land
    Neemar

    Neemar

    20. February 2017 um 15:00

    Der Roman "Das geträumte Land" wurde von Imbolo Mbue geschrieben und erschien 2017 im Kiepenhauer & Witsch-Verlag. Es handelt von einer armen Familie aus Kamerun, die in Amerika ihr großes Glück versucht.  Die Familie Jonga hat den weiten Weg von Kamerun nach Amerika auf sich genommen, um sich dort ein neues, besseres Leben aufbauen zu können. Sie erhoffen sich großes im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Sie treffen auf die Familie Edwards, die im Geld nur so schwimmt, und Jende Jonga bekommt von dieser Familie einen Job als Chaffeur, der sehr gut bezahlt ist. Doch eines Tages erreicht die Wirtschaftskrise auch die Familie Edwards und alles scheint in sich zusammen zu brechen.  Ich habe mir sehr viel von diesem Roman erhofft, denn das Cover ist schonmal fabelhaft und auch die Idee hinter dem Buch ist großartig. Zwei Familien aus unterschiedlichen Kulturen treffen aufeinander und als Leser erlebt man diese Vielfältigkeit. Jedoch wurde dieses Vorhaben meiner Meinung nach nicht sehr gut umgesetzt. Es kam im ganzen Buch kein Lesefluss auf. Ich habe noch nie so lange für einzelne Kapitel gebraucht. Es war einfach sehr anstregend zu lesen. Zudem fand ich die Charaktere alle, bis auf die Kinder, durchweg unsympatisch. Ich habe viele Entscheidungen nicht nachvollziehen können und fand vieles auch nicht sehr realistisch. Mich hat diese Geschichte leider nicht mit dem erwünschten Zauber zurück gelassen.  Mein Fazit: Ich musste sehr viel Willenskraft aufwenden, um mich durch dieses Buch zu kämpfen. Es hat zwar einige schöne Zeilen, die einen auch zum Nachdenken bringen, jedoch war es größtenteils eher nicht so gelungen. Kurz und knapp: 2 Sterne! :)

    Mehr
  • Vom Traum zum Alptraum

    Das geträumte Land
    Barbara62

    Barbara62

    20. February 2017 um 11:27

    2007 scheint Jende Jonga es nach drei harten Jahren endlich geschafft zu haben. Der 33-jährige Kameruner, der mit einem Besuchervisum in die USA eingereist ist, einen Asylantrag gestellt und eine befristete Arbeitserlaubnis bekommen hat, seine Freundin Neni und seinen kleinen Sohn Liomi nachholen und endlich heiraten konnte, erhält einen Job als gut bezahlter Chauffeur der Familie des Lehman-Investmentbankers und Managers Clark Edwards. Der „American Dream“ scheint sich für die Jongas zu erfüllen. Neni, der man in Kamerun stets eingebläut hat, nichts vom Leben zu erwarten, ist mit ihrem Studentenvisum auf dem Weg zu einem Pharmaziestudium und arbeitet nebenbei illegal bei einem Pflegedienst und im luxuriösen Sommerhaus der Edwards' in den Hamptons. Spätestens bei Liomi, da sind Neni und Jonga sich einig, soll sich der Aufstieg verwirklichen. Doch wie ein Damoklesschwert hängt das schwebende Asylverfahren über ihnen und der Antrag wird schließlich abgelehnt. Als Jende nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und aufgrund seiner unglücklichen, unverschuldeten Verwicklung in das Ehedrama der Edwards' auch noch seinen geliebten Job verliert, ist er den willkürlichen Gerichtsterminen, den 14-Stunden-Tagen als Tellerwäscher, den Geldsorgen und der Ungewissheit nicht mehr gewachsen. Anders als für Neni, die für ihren „American Dream“ zu nahezu jedem Opfer bereit wäre, will Jende sich nicht weiter quälen: „Mein Körper ist hier, aber mein Herz ist nach Hause zurückgereist“. Auch Barack Obamas bejubelte Wahl im November 2008 kann daran nichts mehr ändern. Imbolo Mbue, geboren 1982 in Kamerun, vor zehn Jahren zum Studium in die USA gekommen und inzwischen US-amerikanische Staatsbürgerin, hat in ihrem Debütroman ein Einwandererschicksal beschrieben, wie es sie leider zuhauf gibt. Diskreditiert als Wirtschaftsflüchtlinge spüren die Jongas, die doch nichts als die Chance zum Aufstieg suchen, den ihr Heimatland ihnen verweigert, die ganze Härte einer Nation, die die Chauffeure, Pflegerinnen und Dienstboten einerseits braucht, die Einwanderung andererseits aber zum Lotteriespiel macht. Den Kontrast zur Familie Edwards, die zwar am anderen Ende der Gesellschaftspyramide steht, deren Problem jedoch nur andersartig, aber keinesfalls geringer sind, hat Imbolo Mbue sehr gut herausgearbeitet, ohne Schwarz-Weiß-Klischees zu bemühen. Die Gespräche zwischen Jonga und Clark Edwards auf ihren gemeinsamen Fahrten gehören deshalb für mich zu den Höhepunkten des Romans. Dass Edwards zunehmend von Zweifeln geplagt wird, sein Sohn gar das Jurastudium hinwirft, um in Indien zu meditieren, macht sie sympathisch, doch dass Edwards nach der Entlassung und der familiären Tragödie als Lobbyist für kleine Genossenschaftsbanken anheuert, war mir dann doch ein bisschen zu dick aufgetragen. Das geträumte Land ist ein sehr empfehlenswerter Roman zum hochaktuellen Thema Wirtschaftsmigration, geschrieben mit viel Sachkenntnis und einer wohltuenden Empathie für alle Figuren, nicht anklagend sondern aufrüttelnd, ebenso unterhaltsam wie leicht zu lesen und mit einem bestechend schönen Cover.

    Mehr
  • Kamerun - Amerika

    Das geträumte Land
    katharina51

    katharina51

    20. February 2017 um 09:28

    "In das geträumte Land", da wollen sie hin, unbedingt. Neni und Jende Jongo, ein junges Ehepaar aus Kamerun in Afrika wollen unbedingt nach Amerika, egal wie mühevoll es sein wird. Sie sind bereit Alles auf sich zu nehmen, um für sich und ihre Kinder ein besseres Leben, eine Zukunft zu erreichen, die sie in Afrika nicht sehen. Angekommen in NY finden sie eine Wohnung und nach kurzer Zeit findet Jende einen sehr gut bezahlten Job als Privatchauffeur bei Clark, einem Banker von Lehmann Brothers, es ist wie ein Wunder. Jetzt schon können sie sparen und Pläne für die Zukunft machen, das Leben scheint gesichert. Das Leben ist schön. Nun gewinnen sie Einblicke in die Upperclass von NY, und staunen, wie man da lebt,was man sich alles leisten kann, und erkennen aber auch, dass die tiefen Bedürfnisse des Menschen wie, Zuwendung und Liebe doch die gleichen sind. Neni erkennt:"Sowohl die Reichen als auch die Armen lieben Sonnenuntergänge". Doch dann wendet sich das Schicksal, die Bankenkrise in Amerika trifft nicht nur Jende sondern auch Clark, seinen Chef. Die Geschichte beginnt leicht und locker, doch langsam wird sie dichter und schwerer. Die Erkenntnisse und Wahlmöglichkeiten gewinnen an Tragweite. Die Entscheidungen sind fast nicht zu treffen, alles kann in die Brüche gehen, beim nächsten falschen Wort. Hier spielt auch die kamerunische Lebensart eine Rolle, die vielleicht manche Leser mit Unverständnis sehen. Doch der Weg wird gefunden und der Leser bleibt zufrieden zurück. Zum Abschluss ein Wort von Jende:"Ob jemand dich wirklich liebt, zeigt sich an dem, was er mit seinen Händen für dich tut, welche Wörter er dir aus seinem Mund schenkt und was sein Herz über dich denkt". Wenn der Verlag noch gerne einen Eindruck von seinem Buchcover hätte: Die afrikanischen Farben hätten mich angezogen, aber noch mehr, wenn man vielleicht durch Ethnoelemente gleich Afrika erkannt hätte.

    Mehr
  • Das Glück zum Greifen nah

    Das geträumte Land
    myra16

    myra16

    19. February 2017 um 12:28

    Bücher lese ich, um in eine andere Welt einzutauchen. Manche ziehen einen in ihren Bann, manche nicht. Nenis und auch Jendes Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen: ich konnte kaum erwarten, das Buch in meinen Händen zu halten, um zu sehen, wie es mit ihnen weiter geht und ob sie ihren American Dream träumen können. Es war faszinierend zu sehen, wie die beiden sich Amerika vorstellten und wie sie auf verschiedene Weise in ihren neuen Heimat ankommen. Ihre Werte, ihre Lebensweise passt sich immer mehr an. Bei der starken Neni mehr, beim beständigen, loyalen Jende etwas weniger. Durch ihren Blick auf die westliche Gesellschaft, bekommt der Leser auch eine neue Perspektive der gesättigten Kosumgesellschaft. Außerdem lernen wir schrittweise die Familie des Lehman Managers Clark Edwards kennen: Mr Edwards, seine wunderschöne Frau Cindy und die beiden Söhne. Keine Sorge: auch diese Figuren bleiben nicht klischeehaft, sondern lebendig und glaubhaft. Auch durch die Sprache, die Imbolo Mbue verwendet hat, ist die Geschichte lebendig. Bei den Jendes und den afrikanisches Freundinnen von Neni mit einzelnen Begriffen aus ihrer Heimat auf der einen und einer teilweise sehr nüchternen Ausdrucksweise bei Clark Edwars auf der anderen Seite. Auch die Symbolik, wenn der Stil der beiden Familien beschrieben wird, zeigt aus welch verschiedenen Welten sie kommen: hier die kühle Eleganz in weiß und grau, dort bunte Wärme und Heimeligkeit. Miss Mbue versteht ihr Handwerk und so macht es Freude, das Buch zu lesen. Um etwas Luft nach oben zu lassen und weil es trotz allem nicht mein neues, perfektes Lieblingsbuch ist, ziehe ich eine Punkt ab.

    Mehr
  • weitere