Imma Klemm

Lebenslauf von Imma Klemm

Imma Klemm, geb. in Mainz, ist die Enkelin des expressionistischen Lyrikers und späteren Verlegers Wilhelm Klemm. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie an den Universitäten von Mainz, Paris und Göttingen, wo sie mit einer sprachphilosophischen Dissertation zum Thema »Fiktionalität« promovierte. 25 Jahre lang war sie Cheflektorin und Geschäftsführerin im Alfred Kröner Verlag (Stuttgart), danach übernahm sie als Verlegerin die Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung (Mainz).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Japanischer Taschenkalender für das Jahr 2023 (ISBN: 9783871621130)

Japanischer Taschenkalender für das Jahr 2023

Neu erschienen am 13.09.2022 als Buch bei Dieterich'sche Verlagsbuchh. Mainz.

Alle Bücher von Imma Klemm

Cover des Buches Die Kunst des Erzählens (ISBN: 9783499630163)

Die Kunst des Erzählens

 (16)
Erschienen am 01.02.2013
Cover des Buches Ein Kosmos der Schrift (ISBN: 9783442771790)

Ein Kosmos der Schrift

 (1)
Erschienen am 11.10.2021
Cover des Buches Tot ist die Kunst (ISBN: 9783871620799)

Tot ist die Kunst

 (1)
Erschienen am 01.10.2013

Neue Rezensionen zu Imma Klemm

Cover des Buches Ein Kosmos der Schrift (ISBN: 9783442771790)
Sigismunds avatar

Rezension zu "Ein Kosmos der Schrift" von Hanns-Josef Ortheil

Für Ortheil-Fans unverzichtbar!
Sigismundvor 9 Monaten

REZENSION - Mehr als 70 Werke hat der deutsche Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil seit 1979 schon veröffentlicht – historische und autobiografische Romane, Erzählungen, Essay-Bände, Gedichte, Biografien, Sachbücher und sogar Libretti. Nichts von alledem ist das im Oktober beim btb-Verlag aus Anlass seines 70. Geburtstags erschienene Buch „Ein Kosmos der Schrift“: Im ersten Teil ist es die Niederschrift eines dreitägigen Gesprächs mit seinem Luchterhand-Lektor Klaus Siblewski. Darin erläutert Ortheil sehr detailliert die wichtigsten biografischen Hintergründe seines literarischen Werdeganges und analysiert die verschiedenen Entwicklungsstufen seines Schreibens von den Anfängen in der Kindheit bis heute. Im zweiten Teil geben 36 Weggefährten mit ihren Antworten auf 20 Fragen zu Ortheils „Treiben und Schreiben“ Einblick in ihr persönliches Verhältnis zum vielfach ausgezeichneten Bestseller-Autor, dessen so verschiedenartige Werke in über 20 Sprachen übersetzt wurden, und zum Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim.

„Ich hielt [mein Schreiben] immer für sehr individuell, es war schließlich aus sehr eigenen Voraussetzungen entstanden“, sagt Ortheil in diesem auf 240 Seiten festgehaltenen Gespräch. Damit meint er die ungewöhnliche Tatsache, dass seine Bücher fast ausnahmslos konkrete autobiografische Momente enthalten oder seine Charaktere seiner eigenen Persönlichkeit ähneln – wie „Im Licht der Lagune“ (1999), damals noch ohne sich selbst zu erkennen zu geben: „Im Zentrum steht ein stummer junger Mann … Er besitzt eine besondere Gabe, denn er ist ein exzellenter Beobachter.“ Auch der 1951 in Köln geborene Ortheil lebte anfangs tagsüber als stummes Kind allein mit seiner nach vier verlorenen Söhnen sprachlos gewordenen Mutter. Er steht still am Erkerfenster der Etagenwohnung und schaut hinab auf Straße und Spielplatz. Das Kind beobachtet die Szenerie und hält schon bald seine Eindrücke in kurzen Notizen fest, denn schon bevor er später dank der Hilfe seines als Geodät bei der Bahn beschäftigten Vaters endlich zu sprechen lernt, konnte er bereits schreiben. Es war die einzige Möglichkeit der Kommunikation mit der stummen Mutter.

Mit ersten Schreibversuchen wurde schon in Kinder- und Jugendjahren die Basis für ein späteres Schriftsteller-Leben gelegt. Diese gewiss nicht leichten, aber für Ortheil keineswegs bedrückenden Kinder- und Jugendjahre beschreibt er erst viele Jahre nach dem Tod beider Eltern in seinem 2009 erschienenen Bestseller „Die Erfindung des Lebens“. Warum erst 40 Jahre nach seinem ersten Romandebüt „Fermer“? Ortheil erklärt sich diese Verspätung so: „Ich muss keine Rücksicht nehmen. Meine Mutter und mein Vater greifen in mein Schreiben nicht mehr ein. Ich bin frei, meine eigene Geschichte zu erzählen.“ Diese eigene Geschichte setzte er dann in „Der Stift und das Papier“ (2015) sowie „Wie ich Klavierspielen lernte“ (2019) fort.

Auch seine in Jugendjahren verfassten Erzählungen, die Ortheil „nur für mich“ oder zum Vorlesen im engen Familienkreis geschrieben hatte, konnte oder wollte er aus demselben Grund erst jetzt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. So erschienen ab 2010 seine schon in Jugendzeiten entstandenen Reisetexte „Die Moselreise“ (2010), „Die Berlinreise“ (2014) und „Die Mittelmeerreise“ (2018). Auch in diesen Büchern über gemeinsame Reisen mit dem verständnisvollen Vater zeigt sich Ortheil als der genaue Beobachter, der aus kleinsten, fast unbedeutend erscheinenden Szenen interessante Geschichten schreiben kann. Eben darin erweist sich Ortheil zweifellos als Meister seines Fachs.

Zugegeben, ich bin seit seinem Roman „Die Erfindung des Lebens“, den ich allen als Einstieg in die Lektüre Ortheil'scher Bücher empfehle, ein überzeugter Ortheil-Fan und habe seitdem fast alle späteren, auch wenige ältere seiner Bücher immer mit Freude gelesen. Unbestritten gibt es Bücherfreunde, die sich mit Ortheils Art zu schreiben nicht anfreunden können. Gerade solchen Kritikern und auch allen, die noch kein Ortheil-Buch kennen, empfehle ich „Ein Kosmos der Schrift“, erfährt man darin doch viel Hintergründiges zum besseren Verständnis seiner Texte. Vielleicht mag mancher Kritiker dann Umdenken. Für eingefleischte Ortheil-Fans ist „Ein Kosmos der Schrift“ ohnehin unverzichtbar!

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Cover des Buches Die Kunst des Erzählens (ISBN: 9783499630163)
Jewegos avatar

Rezension zu "Die Kunst des Erzählens" von James Wood

Für Autoren interessant, für neugierige Leser womöglich uninteressant
Jewegovor 5 Jahren


Vorab sei gesagt: Ich habe dieses Buch gekauft und gelesen, um eine Schreibblockade zu überwinden und mich als Autorin weiterzuentwickeln. Ich schätze dieses Werk für neugierige Leser, die selbst nichts mit dem Schreiben zu tun haben, als eher ungeeignet ein. Literaturbegeisterte, in Bezug auf klassische Romane, könnten eine Ausnahme sein. Meine nachfolgenden Worte sind also aus der Sicht einer Autorin über dieses Werk geschrieben worden und soll vor allem meinen Kollegen helfen, einen Eindruck über diese Lektüre zu gewinnen.


Das erste Drittel des Buches hat mir besonders gefallen. James Wood geht hier insbesondere auf den Erzählstil ein und wie man diesen am besten darstellt. Inhaltlich ist es interessant aufgebaut und einfach dargestellt. Zahlreiche Beispiele aus bekannten Werken literarischer Weltgeschichte werden uns präsentiert und besprochen. Woods Erzähl- und vor allem Erklärstil gefällt mir wahnsinnig gut und es macht Spaß dranzubleiben. Dieser Teil war also am sinnvollsten und machte auch für meine 4-Sterne Bewertung den Großteil aus. Ich habe hier zwar nicht *viel* gelernt, aber dafür etwas Wichtiges und auf angenehme Art und Weise. 


Die letzten beiden Drittel hingegen waren aus meiner Sicht wenig interessant oder gar hilfreich (wie gesagt; für Autoren). Es geht um Realismus, Sprache und auch Theater. Ich muss sagen, einige Stellen, und da bin ich ganz ehrlich, haben hier meinen Horizont überstiegen. Gerade im Theaterbereich kenne ich mich absolut nicht aus. Auch mit den Beispielen konnte ich hier wenig anfangen. Bis ungefähr Seite 90 habe ich viel aus dem Buch mitnehmen können und danach leider gar nichts mehr.


Trotzdem ist dieses Werk nicht schlecht. Wood hat interessante Ansichten und ich habe sein Buch gern gelesen. Die Übersetzung wurde gut umgesetzt und Beispiele, bei denen die englische Sprache eine Rolle spiele, wurden innerhalb des Buches übersetzt, sodass man Beispiele teilweise in beiden Sprachen vorfand.


Unterm Strich würde ich das Buch weiterempfehlen. Das erste Drittel hat mich überzeugt und vielleicht könnt ihr ja auch mehr mit dem Rest anfangen.

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Cover des Buches Die Kunst des Erzählens (ISBN: 9783498073671)
hproentgens avatar

Rezension zu "Die Kunst des Erzählens" von James Wood

Rezension zu "Die Kunst des Erzählens" von James Wood
hproentgenvor 11 Jahren

Wie Geschichten funktionieren will James Wood in diesem Buch erklären. Und wie man einen guten Roman von einem schlechten unterscheidet.

So widmet er sich den verschiedenen Elementen der Erzählkunst, der Perspektive, den Figuren, dem Stil, dem Dialog und manchem mehr.

James Wood kann schreiben, stilsicher und gleichzeitig gut verständlich, das zeichnet sein Buch aus. Außerdem nimmt er so manches wahr, was anderen Autoren, die über die Kunst des Erzählens geschrieben haben, entgangen ist. "Es hilft, sehr gute Autoren bei ihren Fehlern zu beobachten" erklärt er und führt das gleich an John Updikes Roman "Terrorist" aus. Der schlüpft in die Haut eines jungen Terroristen, um dann in dessen Gedanken über den Koran zu räsonieren und darüber, dass der Junge wohl nicht mehr wachsen werde.

Ein häufiges Problem, meint Wood, dass Autoren sich in den Kopf einer Figur begeben, diese aber Dinge denken lässt, die die Figur nie denken würde. Oft muss der Autor zu diesem Mittel greifen, weil eine realistische Gedankenwelt nicht nur langweilig, sondern nichtssagend wäre. Wenn dem Autor der Trick gelingt, die Gedankenwelt dem Leser glaubhaft darzustellen, funktioniert das. Aber oft gelingt es eben nicht.

In Schreibratgebern wird dieses Problem so gut wie nie wahrgenommen. Wer in der Perspektive seiner Figur schreibt, darf nur die Gedanken haben, die die Figur auch haben würde. Basta. Doch Wood zeigt an Beispielen, dass die Gedankenwelt der Figuren in der Regel ein genauso künstliches Gebilde ist wie die Dialoge. Wichtig ist, dass sie den Leser überzeugen. Dass der Leser den Eindruck gewinnt: So redet, so denkt die Figur.

Updike ist genau das misslungen. Der Leser merkt den Trick: Der Autor nutzt die angeblichen Gedanken der Figur, um seine eigenen an den Mann zu bringen. Der Autor, der dem Leser etwas erklärt. Etwas, dass seit Flaubert in Romanen eher negativ auffällt, auch das erläutert Wood an vielen Beispielen.

Dass Perspektive nicht immer "klinisch rein" sein muss, sich die verschiedenen Perspektiven oft mischen, dass Figuren nicht immer rund sind und doch überzeugen können, sind weitere Themen; auch hier kann Wood einen neuen Blick auf alte Geschichten werfen.

Doch leider bleibt der Blick auf misslungene Beispiele im weiteren Verlauf des Buches selten. Updike ist ein einsames Beispiel und genau deshalb erfüllt das Buch seinen Anspruch nicht, zu erklären, was einen guten Roman von einem schlechten unterscheidet. Wood stellt die Handwerkskiste des Erzählens vor, aber nur an einigen Stellen zeigt er, wie sich gelungenes Erzählen von dem weniger gelungenen unterscheidet.

Und dann zieht er über den "kommerziellen Realismus" her, am Beispiel Graham Greene und John Le Carre. Da bringt er wieder schlechte Beispiele, Beschreibungen, die in der Tradition moderner Romane seit Flaubert stehen, die nicht richtig schlecht sind, aber auch nicht vom Hocker reißen.

Leider übersieht er genau da etwas. Beide Autoren leben nicht von ihren Beschreibungen, sondern von der Handlung. Handlung gibt es aber in Woods Erzählwerkkasten gar nicht. Perspektive, Figuren, Dialog, Stil, alles handelt er ab. Aber Handlung? Fehlanzeige. Einmal erwähnt er, dass vor dem 19. Jahrhundert Figuren durch Handlung statt durch erlebte Rede geschildert und charakterisiert werden. Doch das war es dann auch.

Merkwürdig für einen Flaubert Fan. Denn gerade der hat in Madame Bovary ja nicht nur das Provinzbürgertum um 1850 glänzend gezeichnet, er hat auch das Kunststück vollbracht, das in eine Handlung einzupacken, die auch heute noch Leser faszinieren kann.

Da schlägt die Verachtung des Literaten für alles, was Spannung, Handlung heißt, durch. Denn Wood ist entschiedener Anhänger der Trennung von E- und U-Literatur. Zwar vermerkt er, dass die Elemente des Erzählens, die er beschreibt, sich auch in der Unterhaltungsliteratur finden, doch das führt er leider nicht weiter aus. Eine ganze Sparte der amerikanischen Literatur fehlt bei ihm völlig. Raymond Chandler, Dashiel Hammet sind nicht mal eine Fußnote wert. In diesem Punkt ist Sybille Knauss mit „ Schule des Erzählens“ Wood weit überlegen.

Fazit: Wood erklärt in der ersten Hälfte seines Buches vieles, das andere übersehen, die über Romane schreiben. Aber er bleibt leider auch Literat, der nicht über seinen Tellerrand hinausschauen kann und so wirkt sein Buch halbfertig. Für normale Leser ist es deshalb wohl nur bedingt geeignet. Schade, denn Wood kann verständlich und stilsicher formulieren.

Leseprobe: http://www.etracker.de/lnkcnt.php?et=99xuYV&url=http://www.rowohlt.de/fm/131/WoodKunst.pdf&lnkname=PDFWood_Kunst.pdf

Die Kunst des Erzählens, Sachbuch, James Wood, Rowohlt, Juli 2011
ISBN-13: 978-3498073671, gebunden, 237 Seiten, Euro 19,95

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